Madeira – 11 schöne Wanderungen und coole Outdoor-Aktivitäten

Madeira ist ein absolutes Paradies. Die portugiesische Insel wird auch als "Perle des Atlantiks" bezeichnet und es stimmt: Sobald man hier landet, hat man das Gefühl, ein seltenes, wertvolles Schmuckstück gefunden zu haben, das eher an die Karibik oder Südostasien, aber bestimmt nicht an Europa erinnert. Das Klima hier ist ganzjährig warm, die Temperaturen fallen kaum unter 20 Grad. Dazu regnet es viel (meistens aber nur kurz), sodass die Vegetation hier immergrün und die Insel Heimat vieler Blumenarten und jeder Menge üppig bestückter Pflanzen ist. Wenn du also die Insel besuchst, ist es Pflichtprogramm, dich so oft und so lange wie möglich in der Natur aufzuhalten.

Dabei ist Madeira vor allem für seine wunderschönen Wanderungen bekannt. Aber auch fernab der Wanderwege kannst du hier zum/r Abenteurer*in werden: beim Tauchen, Canyoning, Paragliding, Kayak fahren und auf einer Whale-Watching-Tour. Ich habe alles einmal ausprobiert und empfehle dir hier meine 11 liebsten Outdoor-Aktivitäten auf Madeira.

Wanderungen und Outdoor-Fun auf Madeira

1
Madeira, Pico do Arieiro

© Charlott Tornow Besteige die höchsten Berge Madeiras zum Sonnenaufgang

Auf Madeira gibt es unzählige Wanderwege entlang historischer Wasserstraßen und bunt blühender Felder, durch grüne Dschungelartige Landschaften und zu atemberaubenden Wasserfällen – eine spektakulärer und schöner als die andere. Ein Muss auf jeder Madeira-Reise ist aber eine Wanderung zum höchsten Berg der Insel, dem Pico Ruivo, der einen Wahnsinnsblick über Madeira und seine schroffe Landschaft bietet. Unsere Empfehlung: Starte deine Tour auf dem Pico de Arieiro, um von hier aus den Sonnenaufgang zu schauen, ein dramatisches Ereignis, denn der Berg liegt über den Wolken! Danach nimmst du den Weg zum Pico Ruivo, eine tolle Gratwanderung, die zwar gut ausgebaut, aber wegen der Höhenunterschiede von fast 1000 Metern und der Länge von 12,3 Kilometer nichts für Anfänger ist.

2
Madeira, Madeira Paragliding

© Charlott Tornow Genieße die Aussicht auf Madeira beim Paragliding

Madeira von unten ist atemberaubend schön, Madeira von oben ist unvergesslich. Wenn du nicht unter Höhenangst leidest und 15 Minuten erleben willst, die du lange nicht vergessen wirst, dann solltest du einen Paragliding-Flug bei Hartmut Peters buchen und Madeira aus der Vogelperspektive erkunden. Der Deutsche fliegt seit über 20 Jahren auf Madeira mit dem Gleitschirm und steht sogar im Guinessbuch der Rekorde mit den weltweit am meisten absolvierten Flüge. Du begibst dich hier also in die Hände eines echten Profis und wirst dich auch in diesen schwindelerregenden Höhen sehr sicher fühlen. Peters ist auch beim Flug sehr auskunftsfreudig und zeigt dir versteckte Wege und Wasserfälle, weist dich auf Vogelarten hin und plaudert auch sonst gern, sodass die Zeit sprichwörtlich wie im Flug vergeht.

3
Madeira, Kayak

© Charlott Tornow Entdecke die Landzunge Ponta de São Lourenço beim Wandern und Kayak fahren

Madeira ist eine mit üppigem Grün bewachsene Insel. Zumindest auf einem Großteil der Insel, denn die Landzunge Ponta de São Lourenço bildet die eine große Ausnahme: Die schroffen Klippen und Buchten sind den Gezeiten und unbarmherzigen Nordwinden ausgesetzt. Hier wachsen zwar nur flache Gräser, dafür sieht man hier besonders imposant den vulkanischen Ursprung der Insel. Wir empfehlen dir, die Landzunge einmal zu Fuß und einmal mit dem Kayak zu erkunden. Der 3 Kilometer (Achtung: kein Rundweg!) lange Wanderweg Vereda da Ponta de São Lourenço führt dich vom Wanderparkplatz zum höchsten Punkt, dem Miradouro Ponta do Furado, von dem aus du fast bis nach Funchal gucken kannst. Vom Wasser aus wiederum hast du einen spektakulären Blick auf das Relief der Landzunge. Das Azul Diving Center bietet 2-stündige Touren an und führt dich zu versteckten Höhlen entlang der Küste.

4
Madeira_Porto Moniz

© Milena Magerl Bade in den natürlichen Lavabecken von Porto Moniz

Madeira ist eine vulkanische Insel, die wie eine Statue hoch aus dem Meer herausragt. Strände gibt es, bis auf den berühmten schwarzen Sandabschnitt in Seixal, deshalb nicht wirklich. Das heißt aber nicht, dass du nicht baden gehen kannst. Eine besonders atmosphärisches Erlebnis ist ein Besuch in Porto Moniz. Denn der kleine Küstenort ist für seine Pools aus schwarzem Lavagestein berühmt, die an stürmischen Tagen von der starken Brandung immer wieder mit frischem Meerwasser gefüllt werden. Während du hier entspannt durchs ruhige Wasser schwimmst, kannst du die beeindruckende Kulisse der mächtigen Berghänge zur einen sowie die Gischt des Atlantiks zur anderen Seite bewundern. Wir haben uns danach noch mit einem Glas Poncha, dem heimlichen Nationalgetränks Madeiras, und sehr leckeren, selbstgemachten Milho Frito im Restaurante Cachalote belohnt. Übrigens: Auch in Seixal gibt es zwei Lavabecken, die zwar weniger spektakulärer, aber auch weniger besucht sind.

5
Madeira, Caminho Real do Paul do Mar

© Charlott Tornow Erklimme den steilsten Wanderweg Madeiras

"Ein angenehm kurzer Weg, fast nur bergab von dem Dorf Prazeres bis zum Meeresufer in Paúl do Mar" – so heißt es in der Beschreibung des portugiesischen Tourismusbüros zu dem Wanderweg Caminho Real do Paul do Mar. Während der Abstieg, bei dem man in kurzer Zeit knapp 500 Höhenmeter in Zickzacklinien überwindet, relativ einfach ist und spektakuläre Aussichten auf das Meer, einen Wasserfall und die wahnsinnig grüne Vegetation genießt, hat es der Aufstieg dagegen in sich. Denn wer nicht gerade ein Taxi in Paúl do Mar zurück nach Prazeres nimmt, muss ja immerhin irgendwie zurück. Ausdauer und gutes Schuhwerk ist hier die Devise. Übrigens: Wie viele Wanderwege auf Madeira wurde auch der Caminho Real einst als Verbindungsweg genutzt, den die Menschen zurücklegten, um vom Meer ins Landesinnere zu gelangen, als es noch keine Straßen, Autos und Tunnel gab.

6
Madeira, Canyoning

© Epic Madeira, Charlott Tornow Überwinde Wasserfälle und tiefe Schluchten beim Canyoning auf Madeira

Auf Madeira bist du überall schnell in der Natur. Die vielen Wanderwege führen dich entlang alter Wasserstraßen, zu berauschenden Wasserfällen, durch dichte Wälder und über Bergkämme. Wenn du aber richtig tief in die Natur eintauchen willst, dorthin, wo nicht jeder Tourist kommt, dann solltest du eine Canyoning-Tour bei Epic Madeira buchen. Beim Canyoning überwindest du Wasserfälle, watest durch tiefe Schluchten und springst ins klare, kalte Wasser der Becken. Die gut aufgelegte Crew von Epic Madeira führt dich an Orte, die du nicht mit dem Auto oder zu Fuß erreichst und die wie aus einem Land vor unserer Zeit wirken – denn tatsächlich befindet sich hier noch die selbe Vegetation wie vor 700 Jahren, als die Insel entdeckt wurde. Ein einzigartiges Erlebnis, für das du relativ kälteresistent und schwindelfrei sein solltest.

7
Madeira, Levada das 25 Fontes_Madeira

© Charlott Tornow Wandere entlang der Levadas zu den 25 Fontes

Madeira wird auch als "schwimmender Garten des Atlantiks" bezeichnet. Denn das Klima ist ganzjährig mild und bringt nicht nur Wärme, sondern auch genügend Regen, um die Natur in unzähligen Grüntönen erstrahlen zu lassen. Um das Regenwasser von den höheren Ebenen zu den Zuckerrohrplantagen zu leiten, wurden bereits vor vielen Jahrhunderten kleine Wasserkanäle, die Levadas, überall auf der Insel angelegt. Im Norden der Insel kannst du entlang dieses alten Bewässerungssystem zum Fuß des Wasserfalls Lagoa das 25 Fontes wandern, der sich aus über 25 Quellen des Hochplateaus Paul da Serra speist. Dabei sorgen die Levadas für eine angenehme Abkühlung während der gesamten Wanderzeit. Im Sommer lässt die Hitze die Wasserpools häufig austrocknen, doch gerade in den europäischen Wintermonaten sind die Wassermassen, die hier aus beeindruckender Höhe hinabstürzen, ein absolutes Erlebnis. Auf dem Rückweg kannst du eine kurze Pause im Rabacal Nature Spot Café einlegen und dich mit leckerem Kuchen belohnen. Wenn du dann wieder Energie verspürst, kannst du dem Pfad 6.1 entlang der in 1000 Meter Höhe verlaufenden Levada do Risco zu einem weiteren Naturschauspiel folgen, das definitiv mit dem ersten Stop mithalten kann – mehr sei noch nicht verraten!

8
Tauchen, Achensee

© Charlott Tornow Erlebe die marine Tierwelt vor Madeira bei einem Tauchgang

Madeira ist eine Insel mitten im Atlantik und als solche Heimat und Zufluchtsort für jede Menge verschiedener mariner Lebewesen. Während du auf einer Whale-Watching-Tour Wale, Delfine, außergewöhnliche Quallen und sogar fliegende Fische entdecken kannst, geht es beim Tauchen hinab in die Tiefen des Ozeans. Das Madeira Diving Center östlich von Funchal ist ein toller Anlaufpunkt für Anfänger und Tauchprofis. Die Tauchschule wird seit 37 Jahren von einer deutschen Familie betrieben und liegt direkt an einem großen Hausriff mit acht Tauchplätzen, die bis in maximal 29 Meter reichen. Beim Schnuppertauchen lernst du unter professioneller Anleitung, dich unter Wasser zu bewegen und zu atmen. Wenn du schon Taucherfahrung hast, kannst du hier auch einzelne Tauchgänge buchen oder du machst gleich einen Tauchschein über mehrere Tage.

9
Madeira, Vereda do Fanal

© Charlott Tornow Gehe auf Madeiras Hochebene Paul da Serra bis zum Nebelwald wandern

Einer der beliebtesten Orte auf Madeira ist der Laurisilva Fanal, umgangssprachlich auch Nebelwald genannt. Dabei ist der Begriff etwas irreführend, weil auf Madeira eigentlich täglich irgendwo Nebel in einem der vielen Wälder hängt, aber hier wirkt die Szenerie besonders mystisch. Der Laurisilva Fanal mit seinen uralten, knorrigen Lorbeerbäumen befindet sich in einem alten Vulkankrater und ist Ende oder Ausgang der schönen Wanderung entlang des Wanderwegs Vereda do Fanal. Der Weg führt über 10,8 Kilometer (kein Rundweg!) vom Lorbeerwald bis zur Hochebene Paul da Serra, die mit ihren unendlichen, gelb blühenden Ginster-Sträuchern einen krassen Kontrast bildet, aber nicht weniger sehenswert ist. 

10
Madeira, madeira_estrela de calheta küstenlinie

© Charlott Tornow Erlebe Wale und Delfine in freier Wildbahn bei einer Whale-Watching-Tour

Rundkopfdelfine, Streifendelfine, Glattwale oder Grauwale – Madeira ist nicht nur zu Land, sondern auch zu Wasser absolut beeindruckend. Der Wind saust uns um die Ohren und wir hüpfen mit unfassbarer Geschwindigkeit über die riesigen Wellen des atlantischen Ozeans. Wir halten uns gut fest und drehen uns nach hinten, um die Aussicht auf die gesamte Insel zu bestaunen, da gleitet zu unserer rechten ein fliegender Fisch sekundenlang übers Wasser. Auf einer Tour mit Lobosonda kannst du beim Whale Watching zusammen mit Meeresbiolog*innen die (Unter-)Wasserwelt des Atlantiks vom Boot aus entdecken. Das Team von Lobosonda hat sich dem Schutz der Meere verpflichtet und zeichnet alle Sichtungen auf und leitet wichtige wissenschaftliche Daten an regionale, nationale und internationale Forschungszentren weiter.

11
Madeira_Rota do Banana

© Charlott Tornow Spaziere durch die üppig grünen Bananenplantagen Madeiras

Wenn du über die Insel fährst, kannst du vor allem im Süden Madeiras, viele kleine und große Bananenplantagen sichten. Zusammen nehmen die kleinen Parzellen fast 700 Hektar ein. Das ganzjährig milde Klima, die Feuchtigkeit des Meers und die Sonneneinstrahlung sind die besten Vorraussetzungen für eine vielversprechende Ernte. Auf einem kleinen Spaziergang entlang der Rota da Banana in Madalena do Mar kannst du die riesigen Bananenstauden mit ihren Früchten und den außergewöhnlich anmutenden Blüten aus nächster Nähe bestaunen. Wenn du mehr über den Anbau der lokalen Madeira-Banane erfahren willst, solltest du eine kleine Tour in den Norden der Insel zu dem Bananenbauern Rio unternehmen. Zusammen mit dem portugiesischen Farmer kannst du auf der hauseigenen Plantage Bananenbäume umgraben, mehr über die Entwicklung einer Bananenstaude lernen und sogar die ein oder andere Banane ernten und naschen.