Bulgarien – Die 11 besten Tipps für einen Roadtrip durch Osteuropa

Bulgarien – die meisten kennen das Land für den Goldstrand am Schwarzen Meer, ein beliebtes Sommerurlaubsziel für Osteuropäer. Dabei hat Bulgarien viel mehr zu bieten als eine von Hotelburgen gepflasterte und seelenlose Küste. Bulgarien ist Heimat vieler wunderschöner Landstriche, abgefahrener Denkmäler, imposanter Burgen und einer langen Historie. Schon bei einem verlängerten Wochenende in Sofia kann man mit ein paar Ausflügen viel sehen, wer die Hidden Treasures sehen will, sollte sich aber ein Auto schnappen und das Land auf einem Roadtrip erkunden. Wir haben die 11 besten Bulgarien-Tipps für euren nächsten Urlaub.

BULGARIEN: GUT ZU WISSEN

DIE BESTEN BULGARIEN TIPPS

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© Pixabay Die Festung von Belogradtschik entdecken

Kletterer kennen die Kleinstadt Belogradtschik, die im Nordwesten Bulgariens liegt und landschaftlich an die Sächsische Schweiz erinnert. Doch abgesehen von dieser Gruppe ist der Ort noch recht unbekannt, völlig zu unrecht. Schließlich findet sich hier eine Festung, dessen Ursprünge auf das 1. Jahrhundert und die Zeit der Römer zurückzuführen sind. Die heute erhaltene Anlage wurde vom türksichen Sultan Abdülmecit I. um 1850 errichtet und ist ziemlich monumental.

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© Charlott Tornow Aufstieg zum Busludscha-Denkmal

Das Busludscha-Denkmal ist das wohl bizarrste Überbleibsel des Kommunismus in Europa und ein Must-See auf jeder Bulgarien-Reise. Anlässlich der 1300-Jahr-Feier Bulgariens wurde es im Sommer 1981 auf dem Schipka-Pass errichtet. 90 Jahre zuvor hatte sich hier die Bulgarische Sozialdemokratische Arbeiterpartei gegründet, aus der die Kommunistische Partei Bulgariens hervorging. Bereits Anfang der 90er Jahre war der ehemalige Parteisitz verlassen, seitdem rottet das Ufo-ähnliche Gebäude vor sich hin. Noch heute pilgern Anhänger hierhin, auch wenn die Anfahrt über die Straße, die vom Schipkadenkmal aus hier hin führt, euphemistisch als abenteuerlich bezeichnet werden kann.

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© Pixabay Die Alexander-Newski-Kathedrale und weitere orthodoxe Kirchen entdecken

Ein Stadtplan ist gar nicht nötig: Egal wo ihr in Sofia seid, überall begegnen euch alte, prunkvolle und opulent gestaltete Kirchen und Kathedralen. Auf eurer Sightseeing-Liste sollte mindestens eine davon stehen, in den meisten Fällen ist es die imposante Alexander-Newski-Kathedrale. Doch auch andere orthodoxe Kirchen sind einen Besuch wert. Zudem findet ihr rund um die Markthalle eine gut erhaltene sephardische Synagoge sowie vis-à-vis eine der wenigen osteuropäischen Moscheen, die leider nur von außen betrachtet werden kann.

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© ryantula | Unsplash Die schöne Stadt Veliko Tarnovo erkunden

Neben Sofia ist Veliko Tarnovo die schönste Stadt in Bulgarien, kein Wunder, war die Stadt im Norden Bulgariens nach der Befreiung von der Osmanischen Herrschaft im Jahr 1878 die vorübergehende Hauptstadt des Landes. Besonders schön ist die Altstadt im Norden (auch Varusha North genannt) mit ihren zahlreichen Kirchen, Museen, Galerien, Handwerks- und Souvenirläden. Das bedeutendste Denkmal ist übrigens die mittelalterliche, sehr sehenswerte Burg Tsarevets, die von drei Seiten durch den Fluss Yantra umgeben ist und zu der man über eine Brücke geplant und für deren Erkundung man ein paar Stunden einplanen sollte.

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© Pixabay Zum Rila-Kloster fahren und in den Bergen wandern

Südlich von Sofia liegt im gleichnamigen Gebirge das Rila-Kloster, das bereits im 10. Jahrhundert gegründet wurde und heute das bedeutendste und größte Kloster Bulgariens darstellt. Die Anlage ist wirklich imposant: Allein die Fresken, die die Umgänge der im Inneren der Klosteranlage gelegenen Kirche Sweta Bogorodiza umgeben, faszinieren aufgrund ihrer Farbenfreude und filigranen Machart. Auch wenn ihr nicht auf Kirchen steht, solltet ihr euch eine Fahrt in das Gebirge nicht entgehen lassen, dass ein Naturparadies auch und gerade für Wanderer ist.

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© Dannyel Spasov | Unsplash Von der Brücke der Festung Ovech den Ausblick genießen

Wer in der Nähe von Provadia ist, sollte einen Abstecher zur Festung Ovech machen. Die Festung hatte ihre Hochzeit zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert, als sie das militärische, religiöse, ökonomischen und administrative Zentrum der Region war. Heute kann man die Überreste der Festung besichtigen, besonders schön ist aber die Aussicht auf die umgebende Landschaft. Zur Festung gelangt ihr über Stufen, die direkt in den Fels geschlagen wurden, und eine 150 Meter lange Holzbrücke. An die Festung schließt sich das Tabiite-Plateau an.

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© Wikimedia Commons Durch die Altstadt von Nessebar flanieren

Wer seinen Sommerurlaub an der Goldküste vom Bulgarien am Schwarzen Meer verbringt, kommt um einen Ausflug in das Örtchen Nessebar nicht herum. Besonders bekannt ist die Altstadt, die durch eine Landzunge mit dem Festland verbunden ist und wie ein kleines Freilichtmuseum anmutet. Die gesamte Stadt mit ihren zahlreichen Kirchen, den Festungsmauern und der Profanbauten gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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© Baby Dimitrov | Wikipedia CC-BY SA 2.0 Die Ruhe im Botanischen Garten von Balchik genießen

Einer der idyllischsten Orte in Bulgarien (und heute Kulturdenkmal) ist der Botanische Garten mit dem angrenzenden Palast in Balchik. Die rumänische Königin Marie von Edinburgh ließ hier an der Schwarzmeerküste zwischen 1924 und 1937 ein Sommerschloss mit Park errichten. Während man durch den Park läuft, fühlt man sich ein bisschen wie in Griechenland oder Italien, was kein Wunder ist, denn die italienischen Architekten Amerigo und Augustino wurden mit dem Bau der Sommerresidenz betraut, während der Schlosspark dem Palast von Knossos nachempfunden ist. Übrigens wird das Herz der Königin noch heute in der Kapelle aufbewahrt.

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© Charlott Tornow In der Magura Höhle auf den Spuren der Bronzezeit

Wer keine Angst vor einem Abstieg in rund 2500 Meter Tiefe hat, der sollte sich unbedingt die Magura Höhle, in der Nähe der Belogradtschik Festung, anschauen. Magura ist eine der größten natürlichen Höhlen des Landes und besteht aus einem System von zusammenhängenden Hallen, die schonmal 20 Meter hoch und 200 Meter lang sein können. Schon zur Bronzezeit, also 3000 bis 1200 Jahre vor Christus, lebten hier Menschen, was man noch heute an den Malereien sieht, die zum Teil besichtigt werden können. Bei dem rund einstündigen Rundgang stoßt ihr außerdem auf zahlreiche Tropfsteinformationen, unter anderem den größte Stalagmiten Bulgariens. Auch wenn es draußen warm ist, solltet ihr euch eine dicke Jacke und festes Schuhwerk mitnehmen, es ist rutschig und kalt.

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© bulgariatravel.org Den riesigen Devetashka Cave erkunden

Wer keine Angst vor Fledermäusen hat, der sollte sich den imposanten Devetashka Cave anschauen. Bereits vor 70.000 Jahren sollen hier Menschen gelebt haben, heute ist der Cave Heimat von 30.000 Fledermäusen. Die schieren Ausmaße der Höhle werden einem erst bewusst, wenn man den 30 Meter breiten und hohen Eingang passiert hat. Je tiefer man in die Höhle gelangt, desto imposanter wird sie. In der Decke befinden sich sieben Löcher, die die Haupthalle illuminieren. An manchen Stellen ist die Höhle bis zu 100 Meter hoch.

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© Mark Basarab | Unsplash Besuch des Tanzbärenparks Belitsa

Tanzbärenpark, das klingt erstmal lustig und knuffig. Aber die Geschichte hinter dem Park ist es ganz und gar nicht. Die 28 Bären, die hier in freier Wildnis leben, stammen aus Bulgarien, Serbien und Albanien, sie lagen früher in Ketten, wurden gequält und mussten zum Vergnügen von Menschen tanzen – ein gängiges Spektakel, das vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert in ganz Europa Praxis war. Im Tanzbärenpark, gegründet im Jahr 2000 vom deutschen Tierschutzverein Vier Pfoten und der französischen Brigitte Bardot Foundation, können die Bären nun ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben – ganz ohne Nasenring und Ketten.

Titelfoto: © ryantula | Unsplash

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