11 herbstliche Mikroabenteuer, die du in der Natur erleben kannst

Es sieht ganz so aus, als wäre in den nächsten Wochen wieder ziemlich viel "Urlaub daheim" angesagt. Das heißt aber nicht, dass wir die Zeit nicht dazu nutzen können, unsere Umgebung zu erkunden und uns etwas Gutes zu tun. Denn auch wenn wir das Reisen schmerzlich vermissen, können wir das eine oder andere kleine Abenteuer auch vor der eigenen Haustür erleben. Vom Herbstwetter lassen wir uns da garantiert nicht abhalten, denn was hat Mutti früher immer gesagt? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! Als Kind habe ich bei diesem Satz jedes Mal die Augen verdreht, doch diesen Herbst und Winter wird er zu meinem Mantra: Regenjacke an, mit Mütze, Schal und Stiefeln warm einpacken und dann ab nach draußen. Diese 11 kleinen Mikroabenteuer für den Herbst kannst du auch in deiner Umgebung erleben.

1. Gruselige Kürbisse schnitzen

Ich oute mich hiermit mal ganz kurz: Ich liebe Halloween. Jaja, schon klar, Halloween wurde in Deutschland nie so groß gefeiert wie in Amerika, aber die Gruselfilme, das Gespenstische, in creepy Kostüme schlüpfen und die Nachbar*innen erschrecken? Als Kind hab ich's geliebt. Weil nicht nur Halloween, sondern der Herbst allgemein ja die Saison für "All Kürbis Everything" ist, könntest du dich dieses Jahr mal wieder an einem klassischen Halloween-Kürbis versuchen und mit Freund*innen einen kleinen Wettbewerb starten, wer die gruseligste Fratze schnitzt. Und aus den Resten? Wird natürlich Suppe gekocht. Win-Win.

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2. Pilze sammeln

Der Klassiker unter den herbstlichen Outdoor-Aktivitäten: Pilze sammeln! Hast du noch nie gemacht? Dann wird es diesen Herbst endlich Zeit, denn es gibt kaum eine bessere Motivation, das Haus zu verlassen, als die Aussicht, am Abend erschöpft nach einem Tag an der frischen Luft und mit genügend Material für ein leckeres Abendessen nach Hause zu stapfen. Was am Pilzesammeln im Wald so toll ist, kannst du übrigens hier nachlesen. Und wie du die essbaren und die giftigen Pilze erkennst, verraten wir dir hier.

Mikroabenteuer Herbst
© Charlott Tornow

3. Wildkräuter pflücken

Weil wir diesen Herbst besonders viel Zeit zu Hause verbringen, haben wir auch ganz viel Zeit, uns in der Küche auszutoben und aufwändige Gerichte zu kochen, für die uns sonst die Zeit (und to be honest: auch die Motivation) fehlt. Wie cool wäre es, wenn du das nächste Dinner mit eigenhändig gesammelten frischen Kräutern zubereiten könntest? Im Herbst und Winter kannst du Kräuter sammeln, die nicht nur lecker, sondern auch super gesund sind: Wusstest du zum Beispiel, dass selbst "Basics" wie Brennnessel oder Gänseblümchen voll mit wertvollen Mineralien sind? Um Kräuter richtig erkennen, kannst du Apps und Seiten wie Pflanzenbestimmung.info oder Gartendatenbank.de nutzen.

4. Ein Hörbuch runterladen und lange spazieren gehen

Spaziergänge sind DAS Hobby des Jahres 2020, aber nach Abenteuer hört sich das zugegebenermaßen nicht so wirklich an. Am schönsten ist es natürlich, wenn man gemeinsam mit Mitgliedern des eigenen Haushalts durch die Gegend spaziert oder dabei eine*n gute*n Freund*in auf Abstand treffen kann – aber Spazierengehen kann auch alleine toll und aufregend sein. Zum Beispiel, wenn ihr euch das Abenteuer ins Ohr holt: Vor dem nächsten Spaziergang einfach ein spannendes Hörbuch downloaden, euch eine Thermoskanne mit einem wärmenden Getränk einpacken, loslaufen und euch in der Geschichte verlieren. Welche Abenteuer du auf einem Spaziergang noch erleben kannst, verraten wir dir hier.

5. Endlich mal etwas über Bäume und Pflanzen lernen

Vielleicht geht es dir wie mir: Du gehst gern im Wald spazieren und bewegst dich in der Natur, kriegst es aber gerade so hin, eine Birke von einem Kastanienbaum zu unterscheiden? Okay, das ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber wenn ich ehrlich bin, kenne ich mich herzlich wenig mit den Bäumen, Sträuchern und Pflanzen aus, die in den hiesigen Wäldern so rumstehen. Vielleicht ist jetzt der richtige Moment, das zu ändern. Und weil wir das Jahr 2020 leben, brauchst du dafür natürlich erst mal weiter nichts als dein Smartphone, denn Apps wie Baumführer oder Baum ID machen dir dein neues Hobby ziemlich leicht.

Finnland, Nuuksio Nationalpark, Espoo Finnland
© Charlott Tornow

6. Kastanien sammeln und Waschmittel herstellen

Noch so ein Kindheitsding: durch den Wald stapfen und die heruntergefallenen Kastanien aufsammeln. Macht nicht nur Spaß, sondern ist auch nachhaltig, denn aus Kastanien kann man eine Menge machen: Dein eigenes Waschmittel zum Beispiel. Für eine Waschladung brauchst du dafür nur drei bis fünf Rosskastanien, die du mit einem Messer zerkleinerst, in ein Glas füllst und in lauwarmem Wasser etwa drei Stunden einweichen lässt. Die Flüssigkeit, die dabei entsteht, kannst du anschließend durch ein Sieb in ein anderes Glas füllen und ta-daa – Waschmittel!

7. Obst ernten und Marmelade kochen

Wie früher bei Oma: Der Herbst ist die Zeit fürs Einkochen. Marmelade kochen ist easy und schnell gelernt: Alles, was du dafür brauchst, ist Obst, ein Geliermittel (zum Beispiel das rein pflanzliche Agar-Agar) und je nach Geschmack ein wenig Süße. Im Herbst haben zum Beispiel Äpfel, Quitten oder Pflaumen Saison, und sogar aus Kürbis lässt sich leckere Konfitüre machen, zum Beispiel in Kombination mit Orange. Probiere es mal aus!

© Charlott Tornow

8. Einen Baumkronenpfad entlang wandern

Der Herbst ist die beste Jahreszeit, um deine Höhenangst zu besiegen, denn der Anblick der vielen bunt gefärbten Blätter von oben ist ziemlich magisch. Moment, wieso von oben? Weil es an vielen Orten in Deutschland Baumkronenpfade gibt, auf denen du in einigen Metern Höhe die herbstliche Farbenpracht bestaunen kannst. Zum Beispiel in Beelitz-Heilstätten, ganz in der Nähe von Berlin: Von dem Pfad, der rund 320 Meter lang und bis zu 23 Meter hoch ist, hast du nicht nur eine tolle Perspektive auf die vielen bunten Bäume, sondern kannst dich auch die Ruinen der ehemaligen Heilstätten Beelitz von oben anschauen. Noch mehr tolle Ausblicke auf Deutschland hast du von diesen 11 Aussichtspunkten aus.

Beelitz Heilstätten, Baumwipfelpfad, Mikroabenteuer Herbst
© Wiebke Jann

9. Da, wo es erlaubt ist: Ein Lagerfeuer machen

Lagerfeuer versprechen Romantik, Abenteuer und sie spenden natürlich Wärme, sodass man es auch an kühlen Herbsttagen ganz gut draußen aushält. Aber natürlich gilt: An Stellen, an denen es aus Waldbrandgefahr verboten ist und der Natur schadet, sollte man nie, niemals ein Lagerfeuer entfachen. In Deutschland gelten in jedem Bundesland andere Gesetze dafür, wo es erlaubt ist, ein Lagerfeuer zu machen. Eine Grundregel, die in jedem Bundesland gilt, lautet: Der Abstand zwischen dem Feuer und dem nächsten Wald muss mindestens 100 Meter betragen. Informiere dich vorher gut über die Regeln in deiner Region, sonst wird es teuer. In vielen Gegenden gibt es auch gekennzeichnete Feuerstellen.

© Charlott Tornow

10. Einen Hund aus der Nachbarschaft sitten und spazieren gehen

Hunde sind einfach die besten Begleiter und machen jeden Spaziergang ein bisschen aufregender. Das Problem: Zeit, Geld, Platz – einen Hund zu halten, das muss man sich erst mal leisten können. Aber vielleicht gibt es in deiner Nachbarschaft Hundehalter*innen, die sogar ganz froh darüber sind, wenn jemand Zeit und Lust hat, ab und zu mit ihrem Vierbeiner spazieren zu gehen? 2020 ist Nachbarschaftshilfe schließlich so angesagt wie nie zuvor, also hör dich doch mal um, häng (ganz old school) einen Zettel auf oder schau bei Apps wie DogShare oder Hundelieb vorbei, auf denen sich Hundehalter*innen mit ihren Nachbar*innen vernetzen können.

11. Den Sonnenaufgang anschauen

Das Beste am Herbst für alle Nachteulen und Langschläfer*innen, die die wunderschönen Sonnenuntergänge im Sommer nur aus den Insta-Storys ihrer Frühaufsteher-Freund*innen kennen: Die Sonne geht später auf, du hast also eine realistischere Chance, schon vor Sonnenaufgang aus dem Bett zu hüpfen und zu beobachten, wie der Himmel sich langsam rosa färbt. Bonuspunkte, wenn du die dazu gewonnene Zeit früh morgens noch für eine Runde Sport im Freien nutzt – das kostet dich und deinen inneren Schweinehund vielleicht ein bisschen Überwindung, sorgt aber für einen richtig guten Start in den Tag.

© Charlott Tornow
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