Reisebüro oder Onlineplattform – Wo buchen wir in Zukunft unseren Urlaub?

© Charlotte Noelle | Unsplash

Reisebüros haben ein angestaubtes Image, bedenkt man die vielen Büros, in denen immer noch jemand vor riesigen Katalogwänden sitzt und steif berät. Und selbst die, die Screens in ihren Ladenlokalen haben, sind noch nicht völlig auf die neue Generation Reisender eingestellt. Dennoch, Reisebüros verzeichnen jedes Jahr höhere Umsätze (das Coronajahr natürlich ausgenommen) und das hat Gründe: Das Internet quillt über vor Angeboten – Reizüberflutung deluxe und Überforderung für Viele. Dennoch sind alle die Internetseiten und Buchungsplattformen schnell verfügbar, können einfach genutzt werden. Und Inspiration gibt es einfach an jeder Ecke. Wie also wähle ich das richtige Reiseland, die Art der Unterkunft und des Urlaubs. Buche ich besser online oder im Reisebüro? Wo bin ich gut abgesichert – gerade in diesen Zeiten? Und was sagt eigentlich mein geplagter Geldbeutel dazu?

Was für ein Typ Reisender bin ich und wo will ich hin?

Unser Planet ist nicht nur ganz schön riesig, sondern vor allem extrem vielfältig. Onlinemagazine, Blogs und Instagramkanäle liefern eine unendliche Inspirationsquelle – die es nicht gerade einfacher macht. Das Ganze kann man bequem in der Mittagspause im Homeoffice oder auch nach Feierabend bei einem Glas Wein recherchieren. Um in einem Reisebüro fündig zu werden, hilft es ungemein, wenn man weiß, welche Reise man sich wünscht. Man muss nicht unbedingt den Zielort kennen, aber zumindest, welche Art von Urlaub man anstrebt. Wenn man das weiß oder sogar schon die finale Destination kennt, kann man sich gleich den richtigen Experten suchen und von der langjährigen Erfahrung profitieren. Anstatt die Zeit mit stundenlanger Eigenrecherche zu vergeuden, lässt man sich im Reisebüro oftmals ein Rundum-Sorglos-Paket zusammenstellen. Natürlich helfen die Experten auch Ahnungslosen professionell; dennoch ist die Onlinewelt oder Empfehlungen von Freunden als Inspirationsquelle immer ein guter erster Schritt in Richtung Traumreise.

Welcher Ansatz bietet mir den günstigeren Preis?

Endlich mal eine Frage, die einfacher zu beantworten ist: Keine! Das deutsche Handelsgesetzbuch schreibt in der Reisebranche einheitliche Preise vor – zumindest für identische Leistungen beim selben Veranstalter. Ob ich eine bestimmte Reise auf den Vergleichsportalen im Internet suche oder sie mir im Reisebüro vorschlagen lasse, bei Pauschalreisen gibt es keinen Unterschied: Der Preis muss für dieselben Leistungen derselbe sein. Einen kleinen Vorteil haben Reisebüros, denn durch interne Software, Suchmasken und Erfahrung zu Rabattoptionen kann man das beste Angebot schnell herausfiltern. Online musst du jedes Portal einzeln abfragen, um den besten Preis zu finden. Immer gut zu wissen: Wer sich im Reisebüro beraten lässt, kann sich häufig ein paar Tage und Nächte Bedenkzeit nehmen und sich die gewünschte Reise reservieren lassen – und das, ohne etwas dafür zu zahlen.

Wo gibt es mehr Garantie und Sicherheit? Wer hilft mir bei Problemen?

Die anhaltende Coronakrise hat es gezeigt: Die großen Reiseanbieter, Fluggesellschaften, ja, selbst Bus- und Bahnanbieter haben ihre Kunden oftmals hängen lassen. Nirgends gibt es verlässliche Auskunft, man hängt stundenlang in Telefonhotlines oder schlägt sich mit einem nervigen Chatbot herum. Das Internet ist zwar Inspirationsquelle Nummer eins und ein Dschungel aus verlockend-günstigen, toll klingenden Angeboten – aber eben auch oftmals echte Servicewüste. Nicht jeder Onlineanbieter ist seriös oder verlässlich. Verführerisch niedrige Preise können schnell horrend hoch werden – durch absichtlich versteckte Kosten für Leistungen wie Gepäck, Transfer am Zielort, Sitzplatzvergabe oder andere, (un)nötige Zusatzleistungen. In Zeiten von Corona besonders wichtig: Wer garantiert uns Reisenden Sicherheit bei Stornierungen oder plötzlicher Reisewarnungen? Aus Erfahrung kann ich sagen: Es macht einen meilenweiten Unterschied, einen Ansprechpartner in Persona zu haben, der sich um solche Belange kümmert, anstatt mit dem 20. anonymen Mitarbeiter einer Hotline zu sprechen. Treten nämlich wirklich Probleme auf, gibt es selten eine konkrete Ansprechperson. Das heißt auch: viel Mühe und Ärger. 

Wichtig auch: In Deutschland gibt es das Pauschalreiserecht, dass einen im Falle einer gebuchten Reise gut absichert. Bei Einzelleistungen greift dieses nicht. Im Krisenfall oder dem Ausnahmezustand ist es also ein sehr großer Unterschied, ob man eine herkömmliche Veranstalterreise gebucht hat, oder sich aus unterschiedlichen Einzelkomponenten eine Reise zusammengestellt hat und damit vor Ort zwangsläufig für alles selbst verantwortlich ist.

Das Internet ist zwar Inspirationsquelle Nummer eins und ein Dschungel aus verlockend-günstigen, toll klingenden Angeboten – aber eben auch oftmals echte Servicewüste.

Reisewarnungen, Test- und Quarantänepflichten: Was muss ich in diesen besonderen Zeit beachten?

Gerade in der aktuellen Pandemie ändern sich Bestimmungen fast täglich. Selbst wenn man der Website des Robert-Koch-Instituts aufmerksam folgt, schafft man es kaum, durch das Gewusel an Regeln zu blicken. Auch Airlines haben da so ihre Probleme, wie ich bei meiner letzten Flugreise gemerkt habe. Hier empfiehlt sich klar eine Kombination aus on- und offline. Sich online informieren macht immer Sinn; das RKI und die Einreisebestimmungen im Blick zu haben sowieso. Die Mitarbeiter im Reisebüro tun den ganzen Tag nichts anderes: Sie sind also stetig up-to-date und helfen mit guten Tipps, ohne das etwas vergessen wird.

Was heißt das für uns?

Ihr seid hier auf Reisevergnügen und demnach lieben wir Reisen über alles. Wir schreiben gern für euch Berichte, aber ebenso gern mögen wir es, uns durch die Reiseberichte anderer zu klicken, von deren Erlebnissen zu erfahren, uns inspirieren zu lassen, von fremden Erfahrungen zu profitieren und natürlich Ideen für die nächsten Reisen zu sammeln. Wir sind viel bis immer online und der Meinung, dass das Internet die ideale Spielwiese für Inspiration und Planung ist. Ich (persönlich) finde, spontane Kurz- und Städtetrips sind schnell individuell gebucht und man kann mit ein wenig Erfahrung den Glücksgriff landen.

Begibt man sich auf neues Terrain, lässt sich auf eine neue Art des Reisens ein oder möchte ganz neue Ziele kennenlernen, erspart man sich selbst häufig eine Menge Zeit und Nerven, wenn man auf lokale Reisebüros zurückgreift. In Zeiten wie Corona, in denen wir oftmals das Credo Support your local dealer in den Mittelpunkt stellen, greift noch mal ein ganz anderer Ansatz: Anstatt große Reiseveranstalter zu unterstützen, fördert man den kleinen Handel. Viele Reisebüros arbeiten mittlerweile direkt mit Ferienwohnungsanbietern oder Urlaubsgebieten zusammen, haben sich während der Pandemie von den hiesigen Franchisegebern losgeeist, um für sich zu stehen und nicht abhängig zu sein. Man spricht also nicht nur mit Experten, sondern unterstützt auch noch die Kleinen in ihrem Bestreben, die Reisewelt schön zu machen.

Aus Erfahrung kann ich sagen: Es macht einen meilenweiten Unterschied, einen Ansprechpartner in Persona zu haben, der sich um solche Belange kümmert, anstatt mit dem 20. anonymen Mitarbeiter einer Hotline zu sprechen.
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