Stockholm – Die 11 besten Restaurants in der schwedischen Hauptstadt

In Schweden sagt man "Hej!" zur Begrüßung und "Smaklig måltid!", wenn man seinem Gegenüber einen guten Appetit wünscht. Und natürlich könnt ihr bei einem Besuch in der schwedischen Hauptstadt auch besonders gut speisen und zwar weit mehr als nur Zimtschnecken. Obwohl so ein Kurztrip in den Norden auf jeden Fall nicht ohne das süße Gebäck auskommt. Wer an Schweden und Kulinarik denkt, denkt natürlich auch gleich an Köttbullar. Und ja, die gibt’s da wirklich und sind keine reine Erfindung des berühmten schwedischen Möbelhauses. Aber die Cafés und Restaurants in Stockholm haben noch so viel mehr zu bieten und wir verraten euch, was ihr nicht verpassen solltet.

Ein paar Besonderheiten gibt es aber noch bei den Schweden. Das Mittag (schwedisch: lunch) wird bereits ab 11.30 Uhr serviert und ihr werdet daher gerade unter der Woche viele Büroangestellte schon zu dieser Uhrzeit in den Cafés und Restaurants in Stockholm sitzen sehen. Und auch das Abendessen nehmen die Nordlichter recht früh ein. Bereits ab 17 Uhr könnt ihr oftmals schon mit Abendessen rechnen. Das wiederum heißt auf Schwedisch übrigens für Deutsche verwirrenderweise "middag". Aber da auch Museen und Geschäfte größtenteils dann schließen, könnt ihr direkt im Anschluss zum Dinner gehen. Reservieren solltet ihr immer lieber, da die Restaurants in Stockholm wirklich gut besucht sind.

STOCKHOLM – GUT ZU WISSEN

STOCKHOLM RESTAURANTS – DIE BESTEN TIPPS

1
Djuret

© Rebecca Hoffmann From Nose To Tail im Bakfickan Djuret

Im Djuret, was auf Deutsch schlicht "Tier" bedeutet, geht es um genau das. Etwas versteckt in der Altstadt gelegen findet ihr das dunkle, leicht rustikal eingerichtete Restaurant mit den Gewölbedecken, das sich dem Konzept “from nose to tail” verschrieben hat. Das heißt, hier wird wirklich alles vom Tier verarbeitet. Im ersten Moment ist man vielleicht etwas verunsichert und es kostet dann doch einige Überwindung Herz oder gar Hoden vom Lamm zu essen, aber das Konzept geht auf. Ein Tier ist schließlich weit mehr als nur Filet. Das Djuret überzeugt mit spannenden Gerichten. Sollte eure Begleitung aber vegetarisch sein, muss sie hier nicht hungrig raus gehen. Die Lichtstimmung und Atmosphäre bietet sich vor allem für besondere Anlässe oder das nächste Date an.

2
Chokladkoppen

© Rebecca Hoffmann Zimtschnecken und heiße Schokolade naschen im Chokladkoppen

Das Chokladkoppen auf dem Stortorget in der Altstadt, schräg gegenüber vom Nobel-Museum, ist nun wirklich nicht das, was man als Geheimtipp verkaufen kann. Aber es zählt dennoch zu den To-Dos in Stockholm. Egal ob man bei Regen unter den Schirmen sitzt und die Touristen über das nass glatte Kopfsteinpflaster schliddern sieht oder sich drin an einem der winzigen Tische die Hände an den großen Bechern wärmt – ohne die berühmte Vit Choklad (heiße weiße Schokolade) geht es nicht. Das gemütliche Café ist bei jedem Wetter und jeder Tageszeit gut besucht, eventuell heißt es also kurz warten, aber man bekommt eigentlich immer direkt einen Platz. Hier bestellt ihr am besten die weiße Schokolade – super süß, super cremig – mit echter Schokolade gemacht und dazu eine Zimtschnecke. Aber auch alle anderen Klassiker für süße Naschkatzen finden sich auf der Karte. Wenn Schweden eines können, dann Kuchen und Gebäck.

3
vete-katten stockholm

© Rebecca Hoffmann Leckere Zimtschnecken futtern im Vete-Katten

Wo es nun die besten Zimtschnecken (kanelbullar) gibt, darüber lässt sich sicher streiten. Aber das Vete-Katten macht auf jeden Fall hervorragende. Gefühlt gibt es zudem tausend verschiedene Varianten, wie nun eine echte Kanelbullar auszusehen hat. Die in dem kleinen Café, das mittlerweile drei weitere Dependancen hat, sehen eher aus wie kleine Knoten und sind bestreut mit dickem Hagelzucker. Dadurch ist der Teig nicht ganz so trocken, aber generell ist eine Zimtschnecke ein eher trockenes Gebäck. Perfekt, um es in Tee oder Kaffee zu dippen. Wer es eilig hat, nimmt sie einfach direkt für den Weg mit. Vete-Katten kann übrigens bedeuten "Die Katze weiß es" oder auch "Weizen-Katze" und das trifft nun beides zu. Neben dem klassischen Gebäck, gibt es aber dank Konditor Johan Sandlin auch jegliche andere süße Sünden und zusätzlich kann mittags der Hunger nach Herzhaftem gestillt werden.

4
oaxen slip

© Rebecca Hoffmann Fine Dining mit Bistro-Flair im Oaxen Slip

Das Oaxen Slip ist die kleine entspanntere Schwester vom 2-Sterne-Restaurant Oaxen Krog. In der gleichen Location wie Oaxen Krog, in der Nähe des Vergnügungsparks Gröna Lund gelegen, ist es eine super Alternative, schwedisches Fine Dining zu erleben, ohne direkt ein ganzes Monatsgehalt ausgeben zu müssen. Über einem hängen verschiedene Boote, der Blick nach draußen geht direkt aufs Wasser. Gerade zum Mittag muss das Licht hier dank der riesigen Fensterfront einmalig sein. Wir waren abends da und haben sehr gut in gemütlich gedimmter Atmosphäre bei zuvorkommendem Service gegessen. Besonders angetan waren wir von den Snacks und Vorspeisen mit Grillgemüse auf Brot, Tatar und frittierter Muschel, die wirklich hervorragend waren. Die Hauptgänge sind schlichter und man muss die Beilagen gesondert dazu ordern. Das Kartoffelpüree war auf jeden Fall auch die richtige Entscheidung. Wir würden zum Lunch nach einem Spaziergang auf Skansen wieder kommen.

5
Teatern

© Rebecca Hoffmann Teatern – stilvoll essen im Einkaufszentrum Ringen

Die Insel Södermalm gehört auf jeden Fall zu einem Stockholmbesuch. Hier kann man nicht nur gut in Boutiquen besonders gut shoppen, sondern sich im Teatern nach dem Shoppingtrip auch noch stärken. Neun verschiedene – immer mal wieder wechselnde – Angebote, oftmals kleinere Ableger von berühmten schwedischen Köchen, gibt es hier, die zu einem schnellen Mittag oder einfachen Abendessen einladen. Von Pizza über Ramen, Fischgerichte, Kebab oder vegane Speisen gibt es hier alles. Sogar der berühmte Koch Magnus Fäviken hatte hier eine zeitlang einen Stand und servierte köstliche Würste. Das Konzept des Food-Courts ist bekannt, jeder holt sich bei seinem Lieblingsstand etwas und dann speist man gemeinsam in wunderschönem Interieur. Neben Gebäck können die Schweden natürlich vor allem Gestaltung und Design. Und so ist eben auch ein Food-Court in einem Einkaufszentrum eine Reise wert.

6
Röda Villan

© Rebecca Hoffmann Frischen Fisch essen und eine Auszeit genießen im Röda Villan auf Stora Fjäderholmen

In Stockholms Osten erstreckt sich der Schärengarten mit einer Vielzahl an kleinen Inseln, die zu einem Tagesausflug einladen. Nie war es so einfach, mal raus aus der Stadt zu kommen. Wer am Stockholmer Hafen Strandvägen auf die Fähre steigt, ist bereits nach einer guten halben Stunde auf der Insel Stora Fjäderholmen, die zur Inselgruppe Fjäderholmarna gehört. Perfekter für einen kurzen Tagesausflug geht’s nicht. Auf der Insel selber ist neben ein paar Handwerksbetrieben, einem Museum und einigen Restaurants nicht besonders viel los. So werdet ihr beim Spaziergang unweigerlich auf die Röda Villan stoßen. Die rote Villa ist nicht zu übersehen und entspricht wohl dem Schwedenbild, das allgemein bekannt ist. Hier wird frische, simple, schwedische Küche mit Fisch serviert. Am besten sucht ihr euch einen Platz draußen, es ist überschaubar und kein Ort, an dem viel los ist. Wer nach dem Mittag dann noch zu müde für den Rückweg ist, kann eine kurze Pause in eine der Hängematten machen und die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht genießen. Danach will man gar nicht mehr zurück in die Stadt.

7
saluhall

© Rebecca Hoffmann Schwedische Delikatessen in der Östermalms Saluhall einkaufen

Sie zählt zu einer der bedeutendsten und schönsten Markthallen in Stockholm. Seit 1888 werden in der Saluhall Lebensmittel und Delikatessen angeboten. Beeindruckend ist das riesige rote Gebäude mit den goldenen Lettern. Allerdings, und das ist wohl nicht verwunderlich nach so vielen Jahren Betrieb, wird die Saluhall aktuell (Stand: April 2019) noch renoviert. Damit die Schweden und natürlich auch Touristen, aber nicht auf ihre Delikatessen und das Erlebnis einer Markthalle verzichten müssen, gibt es eine vorübergehende Halle direkt gegenüber, die nicht weniger schön, aber natürlich viel moderner mit viel Holz und Stahl anzuschauen ist. Hier schlendert man an Ständen vorbei, die frischen Fisch und vor allem viel Krebs sowie neben klassischen Rindersteaks auch Elchfleisch anbieten. Würden wir in Stockholm leben, hier würden wir unseren Wocheneinkauf machen.

8
pelikan stockholm

© Rebecca Hoffmann Schwedische Hausmannskost schlemmen im Pelikan

Das Restaurant Pelikan auf Södermalm ist vielleicht nicht gerade der Ort, an dem ihr mit Fine Dining rechnen könnt. Hier wird gute schwedische Hausmannsküche in lauter Bistro-Atmosphäre serviert. In dem hohen großen Raum gibt es viele Tische und nur einige in Nischen – das ist auf jeden Fall nichts für den lärmempfindlichen Gast. Gäste kommen und gehen, man kommt mit den Nachbartischen ins Gespräch und das Personal ist sehr geschäftig und bringt Teller um Teller mit Köttbullar an die Tische. Diese hier sind recht groß, fast ein wenig zu groß, aber das Restaurant ist eine Institution. Es ist besser, wenn ihr reserviert, sonst plant gegebenenfalls etwas Wartezeit ein. Am Ende rollt ihr hier auch ohne Vorspeise und Dessert kugelrund raus wie ein schwedisches Fleischbällchen.

9
Günter’s korvar

© Rebecca Hoffmann Hot Dogs aus aller Welt essen in Günter’s korvar

Es ist nur eine kleine unscheinbare Würstchenbude. Aber im Günter’s korvar werden Wurstarten aus der ganzen Welt, und auch eine vegetarische Variante, gegrillt und in ein helles Weizenbrot gepackt. Dazu gibt’s eingelegte Gurken, Sauerkraut und Senf oder Ketchup. Wer richtig Hunger hat, holt sich eine dubbel korv und erhält somit gleich zwei. So unfotogen die Hot Dogs von Günter’s auch sind, so simpel und köstlich sind sie. Die Auswahl ist aber wirklich schwierig. Aber wie praktisch, dass zu jeder Wurst noch die Herkunft, ein Bild und eine kurze Beschreibung angegeben ist.

10
Nybrogatan 38

© Rebecca Hoffmann Schick und international essen im Nybrogatan 38

Das Nybrogatan 38 liegt ebenda. Aber nur weil hier kein besonders kreativer Name an der Fassade steht, heißt das nicht, dass man hier nicht besondere Küche erwarten kann. Die Nybrogatan ist eine Straße im Stadtteil Östermalm, der vielleicht mit dem Berliner Charlottenburg verglichen werden kann. Es gibt Boutiquen, Einkaufshäuser und besonders viele Bars und Restaurants in diesem eher teuren und gehobenem Wohnviertel. Die Küche des Restaurants könnte man als international bezeichnen. Es gibt Italienisches, aber auch Levantinisches und Lokales auf der Karte. Im Nybrogatan ist das Essen von guter Qualität und wir hatten als Mittagsgericht Köttbullar, die wirklich lecker waren. Dazu lädt das Restaurant mit ansprechendem Interieur und gutem Service ein. Gut gestärkt lässt sich der Stadtbummel danach fortsetzen.

  • Nybrogatan 38
  • Nybrogatan 38, 114 40 Stockholm, Schweden
  • Montag: 7.30–23 Uhr, Dienstag – Donnerstag: 7.30–24 Uhr, Freitag: 7.30–1 Uhr, Samstag: 10–1 Uhr, Sonntag 10–23 Uhr
  • Frühstück ab 65 SEK, Mittag ab 125 SEK, Abendessen (Hauptgerichte) ab 165 SEK
  • Mehr Info
11
Systrarna Andersson

© Rebecca Hoffmann Pochierte Eier im Systrarna Andersson frühstücken

Am besten stärkt man sich als Tourist natürlich direkt morgens. Besonders gut geht das im Systrarna Andersson. Das Café ist schlicht, aber schön eingerichtet. An der weiß gefliesten Wand stehen die Angebote, in der Auslage entdeckt man schwedisches süßes Gebäck. Wer keine Lust auf Zimtschnecken und Kuchen hat, kann die international beliebten klassischen Eggs Florentine bestellen. Pochiertes Ei mit Sauce Hollandaise und Spinat auf Brioche. Es schmeckt, wie es schmecken muss, nämlich sehr gut. Trotz Feiertag war hier viel los und das Café scheint ein beliebter Ort für die umliegenden Anwohner zu sein. Optisches Highlight ist wohl auch die nach Ufo und Hightech aussehende Kaffeemaschine. Wie eigentlich überall kann man sich schlichten schwarzen Kaffee selber und so oft man mag holen. Bringt ein wenig Zeit mit, wenn es voll ist, die Küche ist recht klein und alles wird frisch zubereitet.

Titelfoto: © Jess Guzik | Unsplash

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