11 Tipps vom Profi-Tüftler – So planst du den Ausbau deines Camper-Vans

von Patrizia Barbera

Für mich war die Sache schnell klar: Will ich nachhaltig und selbstbestimmt leben, arbeiten und reisen, ist ein Camper-Van genau das Richtige. Alle Sinne sind geschärft, wenn man sich jeden Tag bewusst ist, wie hoch der eigene Wasser- und Abfallverbrauch ist und wie sehr das Wetter und die Natur das Leben und den eigenen Alltag beeinflussen. Zusätzlich ist man unabhängig von horrenden Mietpreisen in Großstädten, weg vom Trubel der Stadt und stattdessen an den schönsten Naturschauplätzen. Hier kann man wandern, klettern, surfen, rennen, Yoga machen, nebenher vom Laptop aus arbeiten oder was auch immer einem liegt. 

All diese Verlockungen haben mich fasziniert. Nur: Wie kommt man zur Umsetzung dieses Traums, wenn man in einer teuren, aber schicken und komfortablen Großstadtwohnung sitzt? In meinem Fall: mit unendlich langen Recherchen, Vergleichen und viel Kopfzerbrechen. Was will ich? Wie lange will ich im Camper-Van leben? Soll ich wirklich meine Wohnung kündigen?

Falls du auch schon mit dem Gedanken an ein Van-Life auf kurz oder lang geliebäugelt hast, habe ich hier 11 Tipps und Fragen, die dir auf deinem Weg zum Traum helfen. Ist das viel gehashtagte Van-Life wirklich was für dich? 

1. Partner in Crime: Frag jemanden, der sich auskennt!

Ausbau Camper Van
© Raphael Ruf

Mein erster Gedanke war: Ruf Raphi an! Stundenlang hatte ich meinem umwerfend herzlichen und kreativen Nachbarn, der von Beruf Fotograf und Zimmergeselle ist,  vor einem Jahr beim Tüfteln und Basteln zugeschaut. Mit Holzplatten, dicken, quietschgelben Kopfhörern und Elektrosäge bewaffnet, sprang er jeden Tag gut gelaunt in seinen bereits umgebauten Renault Master und passte hier und da etwas an für den nächsten großen Trip. Gaspard — so der Name seines grünen Gute-Laune-Campers — hatte ich schon damals sehnsüchtig im Blick als wunderbare Möglichkeit, dem Alltagstrott hin und wieder zu entfliehen. 

Abgesehen von Raphis kreativem Blick und seiner Handwerkskunst, wusste ich, dass ich mit jemandem sprechen wollte, der tatsächlich schon länger im Camper unterwegs war. Ich selbst hatte das nämlich noch überhaupt nicht gemacht. Aber was soll’s — auf YouTube sah diese Welt ganz wundervoll, gemütlich und inspirierend aus und ich dachte: Das ist das perfekte Leben! Raphi hingegen sagte Sätze wie: "Mach dir bewusst, dass du in einem Blechsarg schlafen wirst und was das für die Kälte-Wärme-Feuchtigkeitssituation bedeutet" und "Denk an ein Sicherheitskonzept und daran, dass in gewissen Situationen Camper-Vans perfekte Einbruchobjekte sein können".

Kennst du jemanden, der schon mal einen Camper umgebaut hat oder länger damit unterwegs war? Nicht jeder hat einen Raphi-Allrounder zur Hand, aber es hilft enorm, vor einer so großen Entscheidung mit einem erfahrenen Camper, Elektriker, Handwerker oder auch einfach nur Tüftel- und KFZ-Interessierten zu sprechen!

2. Was genau willst du? Probier es vorher aus!

Ausbau Camper Van
© Patrizia Barbera

Du kannst nicht wissen, was du willst und brauchst, ohne jemals länger als ein, zwei Wochen im Camper-Van verbracht zu haben. Du hast sicher schon eine grobe Idee, für welchen Zweck dein Camper-Van sein soll. Als gelegentliche Möglichkeit, den Sommerurlaub selbstbestimmt zu verbringen oder aber als Vollzeit-Wohnungsalternative für einige Zeit? Recherchiere, was andere Camper in dieser Situation nutzen und dann leih dir einen Camper-Van aus! 

Ich hatte das große Glück, Gaspard —Raphis Campervan — für zwei Wochen leihen zu dürfen. Da Raphis Camper allerdings nicht als Wohnungsersatz für länger, sondern als gemütliche und praktische Reiselösung für kurz konzipiert ist, wurden mir schnell viele Punkte bewusst, die das dauerhafte Leben im Van (was ich wollte) für mich persönlich erst möglich und angenehm machen. Jeden Tag hatte ich neue Aha-Momente: Jedes Mal, wenn man pinkeln muss, nach Büschen Ausschau zu halten oder nach öffentlichen Toiletten? Ganz witzig, aber immer? Nein, danke! Eiskalt duschen mit Bergbachwasser oder durch den Sprung in den See, an dem man übernachtet hat? Super romantisch und erweckend, aber auf Dauer? Lieber eine Außendusche miteinbauen! Jeden Tag habe ich tausend kleine Gedanken und Einsichten aufgeschrieben. Das war die Grundlage für alles, was danach kam.

3. Neu, gebraucht oder komplett selber ausbauen?

Ausbau Camper Van
© Raphael Ruf

Nachdem du weißt, für welche Zeitspanne du im Camper-Van unterwegs sein willst und es selbst ausprobiert hast, gibt es eindeutige Antworten auf die wichtigsten Fragen: Wie groß und lang muss der Camper sein? Was sollte alles drin sein, damit du dich wohlfühlst? Die nächsten wichtigen Fragen lauten: Wie viel möchte ich investieren und was traue ich mir selbst zu beim tatsächlichen Umbau? Der Zeitrahmen ist dabei auch wichtig. Eilt es sehr oder ist es ein Projekt, das du bedacht und langsam angehst? 

Natürlich kann man einen Camper-Van auch schon komplett fertig und neu kaufen. Das bedeutet dann aber auch viel weniger Individualität und Herzblut, das in diesem Projekt steckt. Teurer ist es sowieso. Die radikalste Lösung ist, sich einen leeren Sprinter zu kaufen und ihn dann komplett auszubauen oder mit Hilfe ausbauen zu lassen. Für meinen Freund und mich war das die beste und auch kostengünstigste Lösung, bedenkt man, welch gute Investition ein eigener Camper auch ist und dass man monatlich Miete spart und somit das Geld schnell wieder reinholt. Da aufgrund spezieller Umstände Zeit ein Faktor für uns war, haben wir den Profi rangelassen, der schnell, schön und effizient innerhalb von zwei Monaten unsere Ein-Zimmer-Wohnung auf Rädern realisiert hat.

4. Planung ist das A und O!

Ausbau Camper Van
© Raphael Ruf

Wie soll das Bett ausgerichtet sein? Soll es ein Bett sein oder zwei Matratzen, die man zur Couch umbauen kann? Wo soll die Küche hin? Wie viel Stauraum brauchst du und wo kann er sein? Willst du einen Kühlschrank oder nur eine Kühlbox? Brauchst du ein Klo im Van und eine Dusche? "Planung ist das A und O", predigte Raphi bei fast jedem Telefongespräch. AMEN — er hatte recht! Jede Entscheidung, die ich damals getroffen habe, beeinflusst jetzt meinen Alltag und mein tägliches Raumempfinden. Wo du deine Klamotten, deine Zahnbürste und die Ukulele unterbringst, kannst du noch hundertmal ändern. Nicht so einfach, wie viel Licht es im Van gibt, wie frisch die Luft bei Hitze ist durch den eingebauten oder nicht eingebauten Ventilator, ob du mit Solar klarkommst oder auf Elektrosteckdosen an Campingplätzen angewiesen bist. 

Je konkreter deine Vorstellung ist, desto besser wird das Ergebnis. Nach dem großen Ganzen kommen dann die Details.

5. Traumszenario: das Bett

Ausbau Camper Van
© Raphael Ruf

Wie man sich bettet, so liegt man. Nie war dieser abgedroschene Satz so wahr wie im Camper-Van. Die meisten Camper-Vans haben das Bett fix eingebaut und zwar ganz hinten und quer. Das macht doppelt Sinn, denn zum einen hat man mehr Platz im Van selbst und zum anderen muss man das Bett nicht jeden Tag ein bis zwei Mal auf- und abbauen. All diese Argumente haben uns eingeleuchtet. Trotzdem haben wir uns für eine andere Variante entschieden. Unser Bett ist gleichzeitig unsere Couch samt Arbeits- und Esstisch, den wir einfach ausklappen und befestigen können. Das war uns wichtig, weil wir on the road arbeiten wollten und auf diese Weise der Arbeitsplatz immer sicher ist. Außerdem hätte einer von uns nicht die Beine ausstrecken können, würden wir quer liegen. Ein weiterer Punkt ist die Matratzenwahl. Ich freue mich jede Nacht, dass ich dieselbe Matratze gewählt habe, auf der ich die letzten Jahre auch in Mietwohnungen am besten geschlafen habe.

6. Haute Cuisine: Die Küche

Ausbau Camper Van
© Raphael Ruf

Wie auch in deinem jetzigen Zuhause ist die Küche im Camper der Dreh- und Angelpunkt des Tages. Hier entscheidet sich am Ende, ob der Alltag angenehm oder umständlich wird. Willst du nur im Urlaub mit dem Camper unterwegs sein, können Wasserkanister reichen, aus denen du Wasser händisch in den Kochtopf oder die Abspülschale schüttest. In unserem ersten Ausprobierurlaub mit Gaspard hat das dazu geführt, dass wir viel weniger Wasser verbraucht haben als jetzt. Wieso? Weil wir jetzt, da wir das Zuhause-Gefühl steigern wollten, zwei große Wassertanks fest installiert haben, die über eine Wasserpumpe unseren Wasserhahn bespielen. Ich muss nur auf einen Knopf drücken und schon läuft Wasser in meine Edelstahlspüle. Unseren Wasserverbrauch haben wir natürlich trotzdem wie Adler im Blick, denn je nach Campingsituation (wild stehen oder auf einem Campingplatz) ist es etwas umständlicher Wasser aufzufüllen. 

Der nächste Punkt ist der Kühlschrank und die Aufbewahrungsmöglichkeiten für Essen und Küchenutensilien. Reicht eine Kühlbox, oder willst du nicht darauf angewiesen sein, jeden dritten Tag einkaufen zu gehen? Wir gehen einmal die Woche einkaufen, was in Corona-Zeiten sehr angenehm und ratsam ist. Das führt dann automatisch zu einem bewussteren Einkauf und Essverhalten. Nichts wird weggeschmissen, alles verwertet und systematisch aufgebraucht. Das hat etwas sehr Beruhigendes. 

Weitere Fragen: Möchtest du einen Gaskocher für draußen oder einen festinstallierten Herd mit großer Gasflasche? Wo kommt der Müll und das Abwasser hin? Wie automatisch oder manuell kannst und willst du es ablassen?

7. Das Bad

Ausbau Camper Van
© Raphael Ruf

Die folgende Frage bekomme ich mit Abstand am öftesten gestellt: "Und wie machst du das mit dem Klo und der Dusche?" Ich verstehe gut, was vor allem Frauen, die auch an ihre monatliche Periode denken, mit dieser sorgenvollen Frage meinen. Nach unserem ersten Trip war mir sofort klar, dass der Punkt Klo den größten Unterschied macht. Jeden Tag mehrmals (schlimmstenfalls auch nachts mal) raus aus dem Van, egal wie die Wettersituation ist, und nach einem Busch fürs Geschäft suchen? Nein, danke!

In unserem zweiwöchigen Urlaub war das exotisch und lustig. Die letzten sechs Monate hätte ich so nicht verbringen können. Hinzu kommt, dass viele Camper, die keine Toilette in ihrem VW-Bus oder Ähnlichem haben, oft zu bequem sind, das Toilettenpapier wieder mitzunehmen und richtig zu entsorgen. Das ist dann alles andere als nachhaltig, sondern sogar schlecht für die Natur und versaut zudem diverse Wildcamping-Spots.

Wir haben uns für ein fest installiertes Klo mit Sitzgelegenheit im Camper entschieden. Hier kann man ebenfalls diverse Wege einschlagen: Willst du eine Chemie-, Trenn- oder Trockentoilette und was bedeutet das für die nachhaltige Entsorgung?

Meine Lieblingsobjekte im Camper sind definitiv die Toilette und die mobile Außendusche. Dafür sollte man natürlich kein Warmduscher sein. Warme Duschen sind ein so krasser Luxus geworden, dass ich jedes Mal, wenn ich eine bekomme, jauchze vor Glück und Ungläubigkeit. Das klingt jetzt abschreckend, steigert aber die Dankbarkeit und das bewusste Wahrnehmen von kleinen täglichen Dingen enorm. Zudem musste ich zu meinem eigenen Schock feststellen, dass ich eiskalt duschen tatsächlich nicht nur mag, sondern liebe! Nie, nie, nie hätte ich das zuvor geglaubt oder gesagt, aber es macht unfassbar wach und man hat ein regelrechtes High samt Glücksgefühlen danach. Yogis nennen das „Ishnaan“ und loben, wie heilsam das für den Körper ist. Egal wie: Hallo, wach!

8. Baby, leih mir deinen Lader: Strom

Ausbau Camper Van
© Raphael Ruf

Hier ein Auszug aus unserer täglich wiederkehrenden Unterhaltung: "Musst du heute laden?" "Ja, mein Laptop ist schon wieder leer und das Modem glaube ich auch." "Hm... lass mich mal kurz den Batteriestand checken. Ok, geht! Übermorgen scheint ja auch wieder die Sonne, also kein Problem!"

Was willst und musst du alles laden und elektrisch nutzen im Van? Es kann gut sein, dass eine 12-Volt-USB-Steckmöglichkeit reicht, um das Handy hin und wieder aufzuladen. Es kann aber auch sein, dass du Dinge täglich und wöchentlich benutzen und laden möchtest, die eine stärkere Stromleistung und damit 230 Volt und einen Lade-Booster erfordern. Willst du nur auf Solarmodule auf dem Dach angewiesen sein oder die Möglichkeit einbauen, per Steckdose am Campingplatz Strom zu ziehen?

Wir haben zwei Solarmodule und wenn die Sonne lange genug scheint, reicht der Strom für ein paar Tage und zum gelegentlichen Laden von Laptops, Handys, dem Kühlschrank, dem Ventilator und Licht im Camper. Wer einen Smoothie-Mixer oder Föhn betreiben will, spielt in einer komplett anderen Liga und muss sich viel aufwendigere Konzepte ausdenken. Eine zusätzliche Batterie könnte eine Möglichkeit sein.

Aber: Eine eingeschränkte Stromversorgung ist die perfekte Chance zur Entschleunigung und zum achtsamen Arbeiten und Surfen. Work-Life-Balance-Faktor 1000!

9. Die Pro-Tipps: Gewicht, Ventilator & Sicherheit

Ausbau Camper Van
© Patrizia Barbera

Nachdem die üblichen Verdächtigen abgehakt sind, lohnt es sich, über die nicht so offensichtlichen Punkte nachzudenken. Fangen wir mit dem Gewicht an. Viele Camper kommen im Holz-Look daher. Öko wie er ist, fand das mein Partner in Crime und Holzbauprofi wunderbar, warnte aber im gleichen Atemzug: "Massivholz ist in der Menge sauschwer. Willst du nicht lieber Pappel-Sperrholz einbauen?" Ein umgebauter Camper kann also schnell sehr schwer werden. Das merkt man, wenn man Klippenlandschaften sehen will, sich das Auto aber gerade so den Berg hochächzt. Zulässig ist auch nicht alles, Stichwort: TÜV.

Ein Aha-Moment, an den ich mich gerne erinnere, war der Tag, an dem es draußen 36 Grad waren und ich seelenruhig und wunderbar kühl meinen Mittagsschlaf dank Ventilator machen konnte. Belüftung ist ein wichtiges Thema. Beheizung ebenso, aber das kommt vor allem ins Spiel, wenn man auch im Winter oder in kalten Regionen unterwegs sein will. Wir kommen aus mit einem Dachfenster und einem Ventilator. 

Zu guter Letzt: Sicherheit. Ich verrate jetzt natürlich nicht, wo und wie, aber unser Van hat zwei geniale Geheimverstecke für Wertsachen und Laptops, die man auf keinen Fall sieht, wenn man reinstürzen und so schnell wie möglich den Van ausräumen will. Zudem haben wir unter dem Van einen kleinen Mini-Safe mit Zahlenkombi, in dem unser Zweitschlüssel versteckt ist.

10. Die Realität: Sei dir bewusst, auf was du dich einlässt

Ausbau Camper Van
© Patrizia Barbera

Vor allem, wenn der Camper-Van zum Wohnungsersatz werden soll, ist es wichtig, sich aller Konsequenzen bewusst zu sein. Und es dann bestenfalls trotzdem zu machen. Nur bewusster. Falls deine Ausprobier-Phase im geliehenen Camper-Van zufällig nicht eine Kaltwetterfront beinhaltete, denke diesen Zustand mit! Ich liebe das Camper-Leben, aber wenn es mehrere Tage regnet und all meine Handtücher ständig feucht sind und leicht müffeln, ich latent friere und meine 4 Quadratmeter, die ich auch noch mit jemandem teile, eigentlich nur mal kurz verlassen kann, dann fällt mir definitiv die Decke auf den Kopf. Kalkuliere die Temperatur und das Wetter als zentralen, wenn nicht sogar zentralsten Punkt deiner Planungen ein! 

Und dann der wichtigste Punkt überhaupt: Wieso willst du im Van leben? Frag dich das wirklich und überlege, ob du es eventuell nur machen willst, um hippe, schöne Fotos von aufregenden Klippen und Stränden zu posten und andere neidisch zu machen – so wie diese Beiden hier. Falls dem so ist, ist das natürlich auch ok, aber du wirst nicht glücklich werden in diesem Leben. Die Realität ist lange nicht so Hochglanz, wie sie in sozialen Medien scheint. Sie ist bereichernd und schön und erdet und macht einem bewusst, wie schön jeder Moment sein kann. Aber nur, wenn man sich auf ihn einlässt und ihm nicht entwischt durch den Handyscreen und die Suche nach dem perfekten Filter. Du kannst auch einfach glücklich im Van leben ohne Instagram-Account und Hashtag-Hascherei!

11) Mikro-Abenteuer Minimalismus

Ausbau Camper Van
© Patrizia Barbera

Natürlich hat sich die Entscheidung, meine Wohnung zu kündigen, alle Möbel in einem Lager unterzustellen und Vollzeit in einen Van zu ziehen, erstmal verrückt angehört und auch so angefühlt. Noch verrückter wäre es aber gewesen, es nicht zu machen. Ich bereue dieses Experiment keinen Tag, auch nicht an den oben beschriebenen Regentagen.

Das für mich persönlich Beste an diesem Leben ist die Einsicht und das starke Gefühl, wie wenig man braucht, um glücklich zu sein. Minimalismus ist das Zauberwort, das dieses ganze Leben erst möglich und so schön macht. Ich habe monatelang alle meine Schränke nach und nach inspiziert und alles aussortiert, was ich doppelt hatte oder einfach nicht gebraucht und benutzt habe. Das gilt für Kleidung ebenso wie für andere Gegenstände, an denen man aus unerfindlichen Gründen schon viel zu lange hängt.