Die 11 schönsten und sehenswertesten Museen in Venedig

Venedig ist ein wahres Fest für Kunstliebhaber und Kunsthistoriker. Die Stadt wird gern etwas abwertend als Freilichtmuseum bezeichnet, was schnell darüber hinwegtäuscht, wie viel Geschichte und Kunst hinter und in den schönen Palästen und Palazzos steckt. Wenn ihr in Venedig zu Besuch seid, solltet ihr deshalb nicht nur die Sehenswürdigkeiten abhaken, sondern vor allem auch einen Blick in die Museen und zugänglichen Paläste und Zunfthäuser werfen. Empfehlenswert ist in diesem Zuge der Kauf eines Museumspasses, dem VeneziaUnica City Pass. Mit diesem habt ihr für 35 Euro Zutritt zu 11 öffentlichen Museen in Venedig, darunter der Dogenpalast. Wir haben 11 der schönsten und sehenswertesten Museen in Venedig für euch ausfindig gemacht. Viel Spaß beim Entdecken.

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© Charlott Tornow Die Scuola Grande dei San Rocco bestaunen

Venedig ist wirklich nicht arm an prachtvollen Palästen, Villen, Museen und Kirchen. Hinter jeder Ecke verbirgt sich ein Gebäude, das noch den Glanz alter Zeiten ausstrahlt, als Venedig eine Goßmacht im Mittelmeer war. Allein der berühmte Dogenpalast ist über 1000 Jahre alt. Die Stadt ist ein einziges Freilichtmuseum, dass man schnell vergisst, hinter die Fassade zu schauen. Denn erst da wird es richtig prächtig. Die Scuola Grande dei San Rocco beispielsweise sieht von außen schon imposant aus, offenbart ihren wahren Reichtum erst in der 1. Etage, die mit einem aus 56 Gemälden von Jacopo Tintoretto bestehenden Bilderzyklus sowie einem dreiteiligen Altar und zahlreichen hölzernen Wandskulpturen ausgestattet ist. Die Scuola wurde nach der Pest von 1477 aus zwei Bruderschaften gegründet und nach Rochus von Montpellier benannt, der Schutzheilige der Pestkranken.

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© Charlott Tornow Moderne Kunst auf der Biennale gucken

“May you live in interesting times” heißt das Motto der La Biennale di Venezia 2019, die noch bis zum 24. November in Venedig stattfindet. “Interesting” kann dabei durchaus falsch verstanden werden, denn bei der ausgestellten Kunst geht es weniger um schnöde Unterhaltung, als um hochpolitische Aussagen, die auf Umweltschutz, Vertreibung und gesellschaftlichen Wandel anspielen. Ausstellungsflächen sind verteilt auf die ganze Stadt, wobei der Hauptschauplatz der Giardini ist, wo sich 28 Länder in ihren nationalen Pavillons präsentieren. Besonders sehenswert ist die von Kuratoren zusammengestellte Themenausstellung in Arsenale. Für beides sollte man sich jeweils mindestens einen Tag Zeit nehmen.

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peggy guggenheim museum in Venedig

© Charlott Tornow Moderne Kunst im Peggy Guggenheim Museum

Peggy Guggenheim war eine der bekanntesten Kunstsammlerinnen und Galeristinnen im 20. Jahrhundert und arbeitete mit einigen der wichtigsten und schillerndsten Künstler wie Marcel Duchamp, Samuel Beckett, Vasily Kandinsky und Jackson Pollock zusammen. Im Peggy Guggenheim Museum, der sich im Palazzo Venier dei Leoni am Grand Canal in Venedig befindet, wo Peggy Guggenheim auch lebte, wird noch heute ihre große und wichtige Sammlung  moderner Kunst ausgestellt. Neben der Dauerausstellung ist derzeit die Ausstellung "The Nature of Arp" bis zum 2. September 2019 zu sehen, die Werke des Dada-Begründers Jean (Hans) Arp zu sehen.

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venedig markusplatz dogenpalast

© Charlott Tornow Die Geschichte Venedigs im Palazzo Ducale kennenlernen

Der Palazzo Ducale (oder Dogenpalast) ist eines der berühmtesten Gebäude Venedigs und das wohl wichtigste noch dazu. Seit dem 9. Jahrhundert war der gotische Palast Sitz des Dogen, dem Staatsoberhaupt der Republik Venedig, und der Regierungs- und Justizorgane. Es zeigt noch heute, welche Größe und Macht einmal von Venedig ausging. Bei einer Tour durch den Palast kann man die Anfänge der Republik Venedig bis zum Ende der Venezianischen Republik erleben und kennenlernen. Dazu kommt das prachtvolle Inventar, das von einigen großen Meistern wie Tiziano und Veronese gestaltet wurde.

  • Palazzo Ducale
  • Piazza San Marco, 1, 30124 Venezia VE, Italien
  • 1. April bis 31. Oktober: Sonntag – Donnerstag: 8.30–21 Uhr (Eintritt bis 20.30 Uhr), Freitag & Samstag: 8.30–23 Uhr | 1. November bis 31. März: täglich 8.30–19 (Eintritt bis 18:30 Uhr)
  • 25 Euro, ermäßigt 13 Euro
  • Mehr Info
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Gallerie dell’Accademia

© Charlott Tornow Die ehemalige Kunsthochschule Gallerie dell’Accademia entdecken

Wie bei vielen Gebäuden Venedigs ist nicht nur die Kunst in, sondern auch die Geschichte hinter der Gallerie dell’Accademia spannend. Die Akademie befindet sich in den Gebäuden der ehemaligen Bruderschaft Santa Maria della Carità, die zu Zeiten der Republik Venedig immensen Einfluss hatten. 1750 wurde hier die  Kunstakademie Accademia di belle arti di Venezia gegründet, die heute die renommierteste Kunsthochschule der Welt ist. Unter Napoleon wurde die Akademie zur öffentlichen Kunsthochschule. Heute beherbergt sie die größte Sammlung venezianischer Malerei von der Gotik bis zum Rokoko, der Kern der Sammlung bildet noch immer die ehemalige Kunstsammlung aus jener Zeit. Bis 8. September 2019 ist hier neben der Dauerausstellung noch eine Georg-Baselitz-Retropsektive zu sehen.

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Basilica Santa Marie della Salute

© Charlott Tornow Malerein von Tizian entdecken in der Basilica Santa Marie della Salute

Die Basilica Santa Marie della Salute ist so ungefähr das erste Gebäude, das man sieht, wenn man in den Canal Grande einfährt, und eines der schönsten Sakralgebäude Venedigs. Die Kirche wurde im 17. Jahrhundert als Danksagung an die Jungfrau Maria nach einer Pestepidemie errichtet. Wer in Venedig auf der Suche nach Kunst ist, sollte definitiv nicht nur in die bekannten Museen gehen, sondern auch einen Blick in die Kirchen werfen, denn hier finden sich oft die wichtigsten Kunstwerke. In der Basilica Santa Marie della Salute zum Beispiel von dem großen venezianischen Maler Tizian sowie von Tintoretto und Salviati. Sehenswert sind außerdem die Altäre in den Kapellen.

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Museo del Vetro

© Museo del Vetro Die Geschichte der venezianischen Glaskunst im Museo del Vetro

Mindestens genauso ikonisch wie die Gondeln, die durch die Kanäle Venedigs fahren, ist das bunte, reich verzierte Murano-Glas von der gleichnamigen venezianischen Insel, die auch für ihre bunten Häuser bekannt ist. Es ist nicht ganz klar, wann die Venezianer mit der Glasbläserei begannen, aber sie wird bis ins 10. Jahrhundert zurück datiert. Die Ausstellung im Museo del Vetro, das sich auf Murano befindet, beleuchtet die Geschichte der Glasbläserei – angefangen von römischen Exponaten aus dem 1. bis 3. Jahrhundert bis hin zu weltberühmten Objekten aus Muranoglas vom 15. Jahrhundert bis heute. Das Glas-Museum selbst wurde übrigens bereits 1861 gegründet, um alle Dokumente zur Geschichte der Glaskunst und der Insel Murano zusammenzutragen.

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venedig markusplatz Dogenpalast palazzo ducale

© Charlott Tornow Über Venedig blicken vom Torre dell'Orologio

Direkt am Marktplatz, schräg gegenüber vom Dogenpalast, befindet sich der Torre dell'Orologio, der Uhrenturm, der sich über einem Triumphbogen erstreckt und zur Hauptshoppingstraße, der Merceria, führt. Der Turm selbst wurde bereits 1499 fertig gestellt, er ist reich verziert und wird als ein Meisterwerk der Technik angesehen, das als Symbol für Geschichte, Vergänglichkeit und den Lauf der Zeit steht. Tickets für die Besichtigung müssen vorher online gekauft oder telefonisch reserviert werden.

  • Torre dell'Orologio
  • Piazza San Marco, 30124 Venezia VE, Italien
  • Besichtigung auf Englisch: Montag – Mittwoch: 11 und 12 Uhr, Donnerstag – Sonntag: 14 & 15 Uhr
  • 12 Euro, ermäßigt 7 Euro | Eintritt nur nach Reservierung und in Begleitung von Museumsführern möglich
  • Mehr Info
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Biblioteca Nazionale Marciana

© Charlott Tornow Alte griechische und lateinische Manuskripte in der Biblioteca Nazionale Marciana

Die Biblioteca Nazionale Marciana, eine der größten Nationalbibliotheken Italien, erfüllt heute noch immer den gleichen Zweck wie 1560. Hier werden bedeutende griechische, lateinische und orientalische Handschriften und Manuskripte wie das Grimani-Gebetsbuch aus dem 16. Jahrhundert und die Weltkarte von Fra Mauro aufbewahrt, die Kardinal Bessarione im Jahre 1468 der Republik Venedig vermacht hatte. Sehenswert ist auch das Deckengemälde “Die Weisheit“ von Tizian in der Vorhalle im Erdgeschoss sowie die Bibliothekshalle, deren Gewölbe 21 Rundbilder von sieben verschiedenen Malern beherbergt.

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Banksy Venedig

© Banksy Instagram Auf den Spuren von Banksy in Venedig

Pünktlich zur Biennale 2019 führte der britische Streitart-Künstler Banksy die Kunstwelt vor: Nahe des Markusplatzes baute er einen Straßenstand mit mehreren Gemälden auf, die sich zu einem großen Kreuzfahrtschiff zusammenfügten. Obwohl die Kunstwelt Banksy seit Jahren feiert und versucht, seine Identität zu klären, fiel niemandem der Straßenstand auf. Kurze Zeit kam ein Graffito im venezianischen Stadtteil Dorsoduro dazu, einen genauen Hinweis auf den Standort ist nicht zu finden, aber vielleicht fahrt ihr ja bei einer Gondeltour vorbei?

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Museen Venedig Museo Correr

© Charlott Tornow Wertvolle Bücher und Manuskripte entdecken im Museo Correr

Direkt gegenüber vom Dogenpalast auf dem Marktplatz befindet sich das Museo Correr, das Anfang des 19. Jahrhunderts entstand und Bücher, Manuskripte und Gemälde zeigt, die der Venezianer Teodoro Correr der Stadt Venedig vermachte. Im Gegensatz zum Dogenpalast ist das Museo Correr im neuklassischen Stil gestaltet und stellt mit seiner Architektur, Gestaltung und dem Mobiliar einen Neuanfang innerhalb des Königreichs Italien und nach Ende der Republik Venedig dar.

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