11 Tipps für eine entspannte Fahrt mit dem 9-Euro-Ticket

Immer wieder schön: die Zugfahrt von Berlin über Dresden nach Prag. © Charlott Tornow

Das 9-Euro-Ticket, mit dem du von Juni bis August 2022 für monatlich nur neun Euro den Regionalverkehr in ganz Deutschland nutzen kannst, treibt aktuell viele Menschen auf die Schienen. Ziemlich cool und aufregend – so habe ich das zumindest bei meinem 9-Euro-Abenteuer erlebt, als ich in acht Stunden von Berlin nach Sylt gefahren bin. Denn mit dem 9-Euro-Ticket, durch das man an keine bestimmten Züge gebunden ist, fühlt sich eine Reise ein bisschen an wie Mini-Interrail.

So abenteuerlich und ausgedehnt wie meine Reise an die Nordsee muss ein Trip mit dem 9-Euro-Ticket aber gar nicht sein. Mit dem Ticket lassen sich auch Mikroabenteuer in der Umgebung ganz entspannt und preiswert umsetzen. Egal, für welche 9-Euro-Reise du dich entscheidest, du bist vermutlich etwas anders unterwegs, als gewohnt. Deswegen gilt es einige Dinge zu beachten. Denn eines ist sicher: In den nächsten Monaten wollen wir das Ticket voll ausnutzen und damit neue Ecken von Deutschland entdecken.

1. Entdecke neue Ecken in Deutschland

Mit dem 9-Euro-Ticket kannst du zwar nicht gleich die ganze Welt, aber zumindest ganz Deutschland entdecken. Und das ist doch schon mal ganz schön was! Die möglichen Routen scheinen endlos und unsere Neugier, neue Städte und versteckte Naturorte kennenzulernen, ist es sowieso. Um dir etwas Überblick zu verschaffen, schau doch bei unseren Freund*innen von Mit Vergnügen Berlin vorbei, um 11 Reiseziele auszuchecken, die du von der Hauptstadt schnell und easy erreichen kannst. Weitere Tipps zu Destinationen, die du mit dem 9-Euro-Ticket besonders praktisch erreichen kannst, gibt es auch mit Start in Köln, Hamburg und München.

2. Nimm Proviant mit

Besonders praktisch, wenn man während der Fahrt umsteigen muss: Man kann sich an jedem Bahnhof Snacks kaufen. Das dachte ich zumindest vor meiner 9-Euro-Reise. Aber weil das Umsteigen aufgrund möglicher Verspätungen oftmals deutlich stressiger ist, als erwartet, bleibt nicht viel Zeit, um sich entspannt ein Brötchen zu kaufen. Statte dich deshalb schon vor dem Einsteigen in den ersten Zug mit genügend Snacks aus, um dich während einer langen Fahrt über Wasser zu halten.

Hamburg Hauptbahnhof
© Sonja Koller

3. Nutze jede Gelegenheit, um auf die Toilette zu gehen 

Ja, eigentlich sind fast alle Regios in Deutschland mit einer Toilette ausgestattet, meistens sogar mit mehreren. Die Betonung liegt hier aber auf dem Wort “eigentlich”. Denn als Passagier*in kann man sie manchmal gar nicht nutzen. Sei es, weil sie gesperrt sind oder weil die Bahn so voll ist, dass an ein Durchkommen einfach nicht zu denken ist. Nimm deshalb jede Gelegenheit wahr, um eine Toilette aufzusuchen. An den Bahnhöfen musst du dafür zwar oft etwas Kleingeld springen lassen, die paar Cent machen die Fahrt aber deutlich entspannter.

4. Achte auf die Durchsagen

Ich bin ja auch Team "Bei dramatischer Musik aus dem Fenster schauen und über das Leben sinieren", aber weil bei einer Regio-Reise durch Deutschland nichts in Stein gemeißelt ist, lohnt es sich, bei den Durchsagen in der Bahn die Lauscher zu spitzen. Bei meiner Reise nach Sylt bin ich so auf eine Umstiegsmöglichkeit aufmerksam gemacht worden, die ich so nicht im Blick hatte. Ob Verspätung, Umleitung oder andere Optionen für deine Route: Achte auf die Durchsagen.

9-Euro-Ticket Sylt
© Sonja Koller

5. Nimm eine Powerbank mit 

In den meisten Regionalbahnen gibt es, anders als in ICs oder ICEs, oftmals keine Steckdosen. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, eine Powerbank mitzunehmen, um Podcasts, Musik oder die Sprachnachrichten von Freund*innen anzuhören. Außerdem zischen während deiner Fahrt sicherlich einige schöne Landschaften am Fenster vorbei, die du dann noch fotografieren kannst.

6. Drucke dein Ticket aus

Sollte dein Handyakku zur Neige gehen, ist die größte Sorge das Ticket. Ist das Handy leer, ist nämlich auch das Ticket weg. Mache es dir deshalb leichter und drucke das Ticket vor der Fahrt aus, damit du nicht mit leeren Händen vor dem*r Fahrkartenkontrolleur*in stehst.

9-Euro-Ticket Sylt
© Sonja Koller

7. Nutze das Ticket nicht nur im Regio, sondern auch in Bussen

Wenn ich an Reisen mit dem 9-Euro-Ticket denke, habe ich vor allem Regionalzüge im Kopf. Die Vorzüge des Tickets hören aber nicht mit der Ankunft am Urlaubsort auf, vor Ort sind meist Busse, S-, U- und Straßenbahnen inkludiert. Vor allem, wenn du das 9-Euro-Ticket nutzt, um große Städte zu bereisen, finde ich das absolut genial und du bist so vor Ort nicht nur super flexibel, sondern sparst auch eine Menge Geld. An der Haltestelle solltest du aber am besten nochmal nachfragen oder online recherchieren, ob das bei dem Verkehrsmittel deiner Wahl auch wirklich geht. Wird der Nahverkehr von einem privaten Unternehmen angeboten, kann es sein, dass dieser nicht im 9-Euro-Ticket inkludiert ist.

8. Checke die Regeln für eine Fahrradmitnahme

Wer mit dem Fahrrad verreist, sollte sich vorbereiten. Denn die Regeln für die Fahrradmitnahme im Regionalzug sind in jedem Bundesland anders. Während man sich in manchen Regios um eine Fahrradreservierung bemühen muss, kann man sie in anderen kostenlos, in manchen Regionen zu bestimmten Zeiten wiederum gar nicht mitnehmen. Checke also schon vor der Fahrt auf der Seite der jeweiligen Landesbahn, welche Regelungen gelten.

9-Euro-Ticket
© Sonja Koller

9. Starte früh in deine Reise

Mit dem 9-Euro-Ticket durch Deutschland zu düsen, heißt vor allem eins: flexibel sein. Wenn du einen Anschluss verpasst, kann es sein, dass du auf eine andere Verbindung umsteigen musst. Damit du nicht an einem Ort strandest, an dem es gegebenenfalls nicht mehr so viele passende Verbindungen für dich gibt, lohnt es sich, früh aufzustehen und deine Reise direkt morgens zu starten. Obwohl die Regios da vergleichsmäßig voller sind, hast du dann immer noch genug Zeit, am Zielort anzukommen.

10. Nimm dir nicht vor, zu arbeiten

Acht Stunden im Zug? Perfekt, um Arbeit zu erledigen. Das dachte ich zumindest, als ich zu meinem 9-Euro-Abenteuer nach Sylt aufgebrochen bin. Was ich nicht bedacht habe: In den meisten Regios gibt es kein WLAN und die LTE-Verbindung zwischen zwei Städten ist meistens so schlecht, dass auch der Smartphone-Hotspot nicht ausreicht. Lass den Laptop deswegen lieber in der Tasche, genieße die Fahrt oder lies ein Buch.

9-Euro-Ticket Sylt
© Sonja Koller

11. Mach people watchnig und entspanne

Pendler, Party-People und Punks. Das 9-Euro-Ticket bringt Menschen aus verschiedensten Gründen in die Regios der Nation und so macht es hier besonders viel Spaß, sich die Mitreisenden einfach mal genauer anzusehen und sich Geschichten zu ihnen zu überlegen. Neben dem Blick ins Abteil solltest du aber auch die Aussicht vor dem Fenster genießen und die Landschaften und Städte betrachten, die an dir vorbeiziehen. Weil sie das deutlich langsamer tun als im ICE, hast du hier endlich mal Zeit, ganz genau hinzuschauen. Vielleicht hast du auch Lust, ein Gespräch mit deinem*r Sitznachbar*in anzufangen? Oder du schaust dir am Smartphone endlich mal die Fotos der letzten Urlaube an. Lehne dich in jedem Fall zurück, genieße die Fahrt und stelle dich langsam auf Urlaub ein.

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