11 Tipps für Rügen, Deutschlands vielseitigste Urlaubsinsel
Deutschlands größte Insel ist gleichzeitig auch die vielseitigste: Von kilometerlangen Stränden über traumhafte Wälder bis zu den nahezu mystischen Boddenlandschaften und den eindrucksvollen Kreidefelsen – auf Rügen kommst du immer wieder ins Staunen. Obwohl die Insel seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Ausflugs- und Urlaubszielen in Ostdeutschland gehört, findest du hier immer noch einsame Ecken und dank der vielen Naturschutzgebiete auch unberührte Natur. Gleichzeitig gibt es aber auch für Architektur-, Kunsthandwerk- oder Geschichtsfans jede Menge zu entdecken. Ob für Familien, Freund*innen oder Outdoor-Abenteuerreisen – wir verraten euch die schönsten Ecken Rügens.
Rügen – Gut zu Wissen
Die besten Tipps für Rügen
1 Wandere auf den Spuren Caspar David Friedrichs zum Königsstuhl
Eine der schönsten Touren auf Rügen führt durch den Nationalpark Jasmund zum berühmten Königsstuhl. Auf dem Hochuferweg geht es durch traumhafte alte Buchenwälder und entlang der beeindruckenden Kreideküste – mit immer wieder neuen Ausblicken auf die Ostsee. Kein Wunder, dass die Landschaft schon Künstler wie Caspar David Friedrich inspirierte. Nach Kreideabbrüchen kann sich das Meer durch die aufgelöste Kreide für einige Zeit spektakulär türkis färben. Wer den Königsstuhl aus der Nähe sehen möchte, kann den barrierefreien Skywalk am Nationalpark-Zentrum besuchen, der allerdings Eintritt kostet. Auch die nahegelegene Victoria-Sicht bietet einen großartigen Blick auf die Kreidefelsen und die ist kostenlos. Bleib bitte unbedingt auf den markierten Wegen und haltetAbstand zur Kliffkante. An der Kreideküste besteht jederzeit Abbruchgefahr. Vom Aufenthalt am Strand unterhalb der Felsen rät das Nationalparkamt ausdrücklich ab!
2 Erklimme den Baumwipfelpfad und bestaune Rügen von oben
Der Baumwipfelpfad in der Nähe von Prora liegt versteckt mitten in einem schönen Buchenmischwald. Der Weg schlängelt sich vom Besucherzentrum aus vorbei an Lehrpfaden und Mitmachstationen zunächst auf bis zu 17 Metern Höhe. Dann folgt das eigentliche Highlight: der Aufstieg auf bis zu 40 Metern Höhe. In sanfter Steigung geht es rund um eine große alte Buche im Kreis bis hinaus zum Aussichtspunkt, der über den Baumkronen liegt und den Blick auf die Insel, den Kleinen Jasmunder Bodden und die Ostsee freigibt. An klaren Tagen kannst du den Blick weit schweifen lassen, die Vögel vorbei ziehen sehen und vielleicht sogar einen Seeadler erblicken, die hier auf Rügen brüten.
3 Campe und surfe auf der Sunset Island Ummanz
Den Beinamen „Sunset Island“ trägt die Rügeninsel Ummanz völlig zu Recht – geradezu klischeehaft kitschig versinkt die Sonne hier an der Westküste im Wasser. Umso passender, dass es direkt am Wasser mit dem Regenbogen Camp einen wunderbaren Campingplatz gibt. Der Schaproder Bodden ist zwar nicht die Ostseeküste, dafür kann man im flachen, wellengeschützten Boddenwasser wunderbar Wind- oder Kitesurfen. Wenn du das schon immer einmal ausprobieren wolltest, kannst du einen Kurs in der Ummaii Wassersportstation direkt auf dem Campingplatz belegen. Hier lässt es sich auch wunderbar entspannt mit einem Sundowner sitzen und das abendliche Naturspektakel beobachten. Manchmal legen sogar DJs auf und machen den Surfer-Vibe perfekt.
4 Flaniere durch die weiße Stadt Putbus auf Rügen
Kaum eine Stadt auf Rügen ist schöner als Putbus. Hier wachsen vor den weiß gestrichenen Häusern 100 verschiedene Rosenarten; der Circus, ein kreisrunder Rondellplatz, um den sich 16 Häuser gruppieren, ist der letzte seiner Art in Deutschland. Gemeinsam mit dem Schloss, der Orangerie und dem Badehaus macht er Putbus zu einer rundum herrlichen Stadt, um die Sommerfrische auf Rügen zu genießen. Die Stadt wurde übrigens von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus gegründet, der seinen Familiensitz ab 1810 zu einer Residenzstadt ausbauen ließ.
5 Genieße die Spezialitäten des Ökohof Baldereck
Versteckt am Ende eines unbefestigten Weges im Norden der Halbinsel Jasmund liegt die Spezialitäten-Manufaktur Baldereck. Seit 2019 betreibt das Ehepaar Sorge hier einen Bio-Bauernhof mit Hofcafé und Hofladen – unterstützt von Freiwilligen und FSJler*innen. Im Garten unter alten Obstbäumen sitzt du an bunt zusammengewürfelten Tischen und kannst Johannisbeer-Streuselkuchen aus den eigenen Hecken genießen, während die Kinder zwischen den Tischen herumtollen. Die preisgekrönten Bio-Backwaren und Kuchen aus eigener Produktion sind inzwischen so beliebt, dass sich eine Gebäck-Reservierung lohnt. Aber auch wenn der Kuchen ausverkauft ist, findest du im Hofladen selbstgemachte Chutneys, Honig aus der eigenen Imkerei, Eier von freilaufenden Hühnern sowie frisches, regionales Obst und Gemüse.
6 Shoppe Souvenirs auf dem Rügen Markt in Thiessow
„Was der Bauer gerne isst, das schmeckt auch dem Tourist“ steht am Büdchen eines gut gelaunten Händlers auf dem Rügenmarkt. Und tatsächlich: Jeden Dienstag und Donnerstag verwandelt sich das sonst verschlafene Thiessow mit seinen nicht einmal 200 Einwohner*innen in einen geschäftigen Marktplatz. Ab 9 Uhr bieten Produzent*innen aus der Region Obst, Gemüse, Sanddorn-Marmeladen, Säfte und Aufstriche an. Dazu gibt es Fisch- und Krabbenbrötchen, Veggie- und Halloumi-Burger auf die Hand. Auch Kunsthandwerker*innen der Insel sind dabei und verkaufen alles von der Treibgut-Möwe bis zum handgefertigten Kochlöffel – natürlich direkt auf Rügen produziert. Und auch die Umgebung lohnt den Stopp: Thiessow liegt auf der Halbinsel Mönchgut, zwischen Greifswalder Bodden und Ostseeküste.
7 Erklimme den Mittelturm des Jagdschlosses Granitz
Mitten im Wald bei Binz thront das Jagdschloss Granitz auf dem 107 Meter hohen Tempelberg. Das ehemalige Jagdschloss der Putbuser Fürstenfamilie wurde zwischen 1837 und 1846 erbaut und ist vor allem für seinen 38 Meter hohen Mittelturm bekannt, der nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel entstand. Im Inneren führt eine freitragende, gusseiserne Wendeltreppe mit 154 Stufen hinauf zur Aussichtsplattform. Oben erwartet dich ein weiter Blick über die Granitz und Rügen – bei klarer Sicht sogar bis nach Usedom. Schwindelfreiheit ist hier definitiv von Vorteil!
8 Erlebe lebendige NS- und DDR-Geschichte in Prora
Wer sich für Geschichte interessiert, kommt auf Rügen an Prora kaum vorbei. Der Ortsteil zwischen Sassnitz und Binz ist vor allem für seine monumentale, direkt am Strand gelegene Anlage aus der NS-Zeit bekannt. Zwischen 1936 und 1939 wurde sie im Auftrag Hitlers und unter der Leitung des Architekten Clemens Klotz für die nationalsozialistische Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF) errichtet. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Bau jedoch nicht fertiggestellt, einige Blöcke später zerstört. In der DDR dienten die leer stehenden Gebäude als Kasernen, nach dem Mauerfall zog vorübergehend die Bundeswehr ein. Heute sind manche der historischen Blöcke verfallende Denkmäler, andere sind zu schicken Wohnungen umgebaut – der Kontrast ist krass und spannend! Im Dokumentationszentrum lässt sich dagegen noch nachvollziehen, wie die Anlage ursprünglich gedacht war.
9 Staune über die sagenhafte Aussicht am Kap Arkona
Ganz im Norden Rügens liegt das Kap Arkona mit seiner bis zu 45 Meter hohen Steilküste, die sich über mehrere Kilometer entlang der Insel zieht. Oben auf dem Kap stehen drei Türme, darunter der nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel errichtete Leuchtturm. Von hier genießt du einen herrlichen Blick auf die offene See und die berühmten Kreidefelsen. Zum Strand geht es entweder über Stock und Stein oder ganz bequem über eine Treppe. Wer anschließend dem Küstenweg bis ins Fischerdorf Vitt folgt, wird mit weiteren traumhaften Ausblicken belohnt. Doch am Kap Arkona gibt es mehr zu entdecken als spektakuläre Natur: versteckte Militärbunker aus dem frühen 20. Jahrhundert, den eiszeitlichen Findling Siebenschneiderstein und jede Menge regionales Kunsthandwerk. Im Sommer wird es hier allerdings rappelvoll – trotzdem gehört das Kap für uns zu den Orten, die du auf Rügen nicht verpassen solltest.
10 Tuckere mit dem Rasenden Roland über Rügen
Urlaub besteht ja nicht nur aus kulturellen Angeboten oder sportlichen Herausforderungen. Wer keine Lust auf Museum oder Fahrradfahren hat, kann sich auf Rügen einfach mal von dem Rasenden Roland, wie die 30 km/h schnelle, dampflokbetriebene Schmalspureneisenbahn hier liebevoll genannt wird, von A nach B kutschieren lassen und dabei die Idylle der Insel genießen. Die Rügensche Kleinbahn bringt dich täglich von Putbus über Binz, Sellin und Baabe bis nach Göhren – an rund 100 Tagen im Jahr sogar bis nach Lauterbach Mole. Ein bisschen Spaß muss sein und du wirst dich sicher gleich ein bisschen mehr wie ein richtiger Touri fühlen.
11 Sause auf dem Rund um Rügen Radweg um die Insel
Einmal mit dem Fahrrad rund um Deutschlands größte Insel zu fahren, ist um einiges einfacher, als du vielleicht erstmal denkst! Die Route hat 277 Kilometer – wobei du natürlich jede Menge Abkürzungen nehmen, aber auch Extrarunden drehen kannst. Einsteigen kannst du eigentlich überall, am meisten Sinn machen aber die Bahnhöfe in Altefähr oder Sassnitz. Und dann geht’s – wie der Name schon verspricht – immer an der Küste rund um Rügen: vorbei an mystischen Boddenlandschaften und durch Märchenwälder, an Steilklippen und endlosen Stränden entlang, durch hübsche Orte und einsame Landstriche. Wir finden: Schöner und entschleunigter lässt sich Rügen kaum entdecken! Die Strecke geht gut mir dem Gravel, Trekking oder E-Bike und ist mit normaler Ausdauer gut zu schaffen.
Anthea Schaap