Azoren – 11 tolle Reisetipps für die portugiesische Inselgruppe im Atlantik

von Mela Mörtenbäck

Eindrucksvolle Vulkankrater und heiß-brodelnde Quellen, lavageformte Naturschwimmbecken und idyllische Thermalbäder, meterhohe Wasserfälle und versteckt gelegene Seen, schroffe Küstenabschnitte und lange Sandstrände, gemischt mit einer langjährigen Tradition an Fischfang und Landwirtschaft: Die Azoren sind ein wahres Naturjuwel mitten im Atlantik. Vom Massentourismus noch verschont geblieben, sind die zu Portugal zählenden Inseln ein echter Tipp für Naturliebhaber und Outdoorfans. Und das von April bis Oktober, denn die Azoren profitieren vom milden Klima des Golfstroms. 

AZOREN – GUT ZU WISSEN

DIE BESTEN TIPPS FÜR DIE AZOREN

1
Caldeira Velha

© Mela Mörtenbäck Baden im schönsten Naturschwimmbecken Caldeira Velha

Auf der Insel São Miguel gibt es dank zahlreicher Strände, lavageformter Naturschwimmbecken und Thermalbäder vielfältige Möglichkeiten zum Baden. Die schönsten sind aber ohne Zweifel die Naturschwimmbecken der Caldeira Velha. Mitten in einem Naturpark gelegen und von Eukalyptusbäumen und einer üppigen Vegetation umgeben, laden drei Naturschwimmbecken mit Badewannen-Temperatur zum Entspannen ein. Ein Wasserfall sorgt in einem der drei Becken nicht nur für Frischwasserzufuhr, sondern zugleich für eine kurze Abkühlung.

2
Furnas, São Miguel, Portugal

© Mela Mörtenbäck Die heißen Quellen von Furnas entdecken

Für einen Ausflug nach Furnas sollte man auf jeden Fall etwas Zeit einplanen. Denn mit dem Furnas-See, heißen Schwefelquellen, einem hübschen Ortskern mit empfehlenswerten Restaurants, imposanten Villen und Parks sowie Thermalschwimmbecken lässt es sich hier gut und gerne einen ganzen Tag verbringen. Probieren sollte man die beiden Spezialitäten von Furnas: cozido, ein im heißen Boden am Furnas-See gegarter Eintopf, und die direkt an der Caldeira Grande gekochten Maiskolben. Gebadet wird im 30 °C warmen Thermalwasser im Parque Terra Nostra oder, wie die Einheimischen, in der Poça da Dona Beija.

3
Lagoa da Fogo, São Miguel, Portugal

© Mela Mörtenbäck Durch das grüne Gebirge der Azoren zum Lagoa da Fogo wandern

Der Lagoa da Fogo (Feuersee) ist ein Kratersee in der Inselmitte von São Miguel und unbestritten einer der schönsten Seen der Azoren. Entlang der aussichtsreichen Straße EN5-2A verlocken immer wieder Aussichtspunkte zu einem Zwischenstopp. Viel empfehlenswerter ist jedoch die rund 5,5km lange Wanderung zum Südufer. Zunächst über einen breiten Waldweg verlaufend, führt die Wanderung nach etwa 2,5km an einer landestypischen Levada, einem künstlichen Wasserlauf, entlang bis sie zu einer idyllischen Hochebene und von dort bis zum See. Am Retourweg bieten sich immer wieder Fernblicke bis zum Atlantik.

4

© Mela Mörtenbäck Vom verlassenen Hotel Monte Palace auf die Sete Cidades blicken

Die Kraterlandschaft der Sete Cidades ist das meistfotografierte Motiv der Azoren. Ein tolles Panorama bietet sich etwa vom Aussichtspunkt Miradouro da Boca do Inferno oder Vista do Rei, dem Königsblick. So richtig mystisch und eindrucksvoll zugleich ist jedoch der Blick von der Hotelruine des ehemaligen Hotels Monte Palace. Zwar ist der Zugang durch Hinweisschilder untersagt, davon abhalten lassen sich hier aber weder Touristen noch Einheimische. Nach dem Blick über den Kratersee und der Erkundung der geplünderten Hotelzimmer, stärkt man sich am besten am Foodtruck von Komaki Burger direkt hinter dem Hotel.

5
Ananás Santo António

© Mela Mörtenbäck Die Ananasfarm Santo António besuchen

Wer São Miguel bereist, kommt um die wichtigste Frucht der Insel nicht umhin. Schon von weitem sind die weiß-gestrichenen Gewächshäuser zu erkennen, die hauptsächlich im Süden der Insel zu finden sind. Bei einem rund 20-minütigen Rundgang über die Ananasplantage Santo António lernen Besucher alles über die süße Frucht. Etwa, dass diese rund 2 bis 2,5 Jahre wächst, bevor sie zum Verzehr taugt. Und bis dahin nicht nur dreimal von Hand umgepflanzt, sondern auch künstlich bewässert wird. Im kleinen Shop gibt es im Anschluss nicht nur die Frucht selbst, sondern auch allerhand Produkte aus Ananas zu erwerben. 

6
Piscina Natural da Ponta da Ferraria

© Mela Mörtenbäck Im 28 Grad warmen Naturbecken Ponta da Ferraria im Atlantik schwimmen

Naturschwimmbäder, die einst durch Lava geformt wurden, gibt es auf den Azoren einige. Ein ganz besonderes ist das Naturschwimmbad Ponta da Ferraria an der nordwestlichen Küste São Miguels. Direkt unter der Meeresoberfläche sprudelt eine vulkanische Quelle, die das kühle Wasser des Atlantik mit heißem Wasser vermischt und bei Niedrigwasser so für eine Wassertemperatur bis hin zu 28 °C sorgt. Zwar liegt das Becken geschützt von Felsen, bei starkem Seegang sollte die Brandung jedoch nicht unterschätzt werden. 

7
Lajedo, Ilha das Flores, Portugal

© Mela Mörtenbäck Entlang der wilden Küste von Flores wandern

Flores ist nicht nur westlichste, sondern zugleich auch eine der unberührtesten und authentischsten Azoreninseln. Dies zeigt sich auch bei einer Streckenwanderung von Lajedo in den rund 13km entfernten Ort Fajã Grande. Stets gut beschildert, führt die Route PR 2 FLO im sanften Auf und Ab entlang der Küste durch ein verlassenes Dorf und teils noch bewohnte Ortschaften, vorbei an einer Vielzahl von Ingwerstauden und eindrucksvollen Wasserfällen bis Fajã Grande. Hier lohnt sich eine Stärkung im Café Maresia oder eine Abkühlung im Naturbecken unter dem 90m hohen Wasserfall Poço do Bacalhau, bevor es mit dem Bus oder Taxi zurück zum Ausgangspunkt geht.

8
Poço Ribeira do Ferreiro 

© Mela Mörtenbäck Das Naturschauspiel an den Wasserfällen Riberia do Ferreiro bewundern

Mehr als zwanzig Wasserfälle münden an den Cascata Ribeira do Ferreiro in den Lagoa dos Patos. Ein eindrucksvolles Schauspiel, welches nach einer leichten, knapp 600m langen Wanderung vom Parkplatz an der Straße aus zu erreichen ist. Der steinige Fußweg führt entlang einer Levada in rund 20 Minuten zum gut versteckten See an dessen Ufer meterhohe Steilwände in die Höhe ragen.  

9
Corvo

© Mela Mörtenbäck Eine abenteuerliche Bootstour zum Vulkankrater auf Corvo unternehmen

Wahrlich abenteuerlich ist der Tagesausflug nach Corvo, zeigt sich der Atlantik auf der rund einstündigen Tour mitunter von seiner rauen Seite. In einem kleinen Boot geht es zunächst vorbei an den Grotten und Felsformationen der Küste von Flores und weiter über das offene Meer bis nach Corvo. Gerade mal 460 Menschen leben auf der kleinsten aller Azoreninseln, die außer einem Dorf und einer regen Landwirtschaft kaum etwas zu bieten hat. Das Taxi bringt einen im Anschluss an den Kraterrand des 560 Meter hoch gelegenen Caldeirão. Von hier geht es entweder über einen Rundwanderweg einmal um den Krater oder auf der Straße zurück in den Hafen von Vila do Corvo. Anbieter der Tour ist Passeios Turísticos.

10
Algar do Carvão

© Mela Mörtenbäck In die Vulkanhöhle Algar do Carvão absteigen

Als vor etwa 1.700 bis 2.100 Jahren zum letzten Mal ein Vulkan am heutigen Ort des Algar do Carvão ausbrauch, hinterließ dieser einen rund 100 Meter tiefen Vulkankegel, welcher heute besichtigt werden kann. Ein künstlich angelegter Tunnel führt zunächst an die Öffnung der Höhle, von der es über 220 steile Stufen in die Tiefe geht. Neben einer ersten Rampe mit einem Hohlraum, aufgrund der Formation Kathedrale genannt, geht es dann nochmals weiter hinab bis zu einem kleinen See am Grund der Höhle. Zurück nach oben eröffnet sich ein Blick auf den dicht bewachsenen Schlot des Vulkans. Und wer kann schon behaupten, schon einmal im Inneren eines Vulkans gestanden zu haben?

11
Angra do Heroísmo

© Mela Mörtenbäck Einen Stadtbummel durch das bunte Angra do Heroísmo machen

Angra do Heroísmo ist nicht nur die älteste Stadt der Azoren, sondern zugleich die schönste – so heißt es zumindest. Mit dem schachbrettförmigen Straßenmuster, prachtvollen Kirchen und Palästen, einer lebhaften Lokalszene und einem kleinen, aber nennenswerten Kulturangebot gilt diese Bezeichnung jedoch nicht zu unrecht. 1983 wurde das historische Stadtzentrum von der UNESCO immerhin zum Weltkulturerbe ernannt. Bei einem Besuch lohnt es sich, durch die Gassen zu bummeln, das Geschehen am Hafen zu beobachten und in einem der vielen Restaurants die moderne Seite der azoreanischen Küche kennen zu lernen. Nicht fehlen darf ein Spaziergang durch die prachtvolle Parkanlage Jardim Duque da Terceira bis hoch zur Anhöhe am Obelisk do Alta Memória, von wo aus sich gerade zu Sonnenuntergang ein grandioser Blick über die Stadt und den dahintergelegenen Monte Brasil eröffnet. 

Sags deinen Freunden: