11 Tipps für die Amalfiküste und den Golf von Neapel

von Brigitte Buck

Türkisblaues Wasser, meterhohe Felsklippen und Buchten, an denen kleine Ortschaften den Hang hinunterklettern und Zitronenbäume sich in der Sonne rekeln: Die Amalfiküste ist die vielleicht schönste Steilküste der Welt, seit 1997 UNESCO-Weltnaturerbe und mit dem umliegenden Golf von Neapel ein seit Jahrzehnten innig geliebtes Urlaubsziel für alle, die sich nach Dolce Vita par excellence sehnen. Die Region steht für ein Meer aus rot-weiß gestreiften Sonnenschirmen, mit bunten Vespas gesäumte Passstraßen und eine großartige Verschmelzung von italienischer Natur und Kultur. Hier werden diverse Sehnsüchte gestillt: Sei es die nach abwechslungsreichen Wanderungen, historischen Mythen oder schlichtweg nach hausgemachtem Limoncello und luftigem Pizzateig.

Amalfiküste – Gut zu wissen

11 Tipps für die Amalfiküste

Amalfi
© Brigitte Buck

1
Schlendere durch Amalfi

Der Ort Amalfi ist der perfekte Ausgangspunkt für den ersten Stopp entlang der Küste. Er versprüht italienisches Flair, verrät aber noch nicht zu viel: Hier und da bröckelt ein wenig Putz von den Wänden, Telefonleitungen baumeln lose zwischen Hausfassaden und auf dem Domplatz glitzern orangefarbene Gläser gefüllt mit Aperitif in der Sonne. Dahinter streckt sich die Kathedrale Sant’Andrea vor majestätischen Felsen empor. Falls es dich hier schon in den Fingern kitzelt und du die Steilküste von oben sehen möchtest, lohnt es sich, zum Friedhof Cimitero Monumentale zu laufen. Von hier aus kannst du auch das schöne gelb-grün gestreifte Mosaikdach der Kathedrale besser betrachten. 

Sorrent
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2
Spaziere durch die Gässchen von Sorrent

Sorrent wurde auf einem Hang gebaut, was immer großartige Aussichten verspricht. Durch die Altstadt schlängeln sich kleine, gepflasterte Gässchen, umrandet von einem Meer aus lilafarbenen Blüten und Zitronenbäumen. Letzteres spiegelt sich auch im Stadtbild wider – hier bekommst du nicht nur hausgemachten Limoncello, sondern so gut wie alles, was mit Zitronen zu tun hat: Seife, Parfüm, Marmelade, Kekse. Am besten planst du hier einen Tag zum Flanieren und Shoppen ein, denn zwischen italienischer Filmkulisse und kleinen Boutiquen ist Sorrent der perfekte Ort dafür. Wenn du ein paar Groschen mehr in der Tasche hast, kannst du dir zusätzlich einen Drink im Bellevue Syrene gönnen. Als eines der teuersten Hotels in der Gegend besitzt es eine atemberaubende Terrasse mit freiem Blick auf den Golf von Neapel. Allerdings solltest du hier unbedingt vorher online reservieren. 

Capo di Sorrento
© Brigitte Buck

3
Bewundere den Sonnenuntergang über dem Vulkan Vesuv

Der Vesuv ist der einzige aktive Vulkan auf dem europäischen Festland und liegt ungefähr neun Kilometer von Neapel entfernt. Bekannt wurde er durch den Untergang von Pompeji, sodass er heute zu einer der meist überwachtesten Vulkane weltweit gehört. In seiner ganzen Pracht lässt sich die Gefahr und Faszination, die heute von ihm ausgeht, von der gegenüberliegenden Küste Sorrents betrachten. Besonders majestätisch wirkt er dabei bei Sonnenuntergang. Unser Tipp: Verlasse dafür den Stadtkern von Sorrent und mache dich (entweder mit dem Auto oder zu Fuß) auf den Weg zum Capo di Sorrento etwas weiter westlich. Trage dabei am besten festes Schuhwerk, denn die letzten hundert Meter bestehen aus einem schmalen, relativ steilen Trampelpfad. Doch dafür wirst du mehrmals belohnt: Am Ende befinden sich auf einer weitläufigen Grünfläche die Überreste einer alten Festung und direkt daneben eine kleine, versteckte Badebucht, in der du dich abkühlen kannst.

© Brigitte Buck

4
Fahre Panorama-Sessellift auf Capri und entdecke die Insel

“La Dolce Vita“ bezieht sich im Ursprung auf ein Leben in Luxus. Wer dies sucht, wird auf der Insel Capri fündig. Hier reihen sich im Stadtkern Luxusmarken aneinander und im Sommer ist es keine Seltenheit, Celebrities von ihren Yachten steigen zu sehen. Doch obwohl Capri für seinen High-End-Tourismus bekannt ist, birgt die Insel auch Attraktionen abseits von Glanz und Glamour: So bringt dich die Seilbahn Funicolare in kleinen, hölzernen Einzelsitzen über Olivenhaine hinweg in knapp 15 Minuten hoch auf den Berg Monte Solaro. Von hier aus genießt du einen traumhaften Ausblick über die endlose Weite der italienischen Steilküste und all die davor geankerten Boote, die im Vergleich zur Natur auf einmal nur noch halb so eindrucksvoll aussehen. Wenn du nicht ganz schwindelfrei bist, können wir dir den botanischen Garten Giardini di Augusto empfehlen: Nicht ganz so weit oben, jedoch mit genauso schöner Aussicht. 

Pompei
© Brigitte Buck

5
Entdecke die Ruinen Pompejis

Die antike Stadt Pompeji wurde im Jahr 79 vom Vulkan Vesuv verschüttet. Das Besondere: Die Vulkanasche konservierte einen Großteil der Stadt, sodass Pompeji heute eine der am besten erhaltenen Ruinenstädte der Antike ist. Amphitheater, diverse Tempel, Stadtmauern, Straßen und Basiliken sind in ihren Grundrissen noch vorhanden und ganz schön beeindruckend anzuschauen. Dazu kommt, dass viele Menschen, die damals in Pompeji starben, Jahre später aus der erkalteten Lava ausgegraben und ihre Umrisse, beziehungsweise die Skulpturen, die sie in der Gesteinsschicht hinterlassen hatten, ausgestellt wurden. Dieser Teil Pompejis ist heute in einer separaten Museumshalle auf dem Gelände exponiert, den du allerdings nur anschauen solltest, wenn du keine allzu schwachen Nerven besitzt.

  • Pompei 80045 Pompei, Neapel, Italien
  • April bis Oktober: täglich von 9–19 Uhr, letzter Eintritt um 17 Uhr, November bis März: täglich von 9–17 Uhr, letzter Eintritt um 15.30 Uhr
  • Regulär: 18 Euro, Kinder und Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren: 16 Euro, Kinder unter 18 Jahren: kostenlos
© Sonja Koller

6
Iss original neapolitanische Pizza und schlemme dich durch Neapel

Neapel gilt als der kulinarische Ursprung des wohl beliebtesten Fast Foods der Welt – der Pizza. Diese solltest du dir während eines Besuches in der süditalienischen Stadt natürlich nicht entgehen lassen, denn das Angebot ist gigantisch und die Preise unschlagbar. Du kannst deinen Hunger in der Pizzeria Da Michele stillen oder bei Gino Sorbillo einkehren. Außerdem wirst du an allen Ecken und Enden von italienischen Zuckerwerken überrascht – sei es “Sfogliatelle“, neapolitanisches Gebäck aus Blätterteig und Ricottafüllung, oder “Babà“, kleine Hefeküchlein, die in Sirup getunkt und anschließend mit Rum beträufelt werden. Dazu findest du alle paar Meter ein Aperol-to-go-Schild, welches dir das süße, orangefarbene Getränk für zwei bis drei Euro anbietet.

Maison La Minervetta Amalfiküste
© Nick Fewings | Unsplash

7
Übernachte stylisch und mit Blick aufs Meer im Maison La Minervetta

Das familiengeführte Design-Hotel Maison La Minervetta türmt sich direkt am Hang Sorrentos auf und lässt dich wie Neptun über sein Königreich blicken. Die 13 Zimmer zieren riesige Muscheln, weiß-blau gestreifte Wände, Bettbezüge und Marmorböden und verfügen alle über einen atemberaubenden Meerblick. Hier kannst du jeden Morgen vom Bett aus den Sonnenaufgang gucken, bevor dir auf der süßen Sonnenterrasse hausgemachtes, mediterranes Frühstück serviert wird. Danach geht es entweder an den Pool oder du folgst der schmalen Steintreppe runter zur Marina.
  • Übernachtung ab 494 Euro pro Doppelzimmer
© Nati Melnychuk | Unsplash

8
Bade in heißen Thermalquellen auf Ischia

Ischia ist die größte der drei Inseln im Golf von Neapel. Besonders beliebt ist sie für ihre heißen Thermalquellen, die sich durch den Vulkan Vesuv vor Jahrhunderten gebildet und in denen schon die alten Römer*innen gebadet haben. Das heiße Wasser sprudelt an verschiedenen Orten auf der Insel aus dem Boden, sodass du dich frei entscheiden kannst, ob du die heilende Wirkung lieber mit traumhaftem Blick aufs Meer in den Thermalgärten der Aphrodite erfahren möchtest oder inmitten von Lavafelsen in den Poseidon Gärten. Im Süden der Insel in der Bucht Baia di Sorgeto findest du die einzige kostenlose Warmwasserquelle auf der Insel. Aber Achtung: Pass auf, dass du inmitten der Bucht badest, wo sich Meer- mit Quellwasser vermischen. Wenn du zu nah an die Felswand kommst, könnte es ziemlich heiß werden! 

Procida
© Nati Melnychuk | Unsplash

9
Genieße auf Procida die Ruhe abseits vom Tourismus

Procida ist die kleine, verschlafene Schwester von Capri und Ischia. Aus der Ferne sieht sie aus, als hätte jemand einen Farbkasten ins Meer plumpsen lassen: Alle Hausfassaden sind kunterbunt angestrichen, was der Sage nach frühen Fischer*innen helfen sollte, ihre Heimatinsel wiederzufinden. Im Gegensatz zu ihren großen Schwestern ist Procida kaum vom Massentourismus geprägt. Hier findest du mit etwas Glück noch die eine oder andere Bucht, die du ganz für dich allein hast. Oder du gesellst dich zu den einheimischen Italiener*innen auf eine der unzähligen kleinen Außenterrassen, schlürfst Limoncello-Spritz und versüßt dir den Tag mit hausgemachten "Lingua di Procida" – ein zungenförmiges Gebäck aus Blätterteig und Zitronencreme.

Positano
© Jānis Beitiņš | Unsplash

10
Lass dich von der Schönheit Positanos einnehmen

Egal, ob du Positano mit Bus oder Boot erreichst, dir wird höchstwahrscheinlich die Kinnlade herunterklappen. Selbst wenn dir deine Sozialen Medien die kleine Ortschaft bereits einhundertmal mit dem Lied “Felicità“ unterlegt ausgespielt haben und du das Gefühl hast, du warst schonmal hier – selbst dann... Denn Positano klettert atemberaubend hinter einem schwarzen Sandstrand, der auf türkisblaues Wasser trifft, den Hang hinauf. Um die ganze Schönheit des ehemaligen Fischerdörfchens zu erfassen, setzt du dich am besten mit einer Kugel Eis auf die Stufen der im 13. Jahrhundert erbauten Kirche Santa Maria Assunta und lässt die umliegende Natur und Architektur auf dich wirken.

© 3DVisu | Unsplash

11
Wandere den „Weg der Götter“ und genieße die Aussicht

Die vielleicht schönste Aussicht entlang der Amalfiküste hast du auf dem “Weg der Götter“ von Praiano nach Positano. Auf knapp zehn Kilometern wanderst du die Hänge der italienischen Steilküste entlang und wirst mit traumhaften Aussichten auf die gesamte Halbinsel belohnt. Nach Praiano gelangst du in circa 25 Minuten mit dem Bus von Amalfi aus. Anschließend wanderst du in circa fünf bis sechs Stunden vorbei am Kloster Demenico, durch die kleine Ortschaft Nocelle bis nach Positano. Dabei solltest du ausreichend Wasser dabei haben und gutes Schuhwerk tragen, denn die Wanderung beinhaltet viele Stufen und unbefestigte Wege. Falls dir die gesamte Wanderung zu lang ist, kannst du auch an der Bushaltestelle Via Arienzo kurz vor Positano aussteigen und nur bis nach Nocelle laufen, dafür brauchst du ungefähr eine Stunde. Anschließend kannst du einen Bus zurück nach Positano nehmen. 

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11 Tipps für Chianti
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