Hohe Tatra – 11 Tipps für die slowakische Seite des Hochgebirges

Ich liebe die Berge und ich liebe die Alpen. Als Kind dachte ich für eine lange Zeit, die beiden Worte seien Synonyme. Denn obwohl mich nichts glücklicher macht, als Zeit in den Bergen zu verbringen, habe ich beim Stichwort „Wandern“ oft nur an die Alpen gedacht. Doch es gibt in Europa noch so viele andere imposante Gebirgsketten, in denen du ganz nebenbei auch noch neue Kulturen kennenlernen kannst. Zum Beispiel die Hohe Tatra an der Grenze zu Polen und der Slowakei, wo du im Winter nicht nur Skifahren, sondern im Sommer und Herbst auch wunderbar wandern, mit dem Rad fahren und sogar Bären beobachten kannst. Ich habe dem kleinsten Hochgebirge Europas im Herbst einen Besuch abgestattet und war begeistert von der Farbexplosion der bunten Blätter, die mich hier erwartet hat. Diese 11 Orte haben mir dabei am besten gefallen:

Hohe Tatra – Gut zu wissen

11 gute Tipps für Urlaub in der Hohen Tatra

Hohe Tatra, Slowakei, Sonja Koller, Strbske Pleso
© Sonja Koller

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Spaziere um den Štrbské Pleso

Der Štrbské Pleso, auf deutsch Tschirmer See, ist einer der schönsten Orte der Hohen Tatra. Hinter ihm türmen sich hohe Gipfel auf, rundherum stehen unzählige Bäume. Der See befindet sich im gleichnamigen Ort ganz im Westen der Hohen Tatra und kann in einer dreiviertel Stunde auf einem Spazierweg ohne nennenswerte Steigung umrundet werden.

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Mach eine Wasserfall-Wanderung

Eine lohnenswerte Wanderung in der Hohen Tatra führt dich vom Ort Starý Smokovec für etwa eine Stunde bergauf nach Hrebienok, einem großen Besucher*innenzentrum, wo du dich stärken, eine Ausstellung und Aussichtspunkte besuchen kannst. Es empfiehlt sich aber, direkt weiterzuwandern und in den Wald des Veľká Studená-Tals einzutauchen. Du musst gar nicht lange gehen, bis du den ersten Wasserfall erreichst: den Dlhý vodopád, dem du auf einer Brücke ganz nahe kommen kannst. Nach einer Dreiviertelstunde kommst du zum reißenden Wasserfall Obrovský vodapad. Von dort kannst du entweder für eine weitere Dreiviertelstunde zum Skalnaté Pleso, einem Bergsee, wandern und mit der Gondel hinunter nach Tatranská Lomnica fahren, oder eine zweistündige Wanderung zur Téryhütte machen und dort übernachten.

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Fahre mit der Seilbahn zum Skalnaté pleso und genieße den Ausblick

Aus dem Örtchen Tatranská Lomnica bringt dich eine Seilbahn auf direktem Weg auf 1173 Meter und zum Bergsee Skalnaté pleso. Oben kannst du eine atemberaubende Aussicht genießen und danach im Sommer oder Herbst das Tal Veľka Studená dolina erwandern oder dich im Winter von hier aus auf die Pisten stürzen. Eine warme Mahlzeit bekommst du in der Berghütte Skalnatá chata, die ein paar Meter unter der Bergstation liegt.

Monte Mory Café, Hohe Tatra, Slowakei
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Genieße den Ausblick vom Monte Mory Café

Das Monte Mory Café in Štrbské Pleso ist noch ein absoluter Geheimtipp. Es liegt etwas abseits vom Zentrum und wer nicht nach dem Café sucht, wird hier kaum zufällig vorbeikommen. Es befindet sich in einem kleinen Türmchen mit überdimensionierter Aussichtsterrasse, von der du einen 360-Grad-Blick auf die Hohe Tatra und die Felder davor bekommst. Drinnen gibt es Kaffee und Kuchen und im oberen Stockwerk des Türmchens sogar ein stilvoll eingerichtetes Apartment mit Sauna – Ausblick natürlich inklusive.

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Besteige den Kriváň, den Nationalberg der Slowakei

Der Kriváň ist nicht nur der unbestrittene König der Hohen Tatra, sondern auch ein nationales Symbol der Slowakei und prägt sogar die slowakischen Euro-Münzen. Er ist zwar nicht der höchste Berg der Hohen Tatra – das ist der Gerlachovský štít, etwa in der Mitte des Gebirges – aber definitiv der ikonische. Es gibt mehrere Wege, die dich hinauf führen, die schönsten Aussichten und wenigsten Mitwander*innen hast du auf der Route ab Tri Studničky. Die Strecke zum Gipfel dauert zwar nur viereinhalb Stunden, dafür geht es steil bergauf und du legst 1400 Höhenmeter zurück. Am Weg gibt es keine Hütten, denk also daran, genug Proviant und Zeit für den Rückweg mitzunehmen.

Hotel Lomnica, Hohe Tatra, Slowakei
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Fühle dich wie ein Habsburger und besuche die Galerie im Hotel Lomnica

Eigentlich ist das Hotel Lomnica nicht nach dem Ort benannt, sondern der Ort nach dem Hotel. Denn es wurde hier 1894 während der Habsburger-Monarchie ins absolute Nichts gebaut, um Luftkuren anzubieten. Über die Jahre hatte es viele Gesichter, wurde als Lazarett und schließlich jahrzehntelang gar nicht mehr genutzt. Erst kürzlich wurde es nach aufwändigen Renovierungsarbeiten wiedereröffnet. Ganz besonders ist neben dem Habsburger-Flair der Kunst-Fokus des Hotels, das eigentlich eine große Galerie ist. Es gibt wechselnde Ausstellungen in zwei öffentlich zugänglichen Räumen, aber das ganze Hotel ist mit Kunstwerken bestückt – selbst die Zimmer schmücken wunderschöne Werke. Nicht verpassen darfst du einen Besuch des Sissi Restaurants oder du probierst am Wochenende das Fine-Dining-Menü im kleinen Franz-Josef-Restaurant im Keller des Hotels. Entspannen kannst du im Spa-Bereich, wo auch Massagen angeboten werden.

Hohe Tatra, Mountainbike
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Mache eine Mountainbike-Tour und fahre die Tatranská Polianka Runde

Die Hohe Tatra ist ein tolles Pflaster für Mountainbike-Touren. Vor Ort gibt es unzählige Anbieter*innen, bei denen du Räder günstig ausleihen kannst, sowie eine Vielzahl von Routen. Eine besonders schöne startet am Ort Nová Polianka und führt dich entlang der Tatranská Polianka Runde. Auf der Tour legst du in etwa zweieinhalb Stunden 40 Kilometer und jeweils 610 Höhenmeter hinauf und hinunter zurück. Es ist keine einfache Fahrradtour und du brauchst definitiv gute Kondition, die Wege sind aber überwiegend befestigt und besonderes technisches Können ist auch nicht vonnöten – und du wirst immer wieder mit tollen Ausblicken belohnt.

Hohe Tatra, Slowakei, Sonja Koller, Stary Smokovec, 2
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Schlendere durch Starý Smokovec und fahre mit der Schmalspurbahn

Es sind die Berge der Hohen Tatra, die Besucher*innen anziehen, nicht unbedingt die Städtchen. Historische Altstädte oder traditionelle Häuser sucht man zwischen gesichtslosen Hotels oft vergeblich. Starý Smokovec ist da eine Ausnahme. Das Altstadtzentrum ist zwar auch hier klein, aber du kannst ein paar traditionelle und schön hergerichtete Bauten bewundern. Der Ort ist auch ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen und wer will, kann von hier schnell mit der schönen Schmalspurbahn Hrebienok näher an die Gipfel fahren.

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Stärke dich oder übernachte mitten in den Bergen in der Bilikova Hütte

Die Bilikova Hütte erweckt den Anschein, kilometerweit von der Zivilisation entfernt zu sein – dabei kannst du sie ohne große Anstrengungen erreichen. Die urige Hütte liegt nämlich nur wenige Gehminuten vom Bergbahnhof der Schmalspurbahn in Starý Smokovec entfernt. Egal, ob du die Hütte als entspanntes Ausflugsziel oder als Zwischenstopp bei langen Wanderungen nutzt – hier kannst du es dir gemütlich machen, speisen und in schön eingerichteten Zimmern übernachten.

Hohe Tatra, Slowakei, Sonja Koller, Wandern, Hütte, Rainerova chata
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Trinke einen Glühwein bei Rainerova Chata

Wer die Rainerova Chata inmitten des mystischen Waldes im Tal Veľká Studená erspäht, wird sich fragen, was Fata Morgana wohl auf slowakisch heißt. Denn die kleine Holzhütte steht mitten im Nirgendwo und ist der perfekte Ort, um dich bei Kaffee, Tee oder Glühwein aufzuwärmen. Man sieht es ihr auf die beste Art an, dass sie die älteste Hütte der Hohen Tatra ist und bereits 1863 erbaut wurde. Heute kannst du hier das ganze Jahr über und jeden Tag einkehren und neben Getränken auch kleine Snacks konsumieren.

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Erspähe Bären in freier Wildbahn

In der Hohen Tatra gibt es noch wilde Braunbären, die du auf geführten Wanderungen in freier Wildbahn beobachten kannst. Natürlich mit sicherem Abstand und so, dass sie nicht gestört werden. Die Tour von Adventoura führt dich in die Nähe des Dorfes Podbanské, wo die Wahrscheinlichkeit besonders hoch ist, die Bären zu sehen. In jeder Saison bietet das slowakische Unternehmen 30 Touren an, auf 25 davon werden Bären gesichtet. Los geht es schon frühmorgens mit einer Wanderung zu einem Aussichtspunkt. Dabei versucht der Guide nicht nur Bären zu sichten, sondern erzählt auch einiges über Blumen, Pilze oder Bäume am Wegesrand. Die gesamte Tour dauert etwa sieben Stunden und wird von Juni bis Oktober angeboten.

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