Restaurants Zürich – Die 11 besten Orte zum Essen und Trinken

von Claudia Jucker

Zürich wird oft unterschätzt. Zu properly dressed, zu aufgeräumt, zu korrekt, zu oberflächlich. Auf den ersten Blick mag dieses Klischee stimmen, aber hey, Zürich ist mehr als das. Zürich mischt mit den ganz Großen auf höchstem Niveau und überrascht immer wieder mit neuen innovativen und kulinarischen Erlebnissen. Mit Style und Geschmack für das designaffine Auge genauso wie für den anspruchsvollen Gaumen. In Zürich lässt es sich wunderbar und vom Feinsten einmal durch die Welt schlemmen. Und das Tolle daran ist, dass die ausgewählten 11 Restaurants in Zürich allesamt eine Brücke zwischen ihrer Kultur und den lokalen Zutaten schaffen. Und das mit Bravour. Viel Spaß beim Entdecken und en Guete! Claudia von Hoi Berlin schmaust sich seit ihrer Rückkehr in ihre Heimatstadt mit Vergnügen durch die Restaurants in Zürich.

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Guel Restoran

© Lukas Lienhard, Presse Türkische Lebensart und Gastfreundschaft im Gül Restoran

Seit Januar 2019 eröffnet und bereits ein absolutes Muss für jeden Zürcher und Zürich-Besucher. Gül steht für türkische Lebensart, für eine einmalige Location, unvergleichliches Essen, herzliche Bedienung und Gastfreundschaft. Hier fühlt man sich willkommen, die Speisen werden in buntem Geschirr serviert und untereinander geteilt. Ein Glück, denn man würde sonst etwas verpassen. Jedes Gericht wird zusammen mit einer persönlichen Geschichte serviert und kommt frisch mit den besten Zutaten direkt vom Grill oder aus dem Ofen. Die Speisen und Drinks entlocken Ahhs und Oohs und überraschen mit gewieften Geschmackskombinationen. Gül ist Leidenschaft und das bis ins letzte Detail. Hier essen Paare, Freunde, Geschäftsleute und Partypeople. Bitte Platz lassen für das Baklava zum Nachtisch. Und Brunch-Tiger aufgepasst, am Wochenende gibt’s türkischen Brunch mit überraschenden Kreationen. Güle, güle! Eine Tisch-Reservation zwischen Donnerstag und Sonntag erspart Tränen.

2
Juicery21

© Claudia Jucker Gesund essen in der Juicery 21

Willkommen im Kleinstadt-Dschungel. Etwas versteckt ist sie, die Juicery 21. Aber wer sie erstmal für sich entdeckt hat, kommt immer wieder. Sei es in den frühen Morgenstunden für den ersten Vitamin-Boost oder für einen Chat mit der Freundin an einem der Bistrotischchen. Hier fühlt man sich very international und man könnte sich auch grad irgendwo in Brooklyn wähnen. Englisch ist hier an der Tagesordnung und die very healthy Acai-Bowls haben Suchtpotential. Gegessen wird aus kultigem Emaille-Geschirr. Hier treffen Early-Business-Birds auf gesundheitsbewusste Trendsetter oder Zürichs Instagram-Stars. Smoothies, Juices, Bowls, Porridge, Bananacake oder Powerballs, alles super lecker und nicht ganz günstig, aber dafür ist alles nach Möglichkeit hausgemacht. Sogar die Erdnussbutter und die Mandelmilch. Zum Lunch werden Bagels oder Quinoa-Bowls serviert. Und wer spontan noch etwas Besonderes zum Mitbringen sucht, kauft sich noch einen Bananenbaum to go.

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Afgahn Anar

© Studio Frei Authentisch afghanisch essen im Afghan Anar

Gastronom Akram hat sich im erst kürzlich eröffneten Lokal in der Fierzgasse hinter dem quirligen Limmatplatz ein Stück Heimat nach Zürich geholt. Foodies kennen und schätzen ihn und seine afghanische Küche bereits von Streetfood-Festivals. Afghan Anar ist das erste afghanische Restaurant in der Region Zürich und strahlt eine entspannte Atmosphäre aus. Die Einrichtung ist unverfälscht und man bekommt Lust, mehr über dieses Land zu erfahren. Mit dem Essen macht man den ersten Schritt in die uns noch etwas ferne Kultur. Es wird mit viel Sorgfalt nach Mamas Rezepten von Hand zubereitet. Die Granatapfelkerne sind omnipräsent. Klar, denn Anar nennt man in Afghanistan den Granatapfel, ein Symbol für Schönheit, Sinnlichkeit und Liebe. Das Publikum ist bunt gemischt, von der afghanischen Großfamilie bis zum Züri-Hipster. Erwischt man einen der wenigen lauen Sommerabende fühlt man sich wie in einer Oase. Im Lokal selber wählt man zwischen traditioneller Sitzweise im Schneidersitz oder an Tischen. Nicht verpassen: Safran-Eistee, Mantu-Teigtaschen und zum Nachtisch Firni, ein Rosenwasserpudding mit Pistazienkernen.

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Rosi

© Marie-Christine Gerber Zünftig bayrisch essen im hübschen Biergarten bei Rosi

Wer das Wirtshaus Rosi betritt wird direkt in gemütlichem Bayrisch begrüsst und darf sich sogleich wie zu Hause fühlen! Wer nun aber einen 08/15-Biergarten erwartet hat, liegt komplett falsch. Denn das Rosi hat Style. Ob im schmucken und üppig begrünten Garten oder drinnen im Lokal, die Atmosphäre ist ausgelassen und es wird auch mal geschäkert und gewitzelt. Wer bei Schuxen, Rupfhaube, Obatzer und Co. ansteht, dem wird mit viel Charme erklärt, wobei es sich bei diesen regionalen Delikatessen handelt. Gekocht wird saisonal und es macht großen Spaß, sich durch die bayrischen und alpenländischen Schmankerl zu schlemmen. Das Rosi kann also viel mehr als Brot, Brezn und Weißwürstl. Wer aber genau darauf Bock hat, reserviert sich am besten am Wochenende über Mittag einen rosa Tisch und erlebt nochmals Rosis ganz eigene Version des bayrischen Frühschoppen. Jo mai.

5
Artisan

© Lukas Lienhard Lokal direkt aus dem Garten essen im The Artisan

Das lebendige Restaurant The Artisan liegt etwas versteckt, aber dennoch mitten im Trendquartier Wipkingen. Ein Ort mit viel grün und unkomplizierter Atmosphäre, der sich einen wunderbaren Gemeinschaftsgarten mit den Nachbarn teilt und immer wieder mit neuen innovativen Gerichten überrascht. Kein Wunder also, dass sich die Natur auch im Essen zeigt. Alles ist frisch und farbenfroh und ist entweder direkt vor dem Restaurant gewachsen oder von lokalen Lieferanten aus der Region bezogen. Gegessen wird vegan, vegetarisch oder carnivor. Je nach Gusto. Angestoßen wird mit Schweizer Craftbieren, hausgemachtem Eistee oder mit einem Wein eines naturverbundenen Winzers, der großen Wert auf eine möglichst schonende Vinifikation gelegt hat. Wunderbar grün im Sommer und im Winter.

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Spheres

© Pressebild Bodenständige Schweizer Küche im sphères

Das Lokal sphères wurde bereits 1999 in einer alten Porzellan-Anlieferung gegründet und bot etwas, was damals dem unbelebten Zürcher Industrie-Quartier fehlte. Eine Bar, eine Buchhandlung und eine Bühne für Veranstaltungen. Das sphères agierte als Vorreiter und blieb sich selber treu. Das hat sich bewährt. Noch heute, 20 Jahre später, überzeugt es mit einer tollen Location, einem ungezwungenen bunt gemischten Publikum und einer leckeren und bodenständigen Küche. Morgens gibt’s Kafi und Gipfeli (Croissants) und mittags sollte man sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, ein typisches Schweizer Gericht zu probieren: Ghackets mit Hörnli (Nudeln mit Hack). Abends trifft man sich an der Bar oder draußen auf einen Apéro und geniesst je nach Angebot eine Lesung oder ein Konzert. Viele kommen auch hierher, um sich in der Buchhandlung ein gutes Stück zeitgenössischer Literatur zu gönnen.

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Gelati Tellhof

© Hannah Grueninger Super leckeres, hausgemachtes Eis bei Gelati Tellhof

Das lange Anstehen im Gelati Tellhof, welches die Besucher an warmen Tagen stoisch in Kauf nehmen, wird mit rund 30 handgemachten Eissorten aus besten regionalen Zutaten Wett gemacht. Große und kleine Schleckmäuler machen es sich im stilvollen Lokal vor den Fensterfronten an der Sonne oder im lauschigen Innenhof bequem und schweifen womöglich mit ihren Gedanken zu ihrem letzten Urlaub ab. Man muss also nicht extra nach Italien reisen für ein bisschen Italianità für Leib und Seele. Und damit man garantiert zum Wiederholungstäter wird, kriegt jeder Gast zu seinem Eis eine extra Probierportion nach Wahl im Miniformat dazu. Sogar Spaghetti-Eis steht auf dem Programm!

  • Gelati Tellhof
  • Tellstrasse 20, 8004 Zürich
  • Montag – Sonntag: 12–22 Uhr | Hochsommer (Juli & August): Sonntag – Donnerstag: 12–23 Uhr, Freitag & Samstag: 12–24 Uhr
  • 1 Kugel: 3 Franken
  • Mehr Info
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Ooki

© Olivier Brandenberg Udon, Ramen, Mochis bei Ooki mampfen

Wer schon mal in Japan war, weiß, dass man für eine leckere Ramensuppe locker eine Stunde Anstehen in Kauf nehmen muss. Das japanische Izakaya (jap: Kneipe) Ooki ist ein familiengeführtes Restaurant und lässt Zürich nach dem Betreten des Lokals weit hinter sich. Die Atmosphäre ist sehr authentisch und lässt das Herz jedes Japanfans höher schlagen. Udon, Ramen, Mochis und mehr! So stammen auch der Sake, der Shochu und das Bier aus dem fernen Nippon. Es wird ein Lunch- und ein Dinner-Menu angeboten. Im Sommer sitzt man draußen. Wer möchte, bekommt einen großzügigen Latz umgebunden, damit die Suppe nicht das Outfit verspritzt. Schlürfen ahoi! Übrigens ist hier die Grundcurrysauce vegan und nicht wie in Japan aus Schweineschmalz hergestellt.

9
Daizy Diner

© Anna Gassner Enstpannt den Tag ausklingen lassen auf der Terrasse des Daizy

Wer im Zürcher Binzquartier ein Plätzchen an der Abendsonne sucht, lässt sich am besten auf der Daizy-Terrasse nieder und bestellt sich erstmal einen Erdbeer-Pfeffer-Gin-Tonic oder einen Italian Mojito. Wem es nicht nach Alkohol ist, wird allenfalls mit dem veganen Milkshake happy. Im großzügig luftigen Lokal mit Designstücken und auffallend und gekonnt arrangierten Blumen werden die kulinarischen Leckerbissen abends nach dem Shared-Plates-Prinzip serviert. (Mittags à la carte oder vom Buffet.) Wer gesundes Essen in stilsicherem Ambiente mag, ist hier richtig. Die Küche ist international, vielseitig und setzt auf bio. Das Fleisch stammt aus der Schweiz, der Fisch aus nachhaltiger Zucht und das Naan-Brot wird im eigenen Tandoori-Ofen gebacken. Nicht verpassen: Im Daizy-Market gibt’s allerlei Hausgemachtes aus der Daizy-Küche, Blumensträuße aus dem Blumenatelier und Schmuckstücke aus dem hauseigenen Interieur.

10
Kosmos Bistro

© Vera Hartmann Kosmos: Bistro, Kino, Buchsalon und Klub in einem

KOSMOS ist ein Ort für Kontemplation, Diskurs, Unterhaltung und Genuss und umfasst ein Veranstaltungsforum, ein Bistro, sechs Kinosäle, einen Buchsalon und einen Klub mit Bar. Unter einem Dach wird eine breite Palette an kulturellen Formaten vereint. Im Prinzip kann man hier einen ganzen Tag verbringen. Zum Beispiel morgens in der Früh zur Mind in Meditation (7:45, Kino 1), ins Bistro zum Brunch, danach verdauen im Buchsalon (ab 10 Uhr geöffnet). “Der Ort, wo der Wein gelesen, im Kaffee geschmökert und das Buch getrunken wird”, um es mit den KOSMOS-Worten zu sagen. Und im Sommer trifft man sich dann an der Lala-Bar in der KOSMOS-Außenstation. Für alle Stadtflaneure, Wissenshungrigen, Kulturinteressierten, Geistesarbeiterinnen und Genießer!

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ViCafe Geroldstrasse

© Pressebild Auf einen schnellen Kaffee zu den Espresso-Bars von ViCAFE

Zwischen dem Freitag-Tower und dem Club Supermarket findet sich unter der schwarzen unverkennbaren Markise das ViCAFE-Fenster der Geroldstraße. Ob für den aufmunternden Kaffee nach der durchzechten Partynacht oder als Wegbegleiter in einen neuen Arbeitstag in Richtung Bahnhof Hardbrücke. Die kleinen, aber feinen Espresso-Bars von ViCAFE sind bereits sechs Mal in der ganzen Stadt Zürich zu finden. Die lokale Kaffeekette serviert qualitativ hochstehenden Kaffee auf eine unkomplizierte und freundliche Art durchs Kaffeefenster direkt auf die Gasse. Die Bohnen werden in Zürich-Altstetten geröstet.

Titelfoto: © Studiowillen

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