Mailand – 11 Tipps für einen Kurztrip in die italienische Modestadt

von Rebecca Hoffmann

Mailand gilt nicht umsonst als die Modestadt schlechthin. Neben der Fashionweek, die zweimal jährlich stattfindet, sind auch alle italienischen Designermarken wie Gucci und Prada mit Stores vertreten. Dazu kommen eine Vielzahl an weiteren italienischen Mode- und Designgeschäften. Aber Mailand ist auch gerade bei Kunst- und Kulturliebhabern bekannt. Wer also mal wieder raus will, aber dennoch nicht auf Großstadt verzichten möchte, kann das Dolce Vita in Mailand genießen.

Bei schönem Wetter könnt ihr durch die Gassen schlendern und in den vielen Parkanlagen zur Ruhe kommen. Ein Spaziergang durch das Viertel Navigli und am gleichnamigen Kanal entlang ist auch ein absolutes Muss. Wer aber vielleicht etwas Pech hat und den kompletten Kurztrip mit Dauerregen erlebt, der muss nicht daheim im Trockenen bleiben. Es gibt ausreichend Museen und Galerien mit (moderner) Kunst zu entdecken oder ihr legt einen kleinen Zwischenstopp in einem der vielen Kaufhäuser ein.

MAILAND: GUT ZU WISSEN

DIE BESTEN TIPPS FÜR MAILAND

1

© Rebecca Hoffmann Mit einer traditionellen Tram durch Mailand fahren

Wem die Füße zu müde werden beim Laufen durch Mailand sind, der kann sich mit einer der Trams zum nächsten Ziel bringen lassen. Die Tram ist ein beliebtes und zugleich historisches Transportmittel in der Modestadt. Wenn ihr in die Linie 1 steigt, fahrt ihr an den berühmtesten Sehenswürdigkeiten vorbei. Wer Glück hat erwischt eine sogenannte Ventotto. Das sind die ältesten noch fahrenden Straßenbahnen in Mailand. Seit 1927 sind sie auf den Gleisen und bringen Touristen und Mailänder von A nach B. Dieses Modell hat es sogar bis nach San Francisco geschafft. Aber aufgepasst: Es gibt keine Ticketautomaten in der Tram oder an den Haltestellen, man muss die Tickets bei einer der autorisierten Verkaufsstellen kaufen. Einfacher geht es da mit der Milano Card.

2

© Rebecca Hoffmann Den Mailänder Dom besichtigen

Es gibt Sehenswürdigkeiten, die muss man auch dann machen, selbst wenn man nicht viel für sie übrig hat und sich nicht als Tourist outen will. Aber wer nach Mailand reist, der kommt einfach am Mailänder Dom nicht vorbei. Auf dem Platz vor dem Dom wird teures Taubenfutter verkauft und man sieht entsprechend viele Touristen Bilder mit Tauben machen. Das lieber links liegen lassen und direkt nach dem Ticketkauf in die Schlange vom Dom einreihen. Das geht schneller als gedacht und außerdem bietet so ein Dom natürlich auch Schutz bei Regen. Innen kann man dann die ganze gotische Pracht bewundern, während man auf kunstvoll verziertem Marmorboden dahin gleitet.

  • Mailänder Dom
  • Piazza del Duomo, 20122 Mailand, Italien
  • täglich 8–19 Uhr, letzter Eintritt zur Kathedrale 18.10 Uhr
  • verschiedene Varianten, das günstigste Kombiticket kostet 8 Euro (4 Euro ermäßigt), wer nur in die Kathedrale will zahlt 3 Euro (2 Euro ermäßigt)
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3

© Rebecca Hoffmann Bummeln in der Galleria Vittorio Emanuele II

Direkt  neben dem Mailänder Dom befindet sich das nach dem Dom wohl am häufigsten fotografierte Gebäude. Touristen und auch Einheimische strömen hier täglich durch die 1867 eröffnete Einkaufsgalerie. Schnäppchen sind aber eher nicht zu machen, denn in der Galerie sind alle großen italienischen Designerbrands wie Prada, Gucci, Armani oder Versace vertreten. Und auch die Restaurants haben dementsprechende Preise. Die Atmosphäre solltet ihr aber in diesem architektonischen Highlight dennoch einsaugen.

4

© Rebecca Hoffmann Besondere Mode shoppen und Cocktails genießen bei 10 Corso Como

Die Adresse für Design-Fans heißt auf jeden Fall 10 Corso Como und beherbergt den gleichnamigen Concept-Store. Ob Bücher, Designobjekte, Schmuck oder Designerkleidung – hier gibt es gleich auf mehreren Etagen alles für den eher extravaganten Geschmack. Was 1990 als Kunstgalerie und Buchshop begann, ist nun ein Erlebnis für alle Sinne. Es folgten Modeshop, Café und Restaurant, sowie ein super winziges Hotel mit gerade mal drei Räumen. Bei schönem Wetter lohnt sich auch eine kurze Auszeit auf der Dachterrasse. Inmitten der grünen Oase vergisst man direkt beim Genuss einer Tasse Kaffee oder einem Cocktail Ort und Zeit.  

 

  • 10 Corso Como
  • Corso Como 10, 20124 Mailand, Italien
  • Geschäft und Ausstellung: Freitag – Dienstag 10.30–19.30 Uhr, Mittwoch & Donnerstag: 10.30–21 Uhr | Restaurant: Montag–Sonntag: 12.30–15 Uhr und 19.30–23 Uhr | Café: Montag–Sonntag: 10.30–1.00 Uhr
  • Mehr Info
5

© Rebecca Hoffmann Italienische Sandwiches in Wes-Anderson-Design in der Bar Luce schlemmen

Natürlich ist das Café vom Fondazione Prada ein ebenso besonderes wie die Kunst, die im Fondazione Prada ausgestellt wird. In Anlehnung an Mailänder Cafés aus den 50ern und 60ern hat hier der Filmemacher Wes Anderson ein Setting kreiert, dass den Besuchern direkt das Gefühl gibt, in einem typischen Filmset Andersons zu stehen. Die poppig bunten Farben und das Interieur, wie historische Jukeboxen oder Flipperautomaten, bestimmen den Look. Kleine Sitznischen und große Vitrinen sind die fotografischen Highlights. Die typische Erschöpfung nach dem Betrachten großartiger Kunst kann mit verschiedensten frischen Paninis, Kaffeevarianten und Cocktails erfolgreich besiegt werden. Aber auf diese Idee kommt man nicht als einzige Person. Daher gilt: anstehen und warten.

6

© Rebecca Hoffmann Moderne Kunst gucken in der Fondazione Prada

Egal ob gutes oder schlechtes Wetter die Fondazione Prada muss auf die To-Do-Liste. In dem von Architekt Rem Kohlhaas errichtetem Gebäudekomplex wird moderne Kunst gezeigt. Am besten plant ihr gleich einen kompletten Tag ein, denn nicht nur die Gebäude an sich sind schon Kunstwerk, es gibt einfach zu viel Kunst zu entdecken. Die Fondazione Prada zeigt dabei verschiedene temporäre sowie Dauerausstellungen. Durch die großen hellen Räume und die vielen Gebäude ist es auch nie so, dass sich die typischen Touristentrauben vor Kunstwerken bilden und ihr das jeweilige Kunstwerk nahezu für euch habt. Gezeigt werden neben Videoformaten viel Installations- und Objektkunst.

7

© Rebecca Hoffmann Vogeltanz und Sonnenuntergang bewundern am Piazza Duca d’Aosta

Manchmal muss auch den kleinen Dingen die volle Aufmerksamkeit schenken. So auch am Stazione Centrale. Hier lohnt es sich zum Sonnenuntergang vorbeizuschauen, um dem abendlichen Schauspiel der Stare zuzusehen. Wie auch in Rom kommen in der Abenddämmerung die Vögel in Schwärmen zusammen und bieten kunstvolle Formationen, bei denen man nur staunen kann. Und das direkt vor dem imposanten Gebäude des Mailänder Hauptbahnhofes. Statt also hektisch in letzter Minute den Zug zum Flughafen erwischen zu wollen, ruhig zehn Minuten früher kommen, ein Gelato schlemmen und dem Naturschauspiel beiwohnen.

8

© Eaters Collective | Unsplash Focaccia und Antipasti essen im Antica Focacceria San Francesco

Wer Sightseeing macht, der muss auch essen. Und klar, wenn man in Italien ist, liegt es nahe, dass man auch italienische Speisen schlemmt. Die Italiener sind nicht gerade bekannt für ihr ausgiebiges Frühstück, aber Lunch gibt es. Hinter dem Dom gelegen befindet sich die Antica Focacceria San Francesco. Geschäftig geht es zu. Auch viele Italiener, die einen schnellen Mittagssnack wollen stehen am Tresen. Hier kann man entweder Kleinigkeiten wie die sizilianischen Reisbälle Arancini, Foccacia und andere Antipasti zum Mitnehmen kaufen oder aber man setzt sich an einen der Tische und bestellt von der Auslage oder à la carte. Empfehlenswert sind als süßer Abschluss die Cannoli, obwohl es bei dem Thema sicher tausend verschiedene Meinungen gibt, wer nun die besten macht.

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© Charisse Kenion | Unsplash Flohmarktschätze am Naviglio Grande entdecken

Statt teurer aktueller Designerstücke könnt ihr jeden letzten Sonntag im Monat am Naviglio Grande euch auf die Suche nach antiken Mitbringseln machen. Zu beiden Seiten des Kanals reihen sich dann Stand an Stand. Händler verkaufen Antiquitäten, Möbel aus den 50er Jahren, Schmuck, Taschen, Bücher und auch Vintage-Kleidung. Es ist auf jeden Fall ein sehr geschäftiges Treiben. In dem Viertel erlebt man den Flair Venedigs aufgrund der Kanäle und dem eher gemütlicheren Leben. Wer nach dem Stöbern hungrig ist, sollte im urig-zusammengewürfelten Mag Café einkehren und ein spätes Frühstück genießen. Hier lässt sich fast so viel wie auf dem Flohmarkt entdecken.

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© Bild: Picasso, Foto: Rebecca Hoffmann Palazzo Reale – Kunst anschauen mit königlichem Flair

Direkt gegenüber des Mailänder Dom gelegen liegt der Palazzo Reale. Was auf Deutsch einfach Königlicher Palast bedeutet, war hier der Wohnsitz der Habsburger. Im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und unter Wiederaufbau und Renovierung beherbergt der Palazzo Reale heute aktuelle Kunstausstellungen wie zuletzt eine große monothematische Ausstellung zu den Werken Picassos. Wer nicht gerne Schlange steht, kauft sich sein Ticket vorab online und kann dann anschließend durch die Säle wandeln.

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© Tim Labenda Rosa Flamingos entdecken in der Villa Invernizzi

Die Villa Invernizzi ist leider kein öffentlich zugängliches Gebäude, aber dennoch einen Besuch wert. Wenn ihr also sowieso gerade zum Naturkundemuseum oder Planetarium wolltet, plant doch einen kleinen Umweg über die Via Cappuccini ein. Mehr verstecktes Highlight, denn typische Sehenswürdigkeit könnt ihr durch den Gartenzaun rosa Flamingos beobachten. Da vergisst man glatt, dass man mitten in einer Großstadt unterwegs ist. Wir hörten, wer ganz nett fragt, kommt vielleicht am Concierge vorbei und darf den Garten auch persönlich betreten. Das perfekte Urlaubsbild dann inklusive.

Titelfoto: © Alex Vasey | Unsplash