Tallinn – 11 Tipps für einen Trip in die estnische Hauptstadt

Tallinn ist eine der schönsten Städte im Norden Europas. Die Altstadt von Tallinn ist liebevoll saniert, ehemalige Industriebrachen wurden zu kreativen Hubs umgebaut und auch kulinarisch kann sich die Stadt mit seinen hippen skandinavischen Nachbarn messen. Estland selbst wird als das modernste Land Europas, wenn nicht sogar der Welt gehandelt. Es war das erste Land, in dem das Parlament über das Internet gewählt werden konnte und schon Ende der 1990er Jahre waren alle Schulen an das Internet angeschlossen. Das Land besitzt eine lebendige Techszene und Bargeld ist quasi überflüssig, weil man in jedem Bereich mit der Karte oder dem Telefon zahlen kann. Entsprechend gut hat sich das Land entwickelt. Und so bietet auch Tallinn selbst an einem langen Wochenende viel zum Erleben und Entdecken.

TALLINN – GUT ZU WISSEN

TALLINN – TIPPS FÜR DEINEN URLAUB

1

© Lembit Michelson, Visit Estonia | flickr CC BY-NC-SA 2.0 Beim Sängerfest die estnische Kultur feiern

Eines der wichtigsten Feste, das die Esten bereits seit 1869 feiern, ist das Sängerfest, das alle fünf Jahre im Juli stattfindet. Unter dem Motto "Mein Vaterland ist meine Liebe" ("Mu isamaa on minu arm") wird auf zahlreichen Veranstaltungen in bunten Trachten die Unabhängigkeit Estlands gefeiert, wobei das Singen von patriotischen Liedern eine lange Tradition in Estland hat. Beim Sängerfest 2014 traten über 33.000 Sänger vor fast 153.000 Zuhörern auf, wobei der gemeinsame Chor aus 22.000 Sängern bestand! Ein Highlight, das man auf jeden Fall nicht verpassen sollte.

2

© Björn Wisnewski Lokal und saisonal essen im Leib Restoran

Abseits des Altstadttrubels und überteuerter Touristenrestaurants kommt ihr im Sommer im hübschen Garten des Leib Restoran etwas zur Ruhe. Im Winter könnt ihr es euch drinnen am Kamin und im Ohrensessel gemütlich machen. Das Restaurant setzt auf Lokales und Saisonales, "We bring the farm to your table" ist das Motto. Auf der Karte stehen zum Beispiel Rote-Bete-Tartar oder Fischwurst, dazu gibt es einen selbstgebrannten Likör. Auch Veganer werden hier glücklich: Es gibt jeweils eine vegane Vorspeise sowie ein veganes Hauptgericht und Dessert.

3

© Björn Wisnewski Shoppen und schlemmen in der Markthalle Balti Jaama Turg

In die moderne Markthalle Balti Jaama Turg sollte man vor allem am Wochenende vorbeischauen. Eine Vielzahl an Markständen lädt zum Kosten von lokalen Spezialitäten ein. Im Obergeschoss können Vintage- und Antiquitätenfreunde allerlei Kuriositäten aus der russischen Vergangenheit entdecken. Darüber hinaus gibt es einen Supermarkt, ein Fitnessstudio und einen Friseursalon.

4

© Björn Wisnewski Moderne Fotografie bei Dokfoto gucken

Das Zentrum für Dokumentarfotografie (Dokfoto) fördert Fotografie und Fotografen, die sich mit Estland und der estnischen Gesellschaft beschäftigen. Progressiv geht es in der Themenwahl zu: Im Fokus stehen vor allem aktuelle gesellschaftliche Diskurse wie Geschlechtergleichheit und soziale Ungleichheiten. Die Macher wollen zur Diskussion anregen und Menschen zusammenbringen. Dabei sind die Ausstellung aber bei Weitem nicht trocken. Die aktuelle Ausstellung von Robert Doisneau gehört zu einer der amüsantesten Dokumentarausstellungen, die wir bisher gesehen haben.

5

© Björn Wisnewski Nachhaltig shoppen bei Reet Aus

"Trash to Trend" ist das Motto von Reet Aus. Hier findet ihr moderne elegante Kleidung für Männer, Frauen und Kinder. Die Mode, die ihr online und im Shop kaufen könnt, ist upgecycelt, das heißt, aus alten Materialien hergestellt. Zudem verzichtet das Label bei der Herstellung auf den Einsatz von Chemikalien. Auch cool: Unternehmen können bei dem Label ihre eigenen Designs bestellen und somit Upcycling unterstützen.

6

© Björn Wisnewski Moderne Kunst gucken im Ekkm

Ähnlich wie die Galerie Dokfoto feiert auch das Contemporary Art Museum of Estonia (EKKM) estnische Künstler, wobei sich das EKKM vor allem auf moderne Kunst konzentriert. Dabei ist aber das bunte Haus mit dem großen "Holiday"-Schriftzug auf dem Dach auch als Gesamtkonzept ziemlich sehenswert.

7

© Pixabay Zu Elektro und Techno feiern im The Hall

Wenn junge Esthen vom The Hall sprechen, dann vergleichen sie es oft mit dem, was sie vom Berghain in Berlin gehört haben. Etwas außerhalb des Stadtzentrums von Tallinn im Stadtteil Kalamaja gelegen, ist die alte Halle ein cooler Ort, um zu harten Technobässen und einem guten Sound die Kalorien der estnischen Küche wieder loszuwerden.

8

© Björn Wisnewski Ausflug in den estnischen Nationalpark Lahemaa

Circa 30 Minuten von Tallinn entfernt, liegt der Nationalpark Lahemaa an der Nordküste Estlands, der im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel ist und ein wichtiges Naturschutzgebiet, wo noch heute Elche, Wildschweine, Braunbären, Luchse, Füchse und anderen wilde Tiere leben. Außerhalb der Ferienzeit kann man durch malerische Wälder wandern oder in einsamen Buchten dem Meeresrauschen zuhören. Ganz im Norden gibt es das Kunstzentrum, das einen Rundumblick auf die estnische Kunst vom 19. bis zum 20. Jahrhundert gibt. Für die Anreise empfiehlt es sich, ein Auto auszuleihen.

9
Tallinn

© Aleks Dorohovich | Unsplash Skandinavische Architektur im Viertel Kalamaja entdecken

Nördlich der Altstadt von Tallinn, direkt am Meer, liegt das Viertel Kalamaja, das zu den beliebtesten Wohnvierteln der Stadt gehört, was wohl vor allem an den traditionellen, bunten Holzhäusern liegt, für die das Viertel bekannt ist. Auch wenn ihr hier wohl so schnell nicht wohnen werdet, lohnt sich ein Bummel mit der Kamera durch Kalamaja definitiv, denn die Holzhäuser wechseln sich mit alten Industriebauten ab, in denen heute Kreative leben und so Kalamaja noch bunter machen.

10

© Björn Wisnewski Estnisches Craftbier probieren im St. Vitus

Wie in vielen anderen Ländern ist Craftbier auch in Estland mittlerweile groß und zahlreiche kleine Brauereien haben es sich zur Aufgabe gemacht, dem klassischen Pils etwas entgegen zu setzen. In der Bar St. Vitus könnt ihr eine Vielzahl dieser Craftbiere probieren. Damit ihr nicht nach dem zweiten Bier vom Bartresen fallt, gibt es in dem stylischen Laden auch estnisches Fingerfood zum Snacken. So kann ein Abend beginnen. Oder enden. Je nachdem.

11
vegane hotspots, tallinn

© Björn Wisnewski Ausgiebig frühstücken im F-Hoone

Eines der schönsten Restaurants in der Tellivskivi Creative City ist das F-Hoone, das soviel wie "Gebäude F" bedeutet und sich auf die Vergangenheit der ehemaligen Industriehalle bezieht. In den großen Räumen könnt ihr ausgiebig Porridge, Omelette und Sandwiches frühstücken, am Abend landet Modernes und Internationales wie Ramen, Dumplings und Burger auf dem Teller. Auch Nicht-Fleischesser werden hier glücklich, denn es gibt viele vegane und vegetarische Speisen.