Grand Tour of Switzerland – 11 Tipps für den epischen Schweiz-Roadtrip
Es gibt Straßen, die dir einfach die Sprache verschlagen. Kurve um Kurve wirst du stiller und schaust mit offenem Mund auf die Landschaft, die sich vor dir auftut. Solche Straßen sind wir auf der Grand Tour of Switzerland gefahren – und davon mehr, als wir zählen konnten. Die legendäre Route, die Mutter aller Schweiz-Roadtrips, feierte 2025 ihr 100-jähriges Jubiläum. Für uns der perfekte Anlass, sie selbst zu erleben.
Neben unzähligen Haarnadelkurven, atemberaubenden Pässen und spektakulären Aussichten haben wir dabei noch etwas anderes entdeckt: Reisen durch die Schweiz muss nicht unbezahlbar sein. Entlang der Strecke gibt es eine tolle Auswahl an Campingplätzen, mit denen du die spannendsten Ecken des Landes entdecken kannst, ohne dein Budget zu sprengen. Wir waren mit einem Camper von Europcar unterwegs, den du in der nähe des Züricher Flughafens mieten und von dort direkt starten kannst – die Tour funktioniert aber genauso gut mit dem eigenen Auto und einem Zelt im Gepäck.
Alle Infos zu Grand Tour of Switzerland
Unsere Highlights auf der Grand Tour of Switzerland
1 Starte die Reise in Davos und wandere am Rinerhorn
Um deine Reise ganz entspannt zu starten, empfehlen wir Davos als ersten Übernachtungsstopp. Nur zwei Stunden Fahrt von Zürich entfernt kannst du dein Auto auf dem idyllischen Campingplatz RinerLodge abstellen und von hier deine Erkundungen starten. Der Platz liegt direkt an der Talstation der Rinerhornbahn – die Bergstation ist Ausgangspunkt für viele schöne Wanderungen. Wir haben uns für die fünf Kilometer lange Strecke ins Walserdörfchen Monstein entschieden. Unterwegs kannst du die Ruhe der Bergwelt und die besondere Pflanzenwelt genießen, während du entspannt leicht bergab an plätschernden Bächen entlang gehst. Von Monstein bringt dich ein Bus zurück zur RinerLodge oder direkt weiter nach Davos, wo dich abends eine große Auswahl an Restaurants erwartet.
2 Besuche Guarda und mache einen Boxenstopp in St. Moritz
Bevor du von Davos ins wunderschöne Unterengadin fährst, wartet mit dem Flüelapass einer der eindrucksvollsten Pässe der ganzen Tour. Die Straße schlängelt sich bis auf 2.383 Meter, der Blick über den Schottensee wirkt schier surreal. Unbedingt anhalten solltest du am Fotospot mit Blick ins Grialetsch-Tal. Hinter dem Pass reihen sich die Engadiner Dörfer Susch, Lavin, Guarda und Ardez aneinander – such dir eines aus für einen Spaziergang durch die historische Gassen mit ihren kunstvoll verzierten Häusern. Mehr zum Unterengadin erfährst du in unserem Artikel zur Via Engiadina. Zurück auf der Route bietet sich ein mondäner Mittagsstopp in St. Moritz an: Mache einen Schaufensterbummel durch die schicken Boutiquen oder flaniere an der berühmten Seepromenade entlang – unsere Budget-Tipps für den Ort findest du hier.
3 Staune über die einzigartige, wilde Viamala-Schlucht
Schon der Abstieg ist ein Abenteuer: Über steile Treppen und einen in den Fels gehauenen Tunnel steigst du hinab in die Schlucht, bis sich der Blick auf das tosende Wasser zwischen bis zu 300 Meter hohen Felswänden öffnet. Via Mala bedeutet auf Rätoromanisch „schlechter Weg“ – einst war die Schlucht eine wichtige Verbindung zu Splügen- und San-Bernardino-Pass. Heute ist sie gut erschlossen, mit Besucherzentrum, Café und einer Schatzkarte für Kinder. Ganz in der Nähe liegt der Campingplatz Thusis Viamala. Wanderfans können die Schlucht über eine schöne Tour in rund zwei Stunden vom Campingplatz aus erreichen – zurück geht’s entspannt mit dem Bus.
4 Fahrt über den Furkapass und besucht den Rhonegletscher
Wenn du vom Grand Tour Fotospot Furka ins Tal blickst, haben sich die unzähligen Kehren hinauf zum Furkapass definitiv gelohnt. Mit dem Hotel Belvédère wartet hier ein ikonischer Insta-Fotospot – das einsam an der Passstraße gelegene Haus wirkt wie ein Set für einen Wes-Anderson-Film. Direkt daneben liegt der Eingang zur Eisgrotte des Rhonegletschers. Über den Gletscherlehrpfad wanderst du zur Quelle der Rhone mit ihrem Gletschersee und erfährst unterwegs mehr über Gletscher und ihren dramatischen Rückgang.
5 Fahre nach Leukerbad und nimm die Gondel zum Gemmipass
In Leukerbad dreht sich alles ums Wasser – schließlich ist es der größte Thermalbad-Ort der Alpen. Auf dem Thermalquellen-Steg erkundest du die Dalaschlucht, wo Hängebrücken und Freitreppen über dem Wasserfall für ordentlich Nervenkitzel sorgen. Entspannter geht es in der Leukerbad Therme zu, wo du den aktiven Tag in den Bergen erholsam ausklingen lassen kannst. Leukerbad selbst ist ein entzückender Ort mit vielen Cafés und Einkehrmöglichkeiten. Für einen Aperitif empfehlen wir die kleine, feine Al Vino Weinbar. Ein Besuch wäre aber nicht komplett ohne eine Gondelfahrt auf den 2.346 Meter hohen Gemmipass: Die Aussicht ist spektakulär. Von dort führt eine einfache Wanderung zum Daubensee durch eine karge Gletscherlandschaft. Praktisch gelegen an der Talstation ist Camping Sportarena.
6 Teste deine Nerven auf den vier Hängebrücken der Suone Torrent-Neuf
Du denkst, du seist schwindelfrei? Diese Route ist der ultimative Test! Die 8,4 Kilometer lange Wanderung (Hin- und Rückweg) folgt der Suone von Torrent-Neuf, einem Bewässerungskanal aus dem Jahr 1430. Zunächst geht es entspannt durch schattigen Wald, begleitet vom leisen Plätschern des Wassers. Doch schnell wird die Strecke aufregender: Hängebrücken – die längste 90 Meter – Tunnel und in den Fels geschlagene Bretterwege fordern deine Nerven heraus. Entlang der Route geben Stationen spannende Einblicke in die aufwendige Baugeschichte dieses außergewöhnlichen Kulturdenkmals. Am Startpunkt der Wanderung befindet sich die charmante kleine Buvette Les Vouasseurs in der du dich mit einer deftigen brotzeit für dein Abenteuer stärken kannst.
7 Genieße die Fahrt entlang des Genfersees und durch die Weinberge von Lavaux
Der Genfersee liegt zwar nicht direkt auf der Grand Tour of Switzerland – aber wenn sich je ein Umweg gelohnt hat, dann dieser! Bei Villeneuve solltest du unbedingt das Château de Chillon besuchen – fotogener kann eine Wasserburg kaum sein. Die Straße am Seeufer führt weiter ins lebendige Vevey, wo täglich (außer sonntags) ein großer Markt mit regionalen Produkten stattfindet – definitiv einen Stopp wert, sofern du einen Parkplatz ergatterst. Besonders entzückend ist der Weinbauort Saint-Saphorin, von dem aus auch mehrere schöne Touren in die umliegenden Berge starten.
8 Shoppe regionale Spezialitäten in Gruyères
Gruyères ist ein Dorf wie aus einem Schweizer Märchen. Hoch oben auf einem Hügel thront es, bewacht von einer dicken Stadtmauer und einem imposanten Schloss. Wenn du die steilen Stufen zum Stadttor hinaufgekraxelt bist, kannst du dir leicht vorstellen, wie einst Ritter auf ihren Pferden ein- und ausgeritten sind. Vor dieser mittelalterlichen Kulisse überraschen Gruyères’ Museen: Hier findest du sowohl das Tibet-Museum als auch das Musée H.R. Giger,, in dem das Werk des Schweizer Künstlers geehrtwird, der das berühmte Alien erschaffen hat und in Gruyères beerdigt ist. Die vielen kleinen Shops und Boutiquen solltest du unbedingt nutzen, um dich mit regionalen Spezialitäten einzudecken. Mit Safranbrot, Bénichon-Senf, Meringues, Wildschweinsalami und natürlich dem berühmten Käse im Gepäck lässt sich ein tolles Picknick veranstalten – zum Beispiel am Ufer des Lessoc-Sees.
9 Verbringe einen entspannten Vormittag in Fribourg
Wenn du von Gruyères schon beeindruckt warst, dann warte ab, bis du durch die Straßen von Fribourg flanierst! Die Hauptstadt der Region gilt zu Recht als eine der schönsten mittelalterlichen Städte Europas. Starte den Tag am besten mit einem ausgiebigen Frühstück im Café des Arcades – neben der hervorragenden Küche besticht das 140 Jahre alte Café durch seine besondere Atmosphäre und ist auch bei Einheimischen ein Favorit. Von hier aus kannst du die Altstadt erkunden: Spaziere von der St. Nikolaus in der Oberstadt bis zur historischen Bernbrücke und genieße den Blick auf die Saane. Weiter geht es über die Mittlere Brücke durch die Unterstadt bis zur unteren Station der Standseilbahn – ein echtes Unikat, das dank Wasserballastsystem ganz ohne Motor auskommt!
10 Radle entlang der drei Seen bis ins mittelalterliche Murten
Um das Drei-Seen-Gebiet in Fribourg zu erkunden, kannst du im Camping Les 3 Lacs übernachten. Der große Platz bietet tolle Infrastruktur – inklusive Bouleplätzen, – und vermietet auch Fahrräder – so entdeckst du die Landschaft flexibel mit Fahrtwind im Gesicht. Eine schöne Tour führt vom Campingplatz am Ufer des Murtensees bis nach Murten, eine zauberhafte Stadt mit gut erhaltenem mittelalterlichem Kern. Steige unbedingt auf die alte Stadtmauer und genieße den Blick über die Schindeldächer bis zum See, bevor du in eines der vielen Restaurants an der Hauptgasse einkehrst. Besonders empfehlenswert ist das Restaurants Eintracht mit regionaler, saisonaler Karte und toller Weinauswahl, in dem auch Vegetarier*innen glücklich werden.
11 Nimm dir eine Auszeit am Thunersee
Eine richtige Auszeit nach den vielen Tagen on the road kannst du dir auf dem Camping Stuhlegg nehmen. Der Platz besticht nicht nur durch den herrlichen Blick auf den Thunersee, sondern vor allem durch die super netten Betreiber*innen. Direkt am Campingplatz startet ein schöner Panorama-Spazierweg. Am Thunersee lohnt sich ein Ausflug nach Spiez: Besuche das idyllisch gelegene Schloss, genieße den Blick auf den tiefblauen See und wandere auf dem Rebbergweg durch die Weinreben. Alternativ kannst du mit einem historischen Dampfschiff von Spiez nach Thun fahren. Bei Regen empfiehlt sich ein Ausflug in die beeindruckenden St. Beatus-Höhlen: Einen Kilometer tief kannst du auf eigene Faust durch das Tropfsteinhöhlensystem wandern. Anschließend lohnt sich ein Besuch im Restaurant Stein & Sein..
Anthea Schaap