Alpes-de-Haute-Provence – 11 Tipps rund um den Lac de Saint Croix

von Marie Detmer

Felder lilafarbenen Lavendels und dunkelgrüne Zypressen soweit das Auge reicht – so stellt man sich die Provence vor. Doch die Region ist so vielfältig, dass man gleichzeitig in den Bergen wandern, in klarem Wasser baden oder durch zauberhafte französische Dörfer bummeln kann. Das Gebiet Alpes-de-Haute-Provence liegt in Südfrankreich, nördlich der berühmten Städtchen Nizza, Cannes und Marseille. Nicht nur kulturell, sondern auch auf Naturebene hat das gesamte Gebiet so viel zu bieten, dass man gar nicht weiß, mit welchem Ausflug man eigentlich starten soll. Der Lac de Saint Croix liegt am Fuße der Gorge du Verdon, der größten Schlucht Europas, die auch als europäischer Grand Canyon bekannt ist. Zwischen Castellane und dem Dorf Moustiers-Sainte-Marie schlängelt sich der Fluss Verdon rund 21 Kilometer an hohen Steilwänden vorbei durch die Region Alpes-de-Haute-Provence und ist ein absoluter Natur-Hotspot – Wir haben dir 11 abwechslungsreiche Tipps für die Gegend in Südfrankreich zusammengestellt.

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© Marie Detmer Fahre von Castellane bis zur Verdonschlucht

Wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel? Das mag wohl stimmen, denn die Strecke zwischen Castellane und Moustiers-Sainte-Marie bietet so viele tolle Aussichten, dass du wirklich ständig anhalten willst und die Fahrt selbst schon ein Erlebnis ist. Das ehemalige Baronendorf Castellane liegt am oberen Anfang der Verdonschlucht und vereint die urige Atmosphäre eines Schweizer Bergdorfes und den typisch französischen Charme. Hier starten auch viele der Kajak- und Rafting-Touren, die du unternehmen kannst, wenn du besonders abenteuerlustig bist. Von Castellane führt dich eine kurvige Bergstraße Richtung Moustiers-Sainte-Marie durch die tiefe Schlucht. Immer wieder hast du wahnsinnig schöne Ausblicke auf die Steilwände und das Flussbett. Wenn der Fluss ruhig ist, kannst du dich auf dem Weg an einigen geschützten Badestellen herrlich abkühlen.

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© Marie Theres Detmer Beobachte Geier und iss französische Crêpes in Rougon

Die Verdonschlucht ist nicht nur bekannt für ihre spektakulären Aussichten, sondern auch, weil man hier fast täglich Geier beobachten kann. Wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, kann man sich kaum vorstellen, was eine Flügelspannweite von knapp drei Metern bedeutet. Dieser Anblick ist wirklich beeindruckend! Das Dorf Rougon liegt unterhalb einer alten Burgruine und in der Crêperie Le Mur d’Abeilles gibt es eine tolle Terrasse, die herrliche Aussichten bietet. Bestelle dir eine typisch französische Crêpe, herzhaft oder süß, und mit ein wenig Glück kannst du sehen, wie die Geier ihre Kreise ziehen. Übersetzt bedeutet "le Mur d’Abeilles" übrigens so viel wie "die Bienenwand“, denn in den Mauern des Dorfes arbeiten fleißige Bienen das ganze Jahr über an der Honigproduktion. Den regionalen Honig kannst du im Lokal auch direkt kaufen. Wer gut zu Fuß ist, kann im Anschluss an das Festmahl noch die Burgruine erklimmen, denn von dort hast du noch einmal einen tollen Blick über die gesamte Schlucht.

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© Marie Detmer Besuche eines der schönsten Dörfer Südfrankreichs

Wenn es ein Dorf gibt, auf das die Beschreibung "wie im Märchen" passt, dann ist es Moustiers-Sainte-Marie. Eingebettet in eine Senke zwischen hohen Felsen, thront der kleine Ort über dem Plateau von Valensole. Bekannt ist das Dorf für seine Fayence-Keramik, die man überall in den kleinen Boutiquen und schicken Ateliers der verwinkelten Gassen findet. Jeden Freitag findet hier ein kleiner Wochenmarkt statt, auf dem Produkte und Handwerkskunst aus der Region angeboten werden. Und noch ein kleines Highlight: Über eine Treppe aus Naturstein erreichst du nach einem etwa 20-minütigen Anstieg (tausche deine Flip-Flops lieber gegen festes Schuhwerk!) die Chapelle-Notre-Dame-de Beauvoir. Von dort oben kannst du ewig weit über den Ort und das Plateau blicken.

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© Marie Detmer Probiere Wein im Château Rousseau

Wer denkt bei Frankreich nicht auch gleich an Wein? Auch wenn die Provence im Vergleich zu anderen Landesteilen nur ein kleines Weinanbaugebiet ist, kannst du hier regionale Winzer besuchen. Wir empfehlen dir einen Besuch im Schloss und Weingut Château Rousseau , das seit dem 19. Jahrhundert im Familienbesitz der Emerys ist. Seit einigen Jahren wird hier biologischer Wein angebaut. Das Angebot ist überschaubar, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht gut schmecken würden. Wenn du unterhalb des Schlosses an der Ladentür klingelst, wirst du nach ein bisschen Wartezeit eingelassen und kannst zwischen zwei Sorten Rot- und Weißwein wählen oder dich für einen Rosé entscheiden. Natürlich darf vorher auch probiert werden!

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© Marie Detmer Schau in einer Lavendel-Destillerie vorbei

Wenn du schon in der Provence bist, solltest du auf jeden Fall einen kleinen Abstecher in eine Lavendel-Destillerie machen. Von Anfang Juni bis Mitte August wird die Landschaft in einen knalligen Lilaton getaucht. Schon während du die Straßen durch die lilafarbenen Felder entlang gondelst, tritt durch den Duft des Lavendels sofortige Entspannung ein. Von Sainte-Croix-du-Verdon bis Puimoisson riecht es, als hättest du dir ein Bad mit Lavendelessenz eingelassen. Zwischen den Ortschaften Valensole und Manosque befindet sich die Domain les Grades Marges, ein Familienbetrieb, in dem nicht nur Lavendelprodukte, sondern auch eigene Mandeln und Olivenöl in Bioqualität hergestellt werden. Hier kannst du richtig hochwertige Seifen aus Lavendel und feinste Kosmetik auf Mandelbasis kaufen oder dich durch das Olivenöl-Sortiment probieren.

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© Marie Detmer Genieße echtes Provence-Flair in Tourtour

Nur rund 30 km vom Lac de Saint Croix entfernt liegt auf 600 Höhenmetern das verschlafene Bergdorf Tourtour. Ein provenzalisches Örtchen, wie es romantischer nicht sein könnte. Schlendere durch die kleinen Gassen und vorbei an den mittelalterlichen Häuschen, in denen sich kleine Galerien, Boutiquen und Werkstätten aneinander reihen. Auf Grund der Höhe des Dorfes hast du hier oben auch einen herrlichen Blick über das ganze Départment Var. In Tourtour ist nicht viel los und auch in der Hochsaison kann es seinen einmaligen Charme bewahren. Ein Highlight ist definitiv der Wochenmarkt, der hier jeden Mittwoch und Samstag stattfindet. Viele Einheimische kommen zum Trödeln hierher und an den kleinen Ständen kannst du noch den ein oder anderen Schatz finden. Im Anschluss suchst du dir ein schattiges Plätzchen in einem der Restaurants unterhalb der Kirche Saint-Denis und lässt dir ein Gläschen Wein aus der Region schmecken.

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© Marie Detmer Besuche das Dorf Aiguines und picknicke mit Blick über den Lac de Saint Croix

Nähert man sich Aiguines kann man schon von weiter unten das Chateau, das Wahrzeichen des Dorfes, auf dem Berg thronen sehen. Leider ist es in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Doch auch von außen betrachtet ist es einen Blick wert. Den besten Ausblick gibt es aber an anderer Stelle. Denn am Ende des Dorfes befindet sich eine kleine Kapelle, von der aus du in den Abendstunden beobachten kannst wie die Sonne über dem See untergeht. Wie in vielen Dörfern der Region gibt es im Ortskern einige kleine Restaurants, in die du einkehren kannst. Im Elise kannst du dich zum Beispiel durch die französische Küche schlemmen. Unser Geheimtipp ist jedoch ein "dinner with a view". Nimm’ einfach den Weg entlang der Straße, die aus dem Dorf und den Hang hinunter führt und halte direkt am Aussichtspunkt an, um den Tag mit einem typisch provenzalischen Picknick ausklingen zu lassen.

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© Marie Theres Detmer Schwimme in den Naturpools der Wasserfälle von Sillans-la-Cascade

Südlich der Kleinstadt Aups befinden sich die Wasserfälle von Sillans- la-Cascade. Oberhalb des Wasserlaufes kannst du an einem der vielen Parkplätze parken und von dort aus auf ausgeschilderten Wegen in einer knappen Viertelstunde zu den Wasserfällen laufen. Einmal dort angekommen, musst du mit Sicherheit zweimal überlegen, ob du dich tatsächlich noch in Südfrankreich befindest oder vielleicht doch zufällig in einen tropischen Regenwald Asiens gereist bist. Lianen schlängeln sich um die Bäume und man hört verschiedenste Vögel zwitschern. Das türkisfarbene Wasser ist wirklich beeindruckend und zeigt einmal mehr die Vielfalt der Region. An den Wasserfällen ist das Schwimmen nicht möglich, doch in den natürlichen Pools zu Beginn des Flusslaufes kannst du herrlich ins Wasser hopsen. Aber Achtung, das Wasser kommt aus den Bergen und ist wirklich eiskalt!

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© Marie Detmer Mache das perfekte Foto von Bauduen

In den Abendstunden ist der Lac de Saint Croix mit Abstand am schönsten. Wenn du in Bauduen am südlichen Teil des Sees vorbeischaust, wirst du dir immer wieder die Frage stellen, ob du dich wirklich an einem See befindest oder vielleicht doch aus Versehen ans Meer gefahren bist. Im Gegensatz zu anderen Orten in der Umgebung ist es hier abends sehr belebt. Man kann sich Tretboote mieten und an der Promenade entlang schlendern, wo sich ein Restaurant an das nächste reiht. Doch auch wenn hier viel los ist, ist der Trubel angenehm und man bekommt direkt Mittelmeerfeeling. Die Kamera solltest du auf jeden Fall nicht vergessen, denn von der Kirche aus hast du einen tollen Blick über das gesamte Dorf. Dieses Erlebnis kann dann nur noch getoppt werden, wenn du aus Bauduen die Straße D71 hinaus- und einmal den Landarm umfährst. Direkt gegenüber des Ortes findest du einen einmaligen Fotospot.

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© Marie Detmer Bade so oft du kannst

Auch wenn man nicht offiziell am Meer ist, solltest du eines auf jeden Fall machen: baden, baden, baden. Egal, ob du in einem der kleinen Orte direkt am Lac de Saint Croix ins Wasser hüpfst, dich ins Nass der Gorge du Verdon wagst oder aber am Lac dâ Esparron badest – das Wasser ist überall glasklar. Für Letztere empfiehlt es sich früh zu kommen, denn beide Spots sind bei Badegästen sehr beliebt. Doch wer einmal hier war, weiß, warum die Stellen so gerne besucht werden. Die Kreidefelsen lassen das Wasser so blau wirken, dass es fast unecht erscheint. Wassersportaffine können sich hier Kajaks ausleihen, um über den See zu paddeln.

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© Marie Theres Detmer Schaue in den Sternenhimmel auf dem Plateau de Valensole

Rund um den See Saint Croix gibt es keine größere Stadt. So ist die Lichtverschmutzung im Vergleich zu vielen anderen Gebieten noch relativ gering. Beste Voraussetzungen also, um nach dem Sonnenuntergang den Kopf in den Nacken zu legen und hoch in die Sterne zu schauen. Auf dem Plateau de Valensole kannst du am frühen Abend einfach an einer der Aussichtsplattformen anhalten und echte Romantik genießen.

Titelbild: © Marie Detmer

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