Wintercamping – Mit diesen 11 Tipps bleibt das Auto warm

© Kenny Leys | Unsplash

von Martha Mroz

Ein Raodtrip mit dem Van ist längst nicht nur was für den Sommer, sondern kann auch im Winter spannende Abenteuer auf vier Rädern bringen. In der kalten Jahreszeit nochmal die Straßen unsicher zu machen, hat sicher einige praktische, aber vor allem viele romantische Vorteile. Nach dem Aufstehen mit einem dampfendem Kaffee den frostigen Morgen begrüßen, bei Kerzenschein in dicke Decken einmummeln und die Stille genießen, die Natur allein erleben: Check, check und nochmal check!

Wintercamping lässt sich außerdem wunderbar mit Outdoor-Aktivitäten wie Skifahren, Wandern oder Langlauf kombinieren – eine willkommene Abwechslung in den dunklen Monaten.. Wenn also der erste Frost anklopft und die Tage deutlich kürzer werden, solltest du ruhig mal den Wohnwagen aus der Garage holen. Aber: Damit die Füße nicht frieren und der Winterurlaub gelingt, gibt’s ein paar heiße Tipps von mir mit auf den Weg.

1. Auf Entdeckungstour: Schwachstellen in der Isolierung

Wir wollen warm bleiben! Wenn der Van aber nicht sorgfältig isoliert ist, hilft auch die dickste Bettwäsche kaum weiter: Je nach Qualität sowie Alter des Fahrzeugs – oder gegebenenfalls auch dem eigenen Handwerkstalent – kann der Zustand der Isolierung stark variieren. Bevor du also losfährst, begib dich auf Erkundungstour und überprüfe deinen Camper auf kühle Stellen und Wärmefresser. Entdeckst du welche, lohnt es sich, etwas Zeit zu nehmen und beispielsweise mit Armaflex oder einem anderen Dämm-Material nachzubessern. 

2. Den Durchblick behalten: Auf gefrorene Scheiben verzichten

Du willst im Winter morgens mit dem Auto losfahren und musst erst mal Scheiben kratzen? Nicht cool. Nun stell dir vor, du wachst im Van auf und die Scheiben sind von innen gefroren. Noch weniger cool! Fensterscheiben sind Kältebrücken, die dir echt Probleme bereiten können, wenn du sie nicht sorgfältig über Nacht isolierst. Denke also unbedingt daran, genügend Thermomatten einzupacken – so kannst du sicher sein, dass die Scheiben frostfrei und die Füße warm bleiben. Übrigens können die Thermomatten auch zur Isolierung undichter Fußbereiche genutzt werden – das ist besonders dann interessant, wenn die Fahrerkabine zum Wohnbereich offen ist.

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© Marta Mroz

3. Old but gold: die Standheizung

Auf der sicheren Seite bist du immer, wenn du in eine Standheizung investierst: Je nach Alter deines Vans hast du die Wahl zwischen der Gasheizung, der Kraftstoffheizung oder der elektrischen Heizung – wenn du unsicher bist, frage bei deinem*r Mechaniker*in nach. Mit einer Standheizung bleibt es nicht nur warm, sondern auch trocken. Nimmst du zum Beispiel die nasse Outdoorkleidung mit in den Innenraum, könnte zu hohe Luftfeuchtigkeit dafür sorgen, dass sich Stockflecken bilden.

4. Wasser? Gerne fließend!

Hältst du den Van schön warm, bleibt der Frost den Leitungen fern und das Wasser kann fließen. Ist der Abwassertank allerdings außerhalb des Fahrzeugs befestigt, kann es schnell mal passieren, dass er dir zufriert. Hier ist es von Vorteil, den Tank ebenfalls mit Armaflex oder einer anderen Isolierung zu ummanteln. Sollte das aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, lass den Ablasshahn einfach offen und entsorge das Abwasser direkt in einen Eimer. Das möglicherweise gefrorene Wasser kann dann einfacher entsorgt werden und der Ablasshahn bleibt funktionsfähig. 

5. Ausreichende Gasversorgung

Ein heißer Tee, Kaffee oder eine wärmende Suppe sind bei einem Winter-Roadtrip nicht wegzudenken – also her mit dem Gaskocher! Die häufigste Wahl bei Wintercampern ist ein Propan-Butan-Gemisch. Es bleibt bei Minusgraden gasförmig und bereitet keine Sorgen. Doch bedenke: Je nachdem, wie lange du unterwegs bist, solltest du an ausreichend Gasflaschen denken, denn geht dir der Stoff plötzlich aus, kann es schnell kalt und ungemütlich werden. 

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links: © Greg Rosenke/Unsplash, rechts: © Björn Wisnewski

6. DIY-Heizung mit Kerzen im Tontopf

Mit Teelichtern heizen? Klingt vielleicht seltsam, funktioniert aber tatsächlich. Werden diese nämlich unter einen umgedrehten Tontopf gestellt, erwärmt sich der Ton und gibt so Wärme an den Innenraum des Vans ab. Achte dabei darauf, dass der Topf die Kerzen nicht komplett bedeckt, da die Flammen bei zu wenig Sauerstoff ausgehen. 

7. Das Vorzelt: Lass den Schnee draußen!

Was im Sommer vielleicht nicht zwingend notwendig ist, kann im Winter unheimlich praktisch sein: das Vorzelt. Beim Wintercamping bietet es neben dem zusätzlichen Stau- und Aufenthaltsraum die Möglichkeit, nach ausgiebigen Outdoor-Aktivitäten im Schnee die unerwünschte Nässe und den lästigen Dreck einfach draußen zu lassen. Also ein Win-Win-Situation in jeder Hinsicht.

8. Den Schnee draußen lassen. Aber nicht die Schuhe!

Matschige Schuhe lieber draußen lassen? Würde ich dir nicht empfehlen, wenn du nicht unbedingt Lust hast, morgens deine Füße in eine Gefriertruhe zu stecken. Klar, matschige Schuhe machen den Innenraum dreckig und sind einfach unschön – nimm dir deswegen lieber die fünf Minuten, sie richtig abzuspülen, und platziere sie drinnen auf einer Matte. Deine Füße werden es dir danken!

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© Björn Wisnewski

9. Obligatorische Notfall-Wärmflasche: Back to basics

Wärmflaschen sind nicht nur was für Frostbeulen. Wenn deine Wärmeversorgung aus irgendeinem unerwarteten Grund nicht ausreichen sollte, wirst du schneller zur Frostbeule, als du denkst. Also sei weise und packe, bevor du losfährst, ein bis zwei Backup-Wärmeflaschen ein. 

10. Frostige Gemütlichkeit

Neben all den praktischen Tipps sollten wir nicht die Behaglichkeit vergessen, denn die macht ja doch den ganzen Reiz am Wintercamping aus. Schließlich macht es deine Reise noch viel besser, wenn du nach einem langen Tag im Schnee oder einem aufregenden Ausflug auf der Piste in einen richtigen Wohlfühl-Van steigen kannst. Für die gemütlichen Stunden nach der Action solltest du an ein paar Kerzen, ausreichend kuschelige Kleidung, vielleicht einen guten Wein und eine Auswahl an Indoor-Entertainment denken – das wärmt die Seele! Wenn möglich, ist es von Vorteil, die Heizung über den Tag wenigstens auf der minimalsten Stufe laufen zu lassen – so kehrst du nicht in einen Kühlschrank zurück und der Wagen wärmt sich schneller auf.

11. Winter-Checkliste: Die Must-haves

Damit wirklich nichts schief läuft und du auf der sicheren Seite bist, gibt es von mir noch die Wintercheckliste mit auf den eisigen, aber gemütlichen Weg:

  • Thermomatten
  • Frostschutzmittel
  • Starthilfekabel
  • Schneeschippe
  • Enteisungsspray
  • Eiskratzer
  • Fußmatte/-gitter
  • Hammer
  • Schneeketten
  • Thermoskanne
  • Wärmflasche

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