Sommerurlaub 2021 – Wohin und wie können wir reisen?

© Charlott Tornow

In den vergangenen Monaten sind nicht nur kostenlose Antigen- und 24-Stunden-PCR-Tests zu unseren alltäglichen Begleitern geworden, auch Quarantäne-Regelungen sind mittlerweile selbstverständlich und wir haben gelernt, an den Augen abzulesen, ob unser Gegenüber hinter der Maske lächelt. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen und dem Fortschritt nationaler sowie internationaler Impfungen scheinen die Menschen aus dem seit November andauernden Corona-bedingten Winterschlaf in Deutschland zu erwachen und vielleicht sogar einen Sommerurlaub 2021 zu erhoffen.

In einigen Regionen Deutschlands wurden bereits sogenannte Testregionen etabliert, die einen sicheren Urlaub ermöglichen sollen und auch europaweit haben die ersten Länder bereits die Sommersaison angekündigt und heißen wieder Tourist*innen willkommen. Auch Gesundheitsminister Spahn und Kanzlerin Merkel sind optimistisch, dass ein Sommerurlaub in Europa möglich sein wird – mit Impfpass, aber auch ohne Impfung. Die Sehnsucht nach einer Auszeit ist definitiv da, doch natürlich sorgt das sich ständig verändernde Infektionsgeschehen weiterhin auch für viel Unsicherheit und erschwert die Urlaubsplanung. Wohin und wie können wir im Sommer 2021 reisen? Wir haben recherchiert und aktuelle Infos (Stand 11. Mai 2021) für dich zusammengetragen. Stay safe!

Sommerurlaub 2021 – Das solltest du generell beachten

Wer derzeit in den Urlaub fahren möchte, muss bereit sein, einen Deal einzugehen. Dazu gehört nicht nur, dass wir uns unterwegs an die jeweils vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen und Abstandspflicht halten, sondern auch, dass wir die Regelungen beachten, die etabliert wurden, um sicheres Reisen überhaupt möglich zu machen. Denn auch wer aktuell gerne reist und sich wohl und sicher dabei fühlt, einen Urlaub zu planen, sollte sich anderen gegenüber natürlich solidarisch zeigen. Dazu gehört, dass du dich vor deiner Abreise testen lässt, ausgenommen du solltest bereits eine vollständige Impfung erhalten haben, die in deinem Impfpass eingetragen ist. Das negative Testergebnis musst du dann am Flughafen beim Check-In vorzeigen. Das ist die Grundvoraussetzung, um überhaupt in das Flugzeug steigen zu dürfen. Hinzu kommt, dass du dich für die Einreise in viele Länder registrieren musst – nähere Infos dazu findest du weiter unten im Artikel.

Wichtige Regelungen für Reiserückkehrer*innen

Abgeschaltet, Energie getankt, Bräune aufgefrischt – auch wenn der wohlverdiente On-Vacation-Mode wahrscheinlich dazu geführt hat, dass sich nicht nur die Homeoffice-Verspannungen gelockert haben, sondern auch deine Sorgen rund um die Pandemie in den Hintergrund gerückt sind, solltest du dich noch vor der Rückreise mit den aktuellen Regelungen vertraut machen, die deine Einreise nach Deutschland betreffen. Denn auch, wenn sich im Urlaub alles locker easy und leicht anfühlt, besteht durchaus die Möglichkeit, dass du dich auch in der Zeit angesteckt haben könntest. Damit das Virus nicht verbreitet wird, musst du dich, sofern du das sechste Lebensjahr bereits hinter dir hast, deshalb bereits vor deinem Abflug noch einmal testen lassen.

Der Test muss die unter RKI genannten Anforderungen erfüllen. Neben PCR-Tests werden auch Antigen-Schnelltests (keine selbstgekauften aus dem Supermarkt) anerkannt. Allerdings müssen diese von einem autorisierten Testzentrum durchgeführt und schriftlich bescheinigt werden. Ein Nachweis ist in Papierform oder digital am Flughafen vorzuzeigen. Seit dem 30.03.2021 müssen nämlich "grundsätzlich alle Personen, die per Flugzeug in die Bundesrepublik einreisen, vor dem Abflug dem Beförderer ein negatives Testergebnis (maximal 48 Stunden alt) vorlegen", so das Bundesgesundheitsministerium.

Muss ich auch in Quarantäne, wenn ich einen negativen Test mitbringe?

Ja! Für Reiserückkehrer*innen ist eine mindestens zehntägige Quarantäne verpflichtend. Die sogenannte "Zwei-Test-Strategie" ermöglicht es dir aber in fast allen Bundesländern (bitte vorher checken, ob es auf deinen Wohnort zutrifft) diese Quarantäne frühestens ab Tag 5 nach deiner Einreise vorzeitig zu beenden, wenn du dich einer freiwilligen Testung unterziehst, die ein negatives Ergebnis zur Folge hat. Wichtig ist, dass die Regel nur für allgemeine Risikogebiete gilt. "Für Virusvarianten-Gebiete beträgt die Quarantänedauer nach landesrechtlichen Regelungen 14 Tage; eine Möglichkeit, die Quarantäne frühzeitig durch eine Testung zu beenden, ist hier grundsätzlich ausgeschlossen", so die Bundesregierung. "Die zuständige Behörde kann den Nachweis der zweiten negativen Testung bis zum Ende der generellen Quarantänedauer, also bis zum Ablauf des zehnten Tages nach Einreise, kontrollieren".

Gut zu wissen: Auch wenn du mit einem anderen Verkehrsmittel wieder nach Deutschland einreist, gilt, dass du spätestens 48 Stunden nach Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen können musst.

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© Lukas Popp

Urlaub in Deutschland

Auch deutschlandweit haben bereits mehrere Bundesländer erste Lockerungen für Tourist*innen angekündigt, darunter auch die Öffnungen von Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätzen. Den Anfang macht Schleswig-Holstein, die bereits ab dem 17. Mai allen Tourist*innen aus Deutschland einen Aufenthalt am Meer ermöglichen wollen. Eckernförde, die Schleiregion sowie die Lübecker Bucht wurden zu "Modellregion" ernannt und dürfen nun wieder Tourist*innen empfangen, wenn diese bereits genesen oder vollständige geimpft sind oder ein negatives Corona-Testergebnis, das allerdings alle drei Tage wieder erneuert werden muss, vorweisen können.

In Bayern gilt zwar weiterhin die Sperrstunde ab 22 Uhr, Biergärten und die Terrassen der Restaurants und Cafés dürfen aber seit 10. Mai wieder öffnen; Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze sollen zu Pfingsten folgen. Auch die Regierung von Rheinland-Pfalz strebt eine stufenweise Öffnung in allen rheinland-pfälzischen Landkreisen an, sofern der Inzidenzwert weiterhin unter 100 bleibt. Der dreiteilige Perspektivplan soll ab 12. Mai umgesetzt werden und umfasst unter anderem auch die Möglichkeit auf dem Campingplatz oder in Ferienwohnungen übernachten zu dürfen.

Mecklenburg-Vorpommern bleibt weiterhin für Urlauber*innen geschlossen, jedoch sind bereits Tagesausflügler*innen, die bereits beide Impfungen erhalten haben, wieder willkommen.

Unterwegs in Europa: Was gilt wo?

Da das Infektionsgeschehen in ganz Europa variiert, gibt es natürlich keine allgemeinen Regelungen. Die Europäische Union hat deshalb eine Website veröffentlicht, auf der du alle Informationen zu den jeweiligen Urlaubsregionen findest. Eine interaktive Karte gibt sehr gute Auskünfte über aktuelle Maßnahmen. Zudem kannst du dich auf der Website des Auswärtigen Amtes informieren. Im Folgenden geben wir dir einen detaillierten Überblick über besonders beliebte Urlaubsregionen.

Urlaub in Österreich

Österreich möchte ab dem 19. Mai Schritte zur Öffnung einleiten, die sich auch auf den Tourismus und die Gastronomie beziehen. Wer nach Österreich einreisen möchte, muss sich  derzeit noch online registrieren und die Bestätigung bei der Grenzkontrolle vorzeigen. Hinzu kommt der Nachweis eines negativen Corona-Tests sowie eine verpflichtende 10-tägige Quarantäne. Diese soll jedoch bald für Reisende entfallen, ausgenommen davon seien Urlauber*innen, die aus Hochrisikogebieten anreisen. 

In Österreich gilt immer noch eine Ausgangssperre von 20 bis 6 Uhr. Die Tragepflicht einer FFP2-Maske ist in allen öffentlichen Einrichtungen sowie Verkehrsmitteln vorgesehen.

Urlaub in Italien

Bella Italia ist mit Sicherheit eine der beliebtesten Sommerdestinationen. Doch derzeit gilt das gesamt Land weiterhin als Corona-Risikogebiet und Urlauber*innen müssen mit Einreisebeschränkungen rechnen – jedenfalls bis Mitte Mai. Dann sind erste Lockerungen geplant, bis Anfang Juni soll der Sommertourismus starten. Wenn du nach Italien reisen willst, benötigst du einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Außerdem musst du dich nach deiner Einreise direkt in eine fünftägige Quarantäne begeben. Im Anschluss an die fünf Tage muss eine weitere Testung erfolgen. Diese Kurz-Isolation soll nun jedoch ab dem 15. Mai für geimpfte oder genesene Reisende entfallen. Zur Einreise nach Südtirol musst du ein zusätzliches Formular ausfüllen.

Landesweit gilt eine Abstandsregelung von mindestens einem Meter sowie Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Ausgangssperre greift von 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens.

© Charlott Tornow

Urlaub in Griechenland

Inselhopping in Griechenland könnte auch 2021 möglich sein. Seit dem 19. April dürfen Urlauber*innen aus anderen EU-Staaten wieder nach Griechenland einreisen und müssen sich vor Ort nicht in Quarantäne begeben. Voraussetzung ist die Einreise über die meist frequentierten Flughäfen des Landes, darunter auch Athen, Santorini und Korfu und Heraklion auf Kreta. Bis spätestens 24 Stunden vor der Abreise musst du online deine Daten sowie deinen Gesundheitszustand und deinen geplanten Aufenthaltsort in einem Formular angeben. Wer einreisen will, muss entweder einen negativen, maximal 72 Stunden alten, PCR-Test oder eine vollständige Impfung, die mindestens 14 Tage zurückliegt, nachweisen.

Vor Ort gilt dennoch weiterhin eine Ausgangssperre zwischen 23 Uhr abends und 5 Uhr morgens, eine Maske ist in öffentlichen Räumen verpflichtend zu tragen. Mit dem Ende der orthodoxen Osterzeit dürfen nun auch die Restaurants, Cafés und andere Lokale ihre Außenterrassen öffnen.

Urlaub in Spanien

Bereits seit dem 15. März ist ein Urlaub auf den beliebten Balearen-Inseln möglich –  dazu gehören Mallorca, Menorca, Ibiza und die kleine Nachbarinsel Formentera. Allerdings musst du dich auf bestimmte Einschränkungen einstellen und auch weiterhin mit Regeln vor Ort rechnen, die übrigens sehr konsequent auf den Inseln umgesetzt werden. Auch die spanischen Festland-Regionen Galicien, Valencia und Murcia zählen nicht mehr als Risikogebiete, das heißt die obligatorische Quarantäne entfällt. Um die Sonne Spaniens zu genießen, musst du noch vor Abreise einen negativen PCR- oder TMA-Test vorweisen kann, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Zudem muss zur Gesundheitskontrolle ein ausführliches Formular ausgefüllt werden.

Im öffentlichen Raum gilt weiterhin Maskenpflicht. Cafés und Restaurants müssen um 17 Uhr schließen und Tische im Innenraum dürfen maximal mit einer Kapazität von 30 Prozent ausgelastet werden. Aufgrund der weiterhin niedrigen Inzidenzwerte dürfen die Gastronom*innen nun nach einer dreistündigen Schließung auch von Montags bis Donnerstags für einen kurzen Slot von 20 bis 22.30 Uhr öffnen.

Urlaub in Portugal

Zwar macht sich auch Portugal für den sommerlichen Tourismus bereit, aber derzeit sind touristische Reisen auf das portugiesische Festland noch nicht möglich – die portugiesische Regierung hat das Einreiseverbot bis zum 16. Mai verlängert.

Das Auswärtige Amt in Deutschland dagegen hat bereits die Reisewarnungen für alle Regionen auf dem Festland, Alentejo, Centro, Norte und nun endlich auch die Algarve aufgehoben. Nur noch Madeira und die Azoren gelten aktuell als Risikogebiet. Im Gegensatz zum portugiesischen Festland dürfen genesene und geimpfte Tourist*innen oder Menschen mit negativem Testergebnis allerdings ohne Quarantänepflicht einreisen, sofern sie sich vorher registriert haben. Während des Urlaubs muss tägliche ein Online-Formular zum aktuellen Gesundheitszustand ausgefüllt werden. Auf den Azoren muss bei einem Aufenthalt von mehr als sieben Tagen ein weiterer Test am sechsten Tag nach Einreise erfolgen. Auf Madeira gilt vor Ort gilt werktags ab 19 Uhr, am Wochenende bereits ab 18 Uhr eine Ausgangssperre. Das Tragen einer Maske ist Pflicht und wird auch verantwortungsvoll umgesetzt.

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