Athen – 11 Tipps für deinen Urlaub in der griechischen Hauptstadt

Lange zählte Athen zum Sorgenkind Europas. Staatsverschuldungen, das stetig sinkende Bruttoinlandsprodukt und steigende Arbeitslosenzahlen schmückten die negativen Schlagzeilen in den Medien. Griechenland ist pleite. Es dauerte nicht lange, bis Touristen mit Billig-Airlines anreisten, in der Hoffnung, dass durch die Krise vieles vor Ort günstiger, wenn nicht sogar zu Spottpreisen angeboten wird. In den vergangenen Jahren war von der Finanzkrise immer weniger zu hören und auch im Land selber hat sich wirtschaftlich nicht viel getan. Viele Menschen müssen nach wie vor ums Überleben kämpfen. Doch die Krise brachte auch etwas Positives mit sich: eine Blütezeit für Kunst und Kultur. Athen ist arm, daran haben sich viele mittlerweile gewöhnt. "The new poor" sagen die Athener dazu und begrüßen einen Lebensstil, der versucht, das Meiste aus einer unveränderbaren Situation zu machen. Geld lässt sich schwer verdienen. Das führt aber wiederum dazu, dass sich viele Menschen ihren Hobbys widmen. Kunst und Musik aus Leidenschaft – nicht um damit Geld zu machen. Immer mehr Galerien eröffnen, die gemeinnützig arbeiten. Restaurants, die der griechischen Küche einen neuen Geist einhauchen wollen. Und Bars, in denen man das Leben zelebriert, nicht das Geld. Einige Vorurteile mit denen Athen seitdem zu kämpfen hat, ist dass es das neue Berlin sei. Die Antwort begegnet einem an vielen Häuserwänden in Graffiti gesprüht: Athen ist das neue Athen und vielleicht sogar ein bisschen cooler als Berlin.

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Monsieur Didot

© Charlott Tornow Übernachte in den schicken Design-Suites von Monsieur Didot

Fernab vom Massentrubel in der Innenstadt Athens befinden sich die Design-Suites von Monsieur Didot im hippen Stadtteil Kolonaki. Wenn du auf der Suche nach einer Unterkunft bist, in der du dich wie Zuhause fühlst, dann bist du hier genau richtig. In einem herrschaftlichen, neoklassizistischen Wohnhaus befinden sich sechs wunderschöne, romantische Zimmer, die das Übernachtungserlebnis hier zu einem ganz intimen machen. Morgens gibt es das Frühstück ans Bett oder auf die kleine, hübsche Terrasse. Wer mag, kann hier auch länger verweilen und sich Wein und Snacks bestellen. Das Highlight sind natürlich die Zimmer, die generös geschnitten sind und mit ihrer Einrichtung das klassische Griechenland widerspiegeln.

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© Charlott Tornow Klettere hoch auf die Akropolis und genieße die Aussicht auf die Stadt

Ja, ok. Nach Athen zu fahren und sich nicht die Akropolis anzuschauen, wäre wie mit geschlossenen Augen auf die Straße zu gehen. Denn das Parthenon, der Tempel auf der Akropolis, ist allgegenwärtig und nicht zu übersehen: Wenn du an der Station Monastiraki aussteigst und rausläufst, bist du gleich an der Bibliothek von Hadrian, die sich an der Nordseite der Akropolis befindet. Diese wurde um 132 B.C. vom Römischen Kaiser Hadrian errichtet. Läufst du weiter westlich, kommst du zum Haupteingang der Akropolis. Die beste Aussicht auf die Stadt hast du übrigens von einem kleinen Hügel gegenüber des Haupteingangs – hier treffen sich zum Sonnenuntergang Athener*innen und Tourist*innen gleichermaßen und bestaunen das Farbspektakel über Athen.

  • Akropolis
  • Akropolis, Athen 10558, Griechenland
  • April – Oktober: täglich 8–20 Uhr, November – März: täglich 8.30-17 Uhr
  • 20 Euro, ermäßigt 10 Euro, Kinder unter 18 Jahren kostenfrei
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© Danai Styliani Moschona Kultur und atemberaubende Aussicht in der Stavros Niarchos Foundation

Etwas außerhalb der Stadt, in der Nähe des Hafens, befindet sich die Stavros Niarchos Foundation, ein gigantisches Werk moderner Architektur von Renzo Piano. Das Kulturzentrum, welches von der Stiftung des gleichnamigen Reeders in Auftrag gegeben wurde, widmet sich Kultur, Bildung und Nachhaltigkeit. Im Gebäude finden sich wechselnde Ausstellungen, ein Konzertsaal, die Nationalbibliothek sowie weitere Räume, die für Konferenzen und Kongresse zur Verfügung stehen. Ein Highlight ist der Park, der sich auf dem schiefen Dach des Gebäudes befindet. Diesen kann man betreten, wenn man mit dem Aufzug auf die Terrasse hochfährt. Hinzu kommt eine atemberaubende Aussicht auf den Hafen von Piräeus.

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© H Sam ta exei me to lathos agori Schaue auf Rakomelo und gutes Essen bei "H Sam ta exei me to lathos agori" vorbei

H Sam ta exei me to lathos agori – diesen Namen kann man zwar garantiert nicht aussprechen, dafür weiß Google Maps aber sofort, was gemeint ist, wenn man das so in sein Smartphone eintippt. Hier trifft griechische Hausmannskost auf kulinarische Moderne. Liebevoll zubereitete Gerichte aus lokalen Zutaten werden neu interpretiert: Gegrillter Octopus mit Couscous und Gemüse, Lammkeule auf Süßkartoffelpürree oder gegrillter Ziegenkäse. Und wenn du noch nach dem passenden Verdauungsschnaps suchst: Rakomelo. Das ist Raki mit Honig und Zimt verfeinert und wird warm serviert. Unbedingt kosten!

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© Alexander Popov | Pexels Tanze im Rebound zu Post Punk und New Wave

Diesen Club gibt es schon seit den 1980ern und genauso sieht es hier auch noch aus. In einer kleinen Seitenstraße im Bezirk Kypseli werden dich zwei ebenfalls in die Jahre gekommene Herren an der Tür begrüßen. Der Laden ist unter Athenern längst Kult. Das Publikum sammelt sich hier erst nach 3 Uhr nachts, also am besten schaust du auch um diese Zeit vorbei. Die Gäste sind hauptsächlich schwarz gekleidet und tanzen zu The Cure, DAF, New Order und Joy Division. Absolut authentisch und dark auf Athenar Art.

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© Danai Styliani Moschona Schaue den den Guards vor dem Griechischen Parlament zu

Zugegeben, Männer in Röcken und Strümpfen zu sehen ist zunächst einmal ein ungewöhnlicher Anblick. Als Evzones bezeichnet man die Leicht-Infanterie und Gebirgsjägertruppen der Griechischen Armee. Ihre Uniform entstammt der Kleidung, die die Klephten trugen, als sie gegen die Besatzung Griechenlands durch das Osmanische Reich kämpften. Ähnlich wie die Queen’s Guards in London oder die Royal Guards in Spanien bewachen sie Tag und Nacht das Parlament am Syntagma-Platz und wechseln sich stündlich ab. Deswegen lohnt es, immer zur vollen Stunde vorbeizuschauen, um den Wechsel und die volle Kür mitzuerleben. Und eins können wir euch verraten: Sie lieben es, fotografiert zu werden. Nein, wirklich. Ladet ein Bild auf Instagram hoch mit dem Hashtag #evzones und schaut einfach mal, was passiert.

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© Charlott Tornow Mampfe vegane Wraps, Burger und Salate bei Vegan Beat Athens

Vegner*innen mit einem Faible für deftige, fettige Speisen werden im Vegan Beat im absoluten Food-Himmel landen. In dem kleinen Laden, der sich mitten im belebten Innenstadt-Viertel Monastiraki befindet, bekommst du Gyros aus Austernpilzen, Süßkartoffel-Burger und Salat mit veganem Parmesan. Wir können das Space Gyros im Pita-Brot empfehlen, das so mächtig und geil war, dass wir uns am liebsten noch eins bestellt hätten, wären wir nicht so voll gewesen...

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© Danai Styliani Moschona Genieße den Sonnenuntergang am alten olympischen Stadion

Das Olympische Stadion von Athen, auch bekannt als Spyros Louis, ist nach dem gleichnamigen Marathonläufer und Goldmedaillengewinner benannt und wurde um 1982 anlässlich der Leichtathletik-EM erbaut. Mit seinen 69.618m² zählt es zu den größten Stadien Griechenlands. Um 2004 fand zu Zwecken der Olympischen Sommerspiele eine Renovierung statt, im Zuge derer das Stadium unter anderem um sein bekanntes Überdach erweitert wurde, welches vom weltberühmten Architekten Santiago Calatrava designt wurde. Heute verleiht es dem Stadium mit seinen etwas verrosteten Pfeilern einen immer noch wunderschönen, wenn nicht etwas melancholischen Anblick. Abgenutzt und verwahrlost wie so viele Stadien in Athen ist es oft menschenleer. Und so ist es ein hervorragender Ort, um sich unter dem riesigen Überdach zu stellen und einen faszinierenden Sonnenuntergang mitzuerleben.

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Kinos

© Charlott Tornow Gönn dir frittiertes Gebäck im Krinos

Zwischen Omonia und Monastiraki gelegen, findest du das älteste Café Athens, Krinos, welches für seine herrlich schmeckenden Loukoumades bekannt ist. Dieses fluffig von innen, knusprig von außen frittierte Gebäck wird entweder in Sirup getaucht oder mit Honig, Zimt und Schokoladensauce serviert. Dazu gibt es traditionellen griechischen Kaffee. Das Interieur spiegelt das alte Athen wieder Terrazzo-Boden, kleine runde Marmortische und Holzstühle. Alles ist wunderbar authentisch und einfach gehalten. Ein toller Ort für eine Kaffee- und Kuchenpause zwischendurch.

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© Pixabay Entspanne am Lake Vouliagmeni in der Nähe von Athen

Athen ist wunderschön, kann einem aber mit seinem Verkehr und der Hitze im Sommer auch auf die Nerven gehen. Glücklicherweise liegt die Hauptstadt am Meer und so dauert es nicht lange, bis man der Hektik entfliehen kann. 20 Kilometer abseits befindet sich der See Vouliagmeni. Als Spa ist der See für seinen Mineralienreichtum und seine heilenden Kräfte gegen Muskel- und Gelenkbeschwerden bekannt. Das Wasser ist kristallklar und zudem das Zuhause von vielen, kleinen Kangalfischen. Diese Fischchen knabbern tote Hautzellen von den Füßen ab und entfernen Hornhaut. Pediküre mal anders! Und wer sich scheut, in den See ins Wasser zu gehen, kann einfach über die Straße zum Strand rübergehen.

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© Bios Genieße einen Drink auf der Terrasse vom Bios

Ein graues Eckgebäude, in dem durch die Fensterscheiben ein riesengroßes AEROFLOT-Schild grell aufleuchtet. Bios ist Konzertsaal, Kino, Bar und Ausstellungsspace zugleich. An warmen Abenden lohnt es sich, auf die Terrasse hochzugehen und sich in einen Liegestuhl fallen zu lassen, mit einem kühlen Drink in der Hand. An der Wand werden Filme projiziert, auf der anderen Seite hat man einen Blick auf das Stadtzentrum und die Akropolis.

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