Bordeaux – 11 Tipps für den nächsten Frankreich-Urlaub

Bordeaux ist, das kann man ruhig so sagen, das kleine Paris. Die Weinstadt an der Garonne ist geprägt von herrschaftlichen klassizistischen Gebäuden und nach ihrer Sanierung in der 1990er und 2000er Jahren mindestens genauso, wenn nicht sogar schöner als die französische Hauptstadt. Dabei geht es hier weniger touristisch und trubelig zu. Das Leben hier ist geprägt vom Weinanbau, der durchaus hart ist, aber eben auch eine gewisse Gelassenheit mit sich bringt, die in Paris oft fehlt. Hier sitzt man gemütlich zusammen und verkostet genüsslich den weltweit bekannten Wein aus der Region rund um Bordeaux. Ich wurde kürzlich vom Weinverband Vins de Bordeaux eingeladen, die Stadt und seinen Exportschlager kennenzulernen und habe für euch 11 Tipps für einen Trip in die hübsche Stadt mitgebracht. Übrigens befindet sich nur 40 Kilometer gen Westen die kleine Küstenstadt Arcachon, die von den Großstädtern gern als Sommerwochenendziel angesteuert wird. Meinen Guide für Arcachon und Umgebung, die ihr nicht verpassen solltet, findet ihr hier.

BORDEAUX – GUT ZU WISSEN

DIE BESTEN TIPPS FÜR BORDEAUX

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bordeaux bar a vin

© Charlott Tornow Wein aus Bordeaux trinken in der Le Bar à Vin

Im Erdgeschoss des Hôtel Gobineau, einem prächtigen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, das heute das Bordeaux Wine Council beherbergt, befindet sich die schöne Bar à Vin. Quasi als Aushängeschild des Wine Council fungiert die Bar, denn hier kann man wöchentlich wechselnde, handverlesene Weine aus der Region rund um Bordeaux probieren. Dabei sind die Preise durchaus moderat und im Vergleich sehr günstig zu anderen Bars – ein Glas Wein bekommt ihr hier schon für 2 Euro. Hier kann man ruhig ein paar Stunden verbringen und am nächsten Tag wieder kommen.

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Modern französisch essen im Miles

Das Miles ist eines der besten und ausgefallensten Restaurants in Bordeaux. Anstatt einer festen Menükarte werden die Gäste hier tagtäglich mit einem "surprise tasting menu" überrascht. Zum Lunch gibt es entweder drei oder vier Gänge, zum Dinner werden fünf Gänge serviert. Auf den Tellern landeten schon geräuchertes Kastanienpüree mit Haselnussöl, Pilzen und Hühnchenbrühe, Seeteufel mit in Miso geräucherter Aubergine oder Halva-Eis. Ihr könnt euch also sicher sein, dass es extrem lecker wird. Nur für Vegetarier oder Veganer ist das nichts.

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bordeaux

© Charlott Tornow Den Sonnenuntergang in Bordeaux auf der Brücke Pont de Pierre beobachten

Wenn ihr auf der Suche nach dem schönsten Sonnenuntergangsspot seid, solltet ihr es euch auf der Brücke Pont de Pierre bequem machen, die den Stadtteil La Bastide mit der Innenstadt von Bordeaux verbindet. Von der Brücke habt ihr eine tolle Aussicht auf die neoklassizistischen Gebäude des Place de la Bourse und die vor Anker liegenden Schiffe auf der linken Uferseite. Wenn das Wetter mitspielt, werdet ihr hier einen traumhaften Sonnenuntergang beobachten, wobei die Brücke selbst auch ein kleines Bordeaux-Highlight ist.

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temple des chartrons

© Charlott Tornow Antike trifft auf Apokalypse bei der Ausstellung Surnaturel im Temple des Chartrons

Der antik anmutende Temple des Chartrons in der Altstadt von Bordeaux wurde 1835 erbaut und war die letzten 30 Jahre geschlossen. Im Zuge der Kultursaison "Liberté!" durfte der spanische Künstler Gonzalo Borondo den kompletten Tempel gestalten und boy, hat der sich ins Zeug gelegt. Das Setting des Tempel wirkt fast apokalyptisch, so als wäre die Menschheit schon seit langer Zeit nicht mehr hier gewesen. Am Altar wächst ein karger Baum, die Wände des Tempels sehen aus, als würden auch an ihnen Pflanzen wachsen. Selbst der kleine Balkon über dem Eingang wurde mit Rasen versehen. Dabei fragt die Ausstellung fragt nach unserer Beziehung zur Natur, von der wir uns immer weiter entfernen.

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bordeaux la maison du glacier

© Charlott Tornow Das beste Eis in Bordeaux essen bei La Maison du Glacier

Wer bei La Maison du Glacier vorbeischaut, wird mit mindestens drei Kugeln Eis mehr im Bauch durch die Straßen Bordeaux rollen. Hier gibt es nicht nur eine riesige Auswahl an hausgemachten Milcheissorten, sondern auch viele vegane Sorbets, die nicht nur aus Frucht bestehen; selbst die Waffeln sind hier vegan. Das Beste: Selbst bei großem Andrang ist man schnell dran, weil hier mindestens vier Personen für das süße Glück der Gäste sorgen.

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© Charlott Tornow Französische Mode kaufen und flanieren auf der Rue Notre Dame

Die Rue Notre Dame im Quartier des Chartrons ist eine der schönsten Straßen in Bordeaux. Hier reihen sich kleine Boutiquen an Galerien an Bars an Patisserien, sodass man hier gut auch einen ganzen Tag beim Shoppen, essen, trinken und es sich gut gehen lassen verbringen kann. Stylisch geht es in der Bar Apothek zu, im Village Notre Dame könnt ihr Antiquitäten shoppen und in der La P'tite Boulangerie Notre Dame gibt's leckeres Gebäck. In der Straße befindet sich außerdem der sehenswerte Temple des Chartrons.

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bordeaux jardin public

© Charlott Tornow Im Jardin Public flanieren und die Ruhe genießen

Der 1746 eröffnete Jardin Public ist sowas wie die grüne Lunge von Bordeaux. Auf 11 Hektar befinden sich hier Liegewiesen, kleine Teiche, ein Kinderspielplatz, das Naturhistorische Museum von Bordeaux, ein botanischer Garten sowie das Restaurant L’Orangerie. Am Eingang bei der Straße Cours de Verdun sind derzeit außerdem Fotos des berühmten englischen Fotografen Martin Paar ausgestellt.

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bordeaux cite du vin

© Charlott Tornow Alles über Wein lernen im Cite du Vin

In Bordeaux, das werdet ihr bei einem Besuch sehr schnell feststellen, dreht sich fast alles um Wein. Die Region ist seit Jahrhunderten geprägt und lebt vom Weinanbau und ist zu Recht stolz auf ihren Wein, der weltweit bekannt ist. Kein Wunder, dass sich die Stadt deshalb einfach ein eigenes Weinmuseum gegönnt hat: Das Cite du Vin ist das ausgefallenste Gebäude der Stadt und erinnert von seiner Form her an einen Dekantierer, klar. Im Museum, das auch spannend für Kinder ist, könnt ihr jede Menge über Wein, seine Herstellung, die Geschichte und die weltweite Verbreitung lernen. Es werden Weintastings, Seminare und Vorträge angeboten, im stylischen Restaurant Le7 könnt ihr mit Blick auf die Garonne speisen und im obersten Stockwerk könnt ihr natürlich Wein verkosten.

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© Charlott Tornow Einen Ausflug nach Saint-Émilion unternehmen und Macarons naschen

Bei einem Urlaub in Bordeaux ist ein Ausflug oder sogar eine Übernachtung in der Weinstadt Saint-Émilion Muss. Der kleine Ort östlich von Bordeaux gehört mit seinem angrenzenden Weinanbaugebiet zu bekanntesten und bedeutendsten im Südwesten Frankreichs und zählt mittlerweile sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders sehenswert sind die vielen kleinen Gassen und der gotische Glockenturm, der sich direkt über der Felsenkirche befindet, deren Innenraum direkt aus dem Kalksteinfelsen herausgehauen wurden. Übrigens solltet ihr hier auch die Macarons de Saint-Émilion probieren. Das Gebäck besteht lediglich aus Mandeln, Eiweiß und Zucker und wurde 1620 vom Ursulinenorden kreiert. Viele Konditoreien in Saint-Émilion backen sogar noch nach Originalrezept.

 

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chateau beycheuville

© Charlott Tornow Übernachten und Wein trinken im Château Beycheville

Die Region rund um Bordeaux ist wahrlich nicht arm an schönen Chateaus, eines der prächtigsten davon ist das Château Beycheville, das sich im Norden von Bordeaux befindet, wo die berühmten Medoc-Wein herkommen. Das Château Beycheville hat eine lange Geschichte, bereits 1565 wurde es erbaut, schon die Familie des deutschen Schriftstellers Heinrich Heine hat ihr gewohnt. Wer einen der besten Weine der Region probieren will, sollte bei einer Tour und Degustation teilnehmen, die auf Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch und Mandarin angeboten werden. Wer es sich noch etwas besser lassen gehen will, der kann auch eine Nacht in einem der 13 herrschaftlichen Zimmer übernachten.

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© Charlott Tornow In Bordeaux übernachten im Mama Shelter

Wer ein zentral gelegenes, modernes Boutique-Hotel sucht, der ist im Mama Shelter gut aufgehoben. Zwar kommen die Zimmer in ein paar durchaus gewöhnungsbedürftigen Farben daher, aber das umfangreiche Frühstück mit leckerem Brot, großer Granola-Station, frischen Früchten, selbstgemachten Früchten und vielem mehr und der Blick von der Dachterrasse, von der man jeden Abend den Sonnenuntergang beobachten kann, sind unschlagbar.

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