Outdoor-Urlaub in Europa – 11 tolle Orte für Abenteurer

Egal, wohin wir in Europa reisen, eine Aktivität steht eigentlich immer auf unserem Programm: wandern. Wir spazieren durch die Wälder Finnlands, legen etliche Kilometer auf dem Jakobsweg zurück oder erklimmen in schweißtreibenden Stunden die Gipfel von Südtirol und Madeira, um die besten Aussichten zu genießen. Doch so gerne wir auch per Pedes unterwegs sind, auch fernab der Wanderwege kannst du in Europa zum/r Abenteurer*in werden: beim Surfen, Kayak fahren, Canyoning oder Paragliding. Wir stellen dir 11 tolle Erlebnisse für deinen Outdoor-Urlaub in Europa.

11 Tipps für deinen Outdoor-Urlaub in Europa

1

© Jesn Klatt Stürze dich von den schönsten Schluchten rund um den Lago Maggiore beim Canyoning

Du liebst den Adrenalinkick und das Wasser ist dein Element der Wahl? Dann solltest du mal bei einer Canyoning-Tour im Tessin teilnehmen. Hierbei steht neben dem Abenteuer vor allem auch der Spaß im Vordergrund: Wenn du am Rande einer Schlucht stehst, das klare, kalte Wasser unter dir rauscht und dein Blick auf den Lago Maggiore fällt, dann ist das ein bisschen furchteinflössend, aber auch ein extrem schöner Anblick. Als Anfänger lernst du bei einer Canyoning-Tour mit pureelements das Abseilen, Springen und  Überwinden von Wasserrutschen. Wenn du schon mehrere Touren mitgemacht hast und dich sicher fühlst, kannst du auch bei einer Pro-Tour mitmachen und die atemberaubendsten Schluchten im Tessin erkunden.

2
Arrifana, Surfen Portugal

© Milena Magerl Erlebe den lässigen Surfvibe in Arrifana

Die Praia da Arrifana an der Westküste, unweit des kleinen Städtchens Aljezur entfernt, ist DER Ort für Surfer*innen: Wunderschöner hellgoldener Sand und ein Meer, dessen wilde Wellen in den verschiedensten Türkistönen glitzern. Was in der Beschreibung kitschig klingt, ist in der Realität ein echtes Paradies. Das Wasser ist zwar ziemlich frisch (unbedingt einen Neoprenanzug mitnehmen!), aber gerade früh morgens und nachmittags sind die Wellen richtig klasse. Im Anschluss an die Surfsession triffst du dich mit anderen Wellenliebhaber*innen im kleinen Sea you Surf Café. Nur zehn Gehminuten entfernt liegt das hübsche Bed and Breakfast Arrifana Retreat. Die modern gestaltete Villa bietet mehrere Zimmer und gemeinsame Räume zum Entspannen und Abhängen. Auch wer alleine unterwegs ist, wird sicher hier wohlfühlen, denn beim Frühstück kannst du mit anderen Surfer*innen oder Wander*innen connecten.

3
E-Bike Tipps

© David Karg Kurve mit dem Fahrrad durch die Täler und Berge Südtirols

Wenn du schon öfter auf den zahlreichen Wanderwegen Südtirol spaziert bist und die Landschaft in einer anderen Dimension erleben willst, solltest du demnächst mal einen Gang zulegen und die Region auf dem Fahrrad erkunden. Von nur leicht ansteigenden Talwegen durch kleine Ortschaften und Obsthaine über steile Abfahrten in den höchsten Höhen bis hin zu den berühmten kurvenreichen Passstraßen – Südtirol auf dem Sattel zu erleben ist genial! Das Beste, dank der vielen sonnigen Tage kannst du sogar bis in den Spätherbst durch Südtirol radeln. Besonders schön ist die neue Route durch das Dolomitental Villnöss, welche vorbei an urigen Dörfern in die hübsche Stadt Brixen führt. Wir empfehlen dir auf jeden Fall, in einem der vielen Bike-Hotels Südtirols abzusteigen, denn hier kannst du nicht nur Fahrräder mieten, sondern auch dein eigenes Fahrrad gut unterbringen oder reparieren, wenn du zu wild über die Radpisten gesaust bist. Wer ein bisschen zusätzliche Power wünscht, mietet sich einfach ein Mountain-E-Bike.

4
Wasserwandern, Kajaktour Mecklenburg-Vorpommern, Müritz Nationalpark

© Björn Wisnewski Erkunde den Urwald der Mecklenburgischen Seenplatte mit dem Kajak

Wenn wir an atemraubende Seengebiete denken, fällt uns oft als erstes Schweden oder Norwegen ein. Dabei ist die Mecklenburgische Seenplatte im Norden Deutschlands mit 1117 natürlichen Seen das größte, vernetzte Wasserrevier Europas und bietet unendliche Möglichkeiten, den Urlaub zu verbringen. Wenn du zum ersten Mal hier bist, empfehlen wir dir eine Kajak-Tour ab Kratzeburg im Müritz-Nationalpark. Das wenig besiedelte Quellgebiet zeichnet sich durch vielen Wiesen, Felder, urwüchsiges Gesträuch und sumpfige Wälder aus und beheimatet über 250 Vogelarten. Die malerischen Seen des Nationalparks sind alle durch kleine, wunderschöne Kanäle mit der Havel verbunden, die weniger nach Mecklenburg-Vorpommern als mehr nach Urwald aussehen. Nicht umsonst wird das Gebiet auch Havelurwald genannt. In Kratzeburg kannst du Kanus und Kajaks bei Kanu Hecht ausleihen, der auch einen Abholservice anbietet.

5
Madeira, Madeira Paragliding

© Charlott Tornow Genieße die Aussicht auf Madeira beim Paragliding

Madeira von unten ist atemberaubend schön, Madeira von oben ist unvergesslich. Wenn du nicht unter Höhenangst leidest und 15 Minuten erleben willst, die du lange nicht vergessen wirst, dann solltest du einen Paragliding-Flug bei Hartmut Peters buchen und Madeira aus der Vogelperspektive erkunden. Der Deutsche fliegt seit über 20 Jahren auf Madeira mit dem Gleitschirm und steht sogar im Guinessbuch der Rekorde mit den weltweit am meisten absolvierten Flüge. Du begibst dich hier also in die Hände eines echten Profis und wirst dich auch in diesen schwindelerregenden Höhen sehr sicher fühlen. Peters ist auch beim Flug sehr auskunftsfreudig und zeigt dir versteckte Wege und Wasserfälle, weist dich auf Vogelarten hin und plaudert auch sonst gern, sodass die Zeit sprichwörtlich wie im Flug vergeht.

6

© Farina Kirmse Mache eine Skischuhtour auf die Spitze der Lombachalm

Nach Ski- und Schlittenfahren ist in Interlaken die Schneeschuhtour am gefragtesten. Die Schneeschuhe kann man sich bei Outdoor Interlaken leihen, von dort aus geht es mit dem Shuttleservice den Berg hinauf zum Startpunkt der Tour. Die Wege für die Schneeschuhtour sind gut präpariert und mit roten Pfählen gekennzeichnet, wer eine Tour allein machen will, kann sich also gar nicht verlaufen. Die Route umfasst etwa insgesamt sechs Kilometer und 260 Höhenmeter. Unterwegs kann man Tierspuren entdecken, wunderschöne Berglandschaften bestaunen und freundlichen Einheimischen begegnen. Über die kostenlose App „Schweiz mobil“ kann man sich vorab die Wanderwege offline herunterladen und die Wege auf eigene Faust erkunden. Eine geführte Tour dauert circa 2 Stunden und ist ab einer Personenanzahl von 2 bis 3 Personen buchbar.

7
Bouldern Klettern in Deutschland

© Nina Vogl Klettere mit Gleichgesinnten im Klettergarten Weihar im Oberallgäu

Das Allgäu ist mit den ersten Ausläufern der Alpen ein wahres Kletterparadies und du findest hier wahnsinnig viele Klettergebiete für alle Level. Beliebt bei Sportkletterern ist der Klettergarten Weihar im Oberallgäu in der Nähe von Bad Hindelang. Hier findest du über 130 Routen der Schwierigkeitsgrade 3 bis 10. Da der Zustieg relativ leicht ist,  triffst du hier auf viele Gleichgesinnte. Zum Klettergarten gelangst du von Bad Hindelang über die Pass-Straße Richtung Oberjoch.

8
Corvo

© Mela Mörtenbäck Unternimm eine abenteuerliche Bootstour zum Vulkankrater auf Corvo

Wahrlich abenteuerlich ist der Tagesausflug nach Corvo, zeigt sich der Atlantik auf der rund einstündigen Tour mitunter von seiner rauen Seite. In einem kleinen Boot geht es zunächst vorbei an den Grotten und Felsformationen der Küste von Flores und weiter über das offene Meer bis nach Corvo. Gerade mal 460 Menschen leben auf der kleinsten aller Azoreninseln, die außer einem Dorf und einer regen Landwirtschaft kaum etwas zu bieten hat. Das Taxi bringt einen im Anschluss an den Kraterrand des 560 Meter hoch gelegenen Caldeirão. Von hier geht es entweder über einen Rundwanderweg einmal um den Krater oder auf der Straße zurück in den Hafen von Vila do Corvo. Anbieter der Tour ist Passeios Turísticos.

9
Unter Tage_Estland

© Lucas T. Jahn Krieche auf allen Vieren durch die Unterwelt Estlands

Nahe den Ruinen der Ordensburg Helme warten einige Höhlen darauf, von dir entdeckt zu werden. Von Hand in den weichen Sandstein gehauen, dienten die Helme Höhlen ursprünglich als Versteck in Kriegszeiten. Es heißt, dass sich die heidnischen Esten hier versteckten, als sich die christlichen Kreuzfahrer näherten. Einst gab es sieben miteinander verbundene Kammern, doch heute sind die meisten der großen Hallen eingestürzt. Während der Eingang noch etwa drei Meter hoch ist, müssen die letzten Teile der Höhle auf allen Vieren kriechend erkundet werden. Übrigens: Die Höhlen sind in Estland auch als Tor zur Hölle bekannt.

10
Ferienhaus Finnland, Hawkhill, Nuuksio Nationalpark, Espoo Finnland

© Charlott Tornow Versuche dich im Eisbaden im finnischen Seenland Saimaa

Na, sind die denn wahnsinnig? Es ist eiskalt draußen, wir bibbern im obligatorischen Zwiebelkostüm und versuchen uns mit warmen Gedanken aufzuheizen, während fast splitternackte Finnen, nur der Kopf ist mit einer dicken Wintermütze bedeckt, vor uns in den teilweise zugefrorenen See eintauchen. Eisbaden ist in Finnland im Winter ein beliebtes Hobby und sogar richtig gut fürs Immunsystem. Eigentlich kannst du dir diesen eisigen Adrenalinkick im Winter fast in jedem See holen, doch wir empfehlen dir einen Besuch in der Seenlandschaft von Saimaa. Die Gegend ist unglaublich schön und so ruhig, dass diese natürliche Gelassenheit vielleicht auf dich übertritt und den Schockmoment lindert, wenn du mit deinen Zehen die Wasseroberfläche berührst. Eisbaden sollte gut geplant und geübt sein und niemals alleine durchgeführt werden. Denn es ist ganz schön stressig und ungewohnt für den eigenen Herzkreislauf. Die Atemtechnik nach Iceman Wim Hof hilft bei den Vorbereitungen und natürlich kannst du dein Eisbad auch mit einem Saunabesuch verbinden.

11

© Marit Blossey "Fliege" über das kroatische Gebirge in Omiš beim Ziplining

Ein Tipp für alle, die immer auf der Suche nach der nächsten Mutprobe sind: Beim Ziplining bekommt ihr nicht nur einen schönen Adrenalin-Kick, sondern auch noch ganz nebenbei tolle Perspektiven auf die kroatische Landschaft. Die Tour, die ihr in der Nähe der kleinen Hafenstadt Omiš starten könnt, führt euch über acht Ziplines durch Berge und Schluchten, mitten durch die grüne Natur. Keine Angst, zu Beginn bekommt ihr eine kleine Einweisung, bei der der Boden noch ganz nah unter euch ist. Allzu viel gibt es auch gar nicht zu beachten: Ihr werdet einfach in einem Sicherheitsgurt an die Zipline eingehakt, lasst euch von A nach B gleiten und genießt dabei die tolle Aussicht. Je nachdem, wie hoch ihr in der Luft seid (manche Seile sind bis zu 150 Meter hoch) fühlt sich das wirklich wie Fliegen an.

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