Belgrad – 11 leckere Restaurants und Cafés in der serbischen Hauptstadt

Es gibt wirklich viele Cafés, Bars und Restaurants in Belgrad. Und zwar so viele, dass eure Liste unaufhörlich wächst, wenn ihr einmal in Belgrad seid. Die serbische Küche gehört aufgrund der geografischen Lage Serbiens zur Balkanküche. Eben deshalb finden sich auch viele Einflüsse anderer Länderküchen, wie die der österreichischen, mediterranen und vor allem der türkischen (früher osmanischen) in den einzelnen Gerichten wieder. Sei es Börek, Baklava, Palatschinken, Lokum oder Sarma (Kohlrouladen). Das alles sind typische Gerichte in Serbien und uns dennoch so vertraut aus anderen Ländern. Als typisch Serbisch gelten außerdem Ajvar (Paste aus Paprika), Kajmak (Frischkäsespezialität), Rakija (Obstbrand) und Cevapi (gegrillte Fleischröllchen), die wiederum doch auch sehr in der türkischen Kultur bekannt sind.

Mit unseren elf Tipps verrate ich euch, welche Restaurants in Belgrad am besten, traditionellsten und leckersten sind.

DIE BESTEN RESTAURANTS IN BELGRAD

1
ferdinand knedle

© Rebecca Hoffmann Süß sündigen mit jeder Menge Knödel bei Ferdinand Knedle

Naschkatzen aufgepasst. Bei Ferdinand Knedle, benannt nach dem Zar Ferdinand I., werden süße und herzhafte Knödel serviert. Der Teig ist aus Kartoffeln, gefüllt und ummantelt sind die Knödel mit den vielfältigsten Produkten. Klassisch sind Pflaumen (Šljiva). Aber es gibt auch ausgefallenere Sorten wie Rafaelo, Himbeer-Oreo oder dunkle Schokolade mit Kirschen. Die Wahl wird einem wirklich schwer gemacht bei den hausgemachten Knödeln und so drückt man sich die Nase an der Scheibe platt. Von außen sehen die Knödel mit den verheißungsvollem Inhalt nämlich recht unscheinbar aus und lassen nicht vermuten, was die Füllung offenbaren wird. Aber Klassiker wären nicht Klassiker und so macht ihr mit dem Pflaumen-Knödel auf jeden Fall nichts falsch. Die Knedle sind kleine Wunderwerke und wir empfehlen direkt mehrere zu bestellen und zu teilen. Wer Süßem nichts abgewinnen kann, greift auf die herzhafte Variante zurück. Hungrig muss hier nun wirklich keiner gehen.

2
moritz eis

© Rebecca Hoffmann Hausgemachtes Milcheis und Sorbets von Moritz Eis schlecken

Ein Eis geht immer im Sommer. Und wenn es dann auch noch von Moritz Eis ist, lässt man sich das nicht entgehen. Die in Serbien gestartete Kette mit ihrem weißen Interieur gibt es mittlerweile auch in anderen Ländern und der Erfolg ist nachvollziehbar, wenn ihr erst mal da gewesen seid. Das Eis ist hausgemacht und der Besitzer hat sich der Slow-Food-Community verschrieben. Es gibt Milcheis-Sorten wie Dulce de leche, karamellisierte Walnuss mit Anis oder auch Reis mit Zimt. Aber auch Sorbet-Fans und Veganer kommen auf ihre Kosten mit den Sorten Karotte und Zimt, Wassermelone oder Pfirsich. Da das Sorbet – getestet haben wir Karotte mit Zimt – bei Moritz Eis zwar unfassbar gut schmeckt, aber von der Konsistenz sich nicht in Kugelform bringen lässt, kann man dieses nicht in der Waffel serviert bekommen. Und weil man ein Eis besser auch gebührend genießt, gibt es eine kleine Galerie, auf der ihr das Eis schlecken und direkt mit Blick nach unten dem Treiben an der Theke zuschauen könnt. Wer nur einen kurzen Zwischenstopp im Belgrader Flughafen hat, kann dort auch übrigens Moritz' Eis schlemmen.

3
Drama ćevapi

© Rebecca Hoffmann Eine große Portion Ćevapčići bei Drama ćevapi

Das Drama ćevapi liegt im schönen und ruhigen Viertel Dorćol, das zu den ältesten Belgrads zählt und heute viele hippe Bars, Second-Läden und Restaurants beherbergt. Hätten nicht gerade lauter Tische vor dem Eingang gestanden, die alle voll besetzt waren, wäre das Drama wohl nicht weiter aufgefallen. Die Speisekarte ist sehr überschaubar und besteht eigentlich nur aus fünf verschiedenen Gerichten mit dem Fokus auf Ćevapčići, das in Serbien auch Ćevapi genannt wird. Aber das Innehalten war es wert. Denn hier wissen die Besitzer, wie man’s macht. Für umgerechnet gerade mal 2,70 Euro bekommt ihr fünf frisch gegrillte Fleischwürstchen, Krautsalat, jede Menge Zwiebeln und Brot. Im kleinen Kellergeschäft qualmt es daher vom Grill nur so. Pause für die Grillmeister gibt es hier keine, aber glücklicherweise auch keine lange Wartezeit für die Gäste. Das Drama bietet sich perfekt als Stärkung nach der Besichtigung der Festung und für die weitere Erkundung Belgrads an.

4
Valentina i Karanfil

© Rebecca Hoffmann Valentina i Karanfil – das Paradies für alle Schokofans

Sich treiben lassen. Das ist der Weg, wie man beim Reisen die besten Orte entdeckt. Auf der Suche nach einem Plattenladen und Richtung Festung unterwegs werdet ihr auf das Valentina i Karanfil stoßen. Kleine Tische und Stühle auf dem schmalen Bürgersteig davor verhindern quasi ein einfaches Vorbeikommen und so müsst ihr gezwungenermaßen das Café betreten und hausgemachte Schokolade sowie Schokolade aus aller Welt naschen. Hier kommt ihr ohne Zuckerschock nicht raus. Das Highlight auf der Karte ist kalte weiße Schokolade mit Kirschen. Super fruchtig, super cremig und so sättigend, dass der Weg zur Festung auf jeden Fall gut tut. Wer davon nicht genug bekommt, kann Premium-Schokotafeln aus Finnland, Frankreich oder Belgien kaufen. Und weil das noch nicht genug Commitment ist, gibt es auch passende Beutel und T-Shirts. Das Valentina i Karanfil könnte einer eurer Lieblingsspots in Belgrad werden.

5
Mala fabrika ukusa

© Rebecca Hoffmann Serbische Spezialitäten bei Mala fabrika ukusa

Da ihr mit dem Besuch in nur einem serbischen Restaurant nicht in den Genuss aller (deftigen) Köstlichkeiten der Balkanküche kommen könnt, solltet ihr lieber mehrere einplanen. Das Mala fabrika ukusa wäre eine gute Wahl. Auf der riesigen Terrasse könnt ihr der Mittagssonne dank vieler Bäume entgehen, abends genießt ihr im hellem Ambiente die serbische Küche. Hier stehen unterschiedlichste, meist recht fleischlastige Gerichte wie Kohlrouladen, Ćevapi oder Lamm Moussaka, aber auch die typisch serbischen Salate auf der Karte. Dazu trinkt ihr am besten eine hausgemachte Limonade und lasst es euch gut gehen. Übrigens: Es ist in Belgrad nicht unüblich, dass der Service an Nachbartischen sitzt, raucht und quatscht und solange wartet, bis man ihn ruft. Das Personal geht in der serbischen Hauptstadt alles eher entspannt an.

6
Crveni Petao

© Rebecca Hoffmann Cocktails und Kaffee im Crveni Petao schlürfen

Crveni Petao das bedeutet “roter Hahn” auf serbisch. Die Geschichte des Namens kennen wir nicht, aber können sagen, dass die kleine Bar mit dem roten Logo auf jeden Fall sehr stilsicher eingerichtet wurde und hier den Durst nach Kaffee, Limonade und Cocktails stillt. Diese Kombination ist anscheinend typisch serbisch. Sowohl in Novi Sad, als auch in der serbischen Hauptstadt gibt es eine Vielzahl an Café-Bar-Kombinationen. Allen gemein: Tagsüber werden Kaffee, Tee und Limonade serviert und abends dann Cocktails und Shots. Den Hunger stillen müsst ihr jedoch woanders. Das Schöne ist, dass ihr hier in Ruhe genießen könnt, ohne andauernd neue Drinks nachzuordern.

7
Kafe Kozmetičar

© Rebecca Hoffmann Kaffeespezialitäten und frische Gerichte im Kafe Kozmetičar genießen

Kaffee in Serbien – das bedeutet tatsächlich oftmals Nescafé. Den gibt es hier an jeder Ecke und selbst in fast jedem Frühstückscafé. Was dafür seltener ist, sind Kaffeespezialitäten. Wer also auf der Suche nach richtig gutem Kaffee ist, sollte einen Besuch im Kafe Kozmetičar einplanen. Neben Kaffee aus Arabica-Bohnen gibt es hier auch Frühstücksgerichte wie Eggs Benedict (3,50 Euro), Granola, Pancakes und vegane Varianten, die ihr in dem Café mit 70er-Jahre-Charme genießen könnt. Einfach ein gutes Buch mitnehmen, im Schatten der Bäume sitzen und den Belgrader Sommer entspannt genießen, bevor ihr euch in den Tag stürzt.

8
popcorn belgrad

© Rebecca Hoffmann Salziges Popcorn auf Belgrads Straßen snacken

Da in Serbien besonders viel Mais angebaut wird, gibt es eben auch besonders viel Popcorn. Oder vielleicht gibt es auch besonders viel Maisanbau, weil es eine so große Nachfrage nach Popcorn gibt. Wer weiß das schon genau. Aber was in Novi Sad und in Belgrad auffällt, sind die kleinen meist sehr pittoresken Popcornbuden, die nicht mehr als das verkaufen. Popcorn, das ist in Serbien immer salzig und gibt es bereits ab unschlagbaren umgerechneten 0,34 Euro. Es wird immer frisch hergestellt, sodass der butterige Duft durch die Straßen der Balkanstadt zieht und ihr beim Stadtbummel erst recht Appetit auf den Snack bekommt. Da kann man schlecht Nein sagen und sollte sich zumindest einmal eine Tüte frischen Popcorns holen.

9
bauernmarkt Kalenić pijaca

© Rebecca Hoffmann Regionale Produkte auf dem Bauernmarkt Kalenić pijaca einkaufen

In Belgrad sieht man kaum Supermärkte und die von großen Marken erst recht nicht. Die Einkäufe werden in der serbischen Hauptstadt nach wie vor auf den verschiedenen Kiezmärkten erledigt, die neben frischem Obst und Gemüse aus der Region oftmals allerhand andere Produkte wie Dosenfisch, Öle, Drogerie-Produkte, Kleidung, Schuhe und Haushaltsutensilien anbieten. Alles wirkt hier, wie generell in Belgrad, als wäre die Zeit stehen geblieben. Auf dem Bauernmarkt Kalenić funktioniert alles ohne Technik des 21. Jahrhunderts. Es wird manuell abgewogen und anschließend bar bezahlt. Die Vielfalt an Obst, Gemüse und Nüssen ist enorm. Dabei gibt es nicht den einen Markttag, verkauft wird an jedem Tag. Und wer unbedingt ein Bio-Siegel braucht oder auch zum Beispiel auf der Suche nach glutenfreien Produkten ist, der findet auch das in kleinen Shops, die den Markt umschließen.

10
Opušteno

© Rebecca Hoffmann Frischen Fisch essen im Opušteno auf der Insel Ada Safari

Nach einer Radtour durch Belgrad in der Sommerhitze ist eine Stärkung bitter nötig. Dazu bietet es sich an, mit dem Boot aus Neu-Belgrad rüber auf die künstliche Halbinsel Ada Ciganlija zu fahren und den Abend in einem der vielen Restaurants ausklingen zu lassen. Ursprünglich war es eine Insel in der Save, diese wurde aber so umgebaut, dass nun auch eine Zufahrt mit Autos möglich und ein kleines Urlaubsrefugium inmitten von Belgrad entstanden ist. Wer frischen Fisch aus dem See mag, der sollte ins Opušteno gehen. Hier gibt es lokale Fischspezialitäten; besonders empfehlenswert: Stör und die zuvor geräucherte und dann noch gegrillte Forelle. Weil die Serben ihr Gemüse, allen voran Gurke und Tomate lieben, gibt es einen Schopska-Salat dazu. Das ist ein schlichter Salat aus Gurken, Tomaten, Paprika und Käse, den wirklich jedes serbische Restaurant auf der Karte hat.

11
Belgrad Serbien Kabinet

© Rebecca Hoffmann Craft Beer aus Serbien bei Kabinet trinken

Ja, die Serben lieben wie die Deutschen ihr Bier. Aber bislang eher nur die großen Marken. Die Craft-Szene ist noch recht jung. Eine der bekannteren Brauereien ist Kabinet. Etwas außerhalb, aber dennoch zu Belgrad gehörend befindet sich ihre Brauerei und die Reise ist es wert. Zur Brauerei, die man auch besichtigen kann, gehört ein Restaurant, das ausgezeichnete serbische Küche passend zum Bier serviert. Und die Brauer von Kabinet sind fleißig und experimentierfreudig. Daher gibt es eine große Auswahl an den verschiedensten Bieren, deren Label jeweils von anderen lokalen Künstlern gestaltet werden. Da ist die Qual der Wahl hoch. Lieber nach Geschmack oder Etikett kaufen? Die Biere wurden in der vergangenen Zeit immer wieder zu den besten Craft-Bieren Serbiens gekürt. Die eigentliche serbische Craft-Szene ist aber laut Auskunft eher in Novi Sad anzutreffen.

Diese Reise wurde von der Nationalen Tourismusorganisation Serbiens unterstützt.

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