11 tolle Volksfeste in Europa, die eine Reise wert sind

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Die Spanier bewerfen sich mit überreifen Tomaten, in Schweden wird ausgelassen um die midsommarstången getanzt, und in Venedig übertrumpfen sich die Italiener mit glitzernden Kostümen und ausgefallenem Kopfschmuck, der sogar das britische Königshaus in den Schatten stellt. Als kultureller Schmelztiegel ist Europa reich an einzigartigen volkstümlichen Bräuchen, die alljährlich – meist feucht fröhlich – zelebriert werden. Wer sich als Reisender unter die feiernden Locals mischt, hat nicht nur die Chance tiefer in die Kultur einzutauchen und die Mentalität kennenzulernen, sondern auch eine Nation in ihrer ausgelassensten Stimmung zu erleben. Wir zeigen dir 11 tolle Volksfeste in Europa, die eine Reise wert sind.

1. Zelebriere den Winter beim Up Helly Aa in Schottland

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Zu Beginn des Jahres lassen die Schotten die Fetzen – nein, die Funken – fliegen. Die Feierlichkeiten während Up Helly Aa im Januar sind eine Zeitreise zurück zu den Wikingern und stehen ganz im Zeichen des Feuers. Zelebriert wird in Lerwick auf den Shetland-Inseln nördlich des schottischen Festlandes. Mit wilden Tänzen und lauten Gesängen wollen die Shetländer den kalten Winter vertreiben. Mit Feuerfackeln gewappnet ziehen sie durch die Straßen und nach der Prozession weiter in die Halls – eine Reihe von Kneipen, Bars und Hallen, in denen dann bis in die Morgenstunden getanzt wird. Die Tickets für die Halls sind ebenso begehrt wie ein Sitzplatz im Festzelt auf der Wiesn – unbedingt im Voraus online ergattern.

2. Reise zum Zitronenfest nach Menton

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Wer an einen Sommerurlaub an der Südküste Frankreichs zurückdenkt, hat sicher den erfrischenden Duft der Zitrusfrüchte in der Nase, die an der Côte d’Azur in Hülle und Fülle wachsen. Auch die Franzosen lieben das süßsaure Obst und haben ihm sogar ein eigenes Festival gewidmet, das jedes Jahr im Frühling in Menton zelebriert wird. Auf der Fête du Citron, die Mitte Februar beginnt und meist bis Anfang März gefeiert wird, kannst du prächtige Skulpturen und Mandalas aus Zitronen bestaunen oder die frischesten Früchte aus der Region auf dem riesigen Festmarkt verkosten. Der perfekte Ort, um die ersten Frühlingsgefühle zu wecken.

3. Tanze im Frühjahr beim Karneval in Cádiz

Den Karneval in Venedig oder die fünfte Jahreszeit im Rheinland kennt jeder, doch dass es auch die Andalusier vor der Fastenzeit bunt treiben, wissen die Wenigsten. In der Hafenstadt Cádiz geht es Ende Februar ganze 11 Tage lang (das gefällt uns!) wild her, wenn die Spanier mit ausgefallenen Masken, farbenprächtigen Umzugswägen und spanisch-afrikanischen Rhythmen die Atmosphäre der Stadt auflockern. Im Mittelpunkt des Volksfestes stehen die klangvollen Gesänge der Chirigotas und der Coros, die sich über Alltagsprobleme, Politiker und den Tourismus lustig machen. Den Abend lässt man dann beim Feuerwerk oder auf einem der Maskenbälle ausklingen.

4. Nasche Pfannkuchen bei Maslyana in der Ukraine

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Die Ukrainer haben den Traum eines jeden Kindes verwirklicht. Denn zu Maslyana, der Butterwoche, die jedes Jahr Anfang März gefeiert wird, dreht sich hier alles um Bliny, die osteuropäische Version der Pfannkuchen. Süß, herzhaft, gefüllt oder in Fett gebraten – bevor die Ukrainer die orthodoxe Fastenzeit einleiten, in der traditionell auf Butter und Eier verzichtet wird, lassen sie es sich mit einigen Tellern ihrer Leibspeise noch einmal richtig gut gehen. Wer sich nach all den Pfannkuchen noch bewegen kann, schwingt das Tanzbein oder nimmt an einer gemeinsamen Schneeballschlacht teil. In Kiew kannst du außerdem noch beeindruckende Eisskulpturen bewundern.

5. Feiere St. Patricks Day in Irland

Wer am Wochenende gerne ins Irish Pub einkehrt, sollte sich dieses ausgelassene Fest in Irland nicht entgehen lassen. Jedes Jahr am 17. März, dem Nationalfeiertag der Iren, wird dem irischen Schutzpatron St. Patrick gedacht. Da das Symbol des Heiligen ein dreiblättriges Kleeblatt ist, wird es an diesem Tag traditionell grün: Grüne Kostüme, grüne Pancakes und auch literweise grünes Bier stehen auf dem Programm. Nimm' unbedingt an einer der lustigen Paraden teil!

6. Schließe dich dem Königskult in Holland an

Auch die Holländer tauchen ihr Land am 27. April in einen Monolook. Wer am Koningsdag unterwegs ist, kleidet sich traditionell in Orange – der Farbe des Königshauses von Oranien. Denn gefeiert wird der Geburtstag des niederländischen Königs, der zugleich Nationalfeiertag ist. Tanzende, singende und trinkende Niederländer ziehen durch die ebenfalls in Orange und mit viel Hingabe dekorierten Straßen im ganzen Land. Besonders wild geht es in Utrecht, Eindhoven, Den Haag und natürlich Amsterdam zu. Wenn dir das zu viel Trubel ist, kannst du dir einfach einen Platz auf einem der Boote sichern und das Treiben gemütlich von den Grachten aus beobachten.

7. Begrüße die warme Jahreszeit in Finnland

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Der 1. Mai wird in Finnland gleich aus drei Gründen gefeiert – Vappu ist das traditionelle Frühlingsfest des Landes, der offizielle Tag der Studenten, die den ganzen Tag in ihren weißen Abiturmützen mit Konfetti und Luftballons umhertingeln, und Tag der Arbeit. Es wird aber natürlich nicht gearbeitet, sondern den ganzen Tag in den Parks und auf allen erdenklichen Grünflächen des Landes gepicknickt. Das typisch finnische Gebäck Tippaleipä und Munkki solltest du dir nicht entgehen lassen. An Sima, dem finnischen Honigschnaps kommt eh niemand vorbei!

8. Feiere die Sommersonnenwende in Schweden

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Wer würde nicht gerne einmal wie Michel aus Lönneberga oder die Kinder aus Bullerbü um die midsommarstånge tanzen, duftende Blumenkränze flechten und Unmengen Zimtschnecken und Lussekatter, Hefeknoten mit Safran, naschen? Klar, dass in einem Land, in dem der Winter besonders lang und dunkel ist, der längste Tag des Jahres mit besonderer Begeisterung gefeiert wird. An Midsommar, das immer am Samstag zwischen dem 20. und 26. Juni stattfindet, kommen  Familien, Bekannte, Nachbarn und Freunde zusammen, um gemeinsam zu tanzen, landestypische Lieder zu singen und den sonnigen Tag mit Kräuterschnaps zu begießen. Weil die Sonne nicht untergeht, verbringt man den ganzen Tag im Freien.

 

9. Huldige der italienischen Kochkunst beim Pizzafestival in Neapel

Pizza_Mercato Centrale Roma_Rom_ Italien
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"When the moon hits the sky like a big pizza pie, that's amore". Auch wenn Essensvorlieben oftmals ein Streitthema sind, zur Pizzaliebe scheint sich nun wirklich jeder zu bekennen. Da in italienischen Haushalten keine Mahlzeit ohne eine ordentliche Pizza stattfindet, ist es kein Wunder, dass die Erfinder dieser Köstlichkeit ihr sogar ein eigenes Festival gewidmet haben. Pizzabäcker aus der ganzen Nation reisen Ende Mai nach Neapel, um hier ihr Können in der traditionellen Backkunst zu zeigen. Am Geburtsort der Pizza wird die Stadtpromenade zehn Tage lang in eine kilometerlange kulinarische Straße verwandelt. Auch wenn wahrscheinlich alle Besucher schon zufrieden wären, wenn sie eine Pizza nach der anderen verputzen könnten, wird das Festival noch von kostenlosen Live-Konzerten und Food-Workshops begleitet.

10. Nimm an der größten Tomatenschlacht in Spanien teil

Rotgefärbte Straßen sind normalerweise kein gutes Zeichen. Ganz anders sieht das aber bei La Tomatina, dem spanischen Tomatenfest aus. Ende August findet in der spanischen Provinz Buñol eine gigantische Tomatenschlacht statt, bei der sich Einheimische und Touristen wie wild mit Tomaten bewerfen. Lass deine Kamera oder dein Handy also besser zuhause!

11. Zieh' mit leuchtenden Laternen durch Brighton

Laternen_Festival_Brighton
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Während die Schweden den längsten Tag des Jahres feiern, wird in Brighton der kürzeste Tag zelebriert. Am 21. Dezember, wenn es besonders früh dunkel wird, bastelt man in Brighton Laternen aus Seidenpapier und Weidenstöcken. Denn zu Burning the Clocks ziehen die Einwohner dann mit ihren Kreationen durch die Straßen und erleuchten die Stadt. Den Abschluss bildet ein loderndes Lagerfeuer an der Strandpromenade. Ein sehr atmosphärisches Ereignis zum Jahresabschluss und eine entspannte Alternative zum Festtagschaos in der Heimat.

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