Helgoland – 11 Tipps für die deutsche Hochseeinsel
Wenn du fernab von allem Trubel Urlaub machen möchtest, dann fahr nach Helgoland, denn es gibt in Deutschland keinen isolierteren Ort. Die nächste Festlandküste bei Sankt Peter-Ording ist 48,5 Kilometer entfernt, rund um Helgoland siehst du nur offene See. Da die Insel vom Golfstrom beeinflusst wird, herrscht hier das ganze Jahr über ein gemäßigtes Klima: Im Sommer wird es selten wärmer als 25 Grad und im Winter bleibt Helgoland meistens von eisigen Temperaturen verschont, Schnee ist eine Seltenheit. Und es gibt zu jeder Jahreszeit Highlights, für die sich die weite Fahrt aufs Meer lohnt. Im Sommer kannst du auf dem Campingplatz der Düne die Ruhe und Abgeschiedenheit genießen und im Winter das einmalige Spektakel der Kegelrobben-Geburten beobachten. Was es sonst noch auf der kleinen Insel zu erleben gibt, erfährst du hier.
Helgoland – gut zu wissen
11 Tipps für Helgoland
1 Beobachte Kegelrobben und Seehunde an den Stränden
Die tierischen Stars Helgolands sind die Kegelrobben und die Seehunde, die es sich an den Stränden der Düne gemütlich machen. Die Tiere sind ganzjährig auf Helgoland zu finden, wobei du im Sommer vor allem am Südstrand die etwas kleineren Seehunde antriffst. Im Winter gibt es ein ganz besonderes Spektakel zu bestaunen, denn zwischen November und Januar bekommen die Kegelrobben, Deutschlands größte Raubtiere, auf Helgoland ihre Jungen. Mittlerweile sind es über tausend Tiere, die sich dann auf der Düne tummeln. Die Rufe der Babyrobben sind weit zu hören und die Kleinen und ihre Mütter sind wahnsinnig niedlich. Wenn du die Tiere beobachten möchtest, halte bitte Abstand und behandle sie mit Respekt.
2 Übernachte in den Wikkelhouses aus Pappe direkt am Meer
Die wohl nachhaltigsten und naturnahsten Häuser Helgolands sind die Wikkelhouses auf der Düne. Die Tiny-Houses bestehen aus mit Holz verkleideter Wellpappe, es wurden nur recyclebare Materialien verwendet, vom Klebstoff bis zu den Bodenbrettern. Die Häuser kommen in zwei Größen: “Family” für bis zu vier, “Tiny” für bis zu zwei Personen. In beiden Varianten findest du eine voll ausgestattete Küche sowie einen Wohn- und Chillbereich. Da die Düne ein Naturschutzgebiet ist, dürfen keine Wasserleitungen verlegt werden, aber die Wikkelhouses sind an den Campingplatz und dessen Wasserversorgung angebunden. Die Lage in den Dünen, keine fünf Minuten vom Strand entfernt, ist sagenhaft. Momentan gibt es nur zwei der kleinen Häuschen, die daher weit im Voraus ausgebucht sind, aber 20 weitere wurden bereits bestellt.
3 Wandere einmal rund um Helgoland auf dem Klippenrandweg
Die Wanderung auf dem Klippenrandweg ist ein Muss, wenn du den weiten Weg zur Hochseeinsel auf dich genommen hast. Der Weg ist hervorragend ausgeschildert und komplett gepflastert, so dass die Strecke einem längeren Spaziergang gleicht – in etwas mehr als einer Stunde kannst du das Oberland umrunden. Die Aussichten dabei sind spektakulär: Du kommst am Lummenfelsen und der Langen Anna vorbei, hast einen tollen Blick auf das Nord-Ost-Land und die Düne. Ein 2,8 Kilometer langer Teil ist explizit barrierearm. Entlang der ganzen Route stehen spannende Informationstafeln, die Teil des Kultur- und Naturpfads sind, anhand derer du viel über die Natur und Geschichte Helgolands erfahren kannst.
4 Iss frischen Fisch im Aquarium
Wenn du dich tagsüber an der frischen Luft der Insel verausgabt hast, dann kehre doch zum Abendessen ins Restaurant Aquarium ein. Das Restaurant wurde nach dem benachbarten, ehemaligen Aquarium des Alfred-Wegener-Instituts benannt und ist eine top Adresse für gute, klassische Nordseeküche mit Blick aufs Meer. Natürlich stehen Nordseekrabben auf der Karte und auf Vorbestellung gibt es frische Nordssezunge oder Steilbutt. Auch für Vegetarier*innen gibt es kreative Gerichte und der Service ist ausgesprochen schnell und freundlich.
5 Erkunde die unterirdischen Geheimnisse Helgolands in den Bunkern
Fast ganz Helgoland ist unterhöhlt wie ein Schweizer Käse: Beinahe 14 Kilometer Bunkergänge gab es unter der Insel während des Zweiten Weltkrieges. Die Geschichte der Bunker und Helgolands ist eng verflochten, ohne die Anlagen hätten wohl kaum so viele Helgoländer das Bombardement der Briten während des Zweiten Weltkriegs überlebt – allerdings wäre die Insel ohne die militärische Infrastruktur auch nicht so stark angegriffen worden. Eine Führung durch den Zivilschutzbunker ist die einzige Möglichkeit, das unterirdische Helgoland zu entdecken und gibt dir eine Übersicht über die Geschehnisse während des Zweiten Weltkriegs. Anfang 2023 soll zusätzlich ein 250 Meter langer Bunkerstollen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, der auch ohne Führung besucht werden darf.
6 Trinke Kaffee in der Kaffeerösterei Helgoland
Seit Mai 2019 hat Helgoland eine eigene Kaffeerösterei. Patrick Gary Carl Musche und sein Team rösten in der frischen Meeresluft Bohnen aus aller Welt und verkaufen in ihrem kleinen Café sowohl Espresso- und Filterkaffebohnen zum Mitnehmen als auch Kaffee und Kuchen für den Verzehr vor Ort. Die Rösterei befindet sich im Hafen, direkt am Anleger der Fähre aus Cuxhafen, sodass du hier deinen ersten oder letzten Kaffee auf der roten Insel genießen kannst.
7 Lerne mehr über die einmalige Natur der Düne bei einer Führung
Wie die Hauptinsel hat auch die Helgoländer Düne eine bewegte Geschichte. Während des Krieges war die Insel eine einzige militärische Landebahn, mittlerweile ist sie ein Naturschutzgebiet. Da sie nie überflutet wird, ist die Düne das perfekte Anlaufgebiet für Meeressäuger und auch unzählige Vögel legen hier einen Stop auf ihrem Flug über die Nordsee ein, um sich mit Sanddorn und Hagebutten zu stärken. Der Verein Jordsand e.V. bietet tolle Führungen an, bei denen du mehr über die Düne, ihre Vergangenheit und ihre Tiere lernen kannst. Die Führer*innen leiten die Touren ehrenamtlich und es ist eine tolle Gelegenheit die Perspektive echter Helgoländer auf ihre Inseln zu erfahren.
8 Fahre mit dem Börteboot rund um Helgoland
Der beste Weg, um die eindrucksvolle Steilküste Helgolands zu bewundern, ist eine Rundfahrt um die Insel in einem traditionellen Börteboot. Börteboote werden verwendet, um Passagiere von den Ausflugsschiffen zur Insel zu befördern, da sie im Sommer nicht im Hafen anlegen dürfen. Sie sind aus massivem Eichenholz gefertigtz und gut zehn Meter lang. Dank des niedrigen Tiefgangs der Boote und den erfahrenen Kapitän*innen kommst du bei den Fahrten einmalig nah an die berühmten Felsen ran und genießt eine wunderschöne Perspektive auf die Insel.
9 Kehre bei lung wai für thailändische Küche ein
Wenn du genug von Krabben und Fisch mit Salzkartoffeln hast, dann kehr bei lung wai im Unterland ein. Das einzige asiatische Restaurant Helgolands liegt gleich neben der Haupteinkaufsstraße Lung Wai. Es wird eine große Auswahl an authentischen thailändischen Gerichten angeboten, die meisten Speisen gibt es sowohl mit Tofu als auch mit Fleisch oder Fisch. Die Vorspeisenplatte für Zwei ist toll, ebenso das vegetarische Curry, das in hübschen, kleinen Metallschalen serviert wird. Da das Restaurant in der Saison bereits um 13 Uhr öffnet, kannst du hier auch gut zu Mittag essen.
10 Schlendere an den Hummerbuden vorbei
Ein Wahrzeichen Helgolands sind die bunten Hummerbuden am Binnenhafen. Die skandinavisch anmutenden Hütten, in denen früher Werkstätten der Fischer*innen untergebracht waren, sind nicht nur hübsch, sie haben im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Funktion: Sie fungieren als Stützmauer fürs Mittelland. Heute findest du in den Häuschen Souvenirgeschäfte, Galerien, Kunsthandwerk und Imbissbuden.
11 Genieße die gute Meeresluft an den Helgoländer Stränden
Es wäre kein Inselurlaub, wenn du nicht zumindest einen Nachmittag am Strand verbringen würdest. Ob du die Nord- oder Südstrände der Hauptinsel oder der Düne besuchst, überall hast du einen grenzenlosen Blick auf die Nordsee. Helgoland ist berühmt für seine gesunde Meeresluft und hat eine lange Geschichte als Kurort. Wenn du es in den Sommermonaten wagst, in die Nordsee zu springen, die hier nie wärmer als 18 Grad wird, kannst du dich auf der Düne danach in Strandsaunas wieder aufwärmen. In den kälteren Monaten bietet sich ein Strandspaziergang an, um die roten Feuersteine zu sammeln, die nur hier vorkommen.