Urlaub auf Korsika – 11 Tipps für die französische Mittelmeerinsel

Hitze, Meer und Berge sind mein sommerlicher Dreiklang. Urlaube führen mich deshalb meist an die schönsten Destinationen in Südeuropa, mal nach Kroatien, ins Tessin oder, wie dieses Jahr nach Korsika. Und was soll ich sagen? Ich bin super happy, diesen wunderschönen Teil Europas endlich entdeckt zu haben. Wenn du ein absolutes Sonnenkind bist und genauso wie ich diese herrliche Kombination aus Salz im Haar, Faulenzen am Strand und Eiscreme zum Lunch liebst, aber auch einer Gipfeltour und schneebedeckten Bergspitzen etwas abgewinnen kannst, wirst du auf der französischen Mittelmeerinsel dein Glück finden. Hier kommen meine 11 Highlights für deinen Urlaub auf Korsika. Zur Einstimmung findest du hier unsere passende Playlist, die dir jede Fahrt über die Insel versüßen wird. Bon Voyage!

Korsika – Gut zu wissen

Die besten Tipps für deinen Korsika-Urlaub

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Fango Tal_Korsika_Frankreich

© Milena Magerl Springe von den Klippen in das glasklare Wasser des Fango

Wenn du Korsika besuchst, solltest du auf jeden Fall einen Abstecher ins Landesinnere unternehmen. Denn hier erwarten dich zahlreiche wunderschöne Bergtäler und Flussläufe, eingebettet in die unterschiedlichste Vegetation. Gerade an besonders heißen Tagen, wenn die Touristen und Einheimischen aufgereiht wie frische Baguettes am Strand liegen, sind die Badestellen an den Flüssen eine tolle Alternative, um dich zu erfrischen. Von der kleinen Stadt Galeria gelangst du auf direktem Weg in das Landschaftsschutzgebiet Fango Tal. Während du den dicht bewachsenen schmalen Weg oberhalb des Flusstales entlang spazierst, duftet es nach wildem Rosmarin und anderen Inselkräutern. Die roten Felsen variieren in ihrer Höhe und laden sowohl zum Sonnenbaden, als auch zum Klippenspringen ein. Wer richtig mutig ist, kann auch von dem steinernen antiken Brückenbogen ins Wasser hüpfen. Oder du legst dich an einen der kleinen Wasserfälle und lässt dir von dem sanften Druck des Wassers die Schultern massieren. Im Frühjahr, wenn der Fango vom Regenwasser gespeist wird, kannst du hier sogar ganz entspannt mit dem Kanu entlang paddeln.

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Plage de l'Ostracon_Korsika_Frankreich

© Lukas Popp Beobachte die Kitesurfer am wilden Naturstrand Ostriconi

Der Wind peitscht über das Meer und die mächtigen Wellen rauschen auf die Küste zu – am Plage de l’Ostriconi im Norden Korsikas kannst du die Kraft der Natur spüren. Eine kleine Wanderung durch hochgewachsene Sträucher und vorbei an Olivenbäumen führt dich direkt zu dem breiten Sandstrand, der sich an die steinigen Felshänge schmiegt. Die Wellen laden nicht nur zum Planschen ein, sondern auch zum Kiten. Immer wieder triffst du hier talentierte Kitesurfer, die ihre mutigen Kunststücke auf dem Brett vollführen. Da macht es Spaß, einfach zuzugucken oder du lässt dich selbst von Wind und Wasser treiben. Wer gerne der Freien Körperkultur frönt, kann sich in den sanft geschwungenen Dünen verstecken. Es lohnt sich aber auch, einmal die dicht begrünten Wege der Felsen hochzukraxeln, denn von dort oben hast du einen fabelhaften Blick auf die weitläufige Bucht.

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Bocca di Stangu_Korsika_Frankreich

© Lukas Popp Wandere die beeindruckende Bocca di Stagnu hinauf

Rund 40 Prozent Korsikas stehen unter Naturschutz. Viele Teile im Landesinneren der Insel sind noch sehr naturbelassen und lassen sich am besten zu Fuß entdecken. Es gibt zahlreiche Wanderwege, die zum Erkunden der wilden Berglandschaften einladen. Dazu gehört auch der berühmte GR20, der zu den schwierigsten Fernwanderwegen Europas zählt. Auf Grund der unzuverlässigen Wetterverhältnisse in den luftigen Höhen der Bergregion Korsikas darf er nur in den Sommermonaten von Juni bis Mitte September begangen werden. Wer sich nicht gleich den schwersten Rucksack aufladen will, kann auch Teile des Wanderweges als Tagesetappe zurücklegen. Besonders schön ist die Besteigung der rund 2000 Meter hohen Bocca di Stagnu. Der Weg ist nicht ganz einfach und wer hier nach oben steigt, muss definitiv schwindelfrei sein, denn zum Aufstieg gehören auch einige fordernde Kletterabschnitte – so wird es aber auch nie langweilig! Und der Ausblick auf dem Gipfel ist einfach nur gigantisch. Oben angekommen kannst du sogar bis zu den schneebedeckten Spitzen des Monte Cintu – der höchste Berg Korsikas – blicken.

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Kalkstein_Bonifacio_Korsika_Frankreich

© Lukas Popp Spaziere durch die beeindruckende Kalksteinfelsenlandschaft im Süden Korsikas

Auch der Süden der Insel erwartet dich mit spektakulären Landschaften, denn die Spitze Korsikas ist von gigantischen Kalksteinfelsen geprägt. Hier fegt der Wind zwischen der nur 12 Kilometer entfernten Nachbarinsel Sardinien übers Meer hinweg und die bauscht riesige Wellen auf, die mit voller Kraft gegen den weißen Kalkstein branden. Einen kleinen Fußmarsch entfernt, aber auf jeden Fall einen Besuch wert, ist der einmalige Plage du Saint-Antoine, unterhalb des Capo Pertusato, den du über einen steilen Trampelpfad erreichst. Nimm unbedingt eine Taucherbrille und einen Schnorchel mit, denn hier empfangen dich die Fischschwärme, sobald du die Zehen ins Wasser steckst. Doch das eigentliche Highlight ist nicht etwa das glasklare Wasser, sondern die an eine Mondlandschaft erinnernde Kulisse, die den Strand umgibt. Kleiner Tipp: Der Wind ist hier wirklich unberechenbar, Hut und Sonnenschirm also lieber Zuhause lassen.

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Bonifacio_Korsika_Frankreich

© Milena Magerl Erklimme in Bonifacio die schönste Stadt Korsikas

Erblickt man die korsische Hafenstadt Bonifacio aus der Ferne, muss man kurz einmal die Gesetze der Schwerkraft hinterfragen. Denn die typisch südländischen Häuschen – schmal, sandfarben und verziert mit frisch gewaschener Wäsche auf der Leine – thronen auf einem spektakulären Kalksteinplateau. Einige der zierlichen Balkone ragen direkt auf das offene Meer hinaus. Natürlich ist es ein bisschen mühsam, sich den steilen Hang vom Hafen aus zur Ville Haute hinaufzuschleppen, aber es lohnt sich garantiert. Die charmanten Gassen mit ihren kleinen Läden und sterneverdächtigen Restaurants laden zum allabendlichen Flanieren ein, und der Ausblick aufs Meer ist von hier oben einfach fantastisch. Wenn du durch die Rue Doria schlenderst, solltest du unbedingt der unscheinbaren Snack-Bar IN 437 einen Besuch abstatten. Denn die meisten Touristen wissen nicht, dass sich hinter der unprätentiösen Fassade ein fantastischer Ausblick auf die wilden Wellen versteckt!

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Moules frites_Korsika_Frankreich

© Milena Magerl Iss frische Moules Frites in Aléria

Dass die Franzosen echte Gourmets sind, ist sicher weltweit bekannt. Wegen der offensichtlichen Nähe zum Meer solltest du in den Restaurants der Insel natürlich unbedingt einen Blick auf die Fischkarte werfen. Neben allerlei Meeresgetier ist auf Korsika auch die unprätentiöse Kombination aus Muscheln und Fritten sehr beliebt. Die frischesten Moules werden zum Beispiel direkt in den Häfen von Calvi, Porto-Vecchio oder Ajaccio in einfachen, aber authentischen Buden am Strand oder mit dem direktem Ausblick aufs Mittelmeer im Restaurant Le bounty in Aléria serviert. Bon appétit!

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Meer_Baden_Korsika_Frankreich

© Milena Magerl Schnorchle durch das azurblaue Wasser der pittoresken Bucht de Ficaghjola

Klares Wasser, weißer Sand und der betörende Duft der Pinien – was normalerweise wie ein abgedroschener Werbeslogan klingt, wird am kleinen Plage de Ficaghjola Wirklichkeit. Wenn du den sandigen Felsweg zur Bucht hinuntersteigst, sieht es von oben tatsächlich so aus, als würden die kleinen Segel- und Motorboote, die sich hier eingefunden haben, über dem Meeresgrund schweben. Die Liegefläche auf dem Sand ist nicht allzu groß, doch es lässt sich auch herrlich auf den umliegenden Felsen picknicken und in der Sonne brutzeln. Doch die meiste Zeit wirst du hier eh im Meer verbringen wollen, denn das ruhige Wasser ist nicht nur ideal zum Schwimmen, sondern vor allem auch zum Schnorcheln. Um das Riff herum und entlang der steilen Felswände, die gen Himmel ragen, kannst du überall kleine und große bunte Fische entdecken.

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Ajaccio_Korsika_Frankreich

© Milena Magerl Schlemme dich durch die Marktstände in Ajaccio

In den Küchen Korsikas treffen die italienisch-mediterrane Kochkunst auf die kräutergeschwängerten Gerichte der Provence, und auch arabische Einflüsse haben sich hier hin und wieder eingeschlichen. Wenn du dich nach deiner Reise auch Zuhause geschmacklich zurück auf die Insel kochen willst, solltest du vor deiner Abreise in Ajaccio vorbeischauen. Die mondäne Hafenstadt an der Westküste Korsikas ist nicht nur Geburtsort Napoleons, sondern beherbergt auch eine hübsche kleine Markthalle, in der du dich durch das kulinarische Sortiment der Region schlemmen kannst. Neben würzigen Oliven, frischem Fisch und lokal produziertem Käse in allen Formen und vor allem Geruchsrichtungen werden an den Ständen auch feinster Nougat und cremige Èclair verkauft. Doch das Highlight sind natürlich die heimischen Kräuter, die in der Macchia und dem Bergland Korsikas wachsen.

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Calanche de Piana_Korsika_Frankreich

© Lukas Popp Genieße einen gigantischen Ausblick vom Chateau Fort

Eigentlich sind es nur wenige Kilometer von Porto hinauf ins korsische Bergdorf Piana, doch die wirst du definitiv damit verbringen, mit offenem Mund von rechts nach links zu gucken, um die steilwandige zerklüftete Küste zu bewundern – die ihre australische Schwester, die berühmte Great Ocean Road, definitiv zum Schönheitswettbewerb herausfordert. Tagsüber, wenn die gleißende Sonne auf die roten Granitfelsen fällt, wirkt die Calanche de Piana mit ihren spitzen Gebilden und schwindelerregenden Aussichten wie ein Fjord. Abends, kurz bevor die Sonne hinter dem Horizont verschwindet und die bizarren Gesteinsformationen in ein warmes orangenes Licht taucht, erinnert die landschaftliche Szenerie an die Steinwüste Marokkos. Am liebsten möchte man alle hundert Meter anhalten, doch die kleinen Parkbuchten sind sehr beliebt! Damit du dich dem gebührenden "Ohh"- und "Ahh"-Sagen in aller Ruhe widmen kannst, solltest du unbedingt eine kleine Wanderung zum Chateau Fort unternehmen. Am Zielpunkt angekommen, eröffnet sich eine sagenhafte Weite über die Calanche und das Mittelmeer. Auch wenn der Weg nicht besonders lang ist, solltest du unbedingt gutes Schuhwerk mitnehmen, denn hier oben ist Trittsicherheit gefragt!

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Hotel Abbartello_Korsika_Frankreich

© Milena Magerl Lasse den Tag in der Bar des Hotel Abbartello ausklingen

Kurz vor Propriano flacht die Küste Korsikas ziemlich ab und die Buchten kommen nicht mehr ganz so imposant daher wie im Norden. Doch ein Zwischenstopp lohnt sich allemal, denn direkt am Meer in Olmeto befindet sich einer unserer liebsten Plätze der Insel. Die von der Straße eher bescheiden wirkende Bar Paillotte des Hotel Abbartello könnte auch die szenische Hauptrolle eines Woody-Allen-Films spielen. Auf den hübsch gedeckten Tischen, die von funkelnden Lichterketten umrahmt werden, sitzen aber nicht nur fein herausgeputzte Gäste, sondern auch viele Besucher, die direkt in ihrer Strandgarderobe die Stufen zum Restaurant hochgestiegen sind. Somit herrscht hier eine sehr entspannte, aber durchaus elegante Atmosphäre – der ideale Ort also, um sowohl einen Aperol oder auch einfach eine Flasche des korsischen Kastanienbiers Pietra zu genießen. Du kannst hier auch richtig gut dinieren, allerdings musst du, um einen Tisch zu ergattern, zwei Tage im Voraus reservieren. Das Signature-Gericht ist hier aber tatsächlich die leckere Pizza (ja, ich weiß, wir sind hier nicht in Italien, aber sie schmeckt wirklich unglaublich gut!), die du dir nicht entgehen lassen solltest.

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Sonnenuntergang_Korsika_Frankreich

© Milena Magerl Bestaune die wunderschönen Sonnenuntergänge an der Nordwestküste Korsikas

Auf Korsika ist selbst der Transfer ein absolutes Highlight. Wenn du im Westen die korsische Küste entlang gen Süden fährst, wirst du aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen. Während zu einer Seite das funkelnd blaue Meer und karibisch weiße Strände um deine Aufmerksamkeit ringen, kannst du auf der andere Seite auf wilde Berglandschaften und fruchtbare grüne Olivenhaine der Balagne blicken. Zu später Stunde hast du von den zahlreichen kleinen Parkbuchten aber auch einen fabelhaften Ausblick auf die Sonne, die über dem Meer verschwindet. Die kleine Bar Licciola oberhalb der Klippen oder die Terrasse des rustikalen Tapas-Restaurant A Casarella in Pigna sind ideal, um diesen Moment noch mit einem passenden Sundowner upzugraden.