Schlechtes Wetter im Urlaub? So machst du das Beste daraus

© Hella Wittenberg

Jede*r von uns war wahrscheinlich schonmal in dieser Situation: Seit mehreren Monaten freuen wir uns auf den heiß erwarteten Urlaub, sieben Tage vor Abreise checken wir fast täglich den Wetterbericht und am Abend davor packen wir akribisch unseren Koffer oder Rucksack mit den perfekt zurecht gelegten Outfits. Noch kurz vor Abflug sieht es so aus, als wäre der Wetterbericht auf unserer Seite, doch spätestens wenn wir aus dem Zug oder dem Flugzeug steigen und die ersten Regentropfen an den Scheiben sehen, die sich langsam zu einem unnachgiebigem Strom formen, würden wir am liebsten sofort eine Rückerstattung der Reisekosten beantragen.

Komischerweise assoziieren wir einen guten Urlaub oftmals mit gutem Wetter, also Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad. Vor allem wenn es im Urlaub mal regnet, fällt unsere Stimmung gleichermaßen ins Wasser. Dabei bedeutet gutes Wetter nicht gleich guter Urlaub. Klar, Sightseeing macht mehr Spaß, wenn man dabei nicht nass wird, aber eine Stadt hat ja meistens mehr im Angebot als schöne Gebäude, die man von außen betrachten kann. Gerade bei schlechtem Wetter kann man das große Angebot einer Stadt erst so richtig kennenlernen, nämlich wenn man nicht die ganze Zeit Angst haben muss, draußen etwas zu verpassen. Wenn ihr also mal wieder schlechtes Wetter im Urlaub habt, dann seid nicht traurig, ich habe 11 Tipps, wie ihr trotzdem eine tolle Zeit haben könnt.

1. Regenjacke an und trotzdem raus

Nur weil es regnet, heißt das nicht, dass ihr die Welt vom Hotelzimmer aus beobachten müsst. Oftmals habt ihr bei schlechtem Wetter die beliebtesten Orte, die sonst schon ab 8 Uhr morgens von anderen Touristenmassen bevölkert sind, für euch allein und könnt sie umso intensiver wahrnehmen. Also, zieht euch die Regenjacke und ein paar feste Schuhe an und schon kann das Sightseeing losgehen.

2. Shopping galore!

© Charlott Tornow

Achso, ihr habt keine Regenjacke und auch keine Gummistiefel dabei... Dann nehmt das doch direkt zum Anlass, um ein bisschen shoppen zu gehen! Anstatt in große Einkaufszentrum gehe ich persönlich gern in kleine Läden, um lokale Designer zu entdecken. So unterstützt ihr nicht nur die Menschen vor Ort, sondern lernt auch noch ein bisschen was über die Kultur.

3. Im Spa oder in der Sauna chillen

Für mich gibt es kaum was Schöneres als an einem kalten, verregneten Tag in der Sauna zu liegen und danach in einem warmen Whirpool zu chillen. Gerade Städte wie Helsinki oder Budapest sind bekannt für ihre Sauna- und Spa-Kultur, hier gehört es bei einem Besuch also dazu, mindestens einmal richtig zu schwitzen.

4. In der schönsten Bibliothek oder Bücherei der Stadt in Büchern schmökern

manchester john rylands library
© Charlott Tornow

Den wunderschönen Bibliotheken und Büchereien in Europa müssten wir eigentlich mal einen eigenen Artikel widmen, denn einige der schönsten scheinen einem Märchen entsprungen zu sein. Dabei kommen hier nicht Bücherwürmer, sondern auch Architekturbegeisterte auf ihre Kosten. Die John Rylands Library in Manchester ist beispielsweise eine Bibliothek im Stile einer viktorianischen, neogotischen Kirche.  Die Pariser Bibliothèque Nationale de France Richelieu dagegen wirkt so, als hätte der Architekt sehr ambitioniert ein Opernhaus entworfen und es einfach zur Bibliothek umfunktioniert. Und der Buchladen Boekhandel Dominicanen in Maastricht ist in einer alten Kirche untergebracht.

5. Den ganzen Tag im Café verbringen und Menschen beobachten

Kennt ihr diese eine Szene, die man vornehmlich in französischen Filmen sieht: Da sitzt ein Mann oder eine Frau allein an einem Tisch, bestellt sich einen schwarzen Café (morgens) oder einen Rotwein (abends) und beobachtet über die Zeitung (morgens) oder das Buch eines existenzialistischen Schriftstellers (abends) hinweg, die Menschen, die ein- und ausgehen. Das Schöne dabei ist, dass ihr sogar noch ein paar der Gespräche am Nebentisch lauschen könnt und so die perfekte Unterhaltung für den ganzen Tag habt.

6. Ins Kino gehen und Filme in Originalversion schauen

Wenn im Urlaub nur gutes Wetter ist, halten wir uns auch die meiste Zeit draußen auf. Dabei verpassen wir jede Menge – zum Beispiel das Kinoprogramm einer Stadt. In fast jeder größeren Stadt gibt es ein Kino, in dem entweder internationale Blockbuster oder lokale Filme gezeigt werden. Am besten schaut ihr nach Originalversionen mit englischen Untertiteln, so bekommt ihr einen Sprachkurs obendrauf!

7. Ins Museum gehen und weltberühmte Kunst entdecken

© Charlott Tornow

Wenn draußen schönes Wetter ist, dann vermeide ich meistens den Besuch von Museen, was ziemlich schade ist, denn oftmals verstecken sich genau da die größten Kunstschätze einer Stadt. Und in manchen Städten wie Paris oder Venedig kommt hier fast nicht umhin, wenigstens einmal ins Museum zu gehen, so viel Kunst wartet hier in allen Ecken.

8. Kochkurs oder anderen Workshop machen und die Kultur kennenlernen

Ihr wollt wissen, wie original italienische Nudeln, schwedische Köttbullar, polnische Piroggen oder österreichischer Kaiserschmarren hergestellt werden? Dann nehmt doch mal an einem Kochkurs teil. Das ist nicht nur eine schöne Möglichkeiten, die eigenen Kochskills auszubauen, sondern auch andere Menschen und Kulturen besser kennenzulernen. Auf Airbnb beispielsweise findet ihr mittlerweile viele solcher Workshops, die von Privatpersonen angeboten werden.

9. Boulder und Indoor-Klettern

© Rebecca Hoffmann

Auch bei schlechtem Wetter könnt ihr aktiv sein. Denn was bei gutem Wetter draußen geht, ist mindestens genauso cool indoor. Bouldern und Klettern sind in den letzten Jahren absolute Trendsportarten geworden, sodass ihr mittlerweile vor allem in den Hauptstädten mindestens eine Boulder- und Kletterhalle findet. Wenn ihr noch nie Bouldern oder Klettern wart, dann nehmt vorab unbedingt an einem Anfängerkurs teil, bei dem euch die Basics beigebracht werden. Beide Sportarten sind durchaus gefährlich, wenn man ungeübt einfach losklettert, ohne die Techniken zu kennen.

10. Bar-Hopping

Gebt's zu, eine Runde Bar-Hopping stand eh auf eurer Liste. Jetzt habt ihr sogar eine offizielle Entschuldigung dafür, die besten Drinks der Stadt auszuprobieren. Und außerdem sagte schon der weltberühmte Koch, Autor und Kosmopolit Anthony Bourdain: "Drink heavily with locals whenever possible". Was er damit meint: Echte Völkerverständigung entsteht meistens, wenn alle ein bisschen angetrunken sind, zu lauter Musik tanzen und sich dabei irgendwann in den Armen liegen.

11. Bodenlose Hotelzimmerumrundung

Wenn das Wetter es unmöglich macht, die Unterkunft zu verlassen, bleibt nur noch ein kleines, lustiges Spiel zum Schluss, das nicht nur mit der Familie, sondern auch mit den besten Freunden ziemlich Spaß macht. Bei der "bodenlosen Hotelzimmerumrundung" müsst ihr versuchen, einen Raum einmal zu umrunden, ohne dabei den Boden zu berühren. Klingt easy, aber seid ihr schonmal vom Schreibtisch auf den Schrank und von dort aus auf die Couch geklettert?

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