Urlaub auf Madeira – 11 Tipps für die portugiesische Insel im Atlantik

"Oh, das sieht ja aus wie auf Sri Lanka" – diesen Satz werde ich während unseres Aufenthaltes auf Madeira noch einige Male von mir geben und dabei immer wieder neue Vergleiche zu Destinationen auf der ganzen Welt anstellen. Denn die portugiesische Insel im Atlantik ist einfach unglaublich vielfältig. Wilde Wasserfälle, die surreal grüne Berghänge hinunter rauschen, erinnern mich an Hawaii; vulkanische Landschaften an La Réunion und beeindruckende Wanderungen, die dir das Gefühl geben, über die Chinesische Mauer zu spazieren, an Aufenthalte in Asien. Madeira ist sozusagen die Welt im Kleinformat und trotzdem absolut einmalig. Dank der üppigen, immergrünen Natur und Landschaften, die einen dazu verführen, den ganzen Urlaub hinter der Kameralinse zu verbringen, werden nicht nur Hobby-Botaniker, sondern auch Outdoor-Enthusiasten hier ihr Glück finden. Wir verraten dir unsere 11 besten Tipps für die exotische europäische Insel.

MADEIRA – GUT ZU WISSEN

DIE BESTEN TIPPS FÜR MADEIRA

1
Madeira, Engenhos do Norte

© Charlott Tornow Koste den einzigartigen Rum Madeiras in der Engenhos do Norte

Wer im April und Mai nach Madeira kommt, der wird ein besonderes Spektakel auf den Straßen der Insel erleben: voll mit Zuckerrohr beladene Laster, die unter der Last der süßen Pflanze fast zusammenbrechen. Überall auf der Insel wird seit Jahrhunderten Zuckerrohr angebaut, der im Frühjahr geerntet und während der sechs- bis achtwöchigen Erntephase zu einzigartigem Rum verarbeitet wird. Auf Madeira gibt es heute noch fünf Destillerien, die sehenswerteste und bekannteste ist die Engenhos do Norte in Porto da Cruz. Die Brennerei arbeitet noch immer mit über 100 Jahre alten Dampfmaschinen – ein Alleinstellungsmerkmal in Europa. Der kleinen Destillerie ist ein Verkaufsladen angeschlossen, in dem du nicht nur die verschiedenen Rumsorten probieren, sondern auch kaufen kannst.

2
Madeira Wine Cottages_Madeira

© Charlott Tornow Nächtige in den gemütlichen Madeira Wine Cottages

"Wir wollen hier gar nicht mehr weg", denken wir jeden Morgen auf Madeira. Denn unsere Unterkunft ist einfach ein absoluter Traum. Die privatgeführten Madeira Wine Cottages liegen, umringt von üppigen Bananenplantagen und viel viel Grün direkt am Hang von Estreito da Calheta an der Südwestküste Madeiras. Von den vier gemütlichen Ferienhäuschen, die alle eine tolle Terrasse, teilweise mit Garten, haben, kannst du einen wahnsinnig schönen Ausblick direkt auf den azurblauen Ozean genießen. Als wäre das noch nicht genug, ist die Besitzerin Madeleine eine wirklich herzliche Gastgeberin, der es ein großes Vergnügen bereitet, deinen Urlaub mit allerlei Insider-Tipps upzugraden. Nach nur wenigen Tagen haben wir uns hier schon wie Zuhause gefühlt – wir kommen auf jeden Fall wieder!

3
Madeira, Madeira Paragliding

© Charlott Tornow Genieße die Aussicht auf Madeira beim Paragliding

Madeira von unten ist atemberaubend schön, Madeira von oben ist unvergesslich. Wenn du nicht unter Höhenangst leidest und 15 Minuten erleben willst, die du lange nicht vergessen wirst, dann solltest du einen Paragliding-Flug bei Hartmut Peters buchen und Madeira aus der Vogelperspektive erkunden. Der Deutsche fliegt seit über 20 Jahren auf Madeira mit dem Gleitschirm und steht sogar im Guinessbuch der Rekorde mit den weltweit am meisten absolvierten Flüge. Du begibst dich hier also in die Hände eines echten Profis und wirst dich auch in diesen schwindelerregenden Höhen sehr sicher fühlen. Peters ist auch beim Flug sehr auskunftsfreudig und zeigt dir versteckte Wege und Wasserfälle, weist dich auf Vogelarten hin und plaudert auch sonst gern, sodass die Zeit sprichwörtlich wie im Flug vergeht.

4
Madeira_Pukiki Bar

© Charlott Tornow Gönn dir tropische Cocktails in der coolen Pukiki Bar

Passend zu den besonders schönen Aussichten Madeiras, braucht es natürlich auch eine richtig coole Bar, um einen täglichen Sundowner zu genießen. In der Pukiki Bar kannst du echten Aloha-Spirit spüren, denn sie ist die erste und einzige Tiki-Bar Madeiras. In Anlehnung an die historische Verbindung zwischen Madeira und Hawaii, serviert die charmante Besitzerin nicht nur unglaublich leckere Cocktails auf Rum-Basis, sondern auch eine Auswahl an 120 (!) verschiedenen Sorten Rum. Unser Lieblingsdrink? Schwer zu sagen, wir haben zwar fast die gesamte Karte durchprobiert, doch müssen gestehen, dass uns absolut jeder Drink überzeugt hat! Übrigens, wusstest du, dass die Ukulele, die wir so oft mit Hawaii verbinden, eigentlich aus Madeira stammt? Der Madeiraner Manuel Nunes gilt als Erfinder des Instruments – eines seiner Originale kannst du in der Pukiki Bar bewundern.

5
Madeira_Porto Moniz

© Milena Magerl Bade in den natürlichen Lavabecken von Porto Moniz

Madeira ist eine vulkanische Insel, die wie eine Statue hoch aus dem Meer herausragt. Strände gibt es, bis auf den berühmten schwarzen Sandabschnitt in Seixal, deshalb nicht wirklich. Das heißt aber nicht, dass du nicht baden gehen kannst. Eine besonders atmosphärisches Erlebnis ist ein Besuch in Porto Moniz. Denn der kleine Küstenort ist für seine Pools aus schwarzem Lavagestein berühmt, die an stürmischen Tagen von der starken Brandung immer wieder mit frischem Meerwasser gefüllt werden. Während du hier entspannt durchs ruhige Wasser schwimmst, kannst du die beeindruckende Kulisse der mächtigen Berghänge zur einen sowie die Gischt des Atlantiks zur anderen Seite bewundern. Wir haben uns danach noch mit einem Glas Poncha, dem heimlichen Nationalgetränks Madeiras, und sehr leckeren, selbstgemachten Milho Frito im Restaurante Cachalote belohnt. Übrigens: Auch in Seixal gibt es zwei Lavabecken, die zwar weniger spektakulärer, aber auch weniger besucht sind.

6
Madeira_Funchal

© Charlott Tornow Flaniere durch die bunten Gassen von Funchal

Die Inselhauptstadt Funchal bildet das Zentrum Madeiras und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Beobachte das frühmorgendliche Treiben  in der großen Markthalle Mercado dos Lavradores. An den Ständen kannst du frischen Fisch, pão und exotisches Obst kaufen, darunter auch abgefahrene Inselfrüchte wie Banananas, eine abgefahrene Kreuzung aus Banane und Ananas. Kleiner Tipp: Lass' dich nicht übers Ohr hauen, die Marktverkäufer*innen sind wirklich gute Geschäftsleute! Im Anschluss spazierst du durch die schmalen Gässchen der Altstadt, bewunderst die mit Street Art verzierten Türen in der Rua de Santa Maria und läufst hinauf zum wunderschönen Garten Monte Palace Madeira oder genießt die fabelhafte Aussicht aufs Meer von der kleinen Terrasse der Barreirinha Bar Café.

7
madeira

© Charlott Tornow Fahre durch die natürliche Waschstraße Madeiras

Ein kleiner Fun Factor auf Madeira erwartet dich auf der alten Küstenstraße zwischen Ponta do Sol und Madalena do Mar. Nach vielen Kurven und sehr schmalen Passagen gelangst du an einen riesigen Wasserfall, der hier Kaskadenartig steil ins Meer hinabstürzt. Doch das ist noch nicht alles, denn die Wassermassen lassen die Straße nicht unverschont. So kommst du quasi in einen aufregenden Genuss eines kostenlosen Autowäsche. Keine Sorge, einfach Augen auf und durchfahren! An stürmischen Tagen solltest du diese Strecke jedoch lieber meiden, denn die Straße ist so tief gelegen, dass die wilden Wellen des Atlantiks durchaus mal bis auf den Asphalt reichen.

8
Madeira, Ponta do Sol

© Charlott Tornow Entspanne in der Sonne im kleinen Städtchen Ponta do Sol

Auf Madeira gibt es viele verschlafene Städtchen, eines der schönsten davon ist Ponta do Sol. Vor allem der Stadtteil direkt an der Küste mit seiner von bunten Häusern verzierten Promenade eignet sich perfekt zum süßen Nichtstun. Bestell dir in der kleinen Bar A Baixa ein oder drei Ponchas (das Inselgetränk schlechthin bestehend aus frisch gepresstem Orangensaft, Rum und Honig), leg dich auf eine der weißen Strand liegen und höre dem Rauschen des Meeres zu. Für einen Snack zwischendurch empfehlen wir das Café The Old Phamarcy und wenn du abends nach einer schicken Bleibe suchst, dann checke im 1905 Zino's Palace ein.

9
Madeira, Levada das 25 Fontes_Madeira

© Charlott Tornow Wandere entlang der Levadas zu den 25 Fontes

Madeira wird auch als "schwimmender Garten des Atlantiks" bezeichnet. Denn das Klima ist ganzjährig mild und bringt nicht nur Wärme, sondern auch genügend Regen, um die Natur in unzähligen Grüntönen erstrahlen zu lassen. Um das Regenwasser von den höheren Ebenen zu den Zuckerrohrplantagen zu leiten, wurden bereits vor vielen Jahrhunderten kleine Wasserkanäle, die Levadas, überall auf der Insel angelegt. Im Norden der Insel kannst du entlang dieses alten Bewässerungssystem zum Fuß des Wasserfalls Lagoa das 25 Fontes wandern, der sich aus über 25 Quellen des Hochplateaus Paul da Serra speist. Dabei sorgen die Levadas für eine angenehme Abkühlung während der gesamten Wanderzeit. Im Sommer lässt die Hitze die Wasserpools häufig austrocknen, doch gerade in den europäischen Wintermonaten sind die Wassermassen, die hier aus beeindruckender Höhe hinabstürzen, ein absolutes Erlebnis. Auf dem Rückweg kannst du eine kurze Pause im Rabacal Nature Spot Café einlegen und dich mit leckerem Kuchen belohnen. Wenn du dann wieder Energie verspürst, kannst du dem Pfad 6.1 entlang der in 1000 Meter Höhe verlaufenden Levada do Risco zu einem weiteren Naturschauspiel folgen, das definitiv mit dem ersten Stop mithalten kann – mehr sei noch nicht verraten!

10
Madeira, porto de abrigo

© Charlott Tornow Probiere den süßen Wein Madeiras in der urigen Bar Porto de Abrigo

Versteckt an der wunderschönen Küstenstraße zwischen Seixal und São Vicente befindet sich ein kleines, ehemaliges Handelshaus, das beim Vorbeifahren leicht zu übersehen ist. Früher war das Haus Umschlagplatz für Waren aus Funchal und Wein aus dem São-Vicente-Tal, seit 2017 befindet sich hier die kleine Bar Porto de Abrigo, die den Inseltypischen süßen "Madeira Wine" serviert, der ein bisschen an Port-Wein vom portugiesischen Festland erinnert. Am besten nimmst du im Außenbereich Platz auf einem der Holzhocker, lässt dir hausgemachten Poncha oder eben ein Glas Madeira Wine servieren, während du Erdnüsse futterst und dem geschäftigen Treiben auf der Küstenstraße zusiehst. Die Bar hat auch einen kleinen Verkaufsbereich, in dem du verschiedene Wein- und Rumsorten von der Insel kaufen kannst.
11
Madeira, Pico do Arieiro

© Charlott Tornow Besteige die höchsten Berge Madeiras zum Sonnenaufgang

Auf Madeira gibt es unzählige Wanderwege entlang historischer Wasserstraßen und bunt blühender Felder, durch grüne Dschungelartige Landschaften und zu atemberaubenden Wasserfällen – eine spektakulärer und schöner als die andere. Ein Muss auf jeder Madeira-Reise ist aber eine Wanderung zum höchsten Berg der Insel, dem Pico Ruivo, der einen Wahnsinnsblick über Madeira und seine schroffe Landschaft bietet. Unsere Empfehlung: Starte deine Tour auf dem Pico de Arieiro, um von hier aus den Sonnenaufgang zu schauen, ein dramatisches Ereignis, denn der Berg liegt über den Wolken! Danach nimmst du den Weg zum Pico Ruivo, eine tolle Gratwanderung, die zwar gut ausgebaut, aber wegen der Höhenunterschiede von fast 1000 Metern und der Länge von 12,3 Kilometer nichts für Anfänger ist.

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11 Tipps für Outdoor-Fun auf Madeira
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