Andalusien Urlaub – 11 Tipps für die Region in Spanien

Siesta an extrem heißen Sommertagen, Olivenernte und Iberischer Schinken: Andalusien ist uns bekannt als Sonnenparadies an der südlichsten Küste Spaniens. Die lebensfrohe Flamenco-Hochburg Andalusien bietet neugierigen Reisenden aber noch viel mehr. Die Sierra Nevada lockt jedes Frühjahr Radsport-, Wander- und Kletterfans aus aller Welt in die Region mit den vielen Bergspitzen jenseits der 3000 Meter. Natur- und Fruchtjunkies können in Mandelblütenbaumfeldern, Orangenhainen und zwischen Zitronenbaumplantagen ins Träumen kommen und auch wer Lust auf einen hippen oder geschichtsträchtigen Stadtbesuch hat, wird fündig: Sevilla, Granada und Málaga locken jeweils mit kulinarischen wie auch beeindruckenden architektonischen Eindrücken. Aber auch die vielen kleinen Stadt- und Bergstädtchen solltest du in deinem Andalusien-Urlaub nicht links liegen lassen. Hier versteckt sich das für Andalusien so typisch Gastfreundliche in geballter Form und du kommst mit Einheimischen und anderen Besuchern automatisch ins Gespräch und Schwärmen. 

Andalusien Urlaub – Gut zu wissen

Meine Tipps für einen Andalusien-Urlaub

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© Patrizia Barbera Spaziere auf der Route der 100-jährigen Olivenbäume in Órgiva

„La Ruta de los olivos centenarios de Órgiva“ steht symbolisch für die Schönheit und den Zauber der vielseitigen kleinen andalusischen Dörfer und ihrer reichen Naturschätze. Olivenbäume sind in ganz Andalusien zu finden und gehören zu den wichtigsten Naturgütern der Region, aber kaum an einem anderen Ort kann man sie so bewundern wie in Órgiva. Dicht an dicht sieht man hier noch ganz junge neben weit über 100 Jahre alten Olivenbäumen stehen, dazwischen stutzt hier und da ein andalusischer Bauer die Äste und verbrennt, was nicht gebraucht wird, oft mit einem Lied auf den Lippen. Die 7,5 Kilometer lassen sich wunderbar mit einem Vormittags- oder Abendspaziergang verbinden, je nach Saison. Was du auf jeden Fall dabei haben solltest: Schlenderlaune und Brot mit im Dorf gekauftem Olivenöl.

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© Patrizia Barbera Mache eine abwechslungsreiche Action-Wanderung in Laujar de Andarax

Einen atemberaubenden Einblick in die Vielfalt der Sierra Nevada bekommst Du auf dem „Sendero de Monterrey“, ausgehend vom kleinen, charmanten Ort Laujar de Andarax. Die Wanderung ist sowohl für Fortgeschrittene als auch motivierte Anfänger*innen geeignet und vereint auf gar nicht so langer Strecke alle Wanderhighlights, die man sich nur wünschen kann: spannende Aufstiege, kühle Waldstücke, großartige Ausblicke auf die umliegenden Hügel und Berge sowie ins Tal, Spaziergänge an der Wasserroute der Region entlang (Canal de la Hidroeléctrica), Höhlen, die man mutig durchqueren muss, einen Wasserfall und am Ende eine glückseelige Ankunft auf dem Marktplatz des kleinen Bergstädtchens, in dem sich ein Spezialitätengeschäft ans andere reiht. Mein Tipp: Bei Cerveza Artesana La Cala warten erfrischende lokale Biersorten auf müde Wanderer. 

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© Patrizia Barbera Lass die Gedanken schweifen beim Strandpicknick in Málaga

Wie der Name schon vermuten lässt, ist es sehr schwer, sich an der Costa del Sol für den sonnenverwöhntesten Ort zu entscheiden. Der „Playa de El Palo“ direkt in Málaga gehört hier allerdings definitiv dazu. Auf feinem Sandstrand kannst du es dir hier gemütlich machen mit den vielen Leckereien (Tortas de Algarrobo!), die es fußläufig in der Innenstadt von Málaga gibt, und stundenlang staunen über den Ausblick auf Wellen und schillernde Strandbesucher.

4

© Casa del Jardin, country gite, pool, Acequias, Andalusien, Spanien Übernachte im Casa Tia Maria zwischen Zitronen- und Avocadobäumen

16 Kilometer entfernt vom beliebten Wanderort Lanjaron und trotzdem auch schon mitten in den Bergen liegt Acequias, versteckt und fast unbeachtet vom Massenstrom der Touristen. Im geschichtsträchtigen Casa Tia Maria kannst Du hier ganz typisch andalusisch übernachten und im ruralen Steinhaus im Sommer der Hitze entgehen und im Pool schwimmen. Oder in den frühen Monaten des Jahres kuschlig vor dem Kamin sitzen und dir dein Avocadobrot mit Zitrone schmecken lassen, deren Zutaten du eben noch im Garten gepflückt hast. Rund um Acequias erstrecken sich Mandel-, Oliven und Orangenplantagen auf dem Weg in die Berglandschaften. Langweilig wird es hier sicher nicht, tiefenentspannt allerdings schon.

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© Patrizia Barbera Wage dich an die vielen 3000er heran und besteige den Pico del Caballo 


Die Sierra Nevada ist das Wander-, Radfahr- und Bergsteigparadies Andalusiens. Berühmt ist die Sierra Nevada auch vor allem durch die vielen hohen Gipfel und die abwechslungsreichen und schönen Routen dorthin. Ein 3000er, den du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest, ist der Pico del Caballo mit 3.011 Höhenmetern. Mit Blick auf die verschneiten Hügel kann man hier so weit gehen, wie man mag — der Weg (Sendero) ist hier definitiv das Ziel, denn die Aussicht aufs Meer und die umliegenden Täler ist atemberaubend.

6

© Patrizia Barbera Entdecke die maurischen Wurzeln Andalusiens in der Alpujarra


Die Mauren, also von Arabern zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert islamisierten Berber- und Nomadenstämme aus Nordafrika, fanden über die Jahrhunderte ihren Weg und wichtigen kulturellen Einfluss in umliegende Länder und Gebiete. In Andalusien kann man bis heute die architektonischen Feinheiten und Schönheiten der maurischen Baukunst bewundern. Zwar wurden fast alle Mauren während der Requonquista zwischen 1609 und 1615 aus dem Land vertrieben, doch besonders in der Alpujarra kann man bis heute eine ganze Fülle an maurischen Schmuckstücken entdecken: ausgeklügelte Bewässerungssysteme, sorgfältig gepflegte Terrassen oder die einzigartige dörfliche Architektur, so zum Beispiel auch in Bubión. 

  • Museo Casa Alpujarreña
  • Plaza de la Iglesia, 1, 18412 Bubión, Granada, Spanien
  • Mehr Info
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© Patrizia Barbera Verbringe ganze Abende an der Küstenpromenade in Castell de Ferro

Der kleine Küstenort Castell de Ferro ist bekannt durch seine geschichtsträchtige Architektur und die engen Gässchen, die sich vom Castell bis zum Meer ziehen. An der Strandpromenade trifft Geschichte auf Moderne: Mit Blick auf das Castell, dessen Geschichte zurückgeht bis nach Phönizien, steht man hier vor modernsten Apartments und Restaurants. Lebendig wird Castell de Ferro, wie so viele Orte in Andalusien, vor allem am späten Nachmittag (wobei der Nachmittag hier ab 18 Uhr beginnt), wenn die Zeit der Flaneure angebrochen ist. Sanfte, lauwarme Meeresbrisen verschönern den Spaziergang und den Ausblick auf den Sonnenuntergang und machen Castell de Ferro zu einem Ort, an dem man viel länger bleibt, als man eigentlich vorhatte. 

8

© Patrizia Barbera Entdecke die atemberaubenden Ausblicke in der Region Ameria

Die Region Ameria liegt am nördlichsten Ende Andalusiens und wird von Touristen oft links liegen gelassen. Wieso eigentlich? Auffälligster Grund ist die hohe Dichte an Gewächshäusern und weißen Planen, die hier überall in den Hügellandschaften zu sehen sind. Ameria ist Heimat vieler Frucht- und Gemüsesorten, die wir in Deutschland kaufen und auf denen „aus Spanien“ steht. Die Sonne scheint hier so stark und an so vielen Tagen im Jahr, dass die Bedingungen optimal für den Anbau von saftigen Früchten sind. Wer ein Andalusien abseits der aufpolierten Touristenstädte sehen will, kann sich in den kleinen Dörfern hoch auf den Hügeln Amerias zwischen einheimische Bauern und Anwohner mischen und den Ausblick aufs Meer genießen. 

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© Patrizia Barbera Bestaune die Tierwelt der Sierra Nevada

Beim Wandern oder Trail Running werden dir schnell die vielen Bergbewohner auffallen, die dich mal erstaunt, mal erschreckt begrüßen. Neben Schafen, Ziegen und Kühen tummeln sich in den andalusischen Bergen auch vor allem die berühmten iberischen Steinböcke. Bist du zwischen Januar und Februar in Andalusien, empfiehlt es sich, auf dem Weg zum Iberiensteinbock die Mandelblüte zu bestaunen. Sehr schön ist die Route von Benizalon zu den Ruinas de Benimina. „Almendro en Flor“ kann man hier stundenlang bestaunen oder sich sogar mit dem so passenden Buch „Das Gewicht des Schmetterlings“ von Erri de Luca unter einen der Mandelbäume setzen und die Zeit vergessen. 

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© Luis Segura Hole dir das beste Brot Andalusiens in Nigüelas
 bei El Pan de Luis

Wer „pan“ sagt, denkt in Andalusien normalerweise an helles Weißbrot beziehungsweise an etwas zwischen Baguette und Ciabatta, das vor allem als Unterlage für den weltbekannten Iberischen Schinken dient — morgens, mittags, abends. Nicht so in Nigüelas. In seiner kleinen Seitengassenbackstube versucht sich Luis seit einigen Jahren an einem ehrgeizigen und inzwischen extrem erfolgreichem Projekt: Mit Biozutaten backt er hier jeden Morgen ab 5 Uhr Vollkornbrot mit Nüssen und getrockneten Früchten, würzt den Sauerbrotteig mit Kurkuma und Pfeffer und verzaubert mit seinen extrem frischen und hochqualitativen Broten nicht nur das kleine Dorf nah an der Sierra Nevada, sondern inzwischen die ganze Region Granada. Wer seine andalusischen Köstlichkeiten mit einem Brot verfeinern will, das in dieser Qualität selbst in Deutschland schwer zu finden ist, der sollte den Stopp in Nigüelas auf keinen Fall auslassen. 

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© Leslie Cross | Unsplash Nimm ein heißes Bad in den Naturquellen "Alhamas"

Während Touristen in Israel schwerelos im Toten Meer treiben, erfreuen sich Badegäste in den Alhamas vor allem am warmen, fast heißen Wasser der Naturquellen. Gut einen Kilometer vor der Stadt Alhama de Granada liegen die Quellen, in denen man sich frühmorgens oder spätabends – je nach Saison – aufwärmen und erfrischen kann. Rund um die Altstadt von Alhama de Granada gibt es nach dem Bad einiges zu entdecken: Die Schluchten von Los Tajos oder die vor den Toren von Alhama von den Römern errichtete Brücke. Auch das Baudenkmal Casa de la Inquisición, das im isabellinischen Stil errichtet worden ist, solltest du nicht verpassen. 

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