Schweiz – 11 Tipps für deinen nächsten Urlaub in den Alpen

von Rebecca Hoffmann

Einfach mal raus in die Natur – das geht besonders gut in der Schweiz. Denn unser Nachbarland überrascht uns immer wieder mit einzigartigen Landschaften und Aktivitäten. Nach nur wenigen Tagen fühlen wir uns wie Heidi und Peter von der Alm und können gar nicht genug von den unendlichen Weiten, klaren Seen und Bergen bekommen. Die Schweiz ist ein nahezu perfektes Reiseland. Neben der beeindruckenden Landschaft und dem Gefühl von Freiheit kommt gute Küche mit Rösti, Käse, Bauernschinken und natürlich hervorragender Schokolade dazu. Wir sind überhaupt nicht neutral, wenn es um die Schweiz geht. Unsere elf Tipps zeigen euch wie ihr raus- und anschließend ankommt.

SCHWEIZ: GUT ZU WISSEN

UNSERE SCHWEIZ TIPPS

1

© Rebecca Hoffmann Grillieren am Seebad Utoquai in Zürich

Wenn ihr einen Städtetrip nach Zürich plant, darf gerade in den Sommermonaten das historische Seebad Utoquai nicht fehlen. Auf den Holzplanken heißt es hier “sehen und gesehen werden”. Das Besondere dabei ist die Aufteilung von Frauen- und Männerbad mit getrennten Sonnenterrassen. In der Mitte oder im Zürichsee können sich beide Geschlechter treffen. Schon seit über 120 Jahren kann hier ausgiebig grilliert werden, wie die Schweizer das Sonnenbaden nennen. Solch entspanntes Urlaubsgefühl hat man selten mitten in der Stadt. Aber aufpassen – das Seebad schwimmt quasi auf dem Zürichsee, zwischen den Planken Durchgerutschtes wird wohl für immer im See verschwunden sein.  

2

© Rebecca Hoffmann Wes-Anderson-Feeling in Pontresina erleben

Unter dem Hashtag #accidentallywesanderson werden auf Instagram Bilder gesammelt, die alle am Set eines Wes-Anderson-Films entstanden sein könnten. In der kleinen Graubündener Stadt Pontresina im Engadin fragt man sich daher auch direkt, wann hier wohl der nächste Film gedreht wird. Die Stadt wirkt wie aus einer anderen Zeit. Viele Fassaden sind in Pastelltönen gehalten, die Häuser aus der Belle Époque restauriert, dazu kommen kleinere schlichte Bauernhäuser. Besonders schön ist das Luxus-Hotel Kronenhof, dass ihr auch ohne gebuchter Übernachtung besuchen könnt. Einfach einen Tee im Salon oder ein klassisches Rösti im Pavillon genießen und im Winter anschließend Pirouetten auf der hauseigenen Eisbahn drehen.

3

© Riccarda Hoffmann Das imposante Château de Chillon besichtigen

Wer Burgen und Schlösser liebt, sollte die wohl berühmteste Schweizer Burg nicht verpassen. Direkt am Genfer See gelegen erreicht ihr das Château de Chillon von Montreux aus zu Fuß in etwas mehr als einer halben Stunde. Die Festung aus dem 13. Jahrhundert besteht aus einem Labyrinth an Höfen, Türmen und Sälen. Das beeindruckende ist wohl die Lage, wie sie so fest und trotzig umgeben von Wasser und Bergen ist. In der Nähe liegt auch der Berg Rochers de Naye, ein weiteres beliebtes Ausflugsziel mit Jurten im mongolischen Stil.

4

© Riccarda Hoffmann Wandern zum malerischen Lagh da Saoseo

Wenn ihr am liebsten zu Fuß unterwegs seid, dann plant die rund vier- bis fünfstündige Wanderung ab Sfazù zum klaren wirklich märchenhaften und sagenumwobenen Lagh da Saoseo ein. Der See gilt als der schönste See Graubündens. Vielleicht trefft ihr also den ein oder anderen Wanderer auf der Route. Dafür werdet ihr aber auch mit dem malerischen Anblick des kobalt- bis türkisblauem Sees belohnt. Wer mag, taucht nach der Wanderung in das kühle Nass ein oder sonnt sich auf den flachen Steinen, bevor es zurück geht. Es empfiehlt sich eine Brotzeit dabei zu haben, da das Rifugio Saoseo das einzige Bauernhaus mit hausgemachter Küche auf der gesamten Strecke ist.

5

© Rebecca Hoffmann Auszeit mit Philosophen beim Muottas Muragl

Der sogenannte Philosophenweg bietet sich vor allem im Winter als Ausflugsziel an. Oben auf dem Muottas Muragl, ein Berg mit einer Höhe von 2456 Metern, führt der beeindruckende Rundwanderweg vorbei an Informationstafeln mit Zitaten berühmter Philosophen. Wer hier oben wandelt, der weiß, was Freiheit ist. Der Ausblick runter ins verschneite St. Moritz oder hinüber zu den anderen Berggipfeln wie die des Piz Muragl ist, kitschig gesprochen, wirklich einmalig. Man hält den Atem an bei solch imposanter Naturkulisse. Auf Tafeln liest man unter anderem dann von Kant: “Tue das, wodurch du würdig bist, glücklich zu sein.” Darüber nachdenken könnt ihr bei einer kurzen Pause auf den Bänken oder sogar in typischen Strandkörben, die hier eine neue Interpretation von Sonnenbaden bieten.

6

© Johannes Hofmann | Unsplash Mit der Bahn das Weltkulturerbe Landwasserviadukt erleben

Wer sich für eine Zugreise in der Schweiz entscheidet, sollte auf jeden Fall ab Chur Richtung St. Moritz oder gar Lugano mit der Rhätischen Bahn durchs Engadin fahren. Besonders schön ist die Route im Winter, wenn die Berge verschneit sind und der markant rote Zug über das Weltkulturerbe – die Eisenbahnbrücke Landwasserviadukt – Richtung Süden fährt. Es empfiehlt sich in Fahrtrichtung rechts am Fenster zu sitzen, um den besten Blick zu genießen. Die 136 m lange Brücke gilt als das Wahrzeichen der Rhätischen Bahn und ist beliebtes Fotomotiv.

7

© Lorenzo Pusterla Moderne Kunst angucken von Giacomo Rogado

Ruhe findet ihr nicht nur in der Schweizer Natur, sondern auch beim Betrachten der modernen surrealistischen Kunst des Schweizer Künstlers Giacomo Rogado. Geboren in Luzern, absolvierte er auch ebenda sein Kunststudium, bevor es ihn nach Berlin zog, wo er seit vielen Jahren lebt und arbeitet. Nun zeigen gleich zwei Schweizer Orte seine Werke: die Galerie Mark Müller in Zürich ab dem 7. Juni und ab 23.11.2019 auf das Kunstmuseum Solothurn. Seine Bilder sind oftmals riesengroße abstrakte Kunstwerke, die ähnlich wie die Schweizer Natur zum Verweilen einladen. Sie eröffnen den Raum für neue Gedankenwelten. Also plant einen Besuch ein und lasst euch mitnehmen in diese imaginären Traumbilder.

8

© Rebecca Hoffmann Klettern und bouldern in der größten Halle der Schweiz

Bevor es in die Schweizer Berge zum Outdoor-Klettern und -Bouldern geht, könnt ihr im Gaswerk, der größten Schweizer Kletterhalle, die richtige Technik erlernen. In der sehr verwinkelten Anlage findet sich die richtige Übungswand für alle Kletterfans. Ob Bouldern, also klettern ohne Sicherung in geringer Höhe, oder euren Aufstieg üben und Höhenangst überwinden, das könnt ihr hier bis spät in den Abend hinein. Von Zürich aus erreicht ihr die Halle in Schlieren nach gut einer halben Stunde. Dann sind euch keine Grenzen nach oben hinaus gesetzt.

  • Industrie Gaswerk Nord
  • Kohlestrasse 12b, 8952 Schlieren, Schweiz
  • Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag von 11–23 Uhr, Dienstag 7.30–23 Uhr, Samstag & Sonntag 9–20 Uhr
  • Tagesticket Erwachsene Klettern (inkl. Bouldern) 36 CHF, Tagesticket Erwachsene Bouldern (exkl. Klettern) 26 CHF
  • Mehr Info
9

© Kulm Hotel, The Pizzeria, Pressefoto Vegane Pizza essen im Hotel Kulm in St. Moritz

Wenn ihr genug Rösti, Zürcher Geschnetzeltes und Co. hattet, dann solltet ihr das Restaurant The Pizzeria im Luxus-Hotel Kulm aufsuchen. Das saisonal geöffnete Restaurant überrascht zwar mit rustikalem Bauernhausinterieur, serviert aber köstliche italienische Klassiker wie Pasta und natürlich Pizza aus dem Holzofen. Auf Wunsch gibt es hier die Pizza auch vegan. Und das lohnt sich. Die Tomatensauce war beeindruckend gut. Wer lieber Sterneküche mag, der kann nebenan im K by Tim Raue speisen.  

10

© Rebecca Hoffmann Von Luzern nach Zürich mit dem Rad fahren

Am besten lernst du ein Land kennen, wenn du nicht einfach mit dem Auto über die Autobahnen rauschst, sondern einen Weg findest, der es dir ermöglicht, Pausen zu machen und die kleinen Dinge zu entdecken. Die Schweiz bietet jede Menge Outdoor-Aktivitäten und warum also nicht mal mit dem Rad von Luzern nach Zürich? Für uns Flachlandbewohner ist die Route jedoch wohl das ein oder andere Mal anspruchsvoll, wenn es gelegentlich bergauf geht. Dafür kommst du an kleinen Flüssen und Bauernhöfen vorbei, ohne dass es sich dabei um touristische Hotspots handelt. Diese Radtour ist die perfekte Auszeit vom stressigen Alltag und abends in Zürich angekommen, kannst du dich dann wieder städtisch fühlen.

11

© Rebecca Hoffmann Rodeln für Fortgeschrittene bei Muottas Muragl

Schlitteln, wie die Schweizer das Rodeln bezeichnen, ist eine beliebte Tätigkeit während der Winterzeit. Sich wieder wie ein Kind fühlen, das keine Ängste kennt, den Fahrtwind im Gesicht spüren und rote Wangen bekommen. Fast jede Region verfügt über eine Schlittelbahn und lange Schlangen sind zur Hochsaison vorprogrammiert. Die bei Muottas Muragl ist dabei für die Adrenalin-Fans, denn auf 4,2 Kilometer überwindet ihr mal eben 718 Höhenmeter. Oben verzaubert schon der Blick runter ins Tal, bei gutem Wetter seht ihr St. Moritz und Sils. Dann ab auf den Schlitten und steil hinab vorbei an glitzernden schneebehangenen Wäldern. Oftmals sieht man dabei wirklich mehr klassische Holzschlitten als die moderne Hightech-Varianten. Ohne Helm geht’s aber nicht.   

Titelfoto: © Tim Trad | Unsplash

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