Rügen – 11 Dinge, die du immer auf der Ostsee-Insel unternehmen kannst

"Rügen ist immer eine Reise wert", versicherten mir die meisten meiner Bekannten, bevor ich vor ein paar Wochen einen Kurztrip übers Wochenende auf die schöne Ostseeinsel anvisierte. Auch wenn ich inzwischen seit mehr als acht Jahren in Berlin und damit nicht weit entfernt wohne, war ich mir immer sicher, ein Kind der Nordsee zu sein und dies auch zu bleiben. Bis jetzt. Denn nach meinem Ausflug auf die Ostseeinsel bin ich hellauf begeistert. Das Naherholungsgebiet Rügen, wie man so schön sagt, hat wirklich eine Menge zu bieten, selbst im Winter und bei, sagen wir mal, eher durchwachsenem Wetter. Bei uns an der Nordsee sagt man immer: "Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung"!

Für stressgeplagte Großstädter, die dringend eine Auszeit brauchen, ist die Insel ein wahres Paradies, denn die Landschaft ist nicht nur einzigartig schön, sondern auch so abwechslungsreich wie kaum auf einer anderen Insel. Ich empfehle euch deshalb viele Dinge, die draußen und in der Natur stattfinden, denn das ist meiner Meinung nach der größte Mehrwert, den ihr von der Insel mitbringen könnt. Aber auch für Architektur- und Kunsthandwerkfans oder Geschichtsinteressierte, gibt es viel zu entdecken. Egal ob für einen Kurtrip am Wochenende oder aber einen längeren Urlaub, auch ich kann jetzt sagen: "Rügen ist wirklich immer eine Reise wert". Ich komme jedenfalls definitiv wieder!

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Königstuhl, Rügen

© Sascha Liechtenstein | Unsplash Wandere auf den Spuren Caspar David Friedrichs zum Königsstuhl

Eines der schönsten Naturerlebnisse auf der Insel Rügen – und zwar bei jedem Wetter – ist zweifellos eine Wanderung hinauf zum Königsstuhl am Rande des Nationalparks Jasmund. Kilometerweit schlängelt sich ein Küstenwanderweg entlang an beeindruckenden Kreidefelsformationen und beschert dir im wahrsten Sinne des Wortes malerische Ansichten. Kein Wunder, dass große Dichter, Denker und Künstler sich hier immer wieder nieder ließen, um die bizarre Schönheit der Küste und die faszinierenden Naturschauspiele zu beobachten und zu malen. Manchmal, wenn sich Teile der Kreidefelsen lösen, abbrechen und ins Meer fallen, färbt sich das Wasser durch die Kreide für mehrere Stunden in ein strahlendes Türkis.

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© Charlott Tornow Spaziere stundenlang durch den Nationalpark Jasmund

Der über 2000 Hektar große Nationalpark Jasmund mit seiner angrenzenden Kreidelandschaft ist der kleinste Nationalpark Deutschlands. Seit 2011 gehört ein Teil des einzigartigen Buchenwaldes zum UNSECO-Weltkulturerbe und lädt zu langen Spaziergängen ein. Ideal, wenn ihr mal den Kopf frei kriegen wollt, denn hier habt ihr absolute Ruhe, könnte frische Luft einatmen und begegnet nur alle Jubeljahre mal einer Person. Die höchste Erhebung der Insel Rügen, der Piekberg, befindet sich ebenfalls im Nationalpark Jasmund. Wer den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kann, hat zwischendurch immer wieder die Möglichkeit auf den Küstenweg abzubiegen, um wieder zum Meer zu gelangen. Wo findet man schon zwei so beeindruckende Ökosysteme so nah beieinander? Gönnt euch Natur pur!

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Kurmuschel Sassnitz

© Insa Grüning Auf einen Abstecher in die Hafenstadt Sassnitz

Die kleine Hafenstadt Sassnitz (inklusive Leuchtturm) befindet sich auf der Halbinsel Jasmund, besser gesagt am südöstlichen Ende des Nationalparks. Sassnitz ist eigentlich ein überschaubarer Erholungsort, der im Sommer etliche Touristen anzieht, im Winter jedoch eher sein verschlafenes Antlitz zeigt. Auch wenn der Ort in großen Teilen wirkt, als hätte man ihm eine Generalüberholung verpasst, könnt ihr in der Altstadt und entlang der Strandpromenade noch einige alte Villen begutachten, die wie aus der Zeit gefallen scheinen, aber ihren ganz eigenen Charme versprühen. Unten im Hafen könnt ihr das U-Boot HMS Otus besuchen, das inzwischen zum Marinemuseum umgebaut wurde. Im Sommer versammelt sich das Dorf abends gern am Kurplatz, der unmittelbar an die Strandpromenade mit ihren vielen kleinen Restaurants und Bars anschließt. In der markanten Kurmuschel, die glatt aus einem Wes-Anderson-Film entsprungen sein könnte, finden während der Hauptsaison von April bis Oktober regelmäßig Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

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Prora, Rügen

© Pipsimv | Pixabay NS- und DDR-Geschichte in Prora erleben

Wer sich für Geschichte interessiert, der kommt auf Rügen nicht an am Seebad Prora vorbei. Prora hat dabei weniger als Ortsteil Bekanntheit erlangt, als durch mehrere monumentale Gebäude aus der NS-Zeit, von denen noch heute einige direkt in Strandnähe auf mittlerer Strecke zwischen Sassnitz und Binz stehen. Die Anlage wurde zwischen 1936 und 1939 im Auftrag von Hitler sowie unter der Leitung von Architekt Clemens Klotz erbaut und sollte von der nationalsozialistischen Organisation Kraft durch Freude (KdF) genutzt werden. Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde die Fertigstellung jedoch verhindert, einige Blöcke wurde zerstört. In der DDR wurden die leer stehenden Gebäude später als Kasernen genutzt, nach dem Mauerfall zog die Bundeswehr vorübergehend ein. Wer möchte, kann das eigens Eingerichtete Dokumentationszentrum besuchen, das die Historie von Prora sukzessive aufarbeitet. Spannend!

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Kap Arkona, rügen

© Sirah | Pixabay Am Kap Arkona eine sagenhafte Aussicht genießen

Ganz im Norden der Insel Rügen befindet sich das Kap Arkona, das berühmt für seine bis zu 45 Meter hohe Steilküste ist, die sich über mehrere Kilometer entlang der Insel erstreckt. Oben auf dem Kap befinden sich drei Türme (darunter ein eckiger Leuchtturm, der einst von Karl Friedrich Schinkel errichtet wurde), von dem ihr eine herrliche Aussicht auf die weltbekannten Kreidefelsen und die offene See genießen könnt. Natürlich könnt ihr auch über Stock und Stein herunter zum Strand klettern – oder eben einfach eine Treppe nehmen. Wer anschließend weiter auf dem Küstenweg bis ins Fischerdorf Vitt spaziert, wird weitere traumhafte Ausblicke erhaschen. Am Kap Arkona gibt es aber noch mehr zu sehen als atemraubende Natur. Versteckte Militärbunkeranlagen aus dem frühen 20. Jahrhundert, den Siebenschneiderstein, einen riesigen Findling aus der Eiszeit, oder verschiedenstes Kunsthandwerk, das vor Ort hergestellt und in etlichen kleinen Souvenirläden verkauft wird. Wer nach Rügen kommt, sollte unbedingt einen Ausflug hierher einplanen, auch wenn es im Sommer nur so von Touristen wimmelt.

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rasender roland, rügen

© Sidala | Pixabay Mit dem Rasenden Roland über Rügen tuckern

Urlaub besteht ja nicht nur aus kulturellen Angeboten oder sportlichen Herausforderungen. Wer keine Lust auf Museum oder Fahrradfahren hat, kann sich auf Rügen einfach mal von dem rasenden Roland, wie die 30 km/h schnelle, dampflokbetriebene Schmalspureneisenbahn hier liebevoll genannt wird, von A nach B kutschieren lassen und dabei die Idylle der Insel genießen. Die Rügensche Kleinbahn bringt euch an 100 Tagen im Jahr von Putbus im Norden über Binz, Sellin und Baabe bis nach Göhren. Ein bisschen Spaß muss sein und ihr werdet euch sicher gleich ein bisschen mehr wie ein richtiger Tourist fühlen.

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massage

© Pixabay Eine Kreidepackung mit anschließender Sanddorn-Massage genießen

Wer sich ein paar Tage auf Rügen aufhält, bekommt schnell mit, dass die Rügener Kreide hier eine wichtige Rolle spielt. Sie sieht aber nicht nur in der Natur schön aus, sondern hat offenbar auch heilende Effekte. Nachdem ihr also die berühmten Kreidefelsen gesehen habt, ist es jetzt Zeit für ein ausgedehntes Wellness-Programm, zum Beispiel in der Ostseeperle in Glowe. Die schöne Hotelanlage steht nicht nur direkt am Meer, sondern verfügt auch über einen großen Spa-Bereich, der unter anderem eine Ganzkörper-Kreidepackung mit anschließender Sanddornöl-Massage im Programm hat. Die reine, weiße Kreide soll wärmen, reinigen und pflegen. Außerdem wirkt sie muskelentspannend und regt den Stoffwechsel an. Zum Schluss folgt eine Massage mit Sanddornöl, das ebenfalls typisch für die Gegend ist, und eure Haut mit wertvollen Vitaminen versorgt. Mehr Entspannung geht nicht! Je nach Bedarf könnt ihr natürlich verschiedene Wellness-Pakete dazu buchen.

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seebad, binz, rügen

© hpgruesen | Pixabay Im Seebad Binz flanieren und Fischbrötchen essen

Das Ostseebad Binz gehört zu den beliebtesten Urlaubsorten der Insel Rügen und ist daher besonders im Sommer gut besucht. Von der Strandpromenade aus kann man noch immer die wunderschöne und prächtige Bäderarchitektur begutachten, die Binz einen ganz besonderen Flair verleiht. Der Sandstrand, den man übrigens nicht überall auf Rügen findet, ist hier wirklich schön und lädt zum Baden ein. Wer mag, kann von dem prächtigen Kurhaus direkt am Meer über die bekannte Seebrücke hinaus aufs offene Meer gehen oder aber in die andere Richtung abbiegen und bei Gosch ein hervorragendes Fischbrötchen verdrücken. In der Nähe des Kurplatzes sind viele nette Restaurants und Bars ansässig, in die ihr bei gutem ebenso wie schlechten Wetter einkehren könnt. Noch ein Pluspunkt: Binz hat einen kleinen, aber feinen Bahnhof und ist daher super mit dem Regionalzug zu erreichen.

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Jagdschloss Granitz

© Björn Wisnewski Erklimme den Mittelturm des Jagdschlosses Granitz

Ganz in der Nähe des Ostseebades Binz liegt im selben Ortsteil das frühere Jagdschloss Granitz. Der prachtvolle Bau wurde zwischen 1837 und 1846 als Jagdsitz der Putbuser Fürstenfamilie auf einem bewaldeten Berg, der Granitz, erbaut und galt mit seinen vier Ecktürmen und einem Mittelturm seit jeher als architektonische Besonderheit. Der extravagante Mittelturm wurde (Überraschung!) nach Plänen des Architekten Karl-Friedrich Schinkel entworfen und gilt mit seinen 38 Metern Höhe und einer beeindruckenden, freitragenden Wendeltreppe, über die man im Inneren bis nach ganz oben gelangt, als Herzstück des Anwesens. Heute könnt ihr die 154 gusseisernen Stufen selbst erklimmen und werdet am Ende mit einer wunderschönen Aussicht über die Granitz, Binz und bei gutem Wetter sogar bis nach Usedom belohnt. Wer keine Höhenangst hat, sollte sich das nicht entgehen lassen, ihr werdet für die Anstrengung belohnt!

  • Jagdschloss Granitz
  • Jagdschloss Granitz, Rügen
  • April & Oktober: täglich 10–17 Uhr; Mai bis September: täglich 10–18 Uhr; November bis März: Dienstag – Sonntag 10–16 Uhr, montags geschlossen
  • Eintritt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder unter 18 frei
  • Mehr Info
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stralsund

© Pixabay Einen Stadtbummel durch die Hansestadt Stralsund machen

Wer sich auf dem Weg nach Rügen befindet, kommt nicht an Stralsund vorbei. Die Hansestadt wird auch das "Tor Rügens" genannt und ist über zwei Brücken mit der Insel verbunden. Entweder plant ihr schon auf der Anreise einen Stopp ein oder fahrt zwischendurch mal rüber, wenn euch genug Wind um die Nase geweht ist und euch der Sinn mal wieder nach Stadtfeeling steht. Stralsund ist immerhin die viertgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns und lädt damit zum Shoppen, Essen gehen oder einem ausgedehnten Stadtbummel ein. Ihr könnt euch durch die gemütlichen Altstadtgassen mit ihren typisch norddeutschen Backsteinbauten schlängeln, richtig gut Fisch essen gehen oder einfach den besonderen Flair am Hafen genießen. Falls das Wetter nicht mitspielen will, ist vielleicht ein Besuch des Ozeanums was für euch, auf das die Stadt besonders stolz ist.

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© Tauchgondel.de Mit einer Gondel in die Ostsee abtauchen

Am Fuße einer der schönsten und längsten Seebrücken (394 Meter) der Ostsee könnt ihr ein Erlebnis der ganz besonderen Art mitnehmen – ihr taucht mit einer Gondel ins Meer ab. Das ist kein Scherz! Seit 2008 bieten die Betreiber für alle Unterwasserinteressierten eine rund 45-minütige Exkursion in die Tiefe an, bei der ihr mit einer Gondel mehrere Meter bis auf den Meeresboden taucht. Bei optimaler Sicht, also wenn die Sonne scheint und das Meer ruhig ist, können Passagiere bis zu sechs Meter weit die Unterwasserwelt beobachten. Zu sehen gibt es neben Flundern, Quallen und Heringen mit ein bisschen Glück auch Garnelen und Kormorane. Falls das Wetter und die Sicht betrübt sind, wird unter Wasser immerhin ein 3-D-Film präsentiert, der sich der Unterwasserwelt vor Ort widmet. Lohnt sich also allemal.

  • Seebrücke Ostseebad Sellin
  • Seebrücke, 18586 Sellin
  • Juni bis August: täglich 10–21 Uhr; November bis März: täglich 11–16 Uhr; April, Mai, September & Oktober: täglich 10–19 Uhr
  • 9 Euro, Kinder bis 15 Jahre 6 Euro
  • Mehr Info