Düsseldorf – 11 schöne Tipps für ein Wochenende in der Rheinstadt

von Maja Schäfer

Bei Rankings von Städten mit der höchsten Lebensqualität belegt Düsseldorf regelmäßig die obersten Ränge: zuletzt den vierten Platz auf der Liste der beliebtesten Städte aus der Sicht internationaler Auswanderer, nur übertroffen von Melbourne, Houston und Madrid. Das mag bei für Verwunderung sorgen – gilt Düsseldorf doch gemeinhin als Kölns uncooler kleiner Bruder oder auch snobby Bonzen-Hochburg. Da Düsseldorf aber auch abseits gängiger Klischees wie Altbier, Rosenmontagszug und Kraftwerk sehr wohl einiges zu bieten hat, haben wir hier 11 Tipps für euch, die in der Rheinstadt immer gehen.

1
Kreuzherrenecke

© Charlott Tornow Beginne den Abend mit einem Lakritzschnaps in der Kreuzherrenecke

Wer zum ersten Mal in Düsseldorf ist, der könnte beim Vorübergehen die Kreuzherrenhecke schnell als Spelunke abtun. Aber damit würde man einen großen Fehler machen, denn die Kneipe ist eine der Institutionen der Rhein-Stadt. Seit über 60 Jahren wird hier Bier und Schnaps ausgeschenkt und das an Menschen aller Couleur: Künstler, Studenten, Juristen, Musiker, Schriftsteller, du und ich. Eines der originalsten Getränke ist der Lakritzschnaps, der wunderbar vollmündig und ein bisschen salzig schmeckt. Genau richtig, um in den Abend zu starten!

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NRW Forum, Düsseldorf

© Charlott Tornow Hinterfrage deinen Medienkonsum bei der Ausstellung "#cute. Inseln der Glückseligkeit" im NRW-Forum

Herzchen, Smileys, animierte Einhörner und Tierbaby-Videos. Unser Medienkonsum – vom Internet über Kunst bis hin zur Werbung – wird beherrscht vom Niedlichen. #cute ist einer der meist genutzten Hashtags auf Instagram mit mehr als 500 Millionen Erwähnungen und nicht mehr so richtig wegzudenken. Aber was bedeutet das eigentlich für uns als Gesellschaft? Ist "cute" das neue Normal in einer Welt, die gezeichnet ist von Krisen und Kriegen? Ist "cute" das Sedativum für die Massen? Und was passiert, wenn das Süße plötzlich gruselig wird? Damit beschäftigt sich die sehr sehenswerte Gruppenausstellung im Düsseldorfer NRW-Forum: #cute. Inseln der Glückseligkeit? ist vom 9. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021 zu sehen und unbedingt empfehlenswert, um den eigenen Medienkonsum zu hinterfragen.

3
Shari's Kitchen

© Charlott Tornow Frühstücke Porridge, Egg Benedict und Smoothies bei Shari's Kitchen

Wie in einem Wohnzimmer mit Küche fühlt man sich sich, wenn man bei Shari Chopra zu Gast ist. Gemütlich und mit viel Liebe fürs Design eingerichtet, serviert Shari mit ihrem Team hauptsächlich vegane und vegetarische Speisen – von Porridge und Pancakes über Granola, Eggs Benedict auf Lachs bis hin zu kleinen Törtchen, Suppen, Sandwiches und warmen Gerichten. Alles hausgemacht, alles lecker. Da so ein Wohnzimmer ja meistens nicht unendlich groß ist, wird es gerade am Wochenende voll. Dann solltest du zum Frühtsück unbedingt vorab einen Tisch reservieren.

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© Pixabay Shoppen bei Vaseline

Jede Wette, würde sich dieser Laden in Berlin befinden, wäre er innerhalb von 10 Minuten bis auf das letzte Teil ausverkauft. Da er sich aber in der Düsseldorfer Altstadt versteckt, findet man bei Vaseline extravagante Accessoires, skurrile Redesign-Möbel und alles andere, von dem das Kuriositätenherz sonst nie zu träumen gewagt hätte. Storebetreiber Rolf Buck reist um die ganze Welt, um nerdige Schätze ausfindig zu machen, zu restaurieren und in Unikate zu verwandeln. Sein Einsatz zahlt sich aus: Das Vaseline ist einer der tollsten und originellsten Concept-Stores Deutschlands.

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© Pixabay Einen Rundgang durch die Kunstakademie machen

Zwei Mal im Jahr öffnet die renommierte Kunstakademie Düsseldorf ihre Pforten und lädt zum kostenlosen Rundgang auf vier Etagen, bei dem die Studierenden ihre Semesterarbeiten ausstellen. Den Rundgang besuchen mehrere zehntausend Kunstinteressierte, darunter auch viele Galeristen und Privatsammler. Kein Wunder, an der Akademie studierten bekanntermaßen schon Joseph Beuys, Gerhard Richter und Otto Piene.

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© Pixabay Kuchen essen im Hüftgold

In der ehemaligen Tankstelle ist der Name Programm, denn das Motto des Cafés ist "Genuss ohne Reue". Und zwar nicht dank einem zuckerfreien Light-Kuchenstück, sondern dank einer Auswahl von mindestens einem Dutzend köstlicher Torten, Muffins und kleiner köstlicher Teilchen.

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© Pixabay Feiern im Salon des Amateurs

Zugegeben, in Düsseldorf hat man auf der Suche nach einem guten Club nicht allzu viele Alternativen. Fels in der Brandung für alle Anhänger elektronischer Musik ist der Salon des Amateurs im Haus der Kunsthalle Düsseldorf. Das Bier kostet 2,50 Euro, der Eintritt kaum mehr und die Betreiber beweisen zudem derart viel Geschmack beim Booking, dass der Vergleich mit der Hauptstadt nicht gescheut werden muss.

  • Salon des Amateurs
  • Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf
  • Dienstag – Donnerstag: 11.30–1 Uhr, Freitag & Samstag: 11.30–7 Uhr, Sonntag: 11.30–18.00 Uhr
  • Mehr Info
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© Onur Bahçıvancılar | Unsplash Einkaufen bei Elementarteilchen

Das Second-Hand-Paradies Elementarteilchen im Stadtteil Flingern überzeugt mit riesiger Auswahl an Vintage-Kleidern der 50er bis 80er Jahre sowie – im Berliner Second-Hand-Segment nahezu undenkbar – fairen Preisen. Plant drei Stunden ein und rein da! Wer danach noch nicht genug hat: Ein paar Häuser weiter gibt es ausgefallene Damenkleidung bei Ibi. Und die Herren der Schöpfung kommen derweil im Barber- und Ink-Shop Langschmidt auf ihre Kosten.

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© Deanna J. | Unsplash Kultur im K20, im K21 oder im Schmela-Haus gucken

Die Kunstsammlung des Landes Nordrhein-Westfalen verteilt sich in Düsseldorf auf das K20, das K21 und das Schmela-Haus. Auf 10.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche finden sich hier Werke von Pablo Picasso, Wassily Kandinsky, Andy Warhol oder Jackson Pollock. Besonderer Beliebtheit erfreut sich die gigantische Netzkonstruktion "in orbit" von Tomás Saraceno unter der Glaskuppel des K21, die von euch – solltet ihr schwindelfrei sein – bestiegen werden kann.

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© Pixabay Spazieren im Medienhafen

Liebhaber ambitionierter Architektur sollten dem Medienhafen einen Besuch abstatten. Allein für die drei skulpturalen, dekonstruktivistischen Bauten von Frank O. Gehry, die inzwischen zum Wahrzeichen von Düsseldorf geworden sind, lohnt ein Abstecher. Wer Hunger hat, findet im Medienhafen zudem eine Dependance der vegetarischen Restaurantkette Sattgrün und damit eins der besten Restaurants der Stadt.

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© Pixabay Filme gucken im Metropol

Keinen Bock auf uniformes Großraumkino mit tausenden Sitzreihen, Blockbustern in Dauerschleife und horrenden Eintrittspreisen? Das traditionsreiche Metropol-Programmkino in Bilk ist das älteste in Düsseldorf, zeigt nur ausgewählte Streifen und gehört zur Düsseldorfer Filmkunstkino GmbH. Sehenswert!

Titelfoto: © Pixabay

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