Stuttgart – 11 Tipps für die schöne Stadt im Süden Deutschlands

von Ilona Hartmann

Stuttgart, du hast's nicht leicht. Die Leute sagen, dass nix los ist bei dir, dass du provinziell bist und spießig und niemand versteht, wie du redest. Aber diese Leute haben wohl noch nie an einem warmen Sommerabend bei einer Weinschorle am Hans-im-Glück-Brunnen gesessen und sich gefühlt wie im Italien-Urlaub. Oder im Herbst den Blick auf den bunt gefärbten Weinreben an den Hängen der Stadt ausgeruht. Oder am Schlossplatz eine richtig gute Butterbrezel in der Sonne gegessen. Und abgesehen von süffigem Wein, Laugengebäck und mediterranem Lebensgefühl bietet Stuttgart auch eine ganze Menge Hoch- und Popkultur, Architektur und Design – und versprüht dabei trotzdem einen verschmitzten, gemütlichen Charme, von dem sich so manche Großstadt mal ein Scheible abschneiden könnte. Hier sind 11 Dinge, für die sich ein Besuch bei der Süßen aus dem Süden mit dem Dialekt lohnt.

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© Pixabay Entspannen bei Yoga13

Von einem Museum ins Andere, dazwischen noch ein paar Fotos schießen und, und, und...bei einem Städtetrip ist der Zeitplan manchmal ganz schön straff, obwohl wir doch eigentlich Urlaub haben und diesen auch genießen wollen. Wer sich für den Sightseeing-Marathon wappnen möchte, geht am Besten in der früh zu einer Yogaklasse bei Yoga13, oder belohnt die wundgelaufenen Füße mit einer Portion Entspannung. Das wunderschöne Studio-Loft ist Idylle pur. Eine Oase der Ruhe mitten in der Stadt.

  • Yoga13
  • Marienplatz 13, 70178 Stuttgart
  • Kurse von 6.30–21.30 Uhr
  • Mehr Info
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© Pixabay Das Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier besuchen

Hier wird moderne Architektur von innen erlebbar: Das von Le Corbusier entworfene Wohnhaus ist aufgeteilt in einen informativen Museumsteil und ein begehbares Exponat, das Farbgebung und Innenrichtung von 1927 widerspiegelt. Die umgebende Weissenhofsiedlung wurde als "mustergültiges Wohnprogramm für den modernen Großstadtmenschen" unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe entworfen und ist auch heute noch spannend für alle, die sich für Stadtarchitektur und minimalistisches Design begeistern.

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© Pixabay Bei einer Stäffelestour den Alt-Stuttgarter Charme kennenlernen

Die "Stäffele", so heißen die kleinen Treppen und Steilwege an den Hängen überall in der Stadt, gehören zu Stuttgart wie der Schnittlauch auf den Maultaschen – und bei den 350 Metern Höhendifferenz zwischen Berg und Tal sind sie eine praktische Direktverbindung aus einer Zeit, als die Hänge noch von Wein und Gärten bewachsen waren. Die Stäffelestouren sind also eine gute Gelegenheit, den Alt-Stuttgarter Charme kennenzulernen. Aber auch ohne Führung entdeckt man treppauf, treppab schöne lauschige Ecken – und ins "Schnaufen", also ein bisschen außer Atem, kommt man hier so oder so.

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© Pixabay Spätzle essen und ein Viertele schlotzen in der Weinstube Schellenturm

Kein Stuttgart-Besuch ohne Viertele – und so viel Stäffele-Steigen macht sowieso durstig und hungrig: In der Region gibt's vorzüglichen Wein, den man sich auch ohne schiefe Seitenblicke schon zum frühen Mittagessen genehmigen kann. In der Weinstube Schellenturm im historischen Bohnenviertel gibt's die original schwäbische Hausmannskost gleich dazu, zum Beispiel Kartoffelsalat (ohne Mayo!), Spätzle, Zwiebelröstbraten und natürlich Maultaschen. Gegessen wird entweder in der urigen Stube oder auf der idyllischen Sommerterrasse.

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© Pixabay Flanieren und erholen im Rosensteinpark

Nach so viel Treppensteigen und mit einem kleinen Mittagsschwips vom Viertele-Trinken ruht oder flaniert es sich am besten im feudalen Rosensteinpark. Erbaut von Kaiser Wilhelm Mitte des 19. Jahrhunderts ist er der größte englische Landschaftspark im Südwesten. Und macht zudem seinem Namen alle Ehre: Weil Königin Katharina, die Frau des Kaisers, Rosen so sehr liebte, finden sich hier auch heute noch überall die duftenden Blüten, darunter seltene, alte Sorten. Wun-der-schön.

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© Pixabay Leckeres Eis mitnehmen in der Gelateria Kaiserbau

Von der Gelateria Kaiserbau am Marienplatz wird gemunkelt, sie serviere das beste Eis der Stadt. Vom schokoladigen Klassiker bis Rhabarber-Quark zu veganem Wassermelonensorbet gibt's hier das cremige Glück bällchenweise in den knusprigsten Waffeln weit und breit. So lecker, dass man gleich nochmal eine zweite Runde holen geht, wegen dolce vita und so.

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© Deanna J. | Unsplash Den Nachmittag im Kunstmuseum verbringen

Der imposante Kubus am Kleinen Schlossplatz bietet neben viel Glas und Sichtbeton im Innenraum eine schöne Auswahl an zeitgenössischer Malerei, Grafik, Installationen und Klassikern der Moderne wie Oskar Schlemmer, Willi Baumeister und eine umfangreiche Otto-Dix-Sammlung. Hier lässt sich gut ein ganzer Nachmittag verbummeln, besonders wenn es draußen ungemütlich ist. Ganz oben im Restaurant Cube wird gehobene Küche serviert und die Rundumsicht über die Innenstadt gibt's gratis obendrauf.

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© Ash Edmonds | Unsplash Exzellente Drinks in der Schwarz-Weiß-Bar probieren

Gin Tonic, Mojito, Caipirinha – schnarch. In der Schwarz-Weiß-Bar werden ausgefallene, exzellente Eigenkreationen und hochkarätige Spirituosen serviert, von japanischem Whisky bis zur hausgemachten Gin-Zitronengras-Infusion, abgerundet mit frischen Kräutern aus dem eigenen Garten. Zu edel zum Vortrinken, aber die Drinks haben ordentlich Wumms und nach spätestens zwei davon wankt man beseelt aus dem kleinen, munkeligen Laden in die Nacht hinaus.

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© Pixabay Feiern gehen im Freund & Kupferstecher

Na gut, Stuttgart ist nicht unbedingt berühmt für seine florierende Clubszene. Aber es gibt Hoffnung: Der Freund & Kupferstecher am Berliner Platz zum Beispiel versorgt die Landeshauptstadt mit feiner Musik verschiedener Genres. Futurebeats, aber auch Hip-Hop und Elektronisches in Reinform kommen auf die Turntables, und ab und an sorgen Singer-Songwriter-Konzerte für entspanntes Mitwippen.

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© Pixabay Zum (Kater-)Frühstück ins Poffers

Wer in der Nacht zuvor lange gesteppt hat, kann sich im Poffers am Kernerplatz wieder aufpäppeln lassen: Hier gibt es nicht nur die bekannten holländischen Poffertjes, luftige Pfannkuchen im Mini-Format, sondern es wird auch königliches Frühstück serviert.

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© Pixabay Von der Karlshöhe aus über den Stuttgarter Kessel gucken

Die Lage Stuttgarts im Talkessel bedeutet nicht nur stehende Luft im Sommer, sondern vor allem auch eine tolle Aussicht über die Stadt, wenn man eine der umliegenden Anhöhen erklimmt. Am Besten geht das von der Karlshöhe südwestlich des Stadtkerns aus. Da kann man wunderbar auf der Panoramaterrasse stehen, den Blick über die Ziegeldächer, den Fernsehtumr und die hügelige Landschaft schweifen lassen und "Hach, isch des schee dohanna!" ["Hach, ist das schön hier!"] seufzen.

Titelfoto: © Pixabay.

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