Eingecheckt – Entspanne im Mari Pop Hotel und erkunde das Zillertal

© Charlott Tornow

In unserer Serie Eingecheckt stellen wir dir schöne und nachhaltige Unterkünfte in ganz Europa vor: hippe Design-Hotels, gemütliche Ferienhäuser für Familien, abgeschiedene Berghütten, schicke und ausgefallene Lodges oder hübsche Glamping-Domizile. Hier ist für jeden Urlaubstypen etwas dabei. Hast du auch in einer Unterkunft übernachtet, die wir unbedingt mal vorstellen sollen? Dann schreib uns an [email protected].

Übernachten im Mari Pop

Es gibt diese Hotels, in denen ich mich von der ersten Sekunde an wie Zuhause fühle. Dann möchte ich eigentlich ewig lange ausschlafen, noch länger am Frühstückstisch sitzen und den ganzen Tag verbummeln – zumindest bis ich mich beim Blick aus dem Fenster daran erinnere, warum ich eigentlich verreist bin und ja auch was von der Umgebung sehen wollte. Das Mari Pop in Ried im Zillertal ist so ein Hotel. Eröffnet im Dezember 2019 unter dem Motto "stay forever" lädt das Hotel seine Gäste ein, viele faulenzende Stunden hier zu verbringen – sei es beim Sonnenbaden auf einer der bunten Liegen im grünen Garten, beim Lesen oder Arbeiten im Wintergartenwohnzimmer oder beim Kaffeetrinken und Popcorn naschen im Restaurant. Wer möchte, zieht sich zurück ins Zimmer oder sucht sich eine ruhige Ecke, aber auch der Kontakt zu anderen Gästen ist schnell hergestellt: Die Mitarbeiter*innen helfen bei der Ausflugsplanung und die Gäste erzählen abends an der Bar von ihrem Tag – so fühlt sich ein Aufenthalt im Mari Pop an, als würde man seine besten Freund*innen besuchen.

Und diese besten Freund*innen haben dazu noch einen wahnsinnig guten Geschmack, denn das Mari Pop hebt sich, was Architektur und Design betrifft, stark von der traditionellen Urigkeit der sonstigen Hotels in der Region an. Wo normalerweise Holzhäuser mit Spitzdächern und blumenverzierten Balkonen die kleinen Dörfer und Städte des Zillertals schmücken, sieht man in Ried schon von Weitem die futuristische Fassade des Mari Pop schimmern. Dabei ist Silvia Gschösser und Markus Rist, die das Mari Pop zusammen führen, eine perfekte Balance aus modernem Boutique-Hotel und Österreichischer Gemütlichkeit gelungen. Während in den Gemeinschaftsbereichen wie dem Restaurant, dem Garten und dem Wohnzimmer bunte Designermöbel und Accessoires für Hingucker sorgen, dominieren in den Zimmern bodentiefe Fenster und Holzausstattung und geben einem das Gefühl mitten in der Natur zu sein, die im Zillertal ja eh viel zu schön ist, um sie auszuschließen.

Mari Pop, Zillertal, Designhotel Österreich
© Charlott Tornow
Mari Pop, Zillertal, Designhotel Österreich
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Mari Pop, Zillertal, Designhotel Österreich
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Wellness im Mari Pop

Das Wellness-Angebot im Mari Pop ist nicht nur ein Teil, sondern integraler Bestandteil des Hotelkonzepts, wird auf ganzheitliche Weise gedacht und fängt schon beim Frühstück an: Statt eines riesigen Büffets mit etlichen Speisen gibt es ausgewählte frische Produkte aus der Region, die zum Teil auch hausgemacht sind (wie das unglaubliche gute Brot oder die veganen Aufstriche) und vom eigenen Bio-Bauernhof stammen (wie das Gemüse und die Früchte). Auf das Abendessen freue ich mich während meines Aufenthalts schon beim Frühstück – denn das 4-Gänge-Dinner überrascht jeden Abend aufs Neuste mit einem karnivoren und einem veganen Menü, das man sich vorab selbst zusammen stellen kann. Auf dem Teller landen dann Klassiker wie Schnitzel und Spätzle, aber auch Kohlrabispaghetti und Reisnudeln mit veganem Sauerrahm. Ich empfehle, unbedingt nach dem Essen noch etwas länger im Restaurant zu verweilen und einen der ausgefallenen Drinks zu probieren, die mit hausgemachten Sirupen oder regionalen Zutaten wie Zirbe eine willkommene Abwechslung zum sonstigen Barangebot sind.

Mari Pop, Zillertal, Designhotel Österreich
© Charlott Tornow
Mari Pop, Zillertal, Designhotel Österreich
© Charlott Tornow

Wellness bedeutet natürlich auch, dem Körper von außen etwas Gutes zu tun, weshalb es im Mari Pop mehrere Entspannungsbereiche gibt. Dabei sticht vor allem das Rooftop-Spa mit seiner Panorama-Sauna und dem kleinen Ruheraum heraus, das ausschließlich Erwachsenen vorbehalten ist. Jedes Mal, wenn ich während meines Aufenthalts saunieren bin, ärgere ich mich darüber, dass ich nur 15 Minuten in der Sauna aushalte, denn der Blick auf das südliche Zillertal von hier oben ist einfach zu schön. Wer sich im Anschluss an einen Saunagang noch die absolute Wohlfühlpackung gönnen möchte, kann das bei einer Gesichtsbehandlung, einer der vielen entspannenden Massagen oder einem Beauty-Treatment tun.

Während im Rooftop-Spa die Zeit still zu stehen bleibt, blüht das Leben im Garten vor allem am Nachmittag auf, wenn alle von ihren Ausflügen wiederkommen. Dann wird der schöne Garten mit seinen vielen Obstbäumen, dem beheizten Außenpool und einer gemütlichen Gartensauna zum Treffpunkt der Hotelgäste. Von hier aus gelangt man auch ins Hallenbad, das noch ein fast antikes Überbleibsel aus vergangenen Zeiten ist, als das Hotel noch von Markus Rists Vater unter dem Namen Zillertaler Grillhof geführt wurde.

Übrigens: Wer das Spa oder die Gartensauna mal ganz für sich allein haben will, kann die Bereiche abends als Private Spa buchen.

Mari Pop, Zillertal, Designhotel Österreich
© Charlott Tornow
Mari Pop, Zillertal, Designhotel Österreich
© Charlott Tornow

Ausflüge rund ums Mari Pop

Das Mari Pop eignet sich perfekt als Ausgangspunkt für Erkundungstouren im Zillertal, das sich auf 47 Kilometern entlang des Flusses Ziller von Strass bis Mayrhofen erstreckt und ein echtes Outdoor-Paradies ist. Vor meinem Aufenthalt im Mari Pop war mir das Tal vor allem als Winterdestination bekannt. Mit Freunden bin ich die vergangenen Jahre die Abfahrten rund um den Hintertuxer Gletscher auf Skiern runtergesaust und habe die glitzernden Dreitausender Gipfel bestaunt, die das Zillertal umgeben. Aber ich muss sagen, dass sich die wahre Schönheit der Berge erst im Sommer so richtig offenbart, wenn die Almwiesen bunt blühen und die Bergseen Türkisfarben in der Sonne schimmern. Ich habe während meines Zillertal-Trips zwei längere Ausflüge gemacht, die ich dir sehr empfehlen kann.

Wenn du Lust auf eine sportliche Herausforderung hast, solltest du dir ein E-Mountainbike leihen und die Zillertaler Höhenstraße erkunden, die sich von Ried bis Ramsau auf der westlichen Hangseite des Tals erstreckt. Die Straße wurde in den 1960er Jahren angelegt, um die vielen Almen für die Bauern leichter zugänglich zu machen und den Lawinenschutz zu verbessern. Die phänomenalen Aussichten auf die Voralpen und das Zillertal zogen aber schnell Touristen an, sodass die Straße heute ein beliebtes Ausflugsziel ist. Meine Tour beginnt im nahegelegenen Kaltenbach, wo ich ein E-Bike bei Sport Schock ausleihe. Ab Kaltenbach geht es ohne Vorwarnung direkt steil bergauf, denn immerhin befindet sich die Höhenstraße auf über 2000 Metern. Als Mountainbiker muss man sich die größtenteils einspurige Straße mit anderen Verkehrsteilnehmer*innen teilen, aber immerhin entfällt die Mautgebühr und wenn mir danach ist, kann ich kurz pausieren und die Aussicht genießen (was ich sehr oft mache, denn der Aufstieg ist wirklich ziemlich anstrengend und ohne elektrische Unterstützung würde ich das wohl kaum schaffen).

Mein Ziel ist die Kristallhütte auf 2147 Metern, die auch im Winter ein beliebtes Ausflugsziel ist und im Sommer nur zu Fuß oder eben mit dem Bike erreicht werden kann. Die Aussicht hier oben ist spektakulär und die Hütte nicht minder cool. Auf der Karte stehen österreichische Klassiker wie Apfelstrudel und Kaiserschmarrn, aber auch moderne Gerichte und jede Menge gute Weine. Wer mag kann hier oben sogar übernachten und das Panorama noch ein bisschen länger genießen. Für mich geht's nach einem riesigen, leckeren Apfelstrudel wieder aufs Bike – und das Schöne ist, dass die Kristallhütte der höchste Punkt der Tour ist. Ab hier geht's einfach nur noch bergab, sodass ich mich nicht auf meine brennenden Beine, sondern nur noch auf die Aussicht konzentrieren kann.

Zillertal, Österreich, Höhenstraße
© Charlott Tornow
Zillertal, Österreich, Höhenstraße
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Zillertal, Österreich, Kristallhütte
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Wenn du einen entspannteren Ausflug bevorzugst, dann kann ich dir eine Wanderung entlang des Zillergrund Stausees empfehlen, der sich in einem grünen, ruhigen Seitenarm des Zillertals befindet. Zum Stausee gelangst du von Mayrhofen aus über eine Mautstraße, die für Autos, Fahrräder und den Öffentlichen Nahverkehr geöffnet ist. Die Straße endet beim Bärenbad, von hier aus kannst du die restlichen knapp 400 Höhenmeter mit dem Bus oder zu Fuß zurücklegen, wobei sich dir immer wieder der Blick auf die beeindruckende Staumauer eröffnet. Oben angekommen empfängt dich der Türkis schimmernde Stausee, Schnee bedeckte Gipfel und zahlreiche Wasserfälle, die die grün bewachsenen Hänge runterfallen. Auf der linken Seite des Sees windet sich ein Wanderweg in leichtem Auf und Ab bis zur Hohenaualm, die das eigentliche Highlight der Wanderung ist.

Buddhistische Gebetsmühlen und -fahnen, die zum Innehalten einladen, ein beeindruckendes Hochplateau, viel Ruhe und eine einfache Gastwirtschaft ohne viel Schnickschnack und Elektrizität – die Alm hat ihren Beinamen "Klein Tibet" nicht umsonst erhalten. Hier oben findet du absolute Ruhe fernab der großen Touristenmassen. Auf dem selben Weg, den man gekommen bist, geht es zurück, wobei ich noch einen kurzen Stop in der Einkehr zum Adlerblick empfehle, die sich hoch über der Staumauer befindet. Im gemütlichen Gasthof kann man am Feuer sitzen oder die Aussicht genießen und wer lange genug bleibt, bekommt einen Johannisbeerschnaps zum Abschied.

Zillertal, Österreich, Zillergrund Stausee
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Zillertal, Österreich, Hohenaualm, Klein Tibet
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Zillertal, Österreich, Hohenaualm, Klein Tibet
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Zillertal, Österreich, Einkehr zum Adlerblick, Zillergrund
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Infos zum Mari Pop

Wer sollte hier Urlaub machen: Das Mari Pop Hotel ist ein wunderbarer Rückzugsort für Pärchen, die einen romantischen Urlaub verbringen wollen, aber auch für Familien, die fernab der großen Family-Resorts eine entspannte Zeit mit ihren Kids verbringen wollen.

Das solltest du unbedingt einpacken: Badesachen und Outdoor-Kleidung – wenn du den Tag wandernd oder Fahrrad fahrend in den Bergen verbracht hast, gibt es nichts Besseres als die müden Beine im Pool baumeln zu lassen.

Weitere Highlights in der Gegend: Wenn du länger als ein Wochenende bleibst dun etwas mehr Zeit mitbringst, solltest du unbedingt zum Achensee fahren. Der befindet sich zwar nicht mehr im Zillertal, aber schließt quasi an der nördlichen Grenze hinter Jenbach an. Der Achensee gehört zu meinen absoluten Lieblingsseen in Österreich und ist ein wunderschönes Ausflugsziel im Sommer. Hier geht es zu meinen 11 Tipps für den Achensee.

Anreise: Das Mari Pop erreichst du sowohl mit dem Auto als auch mit dem Zug sehr entspannt. Wenn du wie ich mit dem Zug anreist, fährst du zunähst bis Jenbach, das auf der Strecke zwischen München und Innsbruck liegt, und nimmst dann die Zillertalbahn (die von Jenbach bis Mayrhofen fährt) bis Ried. Vom Bahnhof aus sind es nur noch zehn Minuten zu Fuß bis zum Hotel.

Mari Pop | Großriedstraße 16, 6273 Ried im Zillertal, Österreich | Übernachtung je nach Saison ab 105 Euro pro Person | Zur Website