Vegan auf Reisen – So bist du unkompliziert und satt unterwegs

© Milena Magerl

"Eh, entschuldigen Sie bitte, ist das vegan?" ist, falls er überhaupt verstanden wird, definitiv einer der Sätze, mit dem du dich als Tourist*in häufig unbeliebt machst. Denn ebenso wie in Deutschland sind traditionelle Speisen oder Garküchen in anderen Ländern häufig alles andere als fleischfrei oder pflanzenbasiert. Obwohl die pflanzliche Küche immer populärer wird, ist die Nahrungssuche als Vegetarier*in, geschweige denn als Veganer*in, in manchen Ländern immer noch eine Herausforderung. Hallo Studentenfutter!

Doch das sollte dich als Veganer*in auf keinen Fall davon abhalten, die Welt zu erkunden und dich durch fremde Küchen zu mampfen. Wer als Veganer*in nicht nur vegane Foodspots wie L.A. oder Bali bereisen und sich eine Healthy Bowl nach der anderen reinziehen möchte, muss nicht unbedingt mit Komplikationen, leeren Mägen und einem limitierten Blick auf die Beilagenkarte rechnen. Also keine Sorge, we got you covered! Hier kommen ein paar gute Tipps (aus Erfahrung), die dir dabei helfen, ohne allzu viel Aufwand und mit gutem Gewissen komplett vegan unterwegs zu sein.

Tipps für reisende Veganer*innen

Buch dich in eine vegane Unterkunft ein

Eine Reise beginnt natürlich schon im Vorhinein bei der Reiseplanung. Am einfachsten ist es natürlich, dich in ein Airbnb-Apartment oder ein Ferienhaus einzubuchen, das über eine Küche verfügt und in der du dich die meiste Zeit selbst versorgen kannst. Urlaub bedeutet für dich, dich verwöhnen und den Alltag hinter dir zulassen und dazu gehört auch das regelmäßige Selbstkochen? Dann kannst du natürlich auch einfach in einem Hotel oder Gästehaus nächtigen, dass sich auf die vegane Ernährung und vielleicht sogar die vegane Lebensweise spezialisiert hat. Ich selbst nächtige sehr selten in Hotels, doch vorab habe ich häufig auch schon mal angerufen, um herauszufinden, ob "vegan" vor Ort kein absolutes Fremdwort ist und kein trauriger Salat als veganes Alibi herhalten oder du auf Daunenkissen schlafen musst.

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Zum Glück gibt es aber mittlerweile ziemlich viele Gastgeber*innen in Europa, die nicht nur verlegen auf die Beilagenkarte verweisen, sondern mit Begeisterung gesunde vegane Rezepte kredenzen und ihre Unterkünfte sogar mit veganen Produkten, beispielsweise im Badezimmer, ausgestattet haben. Eine gute Suchhilfe ist auf jeden Fall die Website Vegan Welcome und auch auf Vegan auf Reisen findest du einige Übernachtungstipps. Von luxuriösen Landgasthöfen über abgelegene Yoga-Retreats bis hin zu schicken City-Apartments auf First-Class-Niveau ist alles dabei! Wir können dir in jedem Fall einen Besuch in der Agrivilla e pini in der Toskana empfehlen.

Sammele vegane Tipps vor der Abreise

Bevor ich irgendwo hinreise, gebe ich mein Reiseziel auf Google Maps ein, dann behalte ich die Ansicht bei und googele "vegan" und schon werden mit Glück allerlei Restaurants, Shops oder Unterkünfte angezeigt, die sich als vegan gekennzeichnet haben. Achtung: Es lohnt sich, diese Angaben immer zu überprüfen, zum Beispiel, in dem du die Fotogalerie begutachtest. Das Gleiche kannst du natürlich auch machen, in dem du dein Reiseziel mit dem Schlagwort "vegan" in der Suchmaschine eingibst und dir Blogs mit veganen Tipps für deine Destination oder vegane Adressen vor Ort ausspielen lässt. Zur veganen Reisevorbereitung recherchiere ich außerdem viel auf Instagram, denn auch hier kannst du mit den richtigen Stichworten oder auf den Profilen bekannter veganer Influencer häufig Reisetipps finden, die du dir unter deiner Reisedestination in einer kleinen Insta-Sammlung speicherst.

Besonders hilfreich ist auch die kostenlose Website oder App Happy Cow, sozusagen die vegane Version von Trip Advisor. Mit Hilfe von Fotos und Bewertungen anderer Gäste werden dir dort vegane, vegetarische oder Veggie-freundliche Restaurants und Cafés in deiner Nähe angezeigt.

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Notiere veganes Vokabular in der jeweiligen Landessprache

Wenn du den deutschsprachigen Raum verlässt, ist es immer sinnvoll, dir ein kleines Survivor-Vokabular zu notieren, das die wichtigsten Sätze wie zum Beispiel "Ohne Käse, bitte", "Ich esse kein Fleisch" oder die Übersetzung des Wortes "vegan" auf der jeweiligen Landessprache deines Urlaubsortes enthält. Um die Kommunikation zu erleichtern, kannst du das Ganze noch mit Abbildungen oder Symbolen versehen. Wenn du häufig reist und viel unterwegs bist, lohnt es sich auch, dir einen sogenannten veganen Reisepass zuzulegen. Der mehrsprachige Sprachführer in gedruckter Version oder in App-Format enthält veganes Vokabular in 79 verschiedenen Sprachen der Welt. So bekommst du garantiert keine Tierprodukte serviert.

It's time to prep: Roadtrip-Edition

Ich packe meinen Koffer und nehme mit... Bevor du dich auf den Weg in den Urlaub machst, kannst du die Gelegenheit nutzen, deinen Kühlschrank zu plündern und dich Zuhause noch einmal mit deinen veganen kulinarischen Favoriten eindecken. Mein persönlicher Tipp: Lass dich nicht von einem akuten Sättigungsgefühl täuschen, der Hunger wird kommen und spätestens, wenn du am Bahnhof stehst und wieder einmal auf eine trockene Brezel zurückgreifen musst, wirst du dich freuen, wenn in deinem Rucksack noch allerlei vegane Goodies auf dich warten. Natürlich kannst du auf die absoluten Take-Away-Klassiker aka Hummus und Veggie-Sticks (am besten in einem zugeschraubten Wasserglas lagern, so bleiben sie länger frisch und knackig), Nüsse, frische Früchte oder eine vegane Stulle zurückgreifen, doch es gibt noch viele bessere Rezepte für vegane Lunchbreaks unterwegs.

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Verwende unbedingt eine eigene Take-Away-Brotbox oder Bienenwachspapier, denn diese Alternativen sind nicht nur tolle nachhaltige Accessoires und ersetzen umweltschädliche Frischhaltefolie oder Butterbrotpapier, du kannst sie auf deiner Reise natürlich auch jederzeit wiederverwenden. Dein veganes Kit solltest du auf jeden Fall noch mit folgenden Accessoires erweitern: Gabel, Löffel, ein scharfes (Taschen-)messer und ein kleines Schneidebrett. Denn wenn die Reise lang und der Rucksack bereits geleert ist, dein Magen aber immer noch knurrt, kannst du jederzeit in einem x-beliebigen Supermarkt einkehren und dich mit neuen veganen Leckereien ausstatten. Wer schon mal eine aufgeweichte Stulle mit angetrocknetem Salatblatt verzehrt hat, wird wissen, warum diese Ausstattung ein echter Game Changer ist.

Nix wie Veg!

Auch über den Wolken ist es möglich, sich vegan zu ernähren. Viele Airlines bieten mittlerweile vegane Alternativen an, die du meist schon während der Buchung auswählen kannst. Die Auswahl ist nicht immer kostenlos, aber die Möglichkeit besteht immerhin. Wenn du mit großen Airlines unterwegs bist, kannst du meist sogar aus verschiedenen veganen Gerichten wählen. Ich greife immer auf ein "Jain Meal" zurück, das sich an die religiösen Vorgaben des Jainismus hält und zu 100 Prozent ohne tierische Produkte auskommt.

Triff andere Veggies

Eine super Möglichkeit, vegane Insidertipps abzustauben und Gleichgesinnte zu treffen, die ebenfalls den veganen Lifestyle zelebrieren, sind vegane Meet-Ups, die  in vielen großen und kleinen Städten weltweit regelmäßig stattfinden. So lernst du nicht nur andere nette Veganer*innen kennen, sondern hast mit ein bisschen Glück auch die Möglichkeit, traditionelle Rezepte eines Landes in der veganen Variante zu testen. Infos zu aktuellen Treffen und vegane Kontakte findest du häufig über Social Media, beispielsweise in lokalen veganen Facebook-Gruppen.

Unsere liebsten veganen Hotspots in Europa

Levantine_Paris
© Milena Magerl

Berlin und London gelten ernährungstechnisch gemeinhin ja als veganes Mekka in Europa. Aus eigener Erfahrung kann ich da nur zustimmen, denn in beiden Städten ist die Dichte an veganen Restaurants und Cafés definitiv hoch. Doch auch in anderen Hauptstädten ist der vegane Lifestyle auf dem Vormarsch und somit die Auswahl an veganen Essensmöglichkeiten nicht zu verachten, allen voran Paris und Wien. Jetzt aber zu den überraschenden Geheimtipps: auch in Gent, in Tallinn, in Brighton, Edinburgh und in Göteborg kannst du auf Wolke 7 durch den veganen Foodhimmel schweben.

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