Stadt, Land, Strand – 3 Reiserouten durch Spanien

© Milena Magerl

Spanien ist fast eineinhalb mal so groß wie Deutschland, es gibt in dem südeuropäischen Land also ganz schön viel zu entdecken. Ich liebe Spanien vor allem für seine Vielseitigkeit und habe bei jedem Besuch das Gefühl, eine völlig neue Seite kennenzulernen. Egal, für welche Region du dich entscheidest: Gutes Essen und Sonne gibt es fast überall. Ich habe dir drei Reiserouten auf dem Festland von Spanien zusammengestellt, bei denen du einige meiner liebsten Orte in Spanien kennenlernen kannst.

Sonne und Olivenhaine in Andalusien

Sevilla

Das Beste kommt am Anfang: Die Route durch die sonnige, südspanische Region Andalusien startest du am besten in Sevilla, der viertgrößten Stadt Spaniens. Die gesamte Region Andalusien ist auch heute noch arabisch geprägt, weil sie lange von den muslimischen Mauren beherrscht wurde. In Sevilla solltest du unbedingt eine der größten Kirchen der Welt, die Kathedrale von Sevilla, besuchen und einer Flamenco-Show beiwohnen. Der feurige Tanz, den du während deines Andalusien-Trips sicher öfters auf den Straßen sehen wirst, kommt nämlich aus der Stadt. Mehr Tipps zu Sevilla findest du hier.

Córdoba

Alcázar de los Reyes Cristianos_Córdoba_Andalusien_Spanien
© Milena Magerl

Von Sevilla aus gehts weiter ins Landesinnere nach Córdoba, ein Zug verbindet die Städte in nur 45 Minuten. Auch hier zieht sich der maurische Einfluss weiter durch die Straßen: Du spazierst an orientalischen Gärten und prächtigen, arabischen Innenhöfen vorbei und siehst überall Orangen und Granatäpfel an den Bäumen wachsen. Einen guten Überblick über die Stadt kannst du dir vom Torre Campanario verschaffen, von dem früher der Muezzin gerufen hat. Auch die Alcázar de los Reyes Cristianos, die imposante Festungsanlage der Stadt, solltest du dir bei einem Besuch nicht entgehen lassen. Unsere besten Tipps für Córdoba findest du hier.

Málaga

Mit dem Zug geht es in etwas unter einer Stunde wieder an die Küste, und zwar nach Málaga. Weil so eine Reise durch Andalusien auch eine Dosis Strand beinhalten sollte, kannst du dein Strandtuch am besten am Playa de El Palo in Malaga ausbreiten. An diesem Sandstrand lässt es sich nicht nur super chillen, wenn dir zu warm wird, kommst du von hier auch schnell in die Altstadt und kannst dich dort zwischen weißen Häusern und historischen Plätzen vor der Sonne verstecken, die in Málaga übrigens an 300 Tagen im Jahr scheint.

Alhama de Granada

Das Städtchen, das nur etwa 80 Kilometer von Málaga entfernt liegt, ist wirklich ein Geheimtipp. Besonders die Quellen, die sich rund einen Kilometer vor der Stadt befinden, sind einen Besuch wert. Dort kannst du immer frühmorgens und spätabends warm baden gehen. Aber auch in Alhama de Granada selbst gibt es einiges zu sehen: etwa die Schluchten von Los Tajos oder das Baudenkmal Casa de la Inquisición, das im isabellinischen Stil errichtet worden ist.

Granada

Granada
© Lukas Popp | Milena Magerl

Mit dem Bus kommst du von Alhama de Granada in einer Stunde in die wunderschöne Stadt Granada, die, weil sie am Fuße der Sierra Nevada liegt, ganz schön hügelig ist. Eigentlich würde sich ein Besuch schon alleine wegen der Alhambra lohnen. Die Stadtanlage wurde –  wie sollte es in Andalusien anders sein –  von den Mauren erbaut. Gedauert hat das ganze 200 Jahre und entsprechend schön sieht die Anlage aus. Aber auch in Granada selbst verliebt man sich wegen der maurischen Gassen und grünen Hügel schnell. Unsere besten Tipps für die Stadt findest du hier.

Órgiva

Wer Andalusien bereist, kommt sowieso nicht an Olivenhainen vorbei. Für eine Extradosis kannst du in Granada in den Bus ein- und nach einer Stunde und 15 Minuten in Órgiva wieder aussteigen. In und um dem Dorf wimmelt es von Olivenbäumen, die teilweise weit über 100 Jahre alt sind. 7,5 Kilometer lang kannst du an den Bäumen vorbeispazieren. Willst du mehr über die Olivenernte in Andalusien wissen? Milena hat daran teilgenommen und verrät in ihrem Artikel alles Wissenswerte.

Olivenernte, Andalusien, Spanien
© Milena Magerl

Immer an der Ostküste entlang

Aigüestortes i Estany de Sant Maurici

Wer an der Ostküste Spaniens unterwegs ist, wird an vielen Destinationen nicht der*die einzige Tourist*in sein. Deswegen starten wir unsere Route im Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici, den noch nicht so viele Urlauber*innen auf dem Schirm haben. Völlig zu Unrecht, wie wir finden. Denn der einzige Nationalpark Kataloniens liegt an den Ausläufern der Pyrenäen und so kannst du hier vorbei an blaue Bergseen und wilden Wasserfällen auf majestätische Gipfel wandern.

Barcelona

Sagrada Familia, Katalonien
© Charlott Tornow

Vom Nationalpark geht es mit Bus oder Bahn nach Barcelona, der Hauptstadt Kataloniens. Wir geben ja zu: Ein Geheimtipp ist die Stadt wirklich nicht, ein Besuch ist trotzdem Pflicht, wenn du in der Region bist. Denn Barcelona besticht mit der Kombination aus pulsierender Stadt und langem Sandstrand. Außerdem steht hier mit der Sagrada Família das vielleicht schönste Bauwerk der Welt. Einen Übernachtungstipp – das Numa Roca in der Innenstadt – haben wir auch noch für dich.

Sitges

Wenn du die Großstadt hinter dir lassen und Lust auf richtigen Strandurlaub hast, solltest du von Barcelona aus die Küste entlang bis nach Sitges fahren. Der Urlaubsort gilt als alternativ und ist für seine Schwulenszene bekannt. Besonders schön ist es im Altstadtviertel rund um die Església de Sant Bartomeu i Santa Tecla, wo du nach einem langen Strandtag durch die Gassen schlendern und leckere Tapas verdrücken kannst.

Tarragona

Tarragona, Katalonien
© Charlott Tornow

Von Sitges, oder besser gesagt dem Nachbarort Villanueva Y Geltru, denn du von der Kleinstadt gut zu Fuß oder mit dem örtlichen Bus erreichen kannst, kommst du in einer halben Stunde mit dem Zug nach Tarragona. Hier kann man besonders gut sehen, dass Katalonien einst Teil des römischen Reiches war. Noch heute können Besucher*innen in der hübschen Stadt am Mittelmeer auf den Spuren der Römer*innen wandeln, etwa wenn du an der alten Stadtmauer am Portal del Roser entlanggehst, von der du einen tollen Ausblick auf die mittelalterliche Innenstadt hast, oder wenn du das gut erhaltene Amphitheater oder das Forum Romanum bestaunst.

Valencia

Ciutat de les Arts i les Ciencies
© Sonja Koller

Wir lieben die Züge, die in Spanien direkt an der Küste entlangfahren und so empfehlen wir dir, ein letztes Mal einzusteigen und in zweieinhalb Stunden nach Valencia zu fahren. Die Küstenstadt ist die drittgrößte Stadt Spaniens und hat entsprechend viel zu bieten – von spannender Architektur über leckere Tapas bis hin zu einem breiten Stadtstrand. Alle Tipps für Valencia haben wir hier zusammengefasst. Aber auch kulinarisch kann Valencia mit einigen Highlights aufwarten. Wusstest du zum Beispiel, dass in der Stadt Paella erfunden wurde? Unsere liebsten Bars, Restaurants und Cafés in Valencia findest du hier.

Wein und Wandern in Nordspanien

San Sebastián

San Sebastián Strand
© Charlott Tornow

Während der Süden Spaniens und die Ostküste schon längst beliebt und bekannt sind, fliegt der Norden Spaniens noch etwas unter dem Radar, zumindest hier in Deutschland. Dabei liegt mit San Sebastián einer unserer liebsten Städte des Landes (und vielleicht sogar Europas) im Norden Spaniens. Verliebt haben wir uns in das Städtchen im Baskenland wegen seiner zwei schönen Stadtstrände (Surfervibe inklusive), der Standseilbahn, die hoch zum Monte Igueldo führt, und vor allem wegen der unglaublich leckeren Pinxtos (der baskischen Variante der spanischen Tapas).

Bilbao

Wer im Baskenland ist, sollte auch die Hauptstadt der Region besuchen, die sich über Nordspanien und den Südwesten Frankreichs erstreckt. Von San Sebastian nach Bilbao kommst du am schnellsten mit dem Bus, der etwas länger als eine Stunde braucht. Die Großstadt ist zwar sichtbar von Industrie geprägt, dafür aber von besonders grünen Bergen umgeben. Wer vor Ort ist, sollte unbedingt dem Guggenheim-Muesuem einen Besuch abstatten, in dem berühmte moderne Kunstwerke ausgestellt werden, das aber wegen der unvergleichbaren Architektur auch von außen sehenswert ist.

Logroño

Weinkellerei Bodegas Ysios, Nordspanien
© Rebecca Hoffmann

Von Bilbao gehts in Richtung Landesinnere und mit dem Bus für eine Stunde und 45 Minuten nach Logroño. Die Stadt befindet sich in der relativ kleinen Region La Rioja, die südlich von Bilbao und nördlich von Madrid liegt und die Wein-Liebhaber*innen begeistern dürfte. Hier lebt man vor allem vom Weinanbau, dessen Früchte du im Weingut Bodegas Ysios im Norden Logroños kosten kannst. Wenn du noch etwas mehr Vino verträgst, dann ab in die Weinkellerei Bodegas Ysios, die nicht nur eine der größten Player der Weinszene ist, sondern auch ein von Frauen geführtes Familienunternehmen ist. Wo es die besten Tapas und Naturschauplätze der Region gibt, verraten wir dir in diesem Artikel über Nordspanien.

Burgos 

Mit dem Bus gehts von Logroño in zwei Stunden in einen anderen Ort, von dem du wahrscheinlich noch nie gehört hast: Burgos. Wer durch die malerische Stadt spaziert, dem wird sofort die intakte mittelalterliche Architektur auffallen. Besonders beeindruckend ist außerdem die Katehdrale von Burgos, die als erste Kathedrale Spaniens im gotischen Stil erbaut wurde. Das Wahrzeichen der Stadt aber ist nicht etwa die Kathedrale, sondern das Stadttor Arco de Santa María, das wirklich unglaublich prunkvoll gestaltet und mit mehreren Statuen geschmückt ist.

Madrid 

Der perfekte Endpunkt einer Reise durch den nördlichen Teil Spaniens ist Madrid. Nicht nur, weil sich die Abreise aus der spanischen Hauptstadt besonders praktisch gestaltet, sondern auch, weil Madrid wirklich viel zu bieten hat: zum Beispiel das Museo Reina Sofía, in dem Werke von bedeutenden spanischen Künstlern wie Pablo Picasso, Salvador Dali und Joan Miró ausgestellt werden, oder das kunterbunte Viertel La Latina. Von Burgos kannst du Madrid in etwas unter drei Stunden mit dem Zug erreichen. Wir haben natürlich noch eine ganze Menge Tipps für Madrid in petto, die du hier nachlesen kannst.

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