Rund um Venedig – 11 Tipps für einen schönen Trip durch Venetien

Venedig kennt jeder, aber kennt ihr auch die Region rund um die berühmte Stadt? Venetien ist eine Region im Nordosten Italiens und erstreckt sich von den Dolomiten bis zur Adria. Direkt an Venedig grenzen die Euganeischen Hügeln, die vulkanischen Ursprungs sind und die seit Jahrhunderten für ihre Fango-Anwendungen, heilendes Thermalwasser, alte venezianische Palazzos und fantastischen Wein bekannt sind. Am besten lernt ihr die Gegend bei einer Fahrradtour kennen, die zum Beispiel von lovivo angeboten wird. Am schönsten ist es hier im Frühling, wenn die Hügel im saftigen Grün strahlen und es noch nicht zu warm ist.

Ich wurde eingeladen, die Region kennenzulernen und stelle euch hier meine 11 Highlights für Venedig und die Euganeischen Hügel vor.

VENEDIG – GUT ZU WISSEN

DIE BESTEN VENEDIG TIPPS

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La Mugletta, Venedig, Venetien

© Charlott Tornow Übernachten im modernen Bed & Breakfast La Mugletta

Wer nach einer außergewöhnlichen Übernachtung außerhalb Venedigs sucht, sollte unbedingt im Bed & Breakfast La Mugletta schlafen. Die Deutsche Ulla Kinzler, die seit über 20 Jahren in Italien wohnt, hat hier ein unglaublich schönes, modernes Feriendomizil geschaffen, von dem aus man nicht nur eine fantastische Aussicht über die Euganeischen Hügel hat, sondern das auch in Sachen Nachhaltigkeit Vorreiter ist. Das Haus besteht komplett aus Holz, das Frühstück besteht aus saisonalen und regionalen Lebensmitteln. Dazu ist das Haus Teil der Strada del Vino und arbeitet mit regionalen Händlern zusammen.

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© Charlott Tornow Das Dolce Vita geniessen in Arqua Petracra

Arquà Petrarca liegt malerisch gelegen inmitten der Euganeischen Hügel. Das Dorf hat nicht mal 2000 Einwohner und wurde 2018 von dem Fernsehsender Rai3 zum zweitschönsten Dorf Italiens gewählt. Wenn man durch den Ort schlendert, weiß man warum: pflastersteinerne Straße, die von alten Häusern und Villen gesäumt sind, kleine Läden, die lokal produzierte Lebensmittel anbieten und die wohl kleinste, schönste Terrazo der Welt. Seinen Namen hat Arquà Petrarca übrigens durch den gleichnamigen berühmten italienischen Autor Francesco Petrarca erhalten, der seine letzten Lebensjahre der schönen Casa del Petrarca verbrachte.

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© Charlott Tornow Fango-Anwendungen und im warmen Thermalwasser schwimmen im Hotel Abano Ritz

Die Euganeischen Hügel sind seit Jahrhunderten für das nachweislich heilende Thermalwasser und den Fango-Schlamm bekannt, der in Abano Terme und Montegrotto Terme gewonnen wird und den schon die Römer über ein 500 Kilometer langes Viadukt bis nach Rom transportiert haben. Fango wird vor allem bei rheumatischen Gelenkerkrankungen angewendet, das Thermalwasser verkürzt beispielsweise die Physiotherapie und hilft gegen Akne. Das Hotel Abano Ritz ist eines der 99 Hotels in der Gegend, in denen die Anwendungen angeboten werden, wobei das Hotel den wohl schönsten Pool von allen hat und sich durch fantastische Küche auszeichnet. Wir empfehlen vor allem eines der modernen Zimmer im 5. Stock des Gebäudes, von denen man auch eine geniale Aussicht auf die Hügel hat.

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© Charlott Tornow Weinprobe bei Salvan Vigne del Pigozzo

Wein gehört zum Leben der Italiener wie Luft und Amore. Ohne geht es nicht. Einer, der sich in ganz Venetien wohl am besten mit Wein auskennt, ist Giorgio Salvan. Er führt zusammen mit seiner Frau und Tochter die Tradition seines Großvaters fort, der hier, in der Nähe des Schlosses Catajo, seit 1914 Wein anbaut. Giorgio selbst gründete vor knapp 30 Jahren die Strada del vino dei Colli Euganei, die Weinstraße der Euganeischen Hügel, sein Motto ist: “Wasser ist gefährlich für die Leber”. Bei einem Besuch des Weingutes Salvaner Keller könnt ihr euch durch die besten Weine und lokale Produkte von befreundeten Produzenten probieren. Währendessen erzählt Giorgio, der übrigens fließend Deutsch spricht, von der Geschichte der Hügel und vermittelt jede Menge Weinfachwissen.

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© Charlott Tornow Regional und saisonal essen im Val Pomaro

In Italien kann man ja generell gut essen, aber das Val Pomaro setzt den Standard doch schon sehr hoch an. Oberhalb des Dorfes Arquà Petrarca zwischen Olivenhainen gelegen, mit einer wunderbaren Aussicht auf die Euganeischen Hügel, wird in dem familienbetriebenen Restaurant bereits seit 1957 lokal und saisonal gekocht. In den Töpfen und Pfannen landen ausschließlich hochwertige Produkte, sogar der Reis kommt aus Italien, alles ist selbstgemacht und selbst die wilden Kräuter werden früh gepflückt. Wer keine Lust auf Pizza und Pasta, sondern wissen will, wie Italien wirklich schmeckt, sollte hier hin fahren.

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© Charlott Tornow Das Schloss von Monselice besichtigen (und vielleicht hier heiraten)

Wusstet ihr, dass man in Italien fast alle Schlösser und Palazzos für private Feiern mieten kann? Eines dieser Schlösser ist das in der Stadt Monselice, das einen romantischen Garten und eine Privatkapelle hat, das sich perfekt für eine Hochzeit eignet. Davon abgesehen, kann man das Schloss natürlich auch besichtigen und viel über die lange Geschichte des Gebäudes erfahren. Zwischen dem 11. und dem 16. Jahrhundert war das Schloss ein Herrensitz, dann entstand hier eine Verteidigungsanlage, später wurde es zu einer venezianischen Villa umgebaut.

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© Charlott Tornow Mache eine Radtour durch die Euganeischen Hügel

Am besten lernt ihr die Region um die Euganeischen Hügel auf einer Fahrradtour kennen. Der Veranstalter lovivo bietet zahlreiche Fahrradtouren an, auf der ihr viel über die Geschichte und die Kultur der Region kennenlernt. Eine der schönsten Touren führt von Abano Terme aus mit dem E-Bike zur Villa Draghi, dem Schloss von dem Catajo und zur Villa Emo. Weitere Stops sind Schloss von Monselice, das Schloss von Este und das Schloss von Valbona.

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Venedig, Museen virtuelle Touren

© Charlott Tornow Die Scuola Grande dei San Rocco bestaunen

Venedig ist wirklich nicht arm an prachtvollen Palästen, Villen, Museen und Kirchen. Hinter jeder Ecke verbirgt sich ein Gebäude, das noch den Glanz alter Zeiten ausstrahlt, als Venedig eine Goßmacht im Mittelmeer war. Allein der berühmte Dogenpalast ist über 1000 Jahre alt. Die Stadt ist ein einziges Freilichtmuseum, dass man schnell vergisst, hinter die Fassade zu schauen. Denn erst da wird es richtig prächtig. Die Scuola Grande dei San Rocco beispielsweise sieht von außen schon imposant aus, offenbart ihren wahren Reichtum erst in der 1. Etage, die mit einem aus 56 Gemälden von Jacopo Tintoretto bestehenden Bilderzyklus sowie einem dreiteiligen Altar und zahlreichen hölzernen Wandskulpturen ausgestattet ist. Die Scuola wurde nach der Pest von 1477 aus zwei Bruderschaften gegründet und nach Rochus von Montpellier benannt, der Schutzheilige der Pestkranken.

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© Charlott Tornow Modern Italienisch essen in der Osteria Enoteca Ai Artisti

In Venedig gibt es natürlich zahlreiche gute Restaurants, eines, das wir euch aber vollumfänglich empfehlen können, ist das von Francesca Ciancio und Vincenzo Buonfiglio. Mit einer Passion für guten Wein und gute Zutaten haben sie hier eine kleine Ruheoase im trubeligen Venedig abseits der Touristenmassen geschaffen. Gerade mal 15 Menschen passen in das kleine Restaurant in San Polo, entsprechend entspannt ist die Atmosphäre; was natürlich auch an dem fantastischen Essen liegen könnte. Hier wird mit frischen Zutaten vom Rialto Markt gekocht, es gibt zum Beispiel Gnocchi mit Hasenragout oder butterweiche Schweinerippchen mit saisonalem Gemüse. Alles frisch zubereitet, alles unfassbar lecker.

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© Charlott Tornow Moderne Kunst auf der Biennale gucken

“May you live in interesting times” heißt das Motto der La Biennale di Venezia 2019, die noch bis zum 24. November in Venedig stattfindet. “Interesting” kann dabei durchaus falsch verstanden werden, denn bei der ausgestellten Kunst geht es weniger um schnöde Unterhaltung, als um hochpolitische Aussagen, die auf Umweltschutz, Vertreibung und gesellschaftlichen Wandel anspielen. Ausstellungsflächen sind verteilt auf die ganze Stadt, wobei der Hauptschauplatz der Giardini ist, wo sich 28 Länder in ihren nationalen Pavillons präsentieren. Besonders sehenswert ist die von Kuratoren zusammengestellte Themenausstellung in Arsenale. Für beides sollte man sich jeweils mindestens einen Tag Zeit nehmen.

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© Charlott Tornow Trinke Aperol Spritz am Kanal Fondamenta Misericordia in Venedig

Das wahre venezianische Leben spielt sich nicht am Markusplatz, sondern außerhalb des touristischen Zentrums ab. Wer das venezianische Dolce Vita erleben will, der sollte sich Richtung des Jewish Ghetto aufmachen und sich zum Sonnenuntergang am Kanal rio della Misericordia niederlassen. Hier, wo keine Gondel vorbeifährt, sitzen die Einwohner mit einem Aperol Spritz oder Wein in der einen und einem Stück Pizza in der anderen Hand und lauschen den Straßenmusikern oder dem Geschnatter der Anderen.

Vielen Dank an die Region Thermae Abano Montegrotto und Uschi Liebl PR für die Einladung.