Eingecheckt – Schaue vom Bett auf den Prater in der Superbude Wien

© Lilli Wermuth

In unserer Serie Eingecheckt stellen wir dir schöne und nachhaltige Unterkünfte in ganz Europa vor: hippe Design-Hotels, gemütliche Ferienhäuser für Familien, abgeschiedene Berghütten, schicke und ausgefallene Lodges oder hübsche Glamping-Domizile. Hier ist für jeden Urlaubstypen etwas dabei. Hast du auch in einer Unterkunft übernachtet, die wir unbedingt mal vorstellen sollen? Dann schreib uns an [email protected].

Übernachten in der Superbude Wien

Oh Wien. Du, meine absolute Herzensstadt. Wie könnte ich nicht in dich verliebt sein? Ich dachte, ich würde dich bereits kennen – und dann habe ich in der Superbude Wien übernachtet. Eine Mischung aus Hotel und Hostel direkt am Prater. Und siehe da, ich kenne dich zwar, doch war mir vorher nie bewusst, wie atemberaubend auch dieser Fleck ist. Außerdem habe ich jetzt eine neue Lieblingsunterkunft, die es hoffentlich bald in vielen weiteren Städten gibt, denn das Konzept ist einfach genial!

Mit Zimmern aka „Buden" in verschiedenen Varianten, hat sich ein ambitioniertes Team daran gemacht, Räume zu gestalten, die sich den Gästen anpassen – und nicht umgekehrt. Es gibt ein Disco-Zimmer, das mit Spiegelkugeln und einem Bett für fünf Personen seinen Zweck offen lässt. Die Vierbettbude "Friends" hat Baumhausflair mit vier eigenen Kojen hoch über dem Boden. Und in der "Kinobude" befindet sich ein fünf Meter breites Bett mit einer Mega-Leinwand sowie einer breit aufgestellten Sammlung des österreichischen Films.

Ich komme in einer der weniger ausgefallenen Buden mit Glamping-Charakter unter, für die ein Stahlrohrbett im Wohnwagenlook entwickelt wurde, das die Leichtigkeit des Unterwegsseins vermitteln soll. Weniger ausgefallen, aber nicht weniger spannend! Denn die Wände meiner Bude sind mit Illustrationen der Wienerin Julia Presslauer versehen. Jedes Stockwerk in der Superbude Wien wird jeweils von einem/einer Studierenden der Universität für Angewandte Kunst Wien bespielt – so mangelt's nicht an Abwechslung, auch wenn du bereits zum elften Mal hier residierst. Der Wow-Moment ist safe bei jeder einzelnen Bude, denn jede ist ein Unikat!

Superbude Wien
© Lilli Wermuth
Superbude Wien
© Lilli Wermuth
Superbude Wien
© Lilli Wermuth

Leute kennenlernen und gut essen in der Superbude Wien

Das Badezimmer in den Doppelbuden ist offen gestaltet – genauso wie die Lobby und überhaupt das gesamte Haus. Die Superbude Wien will kein exklusives Hotel sein, sondern bringt in der Lobby Tourist*innen und Locals zusammen. Dabei versteht sich die Lobby nicht als Ankunftshalle, sondern als Veranstaltungsraum und Begegnungsort innerhalb der Stadt. Hier spielen österreichische Musiker*innen kleine Konzerte, veranstaltet das Team tolle Workshops passend zu jeder Saison und das Tagesbeisl Brenner mit kanzelartiger Vitrine lockt mit Wiener Klassikern wie Ei im Glas (oder der veganen Version "Kein Ei im Glas") und anderen leckeren Snacks. Und was wäre ein Wiener Kaffeehaus ohne die Bohne? Deshalb wurde auch gleich mit der Rösterei Jonas Reindl eine eigene Röstung kreiert.

Wer sich morgens etwas internationaler verköstigen will, nimmt den Aufzug in den obersten Stock. Dort wartet das Neni am Prater mit Feuerküche, großer Dachterrasse und israelischen Leckereien auf dich. Natürlich lädt das Restaurant nicht nur zum Frühstück oder Brunch über den Dächern der Stadt ein, sondern auch zu leckeren Drinks an der Bar, bevor es ins Nachtleben Wiens geht. Frühstück kannst du in der Superbude nicht dazu buchen, aber mit dem Brenner und dem Neni hast du zwei Gastronomien im Haus, die keinen Wunsch offen lassen.

Die Superbude Wien hat sich bewusst dazu entschieden, auf ein großes Hotel-Buffet zu verzichten, weil hier einfach zu viele Lebensmittel am Ende des Tages im Müll landen. Diesen Ansatz finde ich super! Nachhaltigkeit zieht sich außerdem durch die gesamte Unterkunft. Von den Möbeln, die zu einem großen Teil Second-Hand gekauft wurden, bis zu den Leih-Fahrrädern, die wieder instand gesetzt viele Geschichten erzählen können, wurde auf Vorhandenes zurückgegriffen und Ressourcen schonend eingerichtet. Auf Bio-Fairtrade-Bettwäsche ist ebenso geachtet worden.

Superbude Wien
© Lilli Wermuth
Superbude Wien
© Lilli Wermuth

Ausflüge rund um die Superbude

Durch die Nähe zum Prater – du schläfst quasi mittendrin – kann es durchaus mal sein, dass du auf dem Zimmer noch die Schreie aus der Achterbahn hörst. Am meisten Spaß macht der Wurstlprater aber natürlich, wenn man sich selbst ins Getümmel stürzt. Der Freizeitpark ist das ganze Jahr über geöffnet und nur die einzelnen Fahrgeschäfte kosten Eintritt. Um ein bisschen Prater-Luft zu schnuppern, musst du also nicht direkt das Portemonnaie zücken. Wer genug hat von Achterbahn, Riesenrad und Co., der spaziert einfach weiter und landet im riesigen angrenzenden Park mit Waldstück. Wenn man hier so vor sich hin flaniert, kann man fast vergessen, dass man eigentlich noch recht zentral in Wien unterwegs ist.

Vom Praterstern aus, der nächsten Haltestelle zur Superbude, bist du in null Komma nichts bei den großen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zum Karlsplatz sind es nur ein paar wenige Stationen mit der U1, von dort läufst du einfach los, wohin dich deine Füße tragen. Es kann gut sein, dass du direkt auf den Naschmarkt zustolperst, auf dem du dich vor geschenkten Falafeln kaum retten kannst. Noch weiter entlang des Burgrings landest du im Museumsquartier. Hier gibt es Kultur en masse und du hast wirklich die Qual der Wahl, wenn es darum geht, welches Museum als erstes besuchen sollst. Egal, wohin es dich verschlägt, ich verspreche dir: In Wien landest du immer an einem schönen Ort!

Wiener Prater
© Lilli Wermuth
Wiener Prater
© Lilli Wermuth
Wiener Prater
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Alle Infos zur Superbude Wien

Wer sollte hier Urlaub machen: Die Superbude Wien hat Zimmer für wirklich jeden Geschmack und jedes Bedürfnis. Auch wenn du öfter in Wien bist, wird es hier nicht fad, denn jede Bude ist einzigartig. Außerdem stehen die Chancen gut, dass du in der Lobby neue Bekanntschaften machst.

Das solltest du unbedingt einpacken: Einen stabilen Magen, immerhin wollen die Fahrgeschäfte am Wurstlprater ausprobiert werden. Wenn es kühler wird, empfiehlt sich eine Mütze – der Wiener Wind ist unberechenbar.

Weitere Highlights in der Gegend: Die ganze Stadt. Ganz egal, in welche Himmelsrichtung du deinen Tag startest, du landest an tollen Plätzen. Sei es die neue Donau, der Prater eben oder die Innere Stadt mit ihrer atemberaubenden Architektur.

Anreise: Von München ist man mit dem Zug innerhalb von vier Stunden in Wien. Reist du vom Norden Deutschlands an, zum Beispiel von Berlin, kannst du den Nachtzug nach Wien nehmen.

Superbude Wien | Perspektivstraße 8, 1020 Wien | Doppelbude ab 69 Euro pro Nacht | Zur Website

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Ich wurde von der Superbude sowie dem Neni am Prater eingeladen. Das beeinflusst aber nicht meine ehrliche Meinung.