11 besondere Galerien und Museen in Europa

Während sich meine Erkundungstouren im Sommer auf Erlebnisse draußen beschränken und die Terrassen hübscher Cafés Schauplätze meiner Reise sind, wird meine Da-möchte-ich-hin-Liste auf im Herbst und im Winter vor allem mit Kunst und Kultur bestückt. Gut, dass es davon mehr als genug in Europa zu sehen gibt. Klar, die National Gallery in London mit ihren tausenden Werken ist unglaublich und die Uffizien in Florenz oder das Louvre in Paris sind allein schon wegen ihrer Architektur einen Besuch wert. Doch es gibt noch viele weitere Galerien und Museen in Europa, deren Sammlungen es durchaus mit den Gemälden und Skulpturen berühmter Kunsthallen aufnehmen können. Wenn du die "Mona Lisa" und Picassos "Guernica" also schon gesehen hast und auf der Suche nach neuem kreativen Input bist, habe ich dir hier 11 besondere Galerien, Kunsthäuser und Museen in Europa rausgesucht, die du auf deinem nächsten Kulturtrip ansteuern solltest.

Galerija 11/07/95
© Galerija 11/07/95

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Lerne über den Völkermord von Srebrenica in der Galerija 11/07/95

Der Balkankrieg im Besonderen, aber vor allem der Völkermord in Srebrenica haben sich in das Gedächtnis der bosnischen Bevölkerung eingebrannt. Am 11.07.1995 wurden 8372 muslimische Zivilist*innen von Soldaten der Republika Srpska, unter dem Kommando von General Ratko Mladić, ermordet und in Massengräbern verscharrt. Die Galerija 11/07/95, die erste Gedenkgalerie in Bosnien und Herzegowina, arbeitet dieses Erlebnis mit Bild-, Video- und Tonaufnahmen für Besucher*innen so lebhaft auf, dass man noch Tage nach dem Besuch nicht ganz fassen kann, was damals passiert ist.

Tarotgarten, Toskana, Maremma
© Max Fleschhut

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Bestaune die Kunstwerke im ausgefallenen Tarotgarten

Dass sich Kunst nicht immer in geschlossenen Ausstellungsräumen befindet, in denen es trotz großer Fensterfronten an Luftzufuhr mangelt, beweist der Tarotgarten, auf italienisch Giardino dei Tarocchi, der nach dem Konzept der Tarotkarten (das Kartenspiel der Wahrsager*innen) gestaltet ist. Riesige, kunterbunte und fantasievolle Figuren bevölkern die grüne Außenanlage und die Kunstwerke sind großenteils sogar begehbar. Unter anderem gilt es, symbolträchtige Skulpturen wie den "Turm von Babel", die "Hohepriesterin" oder die "Kaiserin" zu entdecken. Gestaltet hat dieses außergewöhnliche Gesamtkunstwerk Niki de Saint Phalle, die berühmte französische Künstlerin, die durch ihre wohlgeformten Nana-Figuren bekannt wurde. In einer der Figuren hat sie sogar eine Weile lang gewohnt!

besondere Museen in Europa, Galerija Arka
© Giedrius Akelis | Galerija Arka

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Erfahre mehr über die baltische Kunstszene in der Galerija Arka in Vilnius

Die Kunstszene des Baltikums liegt nicht unbedingt im Fokus Europas. Doch das heißt nicht, dass du Museen und Galerien in Litauen, Lettland oder Estland ignorieren solltest. Ganz im Gegenteil! Mehrere Museen und Galerien, darunter auch die Galerija Arka in Vilnius, haben eine lebendige Kreativszene erschaffen, in der sowohl lokale als auch internationale Künstler*innen Raum finden. Die Galerija Arka wurde Anfang der 1990er-Jahre in einem ehemaligen Kloster eröffnet. Diese zurückhaltende Umgebung steht im Kontrast zu der ausgestellten zeitgenössischen Kunst und unterstützt die aufwendigen Installationen oder haptischen Werke in ihrer Wirkung.

Museu Fundació Joan March
© Charlott Tornow

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Entdecke spanische Künstler*innen im Museu Fundació Joan March

Allein schon das Gebäude, in dem sich das Museu Fundació Joan March befindet, ist einen Besuch wert. Eigentlich sind wir nur zufällig hier reingestolpert, weil das bunte Kunstobjekt im großen Schaufenster unsere Aufmerksamkeit erregte. Das befindet sich am Fuße des beeindruckend hohen Flurs eines prächtigen Stadthauses aus dem 17. Jahrhundert, das auf mehreren Stockwerken heute 70 Werke von 52 spanischen Künstler*innen ausstellt, darunter bekannte Größen wie Juan Gris, Julio González, Joan Miró, Salvador Dalí und Pablo Picasso. Wechselausstellungen zeigen zudem Kunstwerke aufstrebender spanischer Künstler*innen. Aufgrund der überschaubaren Größe des Museums lässt sich ein Besuch hier perfekt in einen Stadtbummel durch Palma integrieren.

Lumen - Museum of Mountain Photography
© Paolo Riolzi

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Erlebe die Geschichte der Bergfotografie im LUMEN Museum

Was einst die Bergstation der Kronplatz-Seilbahn war, beheimatet heute auf 2.275 Höhenmetern und auf vier Stockwerken das LUMEN – Museum of Mountain Photography. Das LUMEN wurde erst 2018 nach umfassenden Umbauarbeiten eröffnet und erzählt in Dauer- und Sonderausstellungen die Geschichte der Bergfotografie. Highlight des Baus ist der Shutter – eine riesige Blende, die je nach Bedarf eine Projektionsfläche für Filme bietet oder geöffnet den Blick in die Berge freigibt.

Basel, Schweiz,
© Anthea Schaap

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Mache einen Museums-Trip durch Basel

Wenn du auf deinem nächsten Outdoor-Trip in die Schweiz an Basel vorbei kommst, solltest du unbedingt ein paar Tage bleiben. Denn hier kannst du nicht vorbei an historischer Architektur schlendern oder dich im Sommer im Rhein wortwörtlich treiben lassen, sondern auch jede Menge Kunst entdecken. Basel wird nämlich als Kulturhauptstadt der Schweiz bezeichnet: In den zahlreichen Museen vergeht die Zeit vor allem an verregneten Tagen besonders schnell: Staune über das Zusammenspiel von Architektur und Kunst im Kunstmuseum Basel, entdecke eine große Auswahl an Werken der renommiertesten Künstler*innen des 19. und 20. Jahrhunderts in der Fondation Beyeler, erlebe wie Design entsteht im Vitra Design Museum und lass dich von den beweglichen Skulpturen im Museum Tinguely begeistern.

Disgusting Food Museum, Malmö
© Charlott Tornow

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Probiere ekelhaftes Essen im Disgusting Food Museum

In Malmö kannst du wirklich gut essen gehen: Seien es nachhaltig produzierte, saisonale Gerichte, klebrige Zimtschnecken oder fettige (vegane) Burger. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wenn du es besonders außergewöhnlich magst, solltest du dem Disgusting Food Museum einen Besuch abstatten. Hier bekommst du genau das: ekelhaftes Essen aus der ganzen Welt. Die Ausstellung zeigt anhand vieler Exponate, was die Menschen rund um den Globus an fragwürdigen Gerichten kreiert haben: Seien es Schafsaugen in Tomatensoße, Fledermaus-Eintopf oder von Maden befallener Käse. Am Ende kannst du deinen Ekel testen und zum Beispiel gebratene Meerschweinchen aus Peru (Cuy) oder fermentierten Hering aus Schweden (Surströmming) probieren.

Oslo Guide Highlight Munch Museum Kunst
© Lilli Wermuth

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Erkunde endlos viel Kunst im neuen Munch Museum

Für einen Besuch im Munch Museum musst du eine ganze Menge Zeit einplanen. Immerhin gibt es hier Kunst auf 13 Stockwerken zu entdecken. Der Fokus des Museums liegt dabei auf dem norwegischen Maler Edvard Munch, doch auch junge Künstler*innen aus Oslo und Umgebung bekommen hier eine Plattform. Kleiner Tipp: Mit dem Aufzug in den 12. Stock düsen und in der Sky Bar einen Drink genießen. Den unfassbaren Blick auf die Stadt gibt's ganz kostenlos oben drauf.

MuralHarbour
© Mela Hipp

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Stelle am Mural Harbour dein Graffiti-Talent unter Beweis

Mehr als 300 Graffiti, teils überdimensional groß, gibt es am Mural Harbour im Linzer Hafen zu bestaunen. Künstler*innen aus 35 Nationen haben seit der Eröffnung eine eindrucksvolle Open-Air-Galerie erschaffen, die sich zurecht Europas größte "Graffiti und Muralismo Galerie" nennen darf. Kein Wunder, dass seit über einem Jahrzehnt Graffiti-Writer, Street Artists und Muralists aus aller Welt nach Linz pilgern, um sich zu verewigen. Als Besucher*in kommst du im Rahmen eines geführten Mural Walk ganz nah an die Kunstwerke ran, bei einem Walk mit anschließendem Graffiti-Crashkurs kannst du dich sogar selbst im Umgang mit der Spraydose versuchen. Tipp: Die "Mural Boat Tour" ist eine Hafenrundfahrt, bei der du vom Wasser aus einen tollen Blick auf die riesigen Wandbilder bekommst.

Guggenheim Museum, Bilbao
© Sonja Koller

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Verliere dich in den Ausstellungen des Guggenheim-Museums in Bilbao

Das Guggenheim Museum in Bilbao gehört zu den Ausstellungsorten, die großartig genug sind, um einen eigenen Städtetrip zu rechtfertigen. Das beeindruckende Gebäude kannst du am besten von der gegenüberliegenden Seite des Nervión oder der Puente de La Salve bewundern und siehst schon davor Skulpturen von berühmten Künstler*innen wie Louise Bourgeois oder Jeff Koons. Einmal drinnen, wird dir moderne Kunst auf verschiedene Arten und in den unterschiedlichsten Stilen nähergebracht. Kurz gesagt: Das Museum ist ein absolutes Muss für Kunst-Freaks. Neben Ausstellungen finden hier auch Konzerte, Festivals, Vorträge, Vorführungen und Workshops statt. Zum Programm geht es hier.

Danzig, Gdańsk, Ostsee, Polen, Museum des Zweiten Weltkriegs
© Anthea Schaap

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Bilde dir deine eigene Meinung über das Museum des Zweiten Weltkriegs

Das Museum des Zweiten Weltkriegs ist eines auf jeden Fall: architektonisch beeindruckend. Um alles andere gibt es seit der Eröffnung des Museums 2017 viel Kontroverse. Der Eröffnungsdirektor Paweł Machcewicz sagte im Interview mit der taz zum Konzept des Hauses, dass es den Krieg aus der Perspektive der Zivilbevölkerung zeigen und als Aufruf zum Frieden in Europa fungieren solle. Machcewicz wurde bereits einen Monat nach der Eröffnung gekündigt, da die momentane polnische Regierungspartei PiS einen anderen Ansatz der Erinnerungskultur verfolgt. Nach ihrem Willen soll es vor allem um die polnische Helden- und Opferperspektive gehen. Wenn man die Kontroverse im Hinterkopf behält und die Ausstellungen auch unter diesem Aspekt bewertet, ist ein Besuch des Museums wichtig und spannend.

Kunst und Architektur in Europa

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