Maremma – 11 Tipps für eine Reise in den Süden der Toskana

von Max Fleschhut

Maremma – nie gehört? Die Maremma ist ein Landstrich im Süden der Toskana. Doch im Gegensatz etwa zum berühmten Chianti-Gebiet, das sich durch sanfte Hügel auszeichnet, zeigt sich in der Maremma die Toskana von ihrer wilden, ungezähmten Seite: einsame Naturstrände, mitten in der Landschaft entspringende Quellen und geheimnisvolle, Jahrtausende alte Gräber machen die Faszination dieser Gegend aus. Kuriose Kunstwerke und entzückende Inseln gibt es obendrein. Ich haben die besten Tipps für Maremma für euch gesammelt. Hier findet ihr noch viele weitere Tipps für Maremma.

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© Max Fleschhut Bade in den atemberaubenden Thermalquellen von Saturnia

In den Thermalquellen von Saturnia könnt ihr das ganze Jahr über baden! Denn das Wasser sprudelt hier Sommer wie Winter mit konstanten 37 Grad Celsius aus dem Boden. Eigentlich ist es in den kälteren Monaten sogar reizvoller, sich in den Dutzenden von natürlichen Becken zu aalen, wenn dichte Dampfschwaden die Thermen umhüllen. Das türkisfarbene, schwefelhaltige Thermalwasser besitzt Heilkräfte, die bereits die antiken Römer zu nutzen wussten und die bis heute in zahlreichen Therapien zum Einsatz kommen. Die „cascate del mulino“, die „Wasserfälle bei der Mühle“ ergießen sich übrigens mitten in der Landschaft und sind kostenlos zugänglich.

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Pitigliano, Toskana, Maremma

© Max Fleschhut Die Skyline von Pitigliano fotografieren

Ohne zu übertreiben darf Pitigliano als eines der spektakulärsten Dörfer der – an spektakulären Dörfern nicht gerade armen – Toskana gelten. Hoch oben auf einem Tuffsteinsockel ragen die ockerfarbenen Häuser des Orts empor. Wer genauer hinsieht, bemerkt, dass die unteren Stockwerke sogar teils in den Fels gehauen wurden; das Dorf verschmilzt also regelrecht mit seinem Untergrund. Von dem Parkplatz „Madonna delle Grazie“ kurz außerhalb des Zentrums hat man diese imposante Skyline komplett im Blick – eine Fotosession ist hier also quasi obligatorisch. Ach ja: Pitigliano ist mit seinen engen Gässchen und alten Häusern innen genauso malerisch wie von außen.

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, Toskana, Maremma, Castiglione della Pescaia

© Max Fleschhut Durch das toskanische Dorf Castiglione della Pescaia schlendern

Was für eine Dorfschönheit. Castiglione della Pescaia glänzt mit einer entzückenden Altstadt. Diese liegt zudem direkt am Meer auf einem Hügel, was weite Blicke über die Küste erlaubt. Ganz nebenbei hat der Ort einen der schönsten Sandstrände der Toskana zu bieten. Ein Besuch in Castiglione della Pescaia lohnt sich nicht nur wegen eines Spaziergangs im Zentrum und eines Badeaufenthalts. Denn am Abend ist der Ort ein echter Hotspot zum Ausgehen: Hier kann man den ganzen Abend lang von Pizzeria zu Eisdiele zu Bar schlendern. Wie schön, dass es möglich ist, Lebendigkeit und Idylle so perfekt miteinander zu verbinden!

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Toskana, Maremma

© Max Fleschhut Eine Safari-Tour im Naturpark der Maremma machen

Für eine Safari müsst ihr nicht bis nach Afrika reisen. Mit dem Parco Naturale della Maremma hat die Südtoskana ihre eigene Serengeti zu bieten. Zu dem 10.000 Hektar großen Park gehören Pinien- und Eichenwälder, Berge, Sümpfe, Dünen und ein schier endlos langer Naturstrand. Einige Bewohner des Parks werden euch sicherlich über den Weg laufen: frei lebende Rinder und Pferde etwa, genauso wie Füchse, Rehe oder Wildschweine. Den Maremma-Naturpark könnt ihr wandernd, radfahrend oder hoch zu Ross erkunden. Im Besucherzentrum könnt ihr auch eine geführte Tour buchen.

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Giglio, Toskana, Maremma

© Max Fleschhut Im blauen Wasser vor der Insel Giglio baden

Vor der toskanischen Küste reihen sich die sieben Inseln des Toskanischen Archipels aneinander. Dazu gehört neben dem bekanntesten Eiland Elba auch die kleine Insel Giglio. Perfekt türkisblaues Wasser und drei lebendige Orte machen dieses Fleckchen Land zum beliebten Tagesausflugsziel – vor allem da die Überfahrt mit der Fähre von Porto Santo Stefano nur eine Stunde dauert. Ein besonderer Tipp: Einige der schönsten Badebuchten Giglios sind nur vom Wasser aus zu erreichen. Am Hafen könnt ihr euch ein Boot mitsamt Guide mieten, das euch zu diesen versteckten Orten bringt.

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Lago di Bolsena, Toskana, Maremma

© Max Fleschhut An den schwarzen Stränden des Bolsena-Sees sonnenbaden

Der Bolsena-See ist mit einer Wasserfläche von 114 Quadratkilometern der größte Vulkansee Europas. Tatsächlich ist die Kraterform des kreisrunden Gewässers noch gut zu erkennen. Auf das Vulkangestein ist auch die schwarze Färbung der Strände zurückzuführen – zu bewundern an etlichen schönen Badestellen entlang des Seeufers. Der Lago di Bolsena zählt übrigens zu den saubersten Badeseen Italiens. Bei Seglern und Surfern ist er gleichermaßen beliebt. Unbedingt probieren solltet ihr den lokalen Weißwein Est! Est!! Est!!!, wenn ihr in einem Lokal einkehrt.

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Orbetello, Toskana, Maremma

© Max Fleschhut Die Lagune von Orbetello durchqueren

Das Städtchen Orbetello besticht durch seine außergewöhnliche Lage: Es erstreckt sich auf einer schmalen Landzunge mitten in einer Lagune, rechts und links begrenzt vom Wasser und mit Blick auf zwei weitere Landzungen, welche die Lagune von Orbetello begrenzen.  Wenn man die Fußgängerzone durchmessen hat – nach einem Cappuccino oder einem Eis, versteht sich – gelangt man unweigerlich ans westliche Ende der Altstadt, wo sich der Blick über die Lagune auftut sowie auf eine schnurgerade Straße, die zur Halbinsel Monte Argentario führt. Mit dem Auto oder dem Rad fährt man mitten durch die Lagune und wundert sich gar nicht, dass diese Straße schon mehrmals als Kulisse für Autowerbespots herhalten musste.

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Monte Argentario, Toskana, Maremma

© Max Fleschhut Den Monte Argentario erklimmen und danach baden gehen

Hat man die Lagune von Orbetello durchquert, wartet sogleich das nächste Highlight: die Halbinsel Monte Argentario, nur durch drei schmale Landzungen ans Festland gebunden. Der Begriff „Monte“ ist korrekt, denn mit über 600 Metern über Meereshöhe ist der Argentario ein veritabler Berg. Dementsprechend erlaubt er nach einer kurzen Wanderung weite Blicke über das Meer und die umgebenden Inseln sowie eine eindrucksvolle Sicht auf die Lagune von Orbetello. Baden könnt ihr auch noch: Die Hafenorte Porto Ercole und Porto Santo Stefano verfügen über herrliche Fels- und Kiesstrände.

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Sovana, Toskana, Maremma

© Max Fleschhut Über die etruskischen Gräber bei Sovana staunen

Lange bevor die Römer Italien in Beschlag genommen haben, hatte sich in der Maremma eine andere Hochkultur entwickelt: die der Etrusker. Nicht nur waren sie geschickte Seefahrer, emsige Händler und große Künstler – Eigenschaften, die ihnen vor allem im 6. Jh. v. Chr. zu großer Blüte verhalfen –, sie pflegten auch einen aufwändigen Totenkult. Davon kann man sich etwa in der Nekropole von Sovana überzeugen. Die rund 2.500 Jahre alten Gräber wurden komplett aus dem Tuffstein herausgemeißelt und gleichen eher Häusern und Tempeln als letzten Ruhestätten. Leichtes Gruseln ist garantiert beim Betreten der Grabkammern.

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Grosseto, Toskana, Maremma

© Max Fleschhut Die Stadt Grosseto auf seinen Stadtmauern umrunden

Grosseto ist eine der wenigen toskanischen Städte, deren Mauern noch komplett erhalten sind. Zu ihrer heutigen wehrhaften Form haben sie im 16. Jahrhundert die Medici ausgebaut. Wo einst Wachen ihre Runden drehten, lässt es sich heute vortrefflich flanieren. Auf den alten Wehrgängen hat man den Stadtkern von Grosseto stets aus erhabener Perspektive im Blick, wandelt idyllisch unter Palmen und Pinien und umrundet so die gesamte Altstadt. Auch die in den Mauerring integrierte Burg, der „Cassero“, ist noch bestens erhalten.

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Tarotgarten, Toskana, Maremma

© Max Fleschhut Bestaune die Kunstwerke im ausgefallenen Tarotgarten

Dass sich Kunst nicht immer in geschlossenen Ausstellungsräumen befindet, in denen es trotz großer Fensterfronten an Luftzufuhr mangelt, beweist der Tarotgarten, auf italienisch Giardino dei Tarocchi, der nach dem Konzept der Tarotkarten (das Kartenspiel der Wahrsager*innen) gestaltet ist. Riesige, kunterbunte und fantasievolle Figuren bevölkern die grüne Außenanlage und die Kunstwerke sind großenteils sogar begehbar. Unter anderem gilt es, symbolträchtige Skulpturen wie den "Turm von Babel", die "Hohepriesterin" oder die "Kaiserin" zu entdecken. Gestaltet hat dieses außergewöhnliche Gesamtkunstwerk Niki de Saint Phalle, die berühmte französische Künstlerin, die durch ihre wohlgeformten Nana-Figuren bekannt wurde. In einer der Figuren hat sie sogar eine Weile lang gewohnt!

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