Antwerpen – 11 Tipps für einen Trip nach Belgien

von Christin Otto

Die belgische Hafenstadt Antwerpen ist ein ideales Ausflugsziel für einen Wochenendtrip. Das historische Zentrum samt Grote Markt und Liebfrauen-Kathedrale gehört natürlich zum Standard. Auch der Antwerpener Zoo ist als einer der ältesten und bekanntesten Zoos der Welt längst kein Geheimtipp mehr. Und, dass man die Architektur des Hauptbahnhofs bestaunen sollte, weiß inzwischen auch fast jede*r. Weniger bekannt dagegen ist das 2016 fertig gestellte Havenhuis der berühmten Architektin Zaha Hadid. Welchen Orten du noch einen Besuch abstatten solltest, verraten wir dir.

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Kloosterstraat

© Charlott Tornow Shoppe nachhaltige Kleidung, Unikate und Mitbringsel auf der Kloosterstraat

Wenn du fernab der großen Einkaufsstraßen und -zentren in Antwerpen shoppen gehen willst, empfehlen wir dir einen Abstecher auf die Kloosterstraat. Hier findest du zahlreiche alternative Shops, nachhaltige Boutiquen, Antiquitätenläden, kleine Galerien und idyllische Cafés. Am beste beginnst du deine Shoppingtour entlang der Kloosterstraat in der Nähe des Sint-Annatunnels und läufst dann bis zum Peter De Grote Monument.

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Antwerpen

© Christin Otto Fahre auf der Uralt-Rolltreppe des Sint-Annatunnel

Wer in Antwerpen das Ufer wechseln möchte, der sollte das über den sogenannten Sint-Annatunnel tun. Der denkmalgeschützte Fußgängertunnel liegt ganz in der Nähe des historischen Zentrums und wurde in den 1930er-Jahren gebaut. Damals sollte der Tunnel die Hochhaussiedling auf der linken Seite der Schelde mit dem Stadtkern verbinden. Brücken kamen nicht infrage, da man die Schifffahrt nicht behindern wollte. Mit seinen hölzernen Rolltreppen gen Untergrund ist der Sint-Annatunnel heute ein echter Hingucker und tolles Fotomotiv. Die Old-School-Rolltreppen bringen Besucher*innen rund 30 Meter unter die Oberfläche. Dort angekommen, müssen Fußgänger*innen insgesamt 572 Meter zurücklegen, um die unterirdische Röhre zu durchqueren. Wer mag, kann auch mit dem Rad fahren.

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Antwerpen

© Christin Otto Genieße Kunst und Aussicht im Museum aan de Stroom

Das Hafenviertel gehört zu jedem Antwerpen-Besuch dazu – nicht nur wegen der Hafenbecken mit seinen unzähligen Schiffen, sondern auch, weil es hier einen der wohl schönsten Ausblicke über die Stadt gibt. In dem imposanten Speicherhaus mitten im Viertel Het Eilandje befindet sich nämlich das Museum aan de Strom (MAS). Auf dem Panoramadach in der zehnten Etage erwartet Besucher*innen ein überwältigendes Rundum-Panorama – und das kann jede*r genießen. Im MAS darf man nämlich nach Belieben ein- und ausgehen, nur für die Besichtigung der Museumssäle braucht es eine Eintrittskarte.

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antwerpen bahnhof, Antwerpen-Centraal

Bahnhof Antwerpen © Charlott Tornow Lass dich von der Architektur des Hauptbahnhofs in Antwerpen beeindrucken

Nach Antwerpen solltest du mit dem Zug reisen, denn am Hauptbahnhof anzukommen, ist der perfekte Einstand deines City-Trips. Der Bahnhof sollte in den 1960er-Jahren aufgrund der bröckelnden Substanz abgerissen werden. Glücklicherweise wurde der 1836 eröffnete Bau unter Denkmalschutz gestellt und in den 1990er-Jahren aufwändig saniert, sodass sich ein Besuch des Bahnhofs auch einfach so lohnt.

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© Christin Otto Schlendere über den Vogelmarkt

Wer übers Wochenende in Antwerpen ist, der sollte sich den sogenannten Vogeltjesmarkt am Sonntagmorgen nicht entgehen lassen. Märkte dieser Größe und Art, auf denen neben Trödel, Antikwaren, Blumen und Lebensmitteln tatsächlich auch noch Geflügel verkauft wird, gibt es heutzutage nur noch sehr selten. Wer ein Mitbringsel sucht, für den muss es natürlich nicht gleich ein Wellensittich oder ein Huhn sein. Wie wäre es stattdessen zum Beispiel mit ein paar belgischen Biergläsern? Die gibt es hier nämlich auch zur Genüge.

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© Christin Otto Bestaune einen echten Rubens in der St. Pauluskirche

Auch diejenigen, die normalerweise nicht besonders scharf darauf sind, sich jede Kirche von innen anzuschauen, sollten sich einen Blick in die St. Pauluskirche nicht entgehen lassen. Schließlich kann man hier Gemälde von Altmeistern wie Rubens, van Dyck und Jordaens bestaunen. Die Kirche aus dem 17. Jahrhundert beheimatet nämlich eine umfangreiche Kunstsammlung, die kostenlos besichtigt werden darf. Ein Blick in die heiligen Hallen lohnt sich übrigens nicht nur wegen der imposanten Gemälde und Skulpturen – auch der Kontrast zwischen gotischer Sandsteinfassade außen und barocker Architektur innen ist beeindruckend. Idyllisch wird es im Innenhof: Dort grenzt ein Skulpturenpark – der Kalvarienberg aus dem 18. Jahrhundert – an die gut gepflegten Gärten der belgischen Bewohner*innen.

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Nello & Patrache

© Charlott Tornow Entdecke die rührende Geschichte von Nello & Patrasche

Direkt an der Liebfrauenkathedrale findest du die Figuren Nello und Patrasche, die in liebevoller Umarmung auf den Pflastersteinen liegen. Die Skulptur des Künstlers Batist Vermeulen zeigt die Protagonisten des englischen Romans "A Dog of Flanders", der 1872 veröffentlicht wurde und vor allem außerhalb Belgiens Berühmtheit erlangte. Im Roman schließt der arme Waisenjunge Nello Freundschaft mit dem Straßenhund Patrasche. Zusammen erkunden sie Antwerpen, besuchen die Liebfrauenkathdrale und bewundern die Gemälde von Rubens.

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Antwerpen

© Christin Otto Entfliehe der Großstadt im Begijnhof

Der Begijnhof in Antwerpen zählt zwar im Gegensatz zu anderen flämischen Beginenhöfen nicht zum UNESCO-Weltkulturerbe, einen Besuch ist er aber in jedem Fall wert. Dort, wo früher die christliche Gemeinschaft der Beginen lebte, finden Besucher*innen heute eine echte Ruheoase mitten in der City. Wer dem Großstadttrubel entkommen will, der trifft hier nicht nur auf historische Gebäude aus dem 16. Jahrhundert und religiöse Statuen, sondern auch auf eine herrlich grüne Parkanlage mit bunten Obstbäumen. Der perfekte Ort also, um eine Pause einzulegen und die Seele mal baumeln zu lassen.

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© Artem Bali | Unsplash Shoppe Mitbringsel bei Sissy-Boy

Wer öfters in Holland oder Belgien unterwegs ist, der kennt Sissy-Boy wahrscheinlich schon aus anderen Städten. Schließlich ist die niederländische Mode- und Lifestylemarke in den beiden Ländern mit mehr als 40 Filialen vertreten. In Antwerpen findest du den Laden direkt an der Nationalestraat, die mit ihrem ModeMuseum nicht nur das kreative Modeherz der Stadt, sondern auch eine beliebte Einkaufsstraße ist. Wer sich in den Designer-Geschäften dort nichts leisten kann, findet bei Sissy-Boy bestimmt trotzdem ein hübsches Mitbringsel – denn hier gibt es Mode, aber auch tolle Wohnaccessoires zu fairen Preisen.

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Het Bootje

© Charlott Tornow Statte dem außergewöhnlichen Haus Het Bootje einen Besuch ab

In Antwerpen gibt es so einige wunderschöne Gebäude, das wohl außergewöhnlichste befindet sich aber etwas außerhalb der Innenstadt. Das "Het Bootje" (kleines Boot) wurde von dem Schiffsbauer P. Roeis Ende des 19. Jahrhunderts – zu Hochzeiten des Jugendstils – in Auftrag gegeben und von dem Architekten Frans Smet-Verhas umgesetzt. Zwischen dem ersten und zweiten Stock des Hauses ragt der weiße Bug eines Bootes hervor, das die Initialen von Roeis trägt. Die Loggia enthält fünf Fenster, die die fünf größten Kontinente symbolisieren sollen. Die kleine, von einem Balkon umgebene Terrasse zeigt Blitzeinschläge, die einen Sturm auf See darstellen.

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Havenhuis

© LVER | Pixabay Mache eine Führung durch das spektakuläre Havenhuis

Wer das Havenhuis von Weitem sieht, ist geneigt, zu glauben, dass ein Raumschiff mitten in Antwerpen und auf der ehemaligen Feuerwache gelandet ist. Das futuristische Gebäude wurde 2016 von der berühmten Architektin Zaha Hadid fertiggestellt und beherbergt heute unter anderem die Antwerpener Hafenbehörde. Der gläserne, kubische Aufbau spiegelt die wechselnden Farbtöne von Hafen, Wasser und Luft und erinnert dadurch nicht zufällig an einen glitzernden Diamanten, jener Edelstein, für dessen Handel Antwerpen ganz besonders bekannt ist. Das Gebäude kannst du entweder von Außen bestaunen oder du erfährst bei einer Führung mehr über die Architektur und die Funktionsweise des Gebäudes.