11 Sehenswürdigkeiten in Deutschland, die immer einen Ausflug wert sind

Ich stelle mal die steile These auf, dass Deutschland europaweit absolut ungeschlagen ist, wenn es um atemberaubend schöne Schlösser, Burgen, Museen und Kirchen geht. Klar, andere Länder haben auch sehenswerte Gebäude, aber nicht in dieser Dichte! Eigentlich könnte man einen ganzen Urlaub damit verbringen, Schlösser, Herrenhäuser und mittelalterlichen Städte aufzusuchen und sich dabei wie in einem Märchen zu fühlen. Von Lübeck im Norden über Dresden im Osten, ins Siebengebirge im Westen bis runter nach Bayern – ich führe dich zu 11 der schönsten Sehenswürdigkeiten der Nation. Natürlich gibt es noch so viele mehr – schreib mir gern eine Nachricht auf Instagram und verrate mir deinen Favoriten!

Unsere 11 Top-Sehenswürdigkeiten in Deutschland

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herrenchiemsee

© Pixabay Fühle dich wie König Ludwig II auf der Insel Herrenchiemsee

Am westlichen Ufer des Chiemsees liegt die Insel Herrenchiemsee und wenn man hier nach einer kurzen Bootsfahrt zum ersten Mal Fuß an Land setzt, fühlt man sich, als hätte man eine Zeitreise gemacht. Das gesamte Ensemble aus Neuem Schloss, Schlosspark, dem Kloster Frauenchiemsee und dem Künstlerhaus Exter erinnert an das französische Versaille; einst lebte hier König Ludwig II, der sich mit dem Schloss Neuschwanstein oder dem Schloss Lindenhof auch noch anderweitig in Bayern verewigte. Wenn du hier bist, nimm dir einen Tag Zeit und erkunde die Insel bei einem ausgiebigen Spaziergang. Um hinzukommen, fährst du mit der Bahn bis zum Bahnhof Prien, hier verkehrt in der Sommerzeit die Chiemsee-Bahn zur Schiffsanlegestelle. Mit dem Schiff sind es dann noch einmal 15 Minuten bis zur Herreninsel.

  • Insel Herrenchiemsee
  • 83209 Herrenchiemsee, Deutschland
  • Neues Schloss: 27. März bis 31. Oktober: 9–18 Uhr, 1. November bis 26. März: 9.40–16.15 Uhr
  • 9 Euro, ermäßigt 8 Euro (Neues Schloss inkl. Führung, König-Ludwig-II.-Museum, Museum und Galerien im Augustiner-Chorherrenstift)
  • Mehr Info
2

© Charlott Tornow Mache eine Kunsttour auf der Museumsinsel in Berlin

Einer der schönsten Flecken Berlins befindet sich auf einer Insel: Auf der Museumsinsel kommen Kunstfans und Liebhaber von altehrwürdiger Architektur voll auf ihre Kosten, denn hier befinden sich auf engstem Raum gleich fünf der schönsten und wichtigsten Museen Berlins. Dazu kommt der Berliner Dom und das mittlerweile neu errichtete Berliner Stadtschloss. Wer mag, kann sich auch einfach im Lustgarten vor dem Berliner Dom niederlassen, picknicken und dem bunten Treiben zuschauen. Wir empfehlen auch, unbedingt die Straße Unter den Linden bis zum Brandenburger Tor weiterzulaufen und danach einen Abstecher in den Tiergarten zu machen.

3

© Hans Bach, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Lustwandele durch die Gärten von Schloss Sanssouci

Potsdam ist nicht nur die Hauptstadt von Brandenburg, sondern auch mit Abstand die schönste Stadt im ganzen Bundesland. Vor allem das Stadtzentrum wurde in den letzten zehn Jahren ordentlich poliert, sodass man hier ein ganzes Wochenende flanieren kann, ohne dass es langweilig wird. Neben dem holländischen Viertel, dem klassizistischen Alten Markt, dem Park Babelberg und der russischen Siedlung Alexandrowka darf auf einem Sightseeing-Trip durch Potsdam natürlich das berühmteste Gebäude nicht fehlen: das Schloss Sanssouci. "Ohne Sorge" (sans souci) verbrachten von 1747 bis 1918 preußische Könige und deutsche Kaiser hier die Sommermonate und lustwandelten entlang angeschlossenen Orangerie, vorbei am Neuen Palais und durch den 300 Hektar großen Park. Das gesamte Ensemble gehört zum UNESCO-Welterbe und wird nicht umsonst das deutsche Versailles genannt.

4

© Charlott Tornow Besuche die Walhalla und begib dich auf eine Zeitreise

Unweit der malerischen Stadt Regensburg thront am Ufer der Donau ein "antikes" Bauwerk, wie man es eigentlich eher in Griechenland oder Italien vermuten würde. Wenn du dich den Bräuberg und die 358 Stufen zur klassizistischen Gedenkstätte Walhalla hochgeschleppt hast, wirst du mit einem wahnsinnig schönen Ausblick auf das Donautal mit seinen weitläufigen Auen belohnt. Wenn du dich satt gesehen hast, solltest du noch der reich verzierten Ruhmeshalle einen Besuch abstatten. Hier kannst du allerlei berühmte deutsche Persönlichkeiten treffen, die hier in kunstvollen Marmorbüsten verewigt wurden.

5

© Pixabay Bestaune die größte erhaltene romanische Kirche der Welt in Speyer

Die Sehenswürdigkeitendichte in Speyer ist gerade zu absurd überproportional im Vergleich zur Dichte der Einwohner*innen: Gerade einmal 50.000 Menschen wohnen in dem geschichtsträchtigen Städtchen, in dem 2017 mit großem politischen Star-Aufgebot Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl beerdigt wurde. Der Gottesdienst fand in der größten romanischen Kirche der Welt statt: dem Dom zu Speyer. Um 1000 wurde der heutige Kaiserdom mit einer Länge von 134 Metern, einer Breite von 37 Metern und einer Turmhöhe von 72 Metern erbaut. Er thront inmitten der Altstadt und ist umringt von einem weitläufigen, grünen Domgarten – hier verstecken sich noch weitere Sehenswürdigkeiten wie der Domnapf, das Heidetürmchen, der Ölberg sowie die Antikenhalle. In der gesamten Stadt gibt es Sichtachsen auf den Dom und abends gehen die Spotlights an. Aber auch ein Blick in die Kathedrale lohnt sich, die Größendimensionen sind beeindruckend, die Krypta und die Kaisergräber kann man ebenfalls besuchen und für Schwindelfreie besteht sogar die Möglichkeit, auf die Türme zu steigen – eine virtuelle Tour kannst du bereits hier machen.
Direkt an das Domgelände grenzt auch das ehemalige jüdische Viertel an, in dem bereits im Mittelalter eine große und bedeutende jüdische Gemeinde lebte.

  • Dom zu Speyer
  • Domplatz, 67346 Speyer, Deutschland
  • Montag bis Samstag: 9–17, Sonntag: 11.30–17 Uhr
  • Eintritt Dom: frei, Krypta und Kaisergräber: 3,80 Euro, ermäßigt 1,50 Euro, Turmaufstieg und Kaisersaal: 6 Euro, ermäßigt 3 Euro
  • Mehr Info
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schloss drachenburg

© Christin Otto Besichtige das Schloss Drachenburg bei einer Wanderung im Siebengebirge

Deutschland ist voll von wahnsinnig schönen Burgen und Schlössern und besonders in Nordrhein-Westfalen hat man das Gefühl, in einem Märchen gelandet zu sein bei der Dichte an historischen Bauwerken, die man hier links und rechts des Rheins findet. Das Schloss Drachenburg mit seiner hübschen Parkanlage und dem großartigen Blick über das umliegende Rheinland ist so ein Prachtexemplar. Gebaut zwischen 1882 bis 1884 im Stil der Neofrühgotik und Neorenaissance kann man einen Schlossbesuch mit einer Wanderung im Siebengebirge kombinieren. Der Drachenfels in Königswinter liegt nur eine knappe Autostunde von Köln entfernt und Wanderlustige können hier bis auf die Spitze des über 300 Meter hohen Berges zur alten Drachenburg-Ruine kraxeln und die Aussicht genießen. Auf etwa halber Höhe kommt man an der Nibelungenhalle vorbei, die Einblicke in die Nibelungensage gewährt. Wem der Aufstieg zu Fuß zu anstrengend ist, der kann auch mit der Drachenfelsbahn fahren.

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Mosel, Burg Eltz, Rheinland Pfalz

© Charlott Tornow Besichtige die märchenhafte Burg Eltz

Eine der berühmtesten Burgen Deutschlands versteckt sich in einem kleinen grünen Tal linksseitig der Mosel. Umgeben von einem Bach und grünen Wäldern wirkt die Burg Eltz mit der langen Brücke und ihren spitzen Türmen wie aus einem Märchen. Das Besondere an der Burg ist, dass sie seit ihrem Bau im 12. Jahrhundert unverändert ist und nicht ein einziges Mal zerstört wurde. Dabei besteht die Burg eigentlich aus drei Häusern, in denen drei Familien lebten. Die Burg kannst du bei einer Führung besichtigen. Auch empfehlenswert ist eine Wanderung entlang des Mosel-Traumpfad Eltzer Burgpanorama, der auf 12,6 Kilometer Länge durch das Elzbachtal und das Moselplateau führt.

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© Julia Solonina | Unsplash Entdecke die hübsche Hansestadt Lübeck bei einem Spaziergang

Malerisch auf einer Insel in der Trave gelegen wurde Lübecks Altstadt nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs aufwendig wieder aufgebaut, sodass man sich bei einem Besuch der Hansestadt heute wie auf Zeitreise fühlt. Am besten lässt du dich einfach durch die engen Gassen entlang bunter windschiefer Gebäude, Kirchen aus Backstein und versteckter Gänge und Hinterhöfe treiben. Nicht verpassen solltest du das Holstentor aus dem 15. Jahrhundert, das einst Teil der Lübecker Stadtbefestigung war. Übrigens: Lübeck ist vor allem auch für sein Marzipan bekannt. Der Name Niederegger ist dabei untrennbar mit Marzipan verbunden, probiere aber unbedingt die Süßigkeiten in der Manufaktur Mest.

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schloss pillnitz

© Charlott Tornow Flaniere im Schloss Pillnitz direkt an der Elbe

Viele der schönsten Schlösser Sachsens befinden sich direkt an der Elbe, vor den Toren Dresdens. Dabei sticht das Schloss Pillnitz mit seinem weitläufigen Park besonders hervor: Das Ensemble aus drei Palais' (in denen sich heute Museen befinden) stammt aus der Renaissance und ist im chinesischen Stil erbaut worden. Der barocke Garten lädt zum Lustwandeln ein, während man im botanischen Palmenhaus Wärme tanken kann.

  • Schloss & Park Pillnitz
  • August-Böckstiegel-Straße 2, 01326 Dresden
  • Schlosspark: täglich 6–18.30 Uhr, Museen: Dienstag – Sonntag 10–18 Uhr, Palmenhaus: täglich 9–18 Uhr
  • verschiedene Eintrittspreise für den Schlosspark (2,50–3 Euro), die Museen (6–8 Euro), das Palmenhaus (2,50–3 Euro)
  • Mehr Info
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Rothenburg ob der Tauber, Kleinstädte in Deutschland

© Charlott Tornow Fühle dich wie im Märchen in Rothenburg ob der Tauber

Wir haben uns in Rothenburg ob der Tauber verliebt! Das kleine Städtchen in Norden Bayern ist als Winterdorf bekannt, da ihr der Weihnachtsladen Käthe Wohlfahrt gegründet wurde, dabei ist es hier zu jeder Jahreszeit wirklich wunderschön und man fühlt sich permanent wie in einem Märchen. Der bekannteste Platz ist das Plönlein, zu dem das süße gelbe, schiefe Haus, die zwei Türme und der Brunnen gehören.⁠ Vom Burgtor aus kannst du die Altstadt auf dem Rothenburger Turmweg entdecken und fast einmal komplett umrunden.⁠ Sehr empfehlenswert ist auch ein Abstecher zur Bäckerei Stiffler und zum Café Einzigartig.

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Schwerin, Kleinstädte in Deutschland

© Pixabay Flaniere im Garten des Schlosses Schwerin

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es sage und schreibe 2000 Schlösser und Herrenhäuser und das prächtigste davon befindet sich in Schwerin. Ein Besuch des Schweriner Schlosses sollte bei einem Trip in die Landeshauptstadt nicht fehlen, denn hier kann man wunderbar lustwandeln, Paaren beim Heiraten zugucken oder im Café Niklot, in der Orangerie oder im Bischofskeller fürstlich speisen. Da Schwerin direkt am Wasser liegt, kannst du die Stadt auch gut vom Boot oder einem Stand-Up-Paddle aus entdecken.

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