Brighton – 11 Tipps für ein schönes Wochenende in Großbritannien

Was für die Deutschen ein Wochenende auf Rügen oder Sylt ist, ist für die Briten Brighton. Wenn sich die ersten Sonnenstrahlen des Jahres sehen lassen, packen die Londoner ihre Sachen und Kinder zusammen und fahren eine Stunde mit dem Zug Richtung Süden. 2018 wurde Brighton zur hipsten Stadt der Welt gekürt, was durchaus überrascht, vor allem weil man das Hipster-Label wohl eher an London vergeben würde. Ich wollte mich auch überzeugen, vor allem, weil ich vor ungefähr 16 Jahren das letzte Mal in Brighton war und die Stadt zwar für ihre Musikkultur schätzen lernte, nicht aber unbedingt für gutes Essen und Mode, die ja zwangsläufig dazu gehört, wenn man hip sein will. Aber ich sollte mich eines besseren belehren lassen. In Brighton kann man es sich mittlerweile ganz schön gut gehen lassen. Meine 11 besten Tipps für Brighton findet ihr. Ein kulinarischer Guide für das schöne Seebad folgt bald!

BRIGHTON: GUT ZU WISSEN

DIE BESTEN TIPPS FÜR BRIGHTON

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brighton royal pavilion

Royal Pavilion in Brighton © Charlott Tornow Den Royal Pavilion bestaunen

Ein Gebäude wie den Royal Pavilion würde man wohl nicht in Brighton, geschweige denn in Europa erwarten. Der Pavilion wurde 1787 von dem Architekten John Nash erbaut, als Vorbild dienten ganz offensichtlich die indischen Mogulpaläste. Die Innenausstattung im chinesischen Stil ist ziemlich extravagant und sehenswert. Der Pavilion ist heute neben dem Brighton Pier das Wahrzeichen Brightons und ein Besuch gehört definitiv dazu. Selbst wenn man sich das Gebäude nicht von innen anschauen will, kann man im idyllischen angrenzenden Garten flanieren oder picknicken.

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© Charlott Tornow Modern Britisch essen im The Ivy in the Lanes

Das The Ivy bezeichnet sich selbst als "casual dining restaurants", wobei man bei der farbenfrohen, sehr schicken Inneneinrichtung den Drang hat, nicht nur casual freizeitmäßig, sondern am liebsten in Abendrobe gekleidet zu kommen (und sich seine eigene Wohnung genau so einzurichten). Hier könnt ihr fantastisch frühstück, zu Mittag oder Abend essen. Wir haben einen Abend hier verbracht und können besonders den belgischen Endive-Salat mit Kokosnuss-"Käse" und karamellisierten Nüssen, den knusprigen Entensalat und den Pie mit Lamm empfehlen. Übrigens ist es in fast jedem Restaurant in Brighton üblich, dass es eine große Auswahl an veganen und vegetarischen Speisen gibt, die nicht nur ein bisschen Salat zusammen mischen, sondern sehr ausgefallen sind.

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© Charlott Tornow Ausflug mit dem Fahrrad entlang der Küste

Ziemlich genau hinter der Brighton Marina, östlich von Brighton, beginnen die bekannten weißen Klippen, die sich bis nach Eastbourne ziehen; der bekannteste Küstenabschnitt, und beliebter Ausflugsort, sind die Seven Sisters und Beachy Head. Von Brighton aus kann man eine schöne Fahrradtour bis Saltdean direkt an den Klippen entlang machen. Bikes kann man in Brighton zum Beispiel direkt am Strand bei Brighton Beach Bikes mieten, in der Hochsaison bietet sich eine Reservierung vorab an.

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© Charlott Tornow Picknick in den Kipling Gardens in Rottingdean

Wer absolute Ruhe finden will, der sollte einen Ausflug zu den Kipling Gardens in Rottingdean machen. Hier schrieb der Inder Rudyard Kipling, Autor von "Das Dschungelbuch" (ja jetzt wisst ihr endlich mal, wie der Autor heißt!) seine Romane "Stalky & Co" und "Kim". Die Gärten wurden erst 1986 für die Allgemeinheit geöffnet und ähneln heute einem kleinen Labyrinth, in dem Besucher zwischen Rosen- und Kräutergärten picknicken oder in Stille ein Buch lesen. Der perfekte Ort, um runterzukommen.

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© Charlott Tornow Haare schneiden lassen bei Cutter & Grinder

Wer sich in Brighton die Haare schneiden lassen oder den Bart trimmen lassen will, wird definitiv keine Schwierigkeiten haben, einen Frisör zu finden. Es ist fast schon absurd, wie viele Frisöre, vor allem für Männer, es in Brighton gibt. Der vielleicht kleinste Frisörladen befindet sich am Norfolk Square, wo gerade mal zwei Frisörstühle reinpassen. Hier wird mit viel Sorgfalt und Expertise geschnitten. Bestenfalls bucht ihr einen Termin, mit viel Glück könnt ihr aber auch einfach vorbeigehen und bekommt sofort einen neuen Schnitt.

6

© Charlott Tornow Vintage-Shopping im Snoopers Paradise Ltd

Das Snoopers Paradise ist ein wahrer Traum für Vintage-Fans. In dem riesigen Laden findet ihr alles mögliche: Kleidung, Möbel, Einrichtungsschnickschnack, Platten, Instrumente, Bilder – hier könntet ihr im Prinzip eure ganze Wohnung ausstatten. Im Snoopers Attic in der zweiten Etage, direkt über dem Ausgang, findet ihr ausgewähltere Vintage-Kleidung um die Jahrhundertwende.

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© Charlott Tornow Glücksspiel und Freizeitpark auf dem Brighton Palace Pier

Ein Besuch des Brighton Palace Piers, der bereits 1899 eröffnet wurde, gehört in Brighton genauso dazu wie einmal Fish & Chips essen oder den Royal Pavilion besuchen. Selbst wenn man nicht mit dem Fahrgeschäften am Ende des Piers fahren oder seine Pence beim Glücksspiel ausgeben will, macht es Spaß, den Pier bis zum Ende zu laufen, Leute zu gucken und sich den Wind und die Möwen um die Ohren wehen zu lassen.

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© Charlott Tornow Fish & Chips essen bei Bardsley's

Bardsley's ist eines der bekanntesten und besten Fish-and-Chips-Restaurants in Brighton. Bereits seit 1926 serviert das Familienunternehmen das beliebte englische Essen. Wer Glück hat und früh kommt, findet noch einen Platz, ansonsten sind die Schlangen zurecht lang: Die Pommes sind selbstgemacht, das Fisch ist butterweich und nicht in zu viel Kruste frittiert und wer will, bekommt Remoulade dazu. Nicht zu verachten sind übrigens auch die eingelegten Gurken, die man sich extra bestellen kann.

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© Benjamin Hollway | Unsplash Schmuck kaufen in den Lanes

Einmal abgebogen in die Lanes und ihr werdet so leicht nicht mehr rausfinden. The Lanes, mit dem Brighton Square in der Mitte, ist ein Verbund aus kleinen Gassen, in denen sich Schmuckladen an Schmuckladen reihen. Wer auf der Suche nach neuem Geschmeide aus Silber oder Gold ist, sollte hier hin und sich treiben lassen – wenn Hochsaison ist, ist das eh die einzige Möglichkeiten, denn hier läuft man wirklich auf engstem Raum nebeneinander.

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© Charlott Tornow Kunst gucken in der Fabrica

Die Galerie Fabrica eröffnete 1996 ihre Türen in der ehemaligen Holy Trinity Church und zeigt seitdem, kuratiert von einem unabhängigen Kollektiv, jedes drei große Ausstellungen. Zusammen mit den Künstlern entwirft Fabrica das künstlerische Konzept, das genau auf die hohen Räume der Kirche zugeschnitten sind und dadurch in ihrer vollen Wirkung zur Geltung kommen. Die Kunstwerke sind visuell beeindruckend und haben meistens eine politische Botschaft, so wie die aktuelle Ausstellung des Ghaners Serge Attukwei Clottey, der mit einem langen Band aus zusammengenähten Plastikteilen auf Umweltverschmutzung und Wasserknappheit in seinem Heimatland aufmerksam macht.

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© Charlott Tornow Live-Musik hören im Paris House

Ein Pubcrawl oder zumindest ein exzessiver Abend in einem Pub gehört bei jedem UK-Besuch dazu. Im Paris House könnt ihr nicht nur zu gute Preisen trinken, ihr bekommt auch noch jeden Abend gute Musik dazu – im Paris House ist das vor allem Jazz und Blues und das fast jeden Abend. Wer danach noch weiterziehen und -trinken will, der hat auf der Western Road in Hove an fast jeder Ecke die Möglichkeit.

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