Diese Nachtzüge fahren von Deutschland aus durch Europa

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2016 stellte die Deutsche Bahn ihr Nachtzüge-Angebot wegen zu geringer Nachfrage ein. Nur drei Jahre später hat sich das Blatt wieder gewendet. Immer mehr Menschen steigen wegen der Folgen des Klimawandels vom Flugzeug auf den Zug um, um zu ihrem Urlaubsziel in Europa zu gelangen. Oder wollen es zumindest, wären da nicht die langen Fahrtzeiten, unzähligen Zugwechsel und horrenden Preise für eine Zugfahrt, die oftmals doppelt so teuer ist wie ein Flug, für den man nur einen Bruchteil der Zeit benötigt. Um eine langfristige ökologische und bezahlbare Alternative zum Fliegen anzubieten, sind die europäischen Bahngesellschaften also in Zugzwang.

Die gute Nachricht ist, dass das Nachtzugangebot wieder wächst. Die Deutsche Bahn plant zum Beispiel für 2020 eine Verbindung von Warnemünde über Rostock, Berlin, Leipzig, Jena, Saalfeld, Nürnberg, Regensburg, Passau und Linz bis nach Wien in Österreich. Nach Informationen des RBB hat der Zug allerdings keine Schlafkabinen, weil die neue IC-Linie dann eher Reisende auf kürzeren Abschnitten dieser Strecke transportieren solle.

Von Berlin nach Wien, Zürich, Paris, Warschau, Moskau und Malmö

Seit 2018 gibt es aber bereits den Nightjet der österreichischen Bundesbahn, der jeweils von Berlin, Hamburg, Düsseldorf und München aus in nur wenigen Stunden nach Wien fährt. Zudem gibt es eine Verbindung nach Basel und Zürich von Hamburg und Berlin aus.

Die ÖBB hat überhaupt ab München ein tolles Nachtzug-Angebot. Von der bayrischen Landeshauptstadt aus fahren regelmäßig Nachtzüge nach Mailand, Rom und Venedig, nach Zagreb und Rijeka in Kroatien sowie nach Ljubljana in Slowenien.

Der russische Zug Strizh wiederum fährt von Paris über Karlsruhe, Frankfurt, Berlin, Warschau und Minsk einmal in der Woche nach Moskau. Von Berlin aus dauert die Fahrt 21,5 Stunden.

Auch cool: Im Sommer fährt der Berlin-Night-Express von Berlin ins schwedische Malmö. Und mit dem ungarischen MAV kommt ihr von Berlin nach Budapest.

Es tut sich also was bei dem Nachtzug-Angebot. Das Schöne ist, dass man im Nachtzug quasi keine Zeit verliert (auch wenn so eine Fahrt gut zehn Stunden dauern kann) – schlafen muss jeder und ob ihr das nun in einem stehenden oder fahrenden Bett macht, ist eigentlich egal. Und je mehr Nachtzugverbindungen es gibt und je größer die Nachfrage wird, desto schneller sinken auch die Preise für eine Fahrt.

Auf der Seite der Deutschen Bahn bekommt ihr eine gute Übersicht über alle Nachtzugverbindungen (auch von Partnerunternehmen der DB) von Deutschland aus in verschiedene europäische Länder.

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